{"id":1253444,"date":"2026-08-22T13:23:24","date_gmt":"2026-08-22T13:23:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1253444\/"},"modified":"2026-08-22T13:23:24","modified_gmt":"2026-08-22T13:23:24","slug":"bielefeld-prozess-um-raeuberische-erpressung-angeklagter-wirft-opfer-luegen-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1253444\/","title":{"rendered":"Bielefeld-Prozess um r\u00e4uberische Erpressung: Angeklagter wirft Opfer L\u00fcgen vor"},"content":{"rendered":"<p id=\"absatz1\" class=\"em_text\">Bielefeld. Seit dem 22. Juli muss sich Baris M. (Namen aller Betroffenen ge\u00e4ndert) unter anderem wegen des Verdachts der r\u00e4uberischen Erpressung und des Handels mit Kokain im Kilogrammbereich vor dem Landgericht verantworten. Nun ist der Prozess gegen den Bielefelder mit der Vernehmung eines seiner mutma\u00dflichen Opfer fortgesetzt worden. Fest steht: Die Angaben des Angeklagten und des Gesch\u00e4digten sind alles andere als deckungsgleich.<\/p>\n<p id=\"absatz2\" class=\"em_text\">Er habe, so berichtete es Baris M. in der Verhandlung vor der XXIV. Gro\u00dfen Strafkammer, den nun als Zeugen geladenen Pierre T. \u00fcber dessen Cousin kennengelernt. Mit Letzterem habe er gemeinsam in Haft gesessen. Bei seiner Entlassung, so M., habe der Cousin ihn gebeten, \u201eein Auge auf Pierre T.\u201c zu haben. \u201eDas habe ich dann auch gemacht\u201c, so der Angeklagte.<\/p>\n<p id=\"absatz3\" class=\"em_text\">Wie genau sich dieses Auge auf Pierre T. ausgestaltete, dar\u00fcber gehen die Meinungen vor Gericht doch deutlich auseinander. Baris M. gibt an, dem drei Jahre j\u00fcngeren T. behilflich gewesen zu sein und diesem schlie\u00dflich im vergangenen Jahr 2.500 Euro geliehen zu haben, als T. seine Miete nicht mehr bezahlen konnte und ihm der Strom abgestellt worden sei. \u201eEr tat mir einfach leid\u201c, so der Angeklagte.<\/p>\n<p>Angeklagter: \u201eIch habe ihm dann eine Respektschelle verpasst\u201c<\/p>\n<p class=\"em_text\">Im Anschluss sei T. jedoch umgezogen und habe ihn auf den von ihnen genutzten Messenger-Diensten blockiert. Als er zuf\u00e4llig einen Freund von T. in der Stadt getroffen habe, habe er diesen gebeten, den Schuldner unter einem Vorwand aus der Wohnung zu locken. Am 1. August des vergangenen Jahres fuhr M. sodann gemeinsam mit dem Freund von T. sowie einem weiteren Mann zur L\u00f6hner Anschrift des 20-J\u00e4hrigen. Baris M. stieg kurz vorher aus dem Auto aus, die beiden anderen M\u00e4nner holten T. an dessen Wohnung ab und fuhren mit diesem los. Kurz darauf hielten sie an, um Baris M. wieder einzusammeln.<\/p>\n<p id=\"absatz5\" class=\"em_text\">\u201eAls Pierre mich sah, fing er sofort an zu schreien und mich zu beleidigen. Ich habe ihm dann eine Respektschelle verpasst\u201c, berichtete der Angeklagte. \u201eIch habe ihm im Auto nur gesagt, dass ich mein Geld haben wolle. Ich war nicht mehr gewaltt\u00e4tig und habe \u2013 entgegen der Anklage \u2013 auch mit keiner Waffe gedroht. Er hatte so schon Angst genug.\u201c<\/p>\n<p id=\"absatz6\" class=\"em_text\">Gemeinsam seien sie dann zur Wohnung von T. gefahren, wo dieser jedoch auch kein Geld gehabt habe. \u201eEr hat mir dann etwas im Wert von etwa 1.000 Euro gegeben. Was das war, m\u00f6chte ich nicht sagen.\u201c Damit sei die Sache f\u00fcr ihn erledigt gewesen, sagte der Angeklagte \u2013 bis zur Anzeige durch Pierre T. im Januar dieses Jahres. \u201eWarum erst dann, wenn die Tat doch angeblich bereits im August war? Das h\u00e4tte nie angeklagt werden d\u00fcrfen\u201c, so der 23-J\u00e4hrige.<\/p>\n<p>Mysteri\u00f6ser Gegenstand im Wert von 1.000 Euro<\/p>\n<p id=\"absatz7\" class=\"em_text\">Pierre T. hingegen schilderte seine Erinnerungen an jenen 1. August g\u00e4nzlich anders. Demnach sei er im Auto mit einer Waffe bedroht worden und habe M. dort bereits 700 Euro, sp\u00e4ter in seiner Wohnung weitere 3.000 Euro gegeben \u2013 also weit mehr als er M. geschuldet habe. Auch best\u00e4tigte T. auf Nachfragen des Vorsitzenden Richters Kai Niesten-Dietrich und von Richterin Vanessa Becker, dass er M. einen Gegenstand im Wert von etwa 1.000 Euro \u00fcbergeben habe.<\/p>\n<p id=\"absatz8\" class=\"em_text\">Auch der Zeuge wollte keine weiteren Angaben dazu machen, \u201eweil ich mich dann selber belasten m\u00fcsste\u201c. Er habe noch am selben Abend die Wohnung verlassen, weil er bef\u00fcrchtete, M. werde mit Freunden zur\u00fcckkehren. \u201eIch will mit denen nichts mehr zu tun haben\u201c, sagte der L\u00f6hner. \u201eIch musste f\u00fcr sie Dinge tun, die ich nicht tun wollte\u201c. Auch hierzu wolle er keine n\u00e4heren Angaben machen, \u201eda ich sonst Straftaten einr\u00e4umen m\u00fcsste\u201c.<\/p>\n<p>Die Anklage basiere auf Unwahrheiten, sagt Baris M.<\/p>\n<p id=\"absatz9\" class=\"em_text\">In einem zweiten Tatkomplex ist Baris M. angeklagt, einen Autovermieter aus Bad Salzuflen bedroht und eines von dessen Autos mutwillig besch\u00e4digt zu haben. Auch dies bestreitet der Angeklagte. Vielmehr bezichtigt er den Salzufler, der sich darauf spezialisiert habe, teure Autos insbesondere an Leute ohne Fahrerlaubnis zu vermieten, schon seit langer Zeit gemeinsam mit seiner Familie in kriminelle Machenschaften verwickelt zu sein. Auch Baris M. geh\u00f6rte nach eigenen Angaben zu den Kunden des Vermieters.<\/p>\n<p id=\"absatz10\" class=\"em_text\">Als er jedoch im vergangenen Herbst wieder ein Auto von dem Salzufler habe leihen wollen, habe er dieses unter fadenscheinigen Begr\u00fcndungen und unter Berufung auf einen weit \u00fcberzogenen Preis nicht bekommen, so die Einlassung des Bielefelders. Es folgten gegenseitige Beschimpfungen und Drohungen. Als er dann kurz darauf eben dieses Auto in Brackwede vor sich habe fahren sehen, habe er sich mit dem von ihm gef\u00fchrten Pkw daneben gesetzt, so der 20-J\u00e4hrige: Der Fahrer des Mietfahrzeuges habe die Verkehrssituation sodann falsch eingesch\u00e4tzt und sei ihm in die Seite gefahren.<\/p>\n<p>Kiloweise Kokain?<\/p>\n<p id=\"absatz11\" class=\"em_text\">Der dar\u00fcber hinaus angeklagte Handel mit Kokain und Cannabis im Kilogrammbereich sei lediglich eine Retourkutsche des Autovermieters. \u201eDer sagt genauso die Unwahrheit wie Pierre T.\u201c, gab Baris M. zu Protokoll. Der Prozess wird am Mittwoch, 19. August, fortgesetzt.<\/p>\n<p id=\"absatz12\">\ud83d\udcf1 <b class=\"TextRun SCXW23388242 BCX8 NormalTextRun SCXW23388242 BCX8 bold\">News direkt aufs Smartphone: <\/b><a href=\"https:\/\/whatsapp.com\/channel\/0029VaeYHJ40Qeam4DWyn109\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\" target=\"_blank\">Hier finden Sie den kostenlosen Whatsapp-Kanal der NW-Bielefeld<\/a>  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bielefeld. Seit dem 22. Juli muss sich Baris M. 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