{"id":1250976,"date":"2026-08-21T09:39:16","date_gmt":"2026-08-21T09:39:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1250976\/"},"modified":"2026-08-21T09:39:16","modified_gmt":"2026-08-21T09:39:16","slug":"trumps-zollchaos-was-nach-einem-jahr-vom-eu-us-zolldeal-geblieben-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1250976\/","title":{"rendered":"Trumps Zollchaos: Was nach einem Jahr vom EU-US-Zolldeal geblieben ist"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">Eigentlich wollte US-Pr\u00e4sident <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/donald-trump\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> hohe Z\u00f6lle auf europ\u00e4ische Produkte erheben. Nach Monaten des Zollkonflikts erreichten er und EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen Ende Juli 2025 im schottischen Turnberry dann aber eine Einigung. Trotzdem wurde noch wochenlang um Details gerungen, bis am 21. August 2025 die Details des bilateralen Handelsabkommens standen. Ein \u00dcberblick:\u00a0\n<\/p>\n<p>Aktuelles<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2026-07\/us-praesident-donald-trump-verhaengt-neue-zoelle-gegen-60-laender-gxe\" data-ct-label=\"Welthandel: Donald Trump verh\u00e4ngt neue Z\u00f6lle gegen 60 L\u00e4nder\" data-uuid=\"3fb8f4a8-4be1-4dec-8a23-12c176bc6939\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Welthandel:<br \/>\n                        Donald Trump verh\u00e4ngt neue Z\u00f6lle gegen 60 L\u00e4nder<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2026-07\/us-zollstreit-eu-handelsausschuss-zollpolitik-bernd-lange\" data-ct-label=\"US-Zollstreit: \u00bbDas ist ein Strohhalm, an dem sich die US-Regierung festh\u00e4lt\u00ab\" data-uuid=\"8a9d039b-a47f-4a02-b19d-74d63b981514\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    US-Zollstreit:<br \/>\n                        \u00bbDas ist ein Strohhalm, an dem sich die US-Regierung festh\u00e4lt\u00ab<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2026-07\/usa-zoelle-kanada-australien-donald-trump\" data-ct-label=\"Reaktionen auf US-Z\u00f6lle: EU und Australien kritisieren neue US-Z\u00f6lle\" data-uuid=\"82f43bce-36c2-4610-90c1-534004c77ef4\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Reaktionen auf US-Z\u00f6lle:<br \/>\n                        EU und Australien kritisieren neue US-Z\u00f6lle<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                    Worauf hatte man sich beim Turnberry-Deal geeinigt?            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">In einer gemeinsamen Erkl\u00e4rung wurde vereinbart, dass auf die meisten europ\u00e4ischen Einfuhren in die <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/usa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a> maximal ein Aufschlag von 15 Prozent des Warenwertes erhoben werden darf \u2013 die Zollobergrenze. Br\u00fcssel machte aber im Gegenzug weitere Zugest\u00e4ndnisse wie die Abschaffung von EU-Z\u00f6llen auf US-Industrieg\u00fcter.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Angesichts der impulsiven Politik unter Trump baute die <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/europaeische-union\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU<\/a> sp\u00e4ter zus\u00e4tzlich ein Sicherheitsnetz ein: Sollten die USA ihre Zusagen nicht vollst\u00e4ndig umsetzen oder Absprachen wieder aussetzen, k\u00f6nnen auch Zugest\u00e4ndnisse der EU ausgesetzt werden.\u00a0\n<\/p>\n<p>            Was ist der aktuelle Stand?            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Das Abkommen sieht einen Maximal-Zoll in H\u00f6he von 15 Prozent f\u00fcr die meisten EU-Importe in die USA vor. Diese Vereinbarung gilt weiter. Derzeit liegt der pauschale Zollsatz, der tats\u00e4chlich f\u00fcr die meisten EU-Importe in die USA erhoben wird, aber nach Angaben einer Sprecherin der EU-Kommission bei 10 Prozent.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der niedrigere Aufschlag kommt durch Trumps j\u00fcngsten Einfall f\u00fcr neue Z\u00f6lle zustande: Weil rund 60 Handelspartner angeblich unzureichend gegen Zwangsarbeit vorgegangen waren, verk\u00fcndete der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer einen neuen Zollsatz \u2013 f\u00fcr die EU 10 Prozent.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Insgesamt sieht die EU-Kommission damit keine Verschlechterung der Situation, im Gegenteil: Alle EU-Exporte profitierten nach den neuen Zollregelungen entweder von einer g\u00fcnstigeren oder einer gleichwertigen Regelung, hie\u00df es von der Br\u00fcsseler Beh\u00f6rde nach der Ank\u00fcndigung.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Zus\u00e4tzlich w\u00fcrden die Zollbefreiungen f\u00fcr die Importe aus der EU \u2013 wie f\u00fcr Kork und Diamanten \u2013 wieder eingef\u00fchrt, die zu den bestehenden Ausnahmen wie f\u00fcr Flugzeuge und Flugzeugteile, Generika und Wirkstoffe hinzuk\u00e4men. Die Ank\u00fcndigung liefere zudem positive Impulse, um an weiteren Zollbefreiungen zu arbeiten.\u00a0\n<\/p>\n<p>            Wie geht es der deutschen Wirtschaft mit dem Zollabkommen?            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Entgegen aller Bef\u00fcrchtungen schl\u00e4gt die deutsche Wirtschaft sich robust trotz der US-Z\u00f6lle und immer neuer Krisen wie dem Iran-Krieg. Im zweiten Quartal legte sie schon das dritte Quartal in Folge zu; manche \u00d6konomen haben ihre Prognose f\u00fcr dieses Jahr angehoben und erwarten ein Wachstum von rund einem Prozent &#8211; nach einem Mini-Plus von 0,2 Prozent 2025.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die deutschen Exporteure stecken die US-Z\u00f6lle zunehmend weg. Im Juni lieferten sie Waren im Rekordwert von 139,3 Milliarden Euro ins Ausland &#8211; und das trotz h\u00f6herer Zollh\u00fcrden im wichtigsten Exportland USA.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Den deutschen Firmen hilft, dass das Europa-Gesch\u00e4ft brummt und Einbu\u00dfen mit den USA ausgleicht. Zudem gebe der Zolldeal zwischen <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/bruessel\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Br\u00fcssel<\/a> und Washington \u00abein gewisses Ma\u00df an Planungssicherheit\u00bb, sagt DIHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Helena Melnikov. So verzeichnete die deutsche Elektroindustrie im ersten Halbjahr nur ein moderates Minus von 2,1 Prozent im Exportgesch\u00e4ft mit den USA. Und im Maschinenbau gelang es, die Ausfuhren nach Amerika von Januar bis Juni dank einer Erholung noch minimal zu steigern.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Nach einer juristischen Niederlage Trumps vor dem Supreme Court haben deutsche Unternehmen zudem Hunderte Millionen Euro wegen zu viel gezahlter Z\u00f6ller zur\u00fcckbekommen. Insgesamt wurden hiesigen b\u00f6rsennotierten Konzernen rund 790 Millionen Euro erstattet, berichtete die \u00abWirtschaftswoche\u00bb. Allein der Logistikriese DHL erhielt demnach 416 Millionen.\n<\/p>\n<p>            Wie bewerten Experten das bilaterale Handelsabkommen?            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) blickt zwiesp\u00e4ltig auf den Deal zwischen von der Leyen und Trump. \u00abDer Turnberry-Deal hat f\u00fcr die Industrie bisher nur bedingt Stabilit\u00e4t gebracht. Das Abkommen war immer ein schmerzhafter Kompromiss\u00bb, sagte Wolfgang Niedermark, Mitglied der BDI-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrung.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Zwar sei es positiv zu bewerten, dass sich die USA \u00abgr\u00f6\u00dftenteils\u00bb an die Obergrenze eines Zolls in H\u00f6he von 15 Prozent hielten, sagte Niedermark weiter. Keine L\u00f6sung gebe es hingegen weiter f\u00fcr die teils 50-prozentigen Z\u00f6lle auf Stahl und Aluminium sowie die S\u00e4tze in H\u00f6he von 25 Prozent auf bestimmte Lkw-Einfuhren. \u00abBei den Z\u00f6llen auf Stahl- und Aluminiumprodukte droht nach zwischenzeitlichen Verbesserungen wieder eine Ausweitung der US-Ma\u00dfnahmen.\u00bb\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Unmut gibt es auch aus der Autoindustrie. \u00abDie aktuellen US-Z\u00f6lle in H\u00f6he von 15 Prozent f\u00fcr Pkw und deren Teile stellen weiterhin eine sp\u00fcrbare Herausforderung f\u00fcr die deutsche Automobilindustrie dar\u00bb, sagte ein Sprecher des Branchenverbands VDA. Er kritisierte zudem, dass die \u00absehr hohen zus\u00e4tzlichen US-Z\u00f6lle auf europ\u00e4ische Nutzfahrzeuge und deren Teile eine erhebliche Belastung f\u00fcr die betroffenen Unternehmen\u00bb darstellten. Vor dem Amtsantritt von Trump lag der Zollsatz f\u00fcr Pkw bei 2,5 Prozent.\u00a0\n<\/p>\n<p>                                    Wie schaut es in anderen L\u00e4ndern in Sachen Zollkonflikt aus?            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Dass es auch anders geht und wie unbest\u00e4ndig Trump ist, zeigte er j\u00fcngst am Beispiel Kanadas: Nach der Verh\u00e4ngung eines Zolls von 25 Prozent auf nahezu alle Waren im vergangenen Jahr \u2013 angeblich, weil das Nachbarland zu wenig gegen den Drogenschmuggel unternimmt \u2013 drohte Trump zeitweise mit einem Satz von 100 Prozent. Immer wieder nutzte er sein Lieblingsinstrument auch, um bei einem ganz anderen Thema, einer Grenzbr\u00fccke zwischen beiden Staaten nahe Detroit, nachzuverhandeln.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Zuletzt drohte er mit einer zus\u00e4tzlichen Importgeb\u00fchr von 50 Prozent auf eine Reihe von Produkten, nur um diese kurz vor dem angepeilten Start wieder zu kassieren. Die pl\u00f6tzlichen R\u00fcckzieher pr\u00e4gen Trumps erratischen Verhandlungsstil und dessen Politik seit langem und sind unter dem Akronym \u00abTACO\u00bb bekannt \u2013 das steht f\u00fcr \u00abTrump Always Chickens Out\u00bb (\u00abTrump kneift immer\u00bb). Nun ist es bei der EU faktisch zu einer Verbesserung der Zollkonditionen gekommen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:260821-930-560812\/2<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eigentlich wollte US-Pr\u00e4sident Donald Trump hohe Z\u00f6lle auf europ\u00e4ische Produkte erheben. 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