{"id":1253270,"date":"2026-08-22T11:12:59","date_gmt":"2026-08-22T11:12:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1253270\/"},"modified":"2026-08-22T11:12:59","modified_gmt":"2026-08-22T11:12:59","slug":"betreten-auf-eigene-gefahr-euregio-aktuell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1253270\/","title":{"rendered":"Betreten auf eigene Gefahr &#8211; Euregio Aktuell"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Waldspaziergang ist f\u00fcr die meisten Menschen pure Entspannung: Gen\u00fcsslich durch die frische, k\u00fchle Waldluft wandern ist f\u00fcr Viele mit Erholung und Entschleunigung verbunden. Aber ein Waldbesuch ist nat\u00fcrlich nie g\u00e4nzlich frei von nat\u00fcrlichen Gefahren, auch wenn das Forstamt der Stadt Aachen solche Gefahren stets versucht zu reduzieren. Ein Waldst\u00fcck steht deshalb derzeit unter genauerer Beobachtung der Fachleute aus dem Fachbereich Klima und Umwelt: Der st\u00e4dtische Frankenwald in Aachen-Kornelim\u00fcnster hat eine erh\u00f6hte Gefahrenlage im Vergleich zu anderen Waldgebieten der Stadt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Naturschutzgebiet seit 1928<br \/><\/strong>\u201eDieser Bereich ist das \u00e4lteste Naturschutzgebiet der Stadt Aachen. Bereits seit 1928 steht das Gebiet unter Schutz\u201c, erl\u00e4utert Klaus Meiners, Leiter des st\u00e4dtischen Fachbereichs Klima und Umwelt. Die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde und das Gemeindeforstamt der Stadt Aachen weisen nun f\u00fcr dieses Naturschutzgebiet auf eine besondere Gefahrensituation hin. Meiners weiter: \u201eSeit 23 Jahren wird der Frankenwald gem\u00e4\u00df der FSC-Zertifizierung des Waldes sich selbst \u00fcberlassen, um eine nat\u00fcrliche Entwicklung dieses Waldbiotops zu erm\u00f6glichen. Folglich finden keine Pflegema\u00dfnahmen mehr statt, so dass alle kranken, besch\u00e4digten oder nicht mehr standfesten B\u00e4ume im Wald verbleiben. Lediglich f\u00fcr die schadhaften B\u00e4ume entlang der Schule und der Stra\u00dfe besteht eine Pflicht zur Gefahrenbeseitigung.\u201c<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Alter, Klima und Pilzbefall<br \/><\/strong>Helmut Rink, Baumkontrolleur im Forstamt: \u201eDer Vitalit\u00e4tszustand der B\u00e4ume im Naturschutzgebiet hat sich in den letzten Jahren aufgrund des fortgeschrittenen Alters der B\u00e4ume, aufgrund von Pilzbefall und klimabedingt erheblich verschlechtert. Altbuchen sind beispielsweise von Sonnenbrand gekennzeichnet, trocknen von der Krone beginnend zur\u00fcck und brechen unkontrolliert auseinander. Eschen leiden unter dem artspezifischen Eschentriebsterben, einem Pilzbefall, und k\u00f6nnen unvermittelt umst\u00fcrzen.\u201c Deshalb: \u201eDer Fachbereich Umwelt der Stadt Aachen, wir vom Forstamt, machen die Waldbesucherinnen und Waldbesucher auf diese besondere Situation mit einem Hinweisschild aufmerksam\u201c, so Klaus Meiners. \u201eEine Waldbesucherin oder ein Waldbesucher muss jederzeit mit natur- und waldtypischen Gefahren rechnen, beispielsweise mit herabfallenden \u00c4sten, umst\u00fcrzenden B\u00e4umen oder unebenen Wegen. Dies gilt auch f\u00fcr ausgewiesene Wanderwege. Natur- und waldtypische Gefahren geh\u00f6ren somit zum allgemeinen Lebensrisiko. Dies gilt auch nicht nur f\u00fcr Naturschutzgebiete wie den Frankenwald, sondern f\u00fcr alle Waldgebiete\u201c, bezieht sich Dr. Gerd Kr\u00e4mer, Leiter des st\u00e4dtischen Gemeindeforstamts, auf rechtliche Regelungen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDas freie Waldbetretungsrecht in Deutschland ist eine besondere Errungenschaft, die ihre Grundlage in der Sozialpflichtigkeit des Eigentums findet. Nicht \u00fcberall ist die Mitbenutzung des Waldes zum Zwecke der Erholung so gro\u00dfz\u00fcgig geregelt wie in Deutschland\u201c, wei\u00df Meiners. Es gibt in Deutschland nur wenige Einschr\u00e4nkungen, die Erholungsnutzung ist kostenfrei und vom Waldeigent\u00fcmer, meist Land, Kommune oder Privatperson, zu dulden. Im Gegenzug wurden der Waldeigent\u00fcmerin oder dem Waldeigent\u00fcmer keine besonderen Pflichten zur Gefahrenabwehr auferlegt. Das hei\u00dft, das Betreten des Waldes geschieht auf eigene Gefahr. Den Wald einfach sperren ist nicht so einfach m\u00f6glich. In einem Naturschutzgebiet wie dem Frankenwald gilt \u00fcbrigens, dass man sich nur auf den Wegen aufhalten darf. Dies schr\u00e4nkt die Gefahren zus\u00e4tzlich ein. Also gilt: Nicht abseits der Wander- und Spazierpfade im Baumbestand laufen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Alte B\u00e4ume zum Erhalt der biologischen Vielfalt<br \/><\/strong>Eine Entnahme aller B\u00e4ume, die Gefahrenpotential bergen, ist aber auch nicht sinnvoll. Im Gegenteil: Die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde weist auf den hohen \u00f6kologischen Wert der alten und teils absterbenden B\u00e4ume hin. Diese sollten aus naturschutzfachlicher Sicht m\u00f6glichst erhalten werden. \u201eDer Erhalt dieser alten B\u00e4ume tr\u00e4gt wesentlich zur F\u00f6rderung der biologischen Vielfalt sowie zur Stabilisierung des k\u00fchlen und feuchten Waldinnenklimas bei. Davon profitieren insbesondere Fr\u00fchjahrsgeophyten wie Buschwindr\u00f6schen und B\u00e4rlauch, die auf diese Standortbedingungen angewiesen sind. Alte und absterbende Buchen dienen vielen Tieren, Pilzen und anderen Organismen als Lebensraum durch H\u00f6hlen, Rindenspalten und morsches Holz\u201c, fasst Henning Nie\u00dfen, f\u00fcr den Artenschutz in der Untere Naturschutzbeh\u00f6rde der Stadt Aachen zust\u00e4ndig, die wichtige Rolle zusammen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Waldspaziergang ist f\u00fcr die meisten Menschen pure Entspannung: Gen\u00fcsslich durch die frische, k\u00fchle Waldluft wandern ist f\u00fcr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1253271,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1853],"tags":[1424,3364,29,259305,548,663,3934,84493,173199,30,13,259306,14,7295,15,1209,12,23290],"class_list":["post-1253270","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-aachen","tag-aachen","tag-de","tag-deutschland","tag-erhoehte-gefahrenlage","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-forstamt","tag-frankenwald","tag-germany","tag-headlines","tag-kranke-baeume","tag-nachrichten","tag-naturschutzgebiet","tag-news","tag-nordrhein-westfalen","tag-schlagzeilen","tag-warnung"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117138869835911172","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1253270","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1253270"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1253270\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1253271"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1253270"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1253270"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1253270"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}