{"id":1255250,"date":"2026-08-23T10:17:17","date_gmt":"2026-08-23T10:17:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1255250\/"},"modified":"2026-08-23T10:17:17","modified_gmt":"2026-08-23T10:17:17","slug":"rom-und-berlin-streiten-ueber-bootsfluechtlinge-nachrichten-aktuell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1255250\/","title":{"rendered":"Rom und Berlin streiten \u00fcber Bootsfl\u00fcchtlinge | Nachrichten Aktuell"},"content":{"rendered":"<p id=\"absatz1\" class=\"em_text\">Der Streit zwischen Deutschland und Italien \u00fcber den Umgang mit Bootsfl\u00fcchtlingen aus dem Mittelmeer versch\u00e4rft sich. Der italienische Vize-Regierungschef Matteo Salvini verk\u00fcndete am Wochenende, sein Land werde aus Deutschland keinen einzigen \u201eillegalen Einwanderer\u201d zur\u00fccknehmen, solange deutsche Hilfsorganisationen im Mittelmeer unterwegs seien. Die Bundesregierung verweist hingegen auf bestehende EU-Regelungen &#8211; auch auf den neuen Asyl- und Migrationspakt, der seit diesem Sommer gilt.<\/p>\n<p id=\"absatz2\" class=\"em_text\">Italiens rechte Dreier-Koalition von Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni begr\u00fcndet ihre ablehnende Haltung damit, dass deutsche Nichtregierungsorganisationen (NGO) auf ihren Schiffen seit Jahren immer wieder Fl\u00fcchtlinge an Bord nehmen, die auf dem Mittelmeer in Not sind oder geraten k\u00f6nnten, um sie dann in italienische H\u00e4fen zu bringen. Nach Angaben aus Rom waren dies allein seit Beginn des Jahres 2.200 Migranten. Manche davon reisen dann weiter nach Deutschland oder andere L\u00e4nder.<\/p>\n<p>Salvini: Deutsche Schiffe bringen \u201eTausende illegale Einwanderer\u201d<\/p>\n<p><a class=\"link-img\" href=\"https:\/\/www.mt.de\/_em_daten\/_cache\/image\/1xRG40QnZPblJGUERFT2htK3BoVmI1dStSUVU4VUtPem1QV2dab3FKdHhtVlo5bXRVYjdyWGtZUEpNeDhMeXFtbzkwQTZMNiswYytQQnc2RE5hcTczREVvNUdBSTlVZDN3YTZuaVByMkZtY0lwSW5zMEVETjFhSU8wRFoyb2NZS00\/260823-1144-urn-newsml-dpa-com-20090101-260823-935-1560246.webp\" data-fancybox=\"images\" data-caption=\"Vize-Regierungschef Matteo Salvini - hier rechts neben Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni - findet markige Worte. (Archivbild) - \u00a9 Alessandra Tarantino\/AP\/dpa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n<img decoding=\"async\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/260823-1144-urn-newsml-dpa-com-20090101-260823-935-1560246.webp\" loading=\"lazy\" width=\"1000\" alt=\"Vize-Regierungschef Matteo Salvini - hier rechts neben Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni - findet markige Worte. (Archivbild) - \u00a9 Alessandra Tarantino\/AP\/dpa\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Vize-Regierungschef Matteo Salvini &#8211; hier rechts neben Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni &#8211; findet markige Worte. (Archivbild) &#8211; \u00a9 Alessandra Tarantino\/AP\/dpa<\/p>\n<p id=\"absatz5\" class=\"em_text\">Eigentlich muss jeder Migrant in dem EU-Staat Asyl beantragen, den er zuerst betritt. Dar\u00fcber gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Streit, auch zwischen Deutschland und Italien, wo wegen der N\u00e4he zu Afrika und Nahem Osten besonders viele Fl\u00fcchtlinge landen. Die Hoffnung der EU ruhte eigentlich darauf, dass mit Inkrafttreten des neuen Asyl- und Migrationspakts (Geas) die Meinungsverschiedenheiten beendet sind. Der Streit zwischen Rom und Berlin zieht sich nun jedoch schon den gesamten Sommer hin.<\/p>\n<p><a class=\"link-img\" href=\"https:\/\/www.mt.de\/_em_daten\/_cache\/image\/1xRG40QnZPblJGUERFT2htK3BoVmI1dStSUVU4VUtPem1QV2dab3FKdHhtVlo5bXRVYjdyWGtZUEpNeDhMeXFtbzkwQTZMNiswYytQQnc2RE5hcTczREwxL2VWOU5KVWd2TXIvWTJMWExPUnE5TTFXSTd0MDBjc3Nsd0JRS2dNNTQ\/260823-1144-urn-newsml-dpa-com-20090101-260823-935-1560249.webp\" data-fancybox=\"images\" data-caption=\"Die \u201eSea-Watch 5\u201d wurde von den italienischen Beh\u00f6rden f\u00fcr 45 Tage festgesetzt. (Foto: Archiv) - \u00a9 Daniel Bockwoldt\/dpa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n<img decoding=\"async\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/260823-1144-urn-newsml-dpa-com-20090101-260823-935-1560249.webp\" loading=\"lazy\" width=\"1000\" alt=\"Die \u201eSea-Watch 5\u201d wurde von den italienischen Beh\u00f6rden f\u00fcr 45 Tage festgesetzt. (Foto: Archiv) - \u00a9 Daniel Bockwoldt\/dpa\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Die \u201eSea-Watch 5\u201d wurde von den italienischen Beh\u00f6rden f\u00fcr 45 Tage festgesetzt. (Foto: Archiv) &#8211; \u00a9 Daniel Bockwoldt\/dpa<\/p>\n<p id=\"absatz7\" class=\"em_text\">Melonis Vize Salvini versch\u00e4rfte den Ton jetzt abermals. Bei einem Treffen seiner rechten Partei Lega sagte der Verkehrsminister: \u201eDeutschland hat kein Recht, uns auch nur einen einzigen illegalen Einwanderer zur\u00fcckzuschicken, solange deutsche NGO-Schiffe im Mittelmeer unterwegs sind, um Tausende illegaler Einwanderer in Italien und Europa an Land zu bringen.\u201d Salvini war fr\u00fcher schon als Innenminister \u00e4u\u00dferst hart gegen Bootsfl\u00fcchtlinge und Hilfsorganisationen vorgegangen.<\/p>\n<p>Treffen zwischen Innenministern Piantedosi und Dobrindt<\/p>\n<p id=\"absatz8\" class=\"em_text\">Mit seinem Nein zu R\u00fcck\u00fcberstellungen steht Salvini in Rom jedoch keineswegs allein. Ministerpr\u00e4sidentin Meloni und der jetzige Innenminister Matteo Piantedosi &#8211; beide von der Partei Fratelli d&#8217;Italia (Br\u00fcder Italiens) &#8211; bestehen ebenfalls auf einem \u201eAusgleich\u201d. Von italienischer Seite wird argumentiert, dass dem Seerecht zufolge auf einem Schiff die Gesetze des Landes gelten, unter dem das Schiff f\u00e4hrt. Damit w\u00e4re also gewisserma\u00dfen Deutschland Erstaufnahmestaat der Bootsfl\u00fcchtlinge &#8211; und nicht Italien.<\/p>\n<p id=\"absatz9\" class=\"em_text\">Demn\u00e4chst soll es dazu ein Treffen der beiden Innenminister Piantedosi und Alexander Dobrindt (CSU) geben. Von deutscher Seite wurde in den vergangenen Tagen mehrfach betont, dass man beim Thema Migration eng zusammenarbeite. Zudem lie\u00df Piantedosi am Wochenende das deutsche Rettungsschiff \u201eSea-Watch 5\u201d f\u00fcr 45 Tage festsetzen. Gegen die gleichnamige Hilfsorganisation verh\u00e4ngten die Beh\u00f6rden 4.500 Euro Bu\u00dfgeld. Solche Strafen treffen deutsche Schiffe immer wieder.<\/p>\n<p>Rom: 80.000 R\u00fccknahmeersuchen zur\u00fcckgewiesen<\/p>\n<p id=\"absatz10\" class=\"em_text\">Auch andere europ\u00e4ische Staaten wie \u00d6sterreich, die Schweiz, die Niederlanden, Schweden und Finnland haben inzwischen angek\u00fcndigt, Migranten nach Italien zur\u00fcckzuschicken. Dem italienischen Innenministerium zufolge wurden seit Beginn des Jahres aus europ\u00e4ischen Partnerl\u00e4ndern lediglich drei Migranten zur\u00fcckgenommen. Aus Deutschland war kein einziger dabei.<\/p>\n<p id=\"absatz11\" class=\"em_text\">Zuvor schon hatte Italien nach offiziellen Angaben seit 2023 rund 80.000 sogenannte R\u00fccknahmeersuchen anderer Staaten zur\u00fcckgewiesen. Begr\u00fcndet wurde dies damit, dass das nationale Aufnahmesystem komplett \u00fcberlastet sei. Meloni hatte mit dem Versprechen eines harten Kurses gegen Migranten erfolgreich Wahlkampf gemacht. Anfang September wird die 49-J\u00e4hrige so lange ununterbrochen an der Regierung sein wie kein anderer italienischer Ministerpr\u00e4sident seit Kriegsende.<\/p>\n<p id=\"absatz12\" class=\"em_text\">N\u00e4chstes Jahr wird in Italien wieder gew\u00e4hlt. In den Umfragen liegt Meloni mit ihren Fratelli stabil bei etwa 27 Prozent und damit klar vor allen anderen Parteien. In den vergangenen Wochen geriet ihre rechte Koalition jedoch zunehmend unter Druck der neuen Partei Futoro Nazionale (Nationale Zukunft) des Ex-Generals Roberto Vannacci, die noch weiter rechts steht und auch ein noch h\u00e4rteres Vorgehen gegen Migranten verlangt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Streit zwischen Deutschland und Italien \u00fcber den Umgang mit Bootsfl\u00fcchtlingen aus dem Mittelmeer versch\u00e4rft sich. 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