{"id":1251018,"date":"2026-08-21T10:15:17","date_gmt":"2026-08-21T10:15:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1251018\/"},"modified":"2026-08-21T10:15:17","modified_gmt":"2026-08-21T10:15:17","slug":"kunstpalast-ausstellung-made-in-duesseldorf-oeffnet-die-kunst-schatzkammer-der-stadtsparkasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1251018\/","title":{"rendered":"Kunstpalast-Ausstellung: &#8222;Made in D\u00fcsseldorf&#8220; \u00f6ffnet die Kunst-Schatzkammer der Stadtsparkasse"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In den 1970er-Jahren begr\u00fcndete die D\u00fcsseldorfer Stadtsparkasse unter ihrem kunstaffinen Vorstandsvorsitzenden Fritz Kulins ihre Kunstsammlung. Die Ank\u00e4ufe der ersten Jahrzehnte waren sensationell. Serien von Thomas Ruff, R\u00e4ume von Wolfgang Tillmans und Thomas Sch\u00fctte sowie die Portr\u00e4treihe von Beat Streuli auf der Fassade des Firmensitzes des Geldinstituts an der Berliner Allee geh\u00f6ren dazu. Der Geldsegen von damals ist heute nicht mehr zu haben, aber nach einer Pause f\u00f6rdert das Geldinstitut seit 2008 in kleinerem Rahmen weiter. Das Motto nennt sich \u201eMade in D\u00fcsseldorf\u201c. Die achte Folge dieser Reihe ist in der zweiten Etage des Kunstpalastes zu sehen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Kreativen sind l\u00e4ngst nicht mehr auf D\u00fcsseldorf beschr\u00e4nkt. Sophie Meuresch (32) wohnt in Leipzig. Sie fiel 2025 bei der \u201eGro\u00dfen\u201c mit einer mehrteiligen Fotoreihe von 2018 auf, in der sie eine immer wieder gleiche, junge Frau zeigte, die ihre sportlichen Gesten sehr sparsam und fast schon stur ausf\u00fchrte und durch ihre Bescheidenheit aufmerken lie\u00df. Dieser filmisch anmutenden Fotoserie folgte 2022 ein Zwei-Kanal-Video-Portr\u00e4t, das nun von der Sparkasse angekauft wurde. Dabei wiederholt die Fotok\u00fcnstlerin in \u201eAstrid Doppel\u201c, so der Titel, die Blicke, Gesten und Posen, friert sie ein und taut sie sofort wieder auf, wechselt also permanent zwischen Foto und Bewegtbild.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Becher-Sch\u00fclerin Barbara Probst (62), die heute zwischen M\u00fcnchen und New York pendelt, geht \u00e4hnlich vor. Sie erfasst einen Augenblick simultan aus verschiedenen Kamerapositionen, die \u00fcber einen Ausl\u00f6se-Mechanismus \u00fcber Funk gesteuert werden. Wir als Betrachter sehen mehrere Objekte und eine Hand auf dem Boden, wobei dasselbe Bild aus mehreren Blickwinkeln gesichtet und das Ganze fragmentiert wird. Wir m\u00fcssen es in unserem Gehirn wieder zur Einheit bringen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Niederl\u00e4nder Jan Dibbets (85), langj\u00e4hriger Akademie-Professor in D\u00fcsseldorf, hat derlei Perspektivkorrekturen schon in den 1960er-Jahren pr\u00e4sentiert. Er dekonstruierte die Standort- und Zentralperspektive in unendlichen Reihungen und faszinierte damit. In den 1970er-Jahren entstanden erste Farbstudien, bei denen das reale Motiv verschwindet und die spiegelnde Lackoberfl\u00e4che zum abstrakten Bild wird. Dibbets hatte in dieser Werkreihe das Licht auf den gl\u00e4nzenden Lack von Autokarosserien geworfen und stark vergr\u00f6\u00dferte Prints gemacht, in denen die Karosserie fast g\u00e4nzlich verschwindet und das Foto lediglich eine abstrakte Monochromie mit verschiedenen Lichtflecken wiedergibt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Aus den Anf\u00e4ngen von Gudrun Kemsa (65) stammen drei Fotoprints auf Aluminium von 1995. Sie geh\u00f6ren zu den ersten Farbaufnahmen der K\u00fcnstlerin nach ihrem Bildhauer-Studium in D\u00fcsseldorf. Sie arbeitete damals in Fabrikhallen, benutzte die Analogkamera und machte in der Dunkelkamera vom Negativfilm Farbabz\u00fcge, die sie auf Diafilm reproduzierte, um sie anschlie\u00dfend auf Negativpapier auszubelichten. Durch die Farbumkehrung entstand die schr\u00e4ge Farbigkeit, die sich heute im digitalen Zeitalter kaum noch erkl\u00e4ren l\u00e4sst. Darin liegt aber auch der besondere Charme dieser Bilder.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Neun K\u00fcnstler mit nur 16 Arbeiten zeigt die Fotoschau, die h\u00f6chstens f\u00fcr Insider verst\u00e4ndlich ist, denn gro\u00dfe Serien, die das jeweilige Werk verst\u00e4ndlich machen k\u00f6nnten, gibt es nicht. Bei Andreas Gefeller wurde von einer Fotoserie mit der Stangenkamera auf den Chaos-Boden in der Kunstakademie nur eine Aufnahme angekauft, sodass der Betrachter r\u00e4tseln darf, was es mit der zerdepperten Bierflasche, der Bananenschale und den PET-Flaschen-Resten auf sich hat. Einen Reim macht er sich auch kaum bei Simon Dybbroe M\u00f6llers d\u00e4nischem Soma-W\u00fcrfel als doppelseitiger Collage. Selbst der nachgebaute und perfekt gebastelte Vergr\u00f6\u00dferer von Amanda Ross-Hos aus Los Angeles, auf den die Kuratorin Linda Conze besonders stolz ist, bleibt ein Solit\u00e4r ohne Anbindung an die Ausstellung.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Immerhin gibt es einen Senkrechtstarter auch aus D\u00fcsseldorf. Juergen Staack geht es um dieses Nicht-Verstehen. Auf der Suche nach fast ausgestorbenen Sprachen stie\u00df er auf die Sprache Ainu in Nordjapan. Staack bat die indigene Bev\u00f6lkerung, seine fotografierten Polaroids in ihrer jeweiligen Muttersprache zu beschreiben und anschlie\u00dfend zu schw\u00e4rzen, also auszul\u00f6schen. Im zweiten Teil bat er eine Person, ihre Landschaft zu beschreiben. Davon entstand eine Soundarbeit in einem gewissen Singsang und wird vom Lautsprecher \u00fcbertragen. Der Besucher aber ahnt nicht, dass der Sound hinter einem wei\u00dfen, japanischen Papier im Rahmen versteckt ist. Diese Tonspur hat Staack anschlie\u00dfend \u00fcber Computerprogramme in ein graues Linienbild \u00fcbertragen. Die Arbeit nennt sich wie die gesamte Werkreihe \u201eTranscription Image\u201c.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Immerhin gibt es auch ein L\u00e4cheln in der Schau. Der Brite Steven Pippin (66) hat es 1997 als DAAD-Stipendiat provoziert. Im Kunstpalast stehen umgebaute Urinale, allesamt versehen mit einem Loch, hat er sie doch zu Lochkameras verfremdet. Die entstandenen Fotos sind unscharf, durchkreuzen etwa ein Fahrrad mit einem Lichtstrahl und erinnern den Kunstg\u00e4nger daran, dass zuweilen die Unvollkommenheit alle technischen Spielchen \u00fcbertrifft. Das Besondere an Mr. Pippin ist, dass er Maschinenbau studiert hat, bevor er Sanit\u00e4rgegenst\u00e4nde in fotografische Apparate verwandelte und damit f\u00fcr den Turner-Prize vorgeschlagen wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In den 1970er-Jahren begr\u00fcndete die D\u00fcsseldorfer Stadtsparkasse unter ihrem kunstaffinen Vorstandsvorsitzenden Fritz Kulins ihre Kunstsammlung. Die Ank\u00e4ufe der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1251019,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1831],"tags":[37529,2076,258944,3364,29,3405,85024,30,18228,239253,1209,258943,68660,163848,471,4787,258942,8249],"class_list":["post-1251018","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-duesseldorf","tag-1970er","tag-ausstellung","tag-autokarosserien","tag-de","tag-deutschland","tag-duesseldorf","tag-etage","tag-germany","tag-karosserie","tag-nennt","tag-nordrhein-westfalen","tag-pippin","tag-praesentiert","tag-ross","tag-serien","tag-sparkasse","tag-staack","tag-stadtsparkasse"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117132979416949376","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1251018","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1251018"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1251018\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1251019"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1251018"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1251018"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1251018"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}