{"id":1250928,"date":"2026-08-21T08:59:22","date_gmt":"2026-08-21T08:59:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1250928\/"},"modified":"2026-08-21T08:59:22","modified_gmt":"2026-08-21T08:59:22","slug":"aachen-pferdesport-unter-beobachtung-von-kritikern-und-stalkern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1250928\/","title":{"rendered":"Aachen | Pferdesport unter Beobachtung: Von Kritikern und \u00abStalkern\u00bb"},"content":{"rendered":"<p>Aachen (dpa) &#8211; 40.000 begeisterte und feiernde Menschen im gr\u00f6\u00dften Reitstadion der Welt findet nicht jeder toll. Neben Millionen von Fans hat der Reitsport auch Kritiker &#8211; und zudem noch \u00abStalker\u00bb, wie Rekordreiterin Isabell Werth es ausdr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Der Pferdesport steht unter Beobachtung, ganz besonders w\u00e4hrend der Weltmeisterschaften in Aachen. V\u00f6llig kontr\u00e4r sind dabei die Ansichten des Reitsport-Verbandes Pferdesport Deutschland und des organisierten Tierschutzes.\u00a0<\/p>\n<p>Peta lehnt Pferdesport grunds\u00e4tzlich ab\u00a0<\/p>\n<p>Die Organisation Peta \u00ablehnt Veranstaltungen wie die Reit-WM in Aachen und den sogenannten Pferdesport grunds\u00e4tzlich ab\u00bb, hei\u00dft es auf Anfrage. \u00abDas Wohl der Tiere darf nicht dem Unterhaltungswert oder sportlichen Erfolg untergeordnet werden.\u00bb<\/p>\n<p>Dennis Peiler, der Vorstandvorsitzende von Pferdesport Deutschland, sagt hingegen: \u00abPferden geht es heutzutage besser denn je.\u00bb Und der Verbandschef betont: \u00abWir bekennen uns zum Leitungssport mit Pferden.\u00bb Die Sichtweisen sind also unvereinbar, denn Petas Ablehnung ist eindeutig.<\/p>\n<p>Sensibilit\u00e4t beim\u00a0Thema Pferdewohl angeblich gewachsen<\/p>\n<p>\u00abAngesichts der erzwungenen Leistungen der Pferde ist es absurd, von Sport zu sprechen, denn ein echtes sportliches Event basiert auf Freiwilligkeit\u00bb, lautet Petas Position. \u00abBeim Reitsport werden Pferde zu Leistungen gebracht, die nicht ihrem nat\u00fcrlichen Verhalten entsprechen.\u00bb Hinter Peta steht nach eigenen Angaben ein eingetragener Verein mit nur acht ordentlichen Mitgliedern und rund 50.000 F\u00f6rdermitgliedern.<\/p>\n<p>Aus Sicht von Pferdesport Deutschland ist \u00abin den letzten Jahren die Sensibilit\u00e4t beim\u00a0Thema Pferdewohl gewachsen\u00bb, wie Peiler sagt. Auch deshalb sei die \u00abkorrekte Ausbildung von Reitern und Pferden wichtig, weil das pr\u00e4ventiv und gelebter Pferdeschutz\u00bb sei. Strafen bei Verst\u00f6\u00dfen gegen das Tierwohl seien deutlich erh\u00f6ht worden.<\/p>\n<p>Themen rund ums Pferd seien \u00abinsbesondere in den sozialen Medien sehr emotional besetzt &#8211; positiv wie auch negativ\u00bb, sagt der Sport-Funktion\u00e4r. Da gehe es nicht um Tierschutz-Organisationen, sondern auch um \u00abStalker\u00bb, wie Rekordreiterin Isabell Werth moniert.<\/p>\n<p>\u00abViele Verr\u00fcckte und viele Spinner\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Verbandspr\u00e4sident Martin Richenhagen sagt noch deutlicher, es gebe \u00abauch viele Verr\u00fcckte und viele Spinner\u00bb. F\u00fcr fachliche Diskussionen mit Kritikern stehe er hingegen gerne zur Verf\u00fcgung. Tierschutz-Organisationen h\u00e4tten sich aber bisher verweigert, sagt Peiler.<\/p>\n<p>Die Diskussionen im Internet \u00absind teilweise vern\u00fcnftig und kritisch, aber sehr h\u00e4ufig wirklich nur polemisch, frustrierend, beschimpfend und ohne sachlichen Hintergrund\u00bb, beklagt Werth. \u00abWir m\u00fcssen uns rechtfertigen, dass wir mit Pferden Sport treiben d\u00fcrfen, wollen und k\u00f6nnen\u00bb, sagt die Reiterin. \u00abDa f\u00fchle ich mich auch weiterhin in der Pflicht, das auch mit breiter Brust zu vertreten. Sonst finden irgendwann in zehn Jahren Pferde nur noch im Zoo statt\u00bb.<\/p>\n<p>Es gebe einzelne, \u00abdie gezielt losgehen und versuchen, schlechte Bilder zu machen\u00bb, klagt Sport-Funktion\u00e4r Peiler. \u00abDa teile ich die Auffassung von Isabell\u00bb. Es werden aus seiner Sicht \u00abReiter gezielt attackiert\u00bb. Der Verbandschef betont aber: \u00abWir sagen ausdr\u00fccklich, Kritik, die berechtigt ist, die darf und muss auch benannt werden. Jeder Reiter muss sich sachlicher Kritik auch stellen.\u00bb<\/p>\n<p>Olympiasieger entschuldigt sich<\/p>\n<p>So geschehen bei Olympiasieger Christian Kukuk, der im Vorjahr nach dem Vorwurf des unsachgem\u00e4\u00dfen Trainings einen Fehler einger\u00e4umt hatte. \u00abIch habe das verstanden und sehe das auch total ein\u00bb, hatte der Reiter erkl\u00e4rt. \u00abEs tut mir au\u00dferordentlich leid, dass ich die Menschen, unseren Sport und auch mich pers\u00f6nlich in diese Situation gebracht habe und einige entt\u00e4uscht habe.\u00bb<\/p>\n<p>Zuvor war ein privat erstelltes Video vom Weltcup-Turnier in Verona aufgetaucht. Das zeigte, wie Kukuk beim Training mit seinem Pferd Just be Gentle mit speziellen Z\u00fcgeln ritt, die nach Verbandsangaben in Deutschland nicht erlaubt sind, aber international.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Aachen (dpa) &#8211; 40.000 begeisterte und feiernde Menschen im gr\u00f6\u00dften Reitstadion der Welt findet nicht jeder toll. 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