{"id":1254413,"date":"2026-08-23T00:34:16","date_gmt":"2026-08-23T00:34:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1254413\/"},"modified":"2026-08-23T00:34:16","modified_gmt":"2026-08-23T00:34:16","slug":"marek-krankheit-neue-gen-entdeckung-koennte-gefluegelimpfstoffe-verbessern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1254413\/","title":{"rendered":"Marek-Krankheit: Neue Gen-Entdeckung k\u00f6nnte Gefl\u00fcgelimpfstoffe verbessern"},"content":{"rendered":"<p data-pasted=\"true\"><strong>Forscher der Pennsylvania State University, USA, haben bislang kaum untersuchte Bereiche im Erbgut des Marek-Virus entschl\u00fcsselt. Dort fanden sie genetische Merkmale, die mit der Virulenz verschiedener St\u00e4mme zusammenh\u00e4ngen. Die Ergebnisse k\u00f6nnten helfen, wirksamere Impfstoffe gegen die Marek-Krankheit zu entwickeln. Zudem k\u00f6nnten PCR-Tests k\u00fcnftig aufwendige Untersuchungen an lebenden Tieren teilweise ersetzen.<\/strong><\/p>\n<p>Forscher nehmen verborgenes Erbgut des Marek-Virus ins Visier<\/p>\n<p>Warum l\u00f6sen einige St\u00e4mme des Virus der Marek-Krankheit schwerere Erkrankungen aus als andere? Eine neue Studie liefert Hinweise auf genetische Ursachen. Forscher der Pennsylvania State University (Penn State), USA, untersuchten daf\u00fcr das gesamte Genom des Marek\u2019s Disease Virus (MDV).<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt standen repetitive, also sich wiederholende Abschnitte des Virusgenoms. Sie waren zwar bekannt, lie\u00dfen sich mit fr\u00fcheren Verfahren aber nur unzureichend entschl\u00fcsseln. Moderne Sequenzierungstechniken machten diese Bereiche nun genauer sichtbar.<\/p>\n<p>Dabei stie\u00dfen die Wissenschaftler auf genetische Merkmale, die mit der Virulenz der untersuchten MDV-St\u00e4mme zusammenh\u00e4ngen. Die Ergebnisse ver\u00f6ffentlichten sie im Fachjournal Science Advances.<\/p>\n<p>\u201eDiese repetitiven Elemente waren nicht etwa nicht vorhanden. Die Sequenzierungstechnologien erlaubten es bisher nur nicht, sie zu erkennen\u201c, erkl\u00e4rt Moriah L. Szpara, Professorin f\u00fcr Biologie sowie Biochemie und Molekularbiologie an der Penn State.<\/p>\n<p>Nach Angaben der Forscher finden sich gerade in diesen Abschnitten Merkmale, die mit der F\u00e4higkeit des Virus zusammenh\u00e4ngen k\u00f6nnten, Erkrankungen auszul\u00f6sen.<\/p>\n<p>Marek-Krankheit verursacht hohe Sch\u00e4den in der Gefl\u00fcgelhaltung<\/p>\n<p>F\u00fcr die internationale Gefl\u00fcgelwirtschaft hat die Marek-Krankheit gro\u00dfe wirtschaftliche Bedeutung. Sch\u00e4tzungen zufolge verursacht sie weltweit Kosten von rund einer Milliarde US-Dollar pro Jahr.<\/p>\n<p>Das hochansteckende Virus kann bei H\u00fchnern unter anderem Tumoren und L\u00e4hmungen hervorrufen. Auch die Augen k\u00f6nnen betroffen sein. Schwere Erkrankungen k\u00f6nnen zum Tod der Tiere f\u00fchren.<\/p>\n<p>Das Virus verbreitet sich vor allem \u00fcber infekti\u00f6se Haut- und Federpartikel beziehungsweise den damit belasteten Staub. Dadurch kann es sich innerhalb eines Gefl\u00fcgelbestandes leicht ausbreiten.<\/p>\n<p>Marek-Impfung sch\u00fctzt \u2013 doch wichtige Fragen bleiben offen<\/p>\n<p>Impfungen sch\u00fctzen Gefl\u00fcgelbest\u00e4nde seit Jahrzehnten vor schweren Folgen der Marek-Krankheit. Trotzdem sind noch nicht alle Mechanismen gekl\u00e4rt, die hinter der Schutzwirkung stehen.<\/p>\n<p>\u201eWir verf\u00fcgen schon lange \u00fcber einen sehr guten Impfstoff. Trotzdem verstehen wir noch immer nicht vollst\u00e4ndig, warum er so gut funktioniert\u201c, sagt Alejandro Ortigas-Vasquez, Doktorand an der Penn State und Erstautor der Studie.<\/p>\n<p>Genau hier k\u00f6nnten die neuen Erkenntnisse weiterhelfen. Wenn Forscher besser verstehen, welche genetischen Eigenschaften die Virulenz eines MDV-Stammes bestimmen, k\u00f6nnten sie auch das Zusammenspiel zwischen Virus und Impfschutz genauer untersuchen.<\/p>\n<p>Langfristig k\u00f6nnten diese Erkenntnisse in die Entwicklung neuer oder verbesserter Impfstoffe einflie\u00dfen. Die Studie liefert daf\u00fcr zun\u00e4chst Grundlagenwissen; einen neuen Impfstoff haben die Wissenschaftler noch nicht entwickelt.<\/p>\n<p>PCR-Test k\u00f6nnte Virulenz von MDV-St\u00e4mmen schneller bestimmen<\/p>\n<p>Die entdeckten genetischen Marker k\u00f6nnten noch einen zweiten Nutzen haben. Sie k\u00f6nnten k\u00fcnftig dabei helfen, die Virulenz eines MDV-Stammes schneller einzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Bislang kommen daf\u00fcr standardisierte Untersuchungen zum Einsatz, die auch Versuche mit lebenden Tieren umfassen. Lassen sich bestimmte genetische Merkmale zuverl\u00e4ssig mit der Virulenz eines Stammes verbinden, k\u00f6nnte ein Teil dieser Untersuchungen k\u00fcnftig durch molekularbiologische Verfahren ersetzt werden.<\/p>\n<p>Ortigas-Vasquez sieht darin die Chance, weniger Versuchstiere einzusetzen und gleichzeitig den Aufwand f\u00fcr die Untersuchung von Virusst\u00e4mmen zu verringern.<\/p>\n<p>Ist ein geeigneter genetischer Marker erst einmal eindeutig bestimmt, l\u00e4sst er sich vergleichsweise einfach nachweisen. Nach Einsch\u00e4tzung von Szpara k\u00f6nnte daf\u00fcr ein PCR-Test ausreichen.<\/p>\n<p>Neue Erkenntnisse k\u00f6nnten Impfstoffentwicklung beschleunigen<\/p>\n<p>F\u00fcr die Gefl\u00fcgelhaltung er\u00f6ffnet die Studie damit zwei Perspektiven. Zum einen k\u00f6nnten die Ergebnisse dazu beitragen, die Virulenz verschiedener Marek-Virusst\u00e4mme schneller und einfacher einzusch\u00e4tzen. Zum anderen liefern sie neue Ansatzpunkte, um die Wirkung bestehender Impfstoffe besser zu verstehen.<\/p>\n<p>Dieses Wissen k\u00f6nnte Forschern langfristig helfen, Impfstoffe gezielter an die Entwicklung des Marek-Virus anzupassen. Bis daraus neue Verfahren f\u00fcr die Praxis entstehen, sind jedoch weitere Untersuchungen n\u00f6tig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Forscher der Pennsylvania State University, USA, haben bislang kaum untersuchte Bereiche im Erbgut des Marek-Virus entschl\u00fcsselt. 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