{"id":1252742,"date":"2026-08-22T05:00:20","date_gmt":"2026-08-22T05:00:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1252742\/"},"modified":"2026-08-22T05:00:20","modified_gmt":"2026-08-22T05:00:20","slug":"metsaf-45-millionen-euro-kraftstoffhilfe-fuer-die-deutsche-fischerei-genehmigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1252742\/","title":{"rendered":"METSAF: 4,5 Millionen Euro Kraftstoffhilfe f\u00fcr die deutsche Fischerei genehmigt"},"content":{"rendered":"<p style=\"margin:0 0 8px; font-weight:700;\">Das Wichtigste in K\u00fcrze<\/p>\n<ul style=\"margin:0; padding-left:20px;\">\n<li>Die Europ\u00e4ische Kommission hat am Freitag, dem 21. August 2026, eine deutsche Beihilferegelung \u00fcber 4,5 Millionen Euro f\u00fcr Fischerei- und Aquakulturbetriebe genehmigt. Es ist eine nationale Regelung: Nicht die EU zahlt, die Kommission entscheidet nur \u00fcber die beihilferechtliche Zul\u00e4ssigkeit.<\/li>\n<li>Erstattet werden bis zu 70 Prozent der gesch\u00e4tzten Mehrkosten f\u00fcr Kraftstoff im Zeitraum vom 1. M\u00e4rz bis zum 23. Juli 2026, h\u00f6chstens 50.000 Euro je Betrieb. Die Regelung l\u00e4uft am 31. Dezember 2026 aus.<\/li>\n<li>Grundlage ist ein Beihilferahmen, den es vor dem 29. April 2026 nicht gab: METSAF. Er deckt Landwirtschaft, Fischerei, Verkehr und stromintensive Industrie ab \u2013 private Haushalte nicht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein deutscher Zuschuss, genehmigt in Br\u00fcssel: Die Europ\u00e4ische Kommission hat am Freitag eine deutsche Beihilferegelung freigegeben, mit der Fischerei- und Aquakulturbetriebe einen Teil ihrer gestiegenen Kraftstoffkosten ersetzt bekommen. Das Volumen betr\u00e4gt 4,5 Millionen Euro. Das geht aus der <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/en\/ip_26_1740\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pressemitteilung IP\/26\/1740 der Kommission<\/a> hervor; das Beihilfeverfahren tr\u00e4gt das Aktenzeichen SA.124349.<\/p>\n<p>Die Unterscheidung im ersten Satz ist keine F\u00f6rmelei, sondern der Kern des Vorgangs. Es ist eine staatliche Beihilfe, kein europ\u00e4isches F\u00f6rderprogramm: Deutschland zahlt, und die Kommission entscheidet lediglich, ob es das darf, ohne den Wettbewerb im Binnenmarkt zu verzerren. Das hat eine praktische Folge \u2013 eine solche Regelung muss in Br\u00fcssel angemeldet und genehmigt sein, bevor der erste Euro ausgezahlt wird.<\/p>\n<p>Was genehmigt wurde \u2013 und f\u00fcr wen<\/p>\n<p>Die Regelung sieht Direktzusch\u00fcsse vor. Anspruchsberechtigt sind nach den Angaben der Kommission Unternehmen der Prim\u00e4rerzeugung von Fischerei- und Aquakulturerzeugnissen in Deutschland. Erstattet werden bis zu 70 Prozent der gesch\u00e4tzten Kraftstoff-Mehrkosten, die zwischen dem 1. M\u00e4rz und dem 23. Juli 2026 angefallen sind. Je Betrieb sind h\u00f6chstens 50.000 Euro m\u00f6glich. Ausgezahlt werden darf bis zum 31. Dezember 2026.<\/p>\n<p>Die Kommission kam zu dem Ergebnis, dass die Regelung notwendig, geeignet und angemessen sei und die Handelsbedingungen nicht in einem dem gemeinsamen Interesse zuwiderlaufenden Ma\u00df beeintr\u00e4chtige. Das ist die Formel, mit der Beihilfen nach Artikel 107 Absatz 3 Buchstabe c des Vertrags \u00fcber die Arbeitsweise der Europ\u00e4ischen Union freigegeben werden.<\/p>\n<p>Offen bleibt nach den vorliegenden Angaben, welche deutsche Stelle die Antr\u00e4ge entgegennimmt, ab wann das m\u00f6glich ist und nach welchem Verfahren die Mehrkosten im Einzelfall gesch\u00e4tzt werden. F\u00fcr betroffene Betriebe sind das genau die Punkte, auf die es ankommt.<\/p>\n<p>Der Rahmen, den es im Februar noch nicht gab<\/p>\n<p>Rechtlich m\u00f6glich wurde der Zuschuss erst durch ein Instrument, das die Kommission im Fr\u00fchjahr geschaffen hat. Am 29. April 2026 nahm sie den <a href=\"https:\/\/competition-policy.ec.europa.eu\/state-aid\/legislation\/metsaf_en\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Middle East Crisis Temporary State Aid Framework<\/a> an, abgek\u00fcrzt METSAF, ver\u00f6ffentlicht als Mitteilung 2026\/2593\/EU. Er gilt befristet bis zum 31. Dezember 2026.<\/p>\n<p>Der Rahmen lockert f\u00fcr diesen Zeitraum Regeln, die sonst streng sind. Mitgliedstaaten d\u00fcrfen bis zu 70 Prozent der Mehrkosten ersetzen, die seit dem 28. Februar 2026 durch gestiegene Kraftstoff- und D\u00fcngemittelpreise entstanden sind \u2013 wahlweise auf Basis des tats\u00e4chlichen Verbrauchs oder, vereinfacht, \u00fcber statistische Werte mit einer Obergrenze von 50.000 Euro je Unternehmen. Erfasst sind Landwirtschaft, Fischerei, der Verkehr auf Stra\u00dfe, Schiene und Binnenwasserstra\u00dfen sowie die Seeschifffahrt innerhalb der EU. F\u00fcr stromintensive Betriebe steigt die zul\u00e4ssige Beihilfeintensit\u00e4t bei den Stromkosten von 50 auf 70 Prozent.<\/p>\n<p>Der ausl\u00f6sende Vorgang steht im Namen des Instruments. Die Kommission begr\u00fcndet den Rahmen mit den Folgen der Krise im Nahen Osten f\u00fcr die Energie- und Kraftstoffpreise.<\/p>\n<p>Was andere Mitgliedstaaten genehmigen lie\u00dfen<\/p>\n<p>Deutschland ist nicht das erste Land, das den Rahmen nutzt. Seit Mai hat die Kommission mehrere nationale Regelungen freigegeben \u2013 f\u00fcr Frankreich, Spanien, Italien und Schweden unter anderem. Unter den Regelungen f\u00fcr Fischerei und Aquakultur, die sich in den Mitteilungen der Kommission auffinden lassen, ist die deutsche die kleinste.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/grafik-metsaf.png\" alt=\"Balkendiagramm der genehmigten Kraftstoffbeihilfen f\u00fcr die Fischerei: Deutschland 4,5 Millionen Euro, Frankreich 13 Millionen Euro, Italien Friaul-Julisch Venetien 20 Millionen Euro, Spanien 25 Millionen Euro\" style=\"width:100%; height:auto; display:block;\" loading=\"lazy\"\/>Eigene Darstellung NETZ-TRENDS auf Basis von Pressemitteilungen der Europ\u00e4ischen Kommission zu Beihilfegenehmigungen unter dem METSAF-Rahmen, abgerufen am 22. August 2026.<\/p>\n<p>Ein Ranking ist das allerdings nicht. Die Betr\u00e4ge sind nicht unmittelbar vergleichbar: Die Flotten der Mitgliedstaaten sind unterschiedlich gro\u00df, und die Regelungen erfassen unterschiedliche Betriebsgruppen. Der schwedische Fall zeigt das besonders deutlich \u2013 dort sind Landwirtschaft, Fischerei und Aquakultur in einer einzigen Regelung zusammengefasst, und die Erstattungsquote liegt mit 85 Prozent \u00fcber der deutschen.<\/p>\n<tr style=\"background:#087f70; color:#ffffff;\">\nLand<br \/>\nErfasste Betriebe<br \/>\nVolumen<br \/>\nErstattungsquote<br \/>\n<\/tr>\n<tr style=\"background:#ffffff; border-top:1px solid #e6eaee;\">\n<td style=\"padding:10px 14px;\">Deutschland<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px;\">Fischerei, Aquakultur<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px; text-align:right; white-space:nowrap; font-weight:700; color:#087f70;\">4,5 Mio. \u20ac<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px; text-align:right; white-space:nowrap;\">70 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background:#f4f7f7; border-top:1px solid #e6eaee;\">\n<td style=\"padding:10px 14px;\">Frankreich<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px;\">Fischerei<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px; text-align:right; white-space:nowrap; font-weight:700; color:#087f70;\">13 Mio. \u20ac<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px; text-align:right; white-space:nowrap;\">k. A.<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background:#ffffff; border-top:1px solid #e6eaee;\">\n<td style=\"padding:10px 14px;\">Italien (Friaul-Julisch Venetien)<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px;\">Fischerei, Aquakultur<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px; text-align:right; white-space:nowrap; font-weight:700; color:#087f70;\">20 Mio. \u20ac<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px; text-align:right; white-space:nowrap;\">k. A.<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background:#f4f7f7; border-top:1px solid #e6eaee;\">\n<td style=\"padding:10px 14px;\">Spanien<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px;\">Fischerei<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px; text-align:right; white-space:nowrap; font-weight:700; color:#087f70;\">25 Mio. \u20ac<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px; text-align:right; white-space:nowrap;\">k. A.<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background:#ffffff; border-top:1px solid #e6eaee;\">\n<td style=\"padding:10px 14px;\">Schweden<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px;\">Landwirtschaft, Fischerei, Aquakultur<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px; text-align:right; white-space:nowrap; font-weight:700; color:#087f70;\">149 Mio. \u20ac<\/td>\n<td style=\"padding:10px 14px; text-align:right; white-space:nowrap;\">85 %<\/td>\n<\/tr>\n<p>Quelle: Europ\u00e4ische Kommission, Pressemitteilungen zu Beihilfegenehmigungen unter dem METSAF-Rahmen, abgerufen am 22. August 2026. Auswahl \u2013 weitere Mitgliedstaaten haben Regelungen mit anderem Zuschnitt anmelden lassen. Die Betr\u00e4ge sind wegen unterschiedlicher Flottengr\u00f6\u00dfen und Sektorabgrenzungen nicht unmittelbar vergleichbar. \u201ek. A.\u201c bedeutet, dass die Quote in der jeweiligen Mitteilung nicht ausgewiesen ist.<br \/>\nWarum der Kraftstoff so teuer wurde<\/p>\n<p>Wie gro\u00df die Kostenwelle war, auf die sich die Regelung bezieht, l\u00e4sst sich an den deutschen Zapfs\u00e4ulen ablesen. Der ADAC wertet die Preise laufend aus. In seiner <a href=\"https:\/\/presse.adac.de\/meldungen\/adac-ev\/verkehr\/rekord-bei-spritpreisen-im-april.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Auswertung f\u00fcr den April 2026<\/a> meldete der Club einen Rekord: Super E10 kostete im Monatsdurchschnitt 2,109 Euro je Liter, Diesel 2,263 Euro. Gegen\u00fcber Januar war das nach den Angaben des Clubs ein Aufschlag von rund 37 Cent beim Benzin und von mehr als 57 Cent beim Diesel. Der teuerste Einzeltag war demnach der 7. April 2026, an dem der Diesel 2,446 Euro erreichte \u2013 der h\u00f6chste Wert seit Beginn der ADAC-Erfassung.<\/p>\n<p>Auch im Sommer blieb es teuer. Nach der <a href=\"https:\/\/presse.adac.de\/meldungen\/adac-ev\/verkehr\/kraftstoffpreise-im-juli-diesel-verteuert-sich-um-fast-28-cent.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Juli-Auswertung des ADAC<\/a> lagen die Monatsdurchschnitte bei 2,099 Euro f\u00fcr Super E10 und 2,097 Euro f\u00fcr Diesel. Allein zwischen dem 5. und dem 31. Juli verteuerte sich der Diesel um 27,9 Cent, von 1,946 auf 2,225 Euro. Der Club verwies darauf, dass der Roh\u00f6lpreis Ende Juli wieder deutlich nachgab, die Kraftstoffpreise dem aber nicht folgten, und forderte das deutsche Bundeskartellamt auf, die Preisbildung im Raffinerie- und Gro\u00dfhandelsbereich zu pr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Bemerkenswert daran ist ein Detail mit Blick \u00fcber die Grenze: In Deutschland gilt nach Darstellung des ADAC seit dem 1. April 2026 eine Regel nach \u00f6sterreichischem Vorbild, die den Tankstellen nur noch eine Preiserh\u00f6hung pro Tag zur Mittagszeit erlaubt. Eine entlastende Wirkung f\u00fcr die Kundschaft hat der Club im April nicht feststellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"margin:0 0 8px; font-weight:700;\">Wen der Rahmen nicht erfasst<\/p>\n<ul style=\"margin:0; padding-left:20px;\">\n<li><strong>Private Haushalte.<\/strong> METSAF ist ein Beihilferahmen. Er regelt, unter welchen Bedingungen Staaten Unternehmen entsch\u00e4digen d\u00fcrfen. Wer in Deutschland, \u00d6sterreich oder der Schweiz privat tankt oder mit Heiz\u00f6l heizt, ist davon nicht erfasst \u2013 die Mehrkosten aus derselben Preisentwicklung bleiben dort vollst\u00e4ndig beim Haushalt.<\/li>\n<li><strong>Die H\u00f6he ist gedeckelt, nicht der Verbrauch.<\/strong> 70 Prozent der Mehrkosten hei\u00dft: 30 Prozent bleiben auch im beg\u00fcnstigten Betrieb h\u00e4ngen. Und rechnerisch st\u00f6\u00dft an die Obergrenze von 50.000 Euro, wer mehr als rund 71.400 Euro Mehrkosten hatte.<\/li>\n<li><strong>Was der Rahmen zus\u00e4tzlich zulie\u00dfe.<\/strong> Neben Landwirtschaft und Fischerei nennt die Kommission ausdr\u00fccklich den Verkehr auf Stra\u00dfe, Schiene und Binnenwasserstra\u00dfen sowie die Seeschifffahrt innerhalb der EU. Ob Deutschland auch f\u00fcr diese Bereiche eine Regelung anmeldet, ist nach den vorliegenden Angaben offen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr die Landwirtschaft w\u00e4hlte Deutschland ein anderes Mittel<\/p>\n<p>Unt\u00e4tig war die deutsche Seite bei den Kraftstoffkosten nicht, sie setzte in der Landwirtschaft nur auf ein anderes Instrument. Bereits am 8. Mai 2026 k\u00fcndigte das Bundesministerium f\u00fcr Landwirtschaft, Ern\u00e4hrung und Heimat gemeinsam mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank ein <a href=\"https:\/\/www.bmleh.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/DE\/2026\/043-liquiditaetshilfen.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Programm \u00fcber 200 Millionen Euro<\/a> an. Es startete am 1. Juni 2026.<\/p>\n<p>Der Unterschied zur Fischereiregelung ist grundlegend: Es handelt sich um zinsverbilligte Darlehen mit dreij\u00e4hriger Laufzeit, nicht um Zusch\u00fcsse. Ohne Liquidit\u00e4tsnachweis sind 50.000 Euro je Betrieb vorgesehen, gestaffelt nach bewirtschafteter Fl\u00e4che sind bis zu 500.000 Euro m\u00f6glich. Als Grund nannte das Ministerium die angespannte Lage in der Golfregion und die dadurch gestiegenen Kosten f\u00fcr Agrardiesel und D\u00fcngemittel. Ein Darlehen verschafft Zeit, ein Zuschuss ersetzt Kosten \u2013 f\u00fcr die Bilanz eines Betriebs ist das ein erheblicher Unterschied.<\/p>\n<p>Wie viele Betriebe es \u00fcberhaupt betrifft<\/p>\n<p>Die deutsche Fischerei ist ein kleiner Wirtschaftszweig. Das Th\u00fcnen-Institut f\u00fcr Seefischerei beschreibt die Flotte in einem <a href=\"https:\/\/www.thuenen.de\/de\/themenfelder\/wirtschaftsstrukturen-und-einkommensverhaeltnisse\/die-deutsche-fischereiflotte-wenige-grosse-und-viele-kleine\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dossier mit Stand 2020<\/a> als eine Struktur aus wenigen Gro\u00dfen und vielen Kleinen: rund 1.300 Fahrzeuge, betrieben von etwa 850 Unternehmen, wobei sieben Hochseetrawler etwa die H\u00e4lfte aller deutschen F\u00e4nge anlandeten und rund 1.000 kleine Stellnetzkutter zusammen nur etwa vier Prozent.<\/p>\n<p>Zwei einfache Rechnungen zeigen die Spannweite. Sch\u00f6pft jeder Betrieb die Obergrenze von 50.000 Euro aus, reichen 4,5 Millionen Euro f\u00fcr h\u00f6chstens 90 Betriebe. Stellten dagegen alle rund 850 Unternehmen der Flotte von 2020 einen Antrag, blieben im Durchschnitt gut 5.000 Euro je Betrieb. Was tats\u00e4chlich herauskommt, h\u00e4ngt davon ab, wie viele Antr\u00e4ge eingehen und wie hoch der jeweilige Verbrauch war \u2013 die kleinen Kutter d\u00fcrften dabei deutlich weniger geltend machen k\u00f6nnen als die gro\u00dfen Trawler.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr \u00d6sterreich und die Schweiz gilt<\/p>\n<p>Der METSAF-Rahmen ist EU-Recht und gilt damit auch f\u00fcr \u00d6sterreich. Meeresfischerei gibt es dort nicht, wohl aber Landwirtschaft, Aquakultur und G\u00fcterverkehr \u2013 alles Bereiche, die der Rahmen ausdr\u00fccklich erfasst. F\u00fcr die Schweiz gilt er nicht: Sie ist kein Mitglied der Europ\u00e4ischen Union, das EU-Beihilferecht bindet sie nicht, und Unterst\u00fctzungsprogramme m\u00fcssen dort nicht in Br\u00fcssel angemeldet werden. Wie unterschiedlich sich die Preise im deutschsprachigen Raum zuletzt entwickelt haben, hat NETZ-TRENDS <a href=\"https:\/\/www.netz-trends.de\/oesterreich-mehrwertsteuer-grundnahrungsmittel-49-prozent-inflation-juli-2026-vergleich-deutschland\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">am Vergleich der Juli-Inflation in \u00d6sterreich und Deutschland<\/a> gezeigt.<\/p>\n<p>Was als N\u00e4chstes ansteht<\/p>\n<p>Zwei Termine sind absehbar. Die deutsche Fischereiregelung endet am 31. Dezember 2026; bis dahin muss ausgezahlt sein. Und der METSAF-Rahmen selbst l\u00e4uft zum selben Datum aus \u2013 die Kommission hat sich eine \u00dcberpr\u00fcfung vorbehalten. Ob er verl\u00e4ngert wird, ist offen.<\/p>\n<p>F\u00fcr private Haushalte in Deutschland \u00e4ndert die Entscheidung vom Freitag nichts. Dort wirkt eine andere Zahl: Der nationale CO\u2082-Preis f\u00fcr Brennstoffe wandert 2027 in einen Preiskorridor \u2013 NETZ-TRENDS hat <a href=\"https:\/\/www.netz-trends.de\/co2-preis-2027-kabinett-behg-korridor-55-65-euro-auktion-hoechstpreis\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die Festlegung auf 55 bis 65 Euro<\/a> im August beschrieben.<\/p>\n<p>Wie bewerten Sie es, dass einzelne Wirtschaftszweige f\u00fcr die gestiegenen Kraftstoffkosten entsch\u00e4digt werden, private Haushalte aber nicht? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.<\/p>\n<p>Quellen<\/p>\n<ul>\n<li>Europ\u00e4ische Kommission: Pressemitteilung IP\/26\/1740 vom 21. August 2026 zur Genehmigung einer deutschen Beihilferegelung \u00fcber 4,5 Millionen Euro f\u00fcr Fischerei- und Aquakulturunternehmen, Beihilfeverfahren SA.124349<\/li>\n<li>Europ\u00e4ische Kommission, Generaldirektion Wettbewerb: Informationsseite zum Middle East Crisis Temporary State Aid Framework (METSAF), angenommen am 29. April 2026 als Mitteilung 2026\/2593\/EU, befristet bis 31. Dezember 2026<\/li>\n<li>Europ\u00e4ische Kommission: Pressemitteilungen zu Beihilfegenehmigungen f\u00fcr Frankreich (13 Millionen Euro, Fischerei), Spanien (25 Millionen Euro, Fischerei), Italien\/Friaul-Julisch Venetien (20 Millionen Euro, Fischerei und Aquakultur) und Schweden (149 Millionen Euro vom 28. Juli 2026, Landwirtschaft, Fischerei und Aquakultur)<\/li>\n<li>ADAC: Pressemeldung vom 4. Mai 2026 zu den Kraftstoffpreisen im April 2026<\/li>\n<li>ADAC: Pressemeldung vom 3. August 2026 zu den Kraftstoffpreisen im Juli 2026<\/li>\n<li>Bundesministerium f\u00fcr Landwirtschaft, Ern\u00e4hrung und Heimat: Pressemitteilung Nr. 43\/2026 vom 8. Mai 2026 zu den Liquidit\u00e4tshilfen f\u00fcr landwirtschaftliche Betriebe<\/li>\n<li>Th\u00fcnen-Institut f\u00fcr Seefischerei: Dossier \u201eDie deutsche Fischereiflotte: Wenige Gro\u00dfe und viele Kleine\u201c, Datenstand 2020<\/li>\n<\/ul>\n<p>Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gest\u00fctzte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgef\u00fchrt. Die Ver\u00f6ffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Wichtigste in K\u00fcrze Die Europ\u00e4ische Kommission hat am Freitag, dem 21. 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