{"id":125214,"date":"2025-05-20T10:33:08","date_gmt":"2025-05-20T10:33:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/125214\/"},"modified":"2025-05-20T10:33:08","modified_gmt":"2025-05-20T10:33:08","slug":"was-schlafstoerungen-mit-unserem-gehirn-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/125214\/","title":{"rendered":"Was Schlafst\u00f6rungen mit unserem Gehirn machen"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Das Problem ist weit verbreitet: 20 bis 35 Prozent der Bev\u00f6lkerung leiden unter chronischen Schlafst\u00f6rungen. In h\u00f6herem Alter ist es sogar die H\u00e4lfte aller Menschen. Fast jeder kennt zudem ein kurzfristiges Schlafdefizit: ob Party, langer Arbeitstag, die Pflege Angeh\u00f6riger oder schlicht am <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/handy\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Handy<\/a> h\u00e4ngen geblieben.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In einer aktuellen Studie zeigen Forscher der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/heinrich-heine-universitaet-duesseldorf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Heinrich-Heine-Universit\u00e4t D\u00fcsseldorf<\/a> (HHU), des Forschungszentrums J\u00fclich (FZJ) und weiterer deutscher und internationaler Universit\u00e4ten, dass sich die jeweils beteiligten Gehirnregionen deutlich unterscheiden. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin JAMA Psychiatry ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eSchlechter <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/schlaf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schlaf<\/a> ist einer der wichtigsten \u2013 aber ver\u00e4nderbaren \u2013 Risikofaktoren f\u00fcr psychische Erkrankungen bei Jugendlichen und \u00e4lteren Erwachsenen\u201c, sagt der J\u00fclicher Forscher Masoud Tahmasian, der die Studie betreut hat. Dabei sind langfristige krankhafte Schlafst\u00f6rungen und kurzfristiger Schlafmangel an unterschiedlichen Orten im Gehirn lokalisiert.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Gerion Reimann hat den HHU-Masterstudiengang \u201eTranslational Neuroscience\u201c absolviert und ist einer der Erstautoren der Studie. Er sagt: \u201eDie Symptome von Schlafentzug \u00e4u\u00dfern sich am Tage \u00e4hnlich. Jeder, der schon einmal schlecht oder zu kurz geschlafen hat, wei\u00df, dass man oftmals etwas grummelig ist \u2013 oder sogar seine Aufgaben nicht gut erledigen kann, weil die Aufmerksamkeit und das Reaktionsverm\u00f6gen deutlich eingeschr\u00e4nkt sind.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wiederholter Schlafmangel habe zudem gravierendere Folgen. So zeigen Studien, dass h\u00e4ufiger Schlafentzug die Gehirnentwicklung beeintr\u00e4chtigt, sch\u00e4dliche Stoffwechselprodukte aus dem Gehirn schlechter abtransportiert werden, die emotionale Stabilit\u00e4t abnimmt und das Arbeitsged\u00e4chtnis sowie die Schul- und Arbeitsleistung massiv nachlassen. \u201eChronisch schlechter Schlaf und Schlafst\u00f6rungen sind dar\u00fcber hinaus Risikofaktoren f\u00fcr verschiedene psychische Erkrankungen\u201c, betont Reimann.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eUnser Team hat Daten aus 231 Gehirnstudien analysiert. In diesen wurden mehrere Gruppen untersucht und miteinander verglichen: zum Beispiel Patienten, die unter chronischen Schlafst\u00f6rungen litten, mit gesunden Personen, oder gesunde, ausgeruhte Probanden, mit solchen unter Schlafentzug\u201c, sagt Simon Eickhoff, Leiter des Instituts f\u00fcr Systemische Neurowissenschaften der HHU. Die Ergebnisse zeigten klare Unterschiede zwischen den Gruppen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bei Menschen mit chronischen Schlafst\u00f6rungen traten Ver\u00e4nderungen in einer Gehirnregion auf, die als \u201evorderer cingul\u00e4rer Kortex\u201c bezeichnet wird, sowie in der rechten Amygdala (dem sogenannten Mandelkern), und im Hippocampus, einer der zentralen Schaltstellen des Gehirns. Diese Regionen sind beispielsweise an der Verarbeitung von Emotionen, Erinnerungen, Entscheidungen und Sinneseindr\u00fccken beteiligt, erkl\u00e4ren die Forscher. \u201eDiese Abweichungen spiegeln h\u00e4ufige Symptome wider, die tags\u00fcber bei verschiedenen Schlafst\u00f6rungen auftreten, etwa Ersch\u00f6pfung, Ged\u00e4chtnisst\u00f6rungen, Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen. Es ist offen, ob die Ver\u00e4nderungen im Gehirn die Ursache oder eine Folge der chronischen Schlafst\u00f6rung sind\u201c, sagt Reimann.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Im Gegensatz dazu sei kurzfristiger Schlafmangel mit Ver\u00e4nderungen im rechten Thalamus verbunden, einer Hirnregion, die f\u00fcr Temperaturregulierung, Bewegung und Schmerzempfinden verantwortlich ist. \u201eDas deckt sich auch mit den Symptomen eines kurzfristigen Schlafentzugs\u201c, sagt Reimann: \u201eMan ist unaufmerksamer, in seinen Handlungsabl\u00e4ufen eingeschr\u00e4nkt und friert oftmals leichter.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Man habe erstmals zeigen k\u00f6nnen, dass es keine \u00fcberlappenden Gehirnregionen zwischen den beiden Gruppen gibt, sagt Gerion Reimann. \u201eDas ist wichtig f\u00fcr zuk\u00fcnftige Studien.\u201c Man k\u00f6nne nun genau die Regionen in den Fokus nehmen, die f\u00fcr die jeweilige Schlafst\u00f6rung repr\u00e4sentativ seien. \u201eZudem werden die einzelnen Schlafst\u00f6rungen bisher getrennt voneinander betrachtet. Nun kann man Fragen zu chronischen Schlafkrankheiten auch in transdiagnostischen Studien angehen, also mehrere Befunde gleichzeitig untersuchen\u201c, sagt Tahmasian.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Problem ist weit verbreitet: 20 bis 35 Prozent der Bev\u00f6lkerung leiden unter chronischen Schlafst\u00f6rungen. 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