{"id":1250733,"date":"2026-08-21T06:28:16","date_gmt":"2026-08-21T06:28:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1250733\/"},"modified":"2026-08-21T06:28:16","modified_gmt":"2026-08-21T06:28:16","slug":"ostdeutschland-gehen-ohne-zuwanderung-die-arbeitskraefte-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1250733\/","title":{"rendered":"Ostdeutschland gehen ohne Zuwanderung die Arbeitskr\u00e4fte aus"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Den ostdeutschen Fl\u00e4chenl\u00e4ndern droht einer Studie zufolge ohne Zuwanderung ein drastischer Schwund der Bev\u00f6lkerung im erwerbsf\u00e4higen Alter. Ohne Migration w\u00fcrde die Zahl der potenziellen Arbeitskr\u00e4fte in diesen Bundesl\u00e4ndern bis zum Jahr 2035 um mehr als ein Achtel sinken, bis 2045 sogar um gut ein F\u00fcnftel. Das geht aus Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft K\u00f6ln (IW) hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorab vorlagen. \u201eDamit d\u00fcrfte sich die Situation der Wirtschaft, insbesondere auch bei der Versorgung mit Dienstleistungen, kaum erhalten lassen\u201c, schreiben die IW-\u00d6konomen Philipp Deschermeier und Wido Geis-Th\u00f6ne.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Studie zufolge ist die demografische Krise im Osten bereits weit fortgeschritten. Die Zahl der Menschen im erwerbsf\u00e4higen Alter zwischen 15 und 66 Jahren sank in den ostdeutschen Fl\u00e4chenl\u00e4ndern zwischen Ende 1995 und Ende 2025 von 10,05 Millionen auf 7,74 Millionen. Dies ist ein R\u00fcckgang um 23 Prozent. Gleichzeitig nahm die Zahl der Menschen ab 67 Jahren stark zu: von 1,82 auf 3,06 Millionen. Der Anteil der Erwerbsf\u00e4higen an der Gesamtbev\u00f6lkerung fiel zugleich von 70,9 auf 62,7 Prozent.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dieser Entwicklung wirkte in den vergangenen Jahren die Zuwanderung entgegen. Nach einer langen Phase der Abwanderung nach der Wiedervereinigung verzeichnen die ostdeutschen L\u00e4nder laut IW seit 2012 wieder Wanderungsgewinne. Die Zahl der 15- bis 66-j\u00e4hrigen Ausl\u00e4nder stieg demnach von 265.000 im Jahr 2010 auf 765.000 Ende 2025. Ihr Anteil an der Bev\u00f6lkerung im erwerbsf\u00e4higen Alter wuchs in dieser Zeit von 3,1 auf 9,9 Prozent.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">W\u00fcrde die Migration gestoppt, d\u00fcrfte die Bev\u00f6lkerung im Alter zwischen 15 und 66 Jahren in den ostdeutschen Fl\u00e4chenl\u00e4ndern bereits bis 2035 um 13,0 Prozent auf 6,78 Millionen zur\u00fcckgehen. Ihr Bev\u00f6lkerungsanteil l\u00e4ge dann noch bei 59,7 Prozent. Bei einer Erwerbst\u00e4tigenquote von aktuell 75,9 Prozent w\u00e4ren dann bereits nur noch 45,3 Prozent der Bev\u00f6lkerung erwerbst\u00e4tig.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eMit dem technischen Fortschritt, insbesondere im Bereich der K\u00fcnstlichen Intelligenz, k\u00f6nnten in der kommenden Zeit in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00df T\u00e4tigkeiten automatisiert werden, f\u00fcr die bislang menschliche Arbeitskr\u00e4fte ben\u00f6tigt wurden\u201c, betonen Deschermeier und Geis-Th\u00f6ne. \u201eDennoch d\u00fcrfte es auch in zehn bis 20 Jahren f\u00fcr die wirtschaftliche Leistungsf\u00e4higkeit einer Region noch sehr problematisch sein, wenn weit weniger als die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung am Arbeitsmarkt aktiv ist.\u201c Insbesondere gelte das f\u00fcr Dienstleistungen im medizinischen, pflegerischen und handwerklichen Bereich, die sich nur schwer automatisieren lie\u00dfen. Die Studie warnt vor einem Teufelskreis, sollte Zuwanderung ausbleiben. Eine alternde Bev\u00f6lkerung und eine schlechtere Versorgung mit Dienstleistungen k\u00f6nnten die Regionen f\u00fcr j\u00fcngere Menschen unattraktiver machen. Dies k\u00f6nne wiederum zu mehr Abwanderung und weniger Zuzug f\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das Thema Zuwanderung spielt im aktuellen Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt und <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/mecklenburg-vorpommern\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mecklenburg-Vorpommern<\/a> eine gro\u00dfe Rolle. Die AfD liegt in beiden Bundesl\u00e4ndern in den Meinungsumfragen vorn. Sie tritt f\u00fcr eine Versch\u00e4rfung der Einwanderungspolitik sowie f\u00fcr R\u00fcckf\u00fchrungsprogramme ein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Den ostdeutschen Fl\u00e4chenl\u00e4ndern droht einer Studie zufolge ohne Zuwanderung ein drastischer Schwund der Bev\u00f6lkerung im erwerbsf\u00e4higen Alter. 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