{"id":1252033,"date":"2026-08-21T21:26:26","date_gmt":"2026-08-21T21:26:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1252033\/"},"modified":"2026-08-21T21:26:26","modified_gmt":"2026-08-21T21:26:26","slug":"angeklagte-kindsmutter-bestreitet-schuld-fuer-saeuglingstod-ich-habe-meinen-sohn-nicht-geschuettelt-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1252033\/","title":{"rendered":"Angeklagte Kindsmutter bestreitet Schuld f\u00fcr S\u00e4uglingstod: \u201eIch habe meinen Sohn nicht gesch\u00fcttelt\u201c \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p class=\"translation-notice\">This article is also available in English: <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/en\/incidents-accidents\/2026\/08\/accused-mother-denies-responsibility-for-infants-death-i-did-not-shake-my-son-668011\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Read this article in English<\/a>.<\/p>\n<p>Eine 24-j\u00e4hrige Leipzigerin soll ihren sieben Monate alten Sohn so heftig gesch\u00fcttelt haben, dass er am Folgetag durch schwere Hirnsch\u00e4den verstarb. Am Freitag wies die wegen Totschlags angeklagte Frau die schweren Vorw\u00fcrfe gegen sich am Landgericht Leipzig zur\u00fcck: Sie habe keine Erkl\u00e4rung, wie es zum Tod des S\u00e4uglings kam, sagte die Mutter unter Tr\u00e4nen. Das Gericht \u00e4u\u00dferte Zweifel an ihrer Darstellung.<\/p>\n<p>Warum musste der kleine Mika* mit nur sieben Monaten sterben? Um die Kl\u00e4rung dieser Frage geht es seit dieser Woche am Landgericht Leipzig: Kindsmutter Linda W.* (24) soll den S\u00e4ugling am 29. April 2024 in ihrer Gr\u00fcnauer Wohnung massiv gesch\u00fcttelt haben. Vom herbeigerufenen Notarzt wurde der Junge reanimiert, starb aber am Folgetag in der Kinderklinik infolge schwerster Hirnsch\u00e4digungen. Laut Staatsanwaltschaft habe die wegen Totschlags angeklagte Linda W. durch das Sch\u00fctteln die Blutungen und Verletzungen verursacht, die zum Tod des Babys f\u00fchrten.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/595364ce942d4287aabc90d802f690af.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/leben\/faelle-unfaelle\/2026\/08\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/leben\/faelle-unfaelle\/2026\/08\/1\"\/><\/p>\n<p>Angeklagte: \u201eHabe seinen Tod bis heute nicht verkraftet\u201c<\/p>\n<p>Die schulabschluss- und berufslose Frau lie\u00df am Freitag durch ihre Verteidigerin Henrike Wittner eine Erkl\u00e4rung abgeben, in der sie die Vorw\u00fcrfe abstritt: \u201eIch habe ihn zu keinem Zeitpunkt gesch\u00fcttelt, weil ich wei\u00df, wie gef\u00e4hrlich das ist\u201c, beteuerte Linda W. in ihrer Aussage. Als \u201eFr\u00fchchen\u201c mit Entwicklungsst\u00f6rung, das im September 2023 bereits in der 24. Schwangerschaftswoche auf die Welt gekommen war, habe sie sehr auf Mika aufgepasst: \u201eWeil er fr\u00fch auf die Welt kam, habe ich immer besondere Sorge um ihn gehabt.\u201c<\/p>\n<p>An jenem 29. April 2024, einem Montag, brachte Linda W. nach eigener Darstellung ihre dreij\u00e4hrige Tochter zur Kita und habe Mika in der Trage dabeigehabt. Wieder daheim angekommen, habe sie das Baby gef\u00fcttert und auf die Couch gelegt. Irgendwann will sie bemerkt haben, dass etwas mit dem Jungen nicht stimmte: \u201eEr wurde etwas blauer im Gesicht und atmete nicht.\u201c In Panik w\u00e4hlte Linda W. den Notruf, landete in der Warteschleife und rannte mit dem Kind auf dem Arm zu einer Nachbarin unter ihr, die sofort half.<\/p>\n<p>Doch am Ende kam f\u00fcr Mika jede Hilfe zu sp\u00e4t, seine Hirnsch\u00e4den waren irreversibel: \u201eDen Tod habe ich bis heute nicht verkraftet. Manchmal wei\u00df ich nicht, wohin mit meiner Trauer\u201c, so Linda W., deren Tochter jetzt f\u00fcnf ist und die Anfang 2026 Mutter eines weiteren Kindes wurde.<\/p>\n<p>Auch \u00e4ltere Verletzungen bei S\u00e4ugling festgestellt<\/p>\n<p>Vom Vater des verstorbenen Mika habe sie sich l\u00e4ngst getrennt und heute keinen Kontakt mehr. Dieser soll sich zum Zeitpunkt des Vorfalls auf der Arbeit befunden haben. Wo er jetzt ist, wissen die Beh\u00f6rden nicht: Der 25\u2011J\u00e4hrige wurde nach Gerichtsangaben bisher erfolglos zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben. Seine Zeugenaussage bei der Polizei wich jedoch von dem ab, was Linda W. schilderte. So sei er es gewesen, der die Tochter seiner Freundin allein in den Kindergarten brachte.<\/p>\n<p>Hinzu kam, dass die Rechtsmedizin neben den Hirnsch\u00e4den bei Mika auch \u00e4ltere Schwellungen und H\u00e4matome feststellte, die einer Erkl\u00e4rung bed\u00fcrften: \u201eIhre Geschichte passt mit den medizinischen Befunden nicht ganz zusammen, um es vorsichtig zu sagen\u201c, hielt der Vorsitzende Richter Johann Jagenlauf der Angeklagten am Freitag entgegen. Die beharrte weiter darauf, keine Erkl\u00e4rung zu haben.<\/p>\n<p>Auch den verschollenen Kindsvater habe sie selbst nie t\u00e4tlich gegen\u00fcber seinem Sohn erlebt, wenngleich die Beziehung zu dem Mann von Streit gepr\u00e4gt gewesen sei und sie Angst vor ihm gehabt habe. Manchmal sei sie daher auch zu ihrer Mutter gefl\u00fcchtet, die ihr berichtet habe, dass der Vater zuweilen unwirsch und ungeduldig mit seinem Baby umgehe.<\/p>\n<p>Ersthelferin: \u201eEr war ganz blass und die Augen waren starr\u201c<\/p>\n<p>Die Hausnachbarin, die den kleinen Mika als Ersthelferin versorgte, war f\u00fcr Freitag zur Zeugenaussage geladen. Am Vormittag des 29. April 2024 habe Linda W. mit dem S\u00e4ugling auf dem Arm bei ihr gel\u00e4utet und sie in Panik um Hilfe gebeten, da er nicht mehr atme, erinnerte sich die 61-J\u00e4hrige am Freitag. Den Anblick des Jungen k\u00f6nne sie nicht vergessen: \u201eEr war ganz blass und die Augen waren starr.\u201c<\/p>\n<p>Die Frauen alarmierten den Rettungsdienst und die Polizei, die zuerst eintraf. Au\u00dferdem versuchte die Nachbarin, die fr\u00fcher in einem Kindergarten gearbeitet hatte, mit einer Mund-zu-Mund-Beatmung Mikas junges Leben zu retten. Am Ende aber waren alle M\u00fchen vergebens.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Totschlagsprozess, in dem noch ein medizinisches und ein psychologisches Gutachten erwartet werden, sind weitere Termine bis zum 9. September anberaumt worden.\u00a0<\/p>\n<p>*Namen ge\u00e4ndert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"This article is also available in English: Read this article in English. 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