{"id":1256890,"date":"2026-08-24T06:09:17","date_gmt":"2026-08-24T06:09:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1256890\/"},"modified":"2026-08-24T06:09:17","modified_gmt":"2026-08-24T06:09:17","slug":"gasspeicher-deutschlands-aktuelle-fuellstaende-ohne-russland-importe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1256890\/","title":{"rendered":"Gasspeicher: Deutschlands aktuelle F\u00fcllst\u00e4nde ohne Russland-Importe"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die deutschen <strong>Gasspeicher<\/strong> waren am 21. August zu 50,43 Prozent gef\u00fcllt. Das sind 17,51 Prozentpunkte weniger als am gleichen Tag im Vorjahr und 5,58 Punkte weniger als der bisherige Tiefstwert aus den Jahren 2018 bis 2021 f\u00fcr dieses Datum. Bereits am 17. August hatte der F\u00fcllstand erstmals die runde 50-Prozent-Marke \u00fcberschritten. Wer sich an die Krisenjahre 2022 bis 2024 erinnert, in denen die Speicher im Herbst regelm\u00e4\u00dfig fast randvoll waren, zieht daraus schnell den Schluss, dass im Winter Gas knapp werden k\u00f6nnte. Die Realit\u00e4t ist komplizierter, und an mehreren Stellen auch beruhigender, als die nackte Prozentzahl vermuten l\u00e4sst \u2013 auch wenn sich die globale Ausgangslage seit Anfang August sp\u00fcrbar versch\u00e4rft hat.<\/p>\n<p> Die L\u00fccke bei den Gasspeichern <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der R\u00fcckstand zum Vorjahr stammt nicht allein aus dem vergangenen Winter. Schon am 1. April 2026, dem offiziellen Start der Einspeichersaison, lag der F\u00fcllstand mit 21,83 Prozent um 7,31 Punkte unter dem Vorjahreswert. Das geht aus den <a href=\"https:\/\/www.bundesnetzagentur.de\/DE\/Gasversorgung\/aktuelle_gasversorgung\/_svg\/Gasspeicher_Fuellstand\/Speicherfuellstand.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Daten<\/a> der Bundesnetzagentur zum Verlauf der Speicherf\u00fcllst\u00e4nde hervor. Bis zum 21. August f\u00fcllten die Betreiber die Speicher dann um 28,6 Punkte auf, im Vorjahr schafften sie im gleichen Zeitraum 38,8 Punkte.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rund 42 Prozent der aktuellen L\u00fccke zum Vorjahr gehen also auf den Winter zur\u00fcck, die restlichen rund 58 Prozent auf eine sp\u00fcrbar langsamere Einspeicherung in Fr\u00fchjahr und Sommer 2026.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rechnet man das in Energiemengen um, stecken aktuell rund 126 Terawattstunden (TWh) Arbeitsgas in den deutschen Speichern. Das Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Energie (BMWE) gibt die Gesamtkapazit\u00e4t der deutschen Untergrundspeicher in einem <a href=\"https:\/\/www.bundeswirtschaftsministerium.de\/Redaktion\/DE\/Artikel\/Energie\/gas-erdgasversorgung-in-deutschland.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Infobeitrag<\/a> mit rund 247 bis 250 TWh an. In \u201eTage, f\u00fcr die das reicht\u201c sollte man diese Zahl trotzdem nicht \u00fcbersetzen, denn Speicher sind nur ein Baustein der Versorgung, keine alleinige Energiequelle f\u00fcr den Winter.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Januar 2026 verbrauchten Haushalte und Industrie <a href=\"https:\/\/www.bundesnetzagentur.de\/DE\/Gasversorgung\/aktuelle_gasversorgung\/_svg\/Gasverbrauch_Gesamt_monatlich\/Gasverbrauch_Gesamt.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">laut<\/a> Bundesnetzagentur deutlich mehr Gas als im Jahresdurchschnitt 2025 \u2013 ein kalter Monat mit rund 5,5 Prozent mehr Verbrauch als im Vorkrisen-Schnitt 2018\u20132021. Gleichzeitig laufen Importe und heimische Produktion durchgehend weiter.<\/p>\n<p>  Die 95-Prozent-Marke gilt nicht mehr <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer die F\u00fcllst\u00e4nde von heute mit denen der Krisenjahre vergleicht, \u00fcbersieht oft eine zentrale \u00c4nderung. Deutschland hat seine gesetzlichen Speicherziele deutlich gesenkt. Bis 2024 galt f\u00fcr den 1. November noch ein Zielwert von 90 beziehungsweise faktisch bis zu 95 Prozent. Mit der <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/gasspf_llstv_2025\/BJNR0820A0025.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Gasspeicher-F\u00fcllstands-Verordnung<\/a>, die im Mai 2025 in Kraft trat, gelten seither differenzierte, niedrigere Anforderungen je Speicheranlage.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die meisten deutschen Speicher m\u00fcssen den Vorgaben zufolge am 1. November nur noch 80 Prozent erreichen, am 1. Februar reichen im Regelfall 30 Prozent. F\u00fcr sechs Anlagen, die sich technisch langsamer bef\u00fcllen lassen \u2013 Bad Lauchst\u00e4dt, Frankenthal, H\u00e4hnlein, Rehden, Stockstadt und Uelsen \u2013, gilt am 1. November lediglich eine 45-Prozent-Marke. Umgekehrt gilt f\u00fcr vier bayerische Speicher in Bierwang, Breitbrunn, Inzenham-West und Wolfersberg zum 1. Februar eine h\u00f6here Vorgabe von 40 statt 30 Prozent, wie die Bundesnetzagentur selbst <a href=\"https:\/\/www.bundesnetzagentur.de\/DE\/Gasversorgung\/aktuelle_gasversorgung\/_svg\/Gasspeicher_Fuellstand\/Speicherfuellstand.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">darstellt<\/a>.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bundesnetzagentur rechnete in ihrem <a href=\"https:\/\/www.bundesnetzagentur.de\/DE\/Gasversorgung\/a_2025\/start.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Jahresr\u00fcckblick<\/a> f\u00fcr 2025 vor, dass diese einzelnen Anlagenziele in Summe einem bundesweiten Richtwert von rund 70 Prozent zum 1. November entsprechen. Wichtig zu verstehen ist, dass 70 Prozent eine rechnerische Folge einzelner Anlagenpflichten sind. Eine eigenst\u00e4ndige bundesweite 70-Prozent-Pflicht gibt es nicht.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von den aktuellen 50,43 Prozent (Stand 21. August) bis zu diesem Richtwert fehlen noch 19,57 Prozentpunkte. Bei 72 verbleibenden Tagen bis zum 1. November m\u00fcssten die Speicher rein rechnerisch im Schnitt 0,272 Prozentpunkte pro Tag zulegen. Tats\u00e4chlich lag die Einspeicherrate den offiziellen <a href=\"https:\/\/www.bundesnetzagentur.de\/DE\/Gasversorgung\/aktuelle_gasversorgung\/_svg\/Gasspeicherfuellstand_Veraenderung_taeglich\/Gasspeicherfuellstand_Veraenderung_taeglich.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Erhebungen<\/a> in den vergangenen 30 Tagen bei durchschnittlich nur 0,16 Punkten pro Tag, in der j\u00fcngsten Woche bei 0,143 Punkten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Fernleitungsnetzbetreiber-Verband FNB Gas <a href=\"https:\/\/fnb-gas.de\/news\/fnb-sehen-historisch-niedrigen-speicherfuellstand\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">erkl\u00e4rte<\/a> Mitte August \u00f6ffentlich, das Ziel sei selbst bei einer Einspeicherung von bis zu 1,2 TWh pro Tag \u2013 dem historischen H\u00f6chstwert \u2013 kaum noch zu erreichen; aktuell liege die Einspeicherung deutlich darunter. Das lohnt eine Beobachtung, beweist aber nicht, dass Deutschland eine gesetzliche Pflicht verfehlt, denn die eigentlichen Vorgaben gelten pro Anlage und nicht f\u00fcr den bundesweiten Durchschnitt.<\/p>\n<p class=\"has-normal-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Topaktuell<\/strong><\/p>\n<p>  Woher das Gas kommt <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutschland importiert laut einem gemeinsamen <a href=\"https:\/\/www.bundeswirtschaftsministerium.de\/Redaktion\/DE\/Publikationen\/Energie\/monitoringbericht-versorgungssicherheit-erdgas-oktober-2024.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Monitoringbericht<\/a> von Bundesnetzagentur und dem fr\u00fcheren Bundeswirtschaftsministerium unter Robert Habeck (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen) bereits seit September 2022 kein Gas mehr direkt aus Russland. 2021 deckte Russland noch rund 55 Prozent des deutschen Gasverbrauchs.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die physischen <a href=\"https:\/\/www.bundesnetzagentur.de\/DE\/Gasversorgung\/aktuelle_gasversorgung\/_svg\/Gasimporte\/Gasimporte.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Einfuhrdaten<\/a> der Bundesnetzagentur f\u00fcr den Zeitraum 1. Januar bis 23. August 2026 zeigen, wer diese Rolle \u00fcbernommen hat. Insgesamt str\u00f6mten 681,38 TWh Gas \u00fcber die deutschen Grenzen, davon 42,7 Prozent \u00fcber Norwegen, 22,2 Prozent \u00fcber Belgien, 21,8 Prozent \u00fcber die Niederlande und 11,9 Prozent \u00fcber die deutschen LNG-Terminals. \u00dcber die einzige Route, die sich in den Daten direkt Russland zuordnen l\u00e4sst, floss 2026 kein einziges TWh.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Einschr\u00e4nkung geh\u00f6rt zur Genauigkeit dazu: Diese Zahlen erfassen physische Grenz\u00fcbertrittspunkte, nicht zwingend das Ursprungsland jedes Gasmolek\u00fcls. Die Bundesnetzagentur weist selbst darauf hin, dass die Daten auch sogenannte Ringfl\u00fcsse enthalten k\u00f6nnen und dass Gas, das \u00fcber andere europ\u00e4ische Routen einstr\u00f6mt, aus unterschiedlichen Quellen im verflochtenen Netz stammen kann. Die Aussage, Deutschland importiere kein Gas mehr direkt aus Russland, l\u00e4sst sich damit belegen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die weitergehende Behauptung, im deutschen Gasnetz stecke \u00fcberhaupt kein russisches Gas mehr, l\u00e4sst sich aus diesen Daten dagegen nicht ableiten \u2013 zumal Russland europaweit weiterhin LNG liefert und dort im ersten Halbjahr 2026 mit einem Anteil von 14 Prozent an den EU-Importen der zweitgr\u00f6\u00dfte LNG-Lieferant Europas war, mit Schwerpunkt Belgien, Frankreich und Spanien.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die deutschen LNG-Terminals selbst spielen dabei eine kleinere direkte Rolle, als ihre mediale Pr\u00e4senz vermuten l\u00e4sst. Das BMWE listet aktuell f\u00fcnf schwimmende LNG-Terminals, zwei davon in Wilhelmshaven, dazu Brunsb\u00fcttel, Stade und Mukran. Sie brachten 2025 eine Einfuhrkapazit\u00e4t von 15 Milliarden Kubikmetern, die bis 2027 auf 25 Milliarden Kubikmeter steigen soll. Trotzdem liefen 2026 nur 11,9 Prozent der gemessenen Importe \u00fcber deutsche Terminals, denn auch Belgien und die Niederlande betreiben eigene gro\u00dfe LNG-Infrastruktur. Deren Gas taucht in den deutschen Statistiken nicht als LNG auf, sondern schlicht als Import \u00fcber die jeweilige Landgrenze.<\/p>\n<p> Weniger Verbrauch, aber nicht durchg\u00e4ngig <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die zweite H\u00e4lfte der Rechnung ist die Nachfrage, die \u00fcber die Gasspeicher hinaus mitentscheidet, wie angespannt die Lage tats\u00e4chlich ist. Von Januar bis Juli 2026 lag der deutsche Gasverbrauch rund 1,8 Prozent \u00fcber dem Vergleichszeitraum 2025, aber rund 11,2 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2021.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der ungew\u00f6hnlich kalte Januar 2026 trieb den Verbrauch mit rund 5,5 Prozent sogar \u00fcber den Vorkrisenwert. W\u00e4rmere Monate wie Juli lagen dagegen mit einem Minus von 23,8 Prozent deutlich darunter. Wetter, Industrieaktivit\u00e4t, Gaskraftwerke und Preise wirken hier gemeinsam.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Teil des einstr\u00f6menden Gases verl\u00e4sst Deutschland zudem wieder in Richtung Nachbarl\u00e4nder. Den Importen von 674,34 TWh stehen den <a href=\"https:\/\/www.bundesnetzagentur.de\/DE\/Gasversorgung\/aktuelle_gasversorgung\/_svg\/Gasexporte\/Gasexporte.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Zahlen<\/a> der Bundesnetzagentur zufolge im gleichen Zeitraum Exporte von 176,68 TWh gegen\u00fcber, macht netto rund 504,7 TWh. Deutschland ist damit auch Transitland. Ein Teil der Gasmenge, die viele Verbraucher*innen intuitiv komplett im heimischen Speicher vermuten w\u00fcrden, flie\u00dft tats\u00e4chlich weiter an Haushalte etwa in \u00d6sterreich, Tschechien oder der Schweiz.<\/p>\n<p>\t\t Das neue Risiko hei\u00dft nicht mehr Russland <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bundesnetzagentur bewertet die aktuelle Versorgungslage weiterhin als stabil. Sie stuft die Versorgungssicherheit als gew\u00e4hrleistet ein und die Wahrscheinlichkeit einer angespannten Situation als gering \u2013 diese Formulierung ist laut eigener Lageseite allerdings seit August 2024 unver\u00e4ndert. Seit dem 1. Juli 2025 befindet sich Deutschland in der sogenannten Fr\u00fchwarnstufe, der niedrigsten der drei Eskalationsstufen im Notfallplan Gas. Zuvor hatte die Regierung die im Juni 2022 als Reaktion auf russische Lieferk\u00fcrzungen ausgerufene Alarmstufe wieder aufgehoben. In der Fr\u00fchwarnstufe ordnet die Bundesnetzagentur keine Abschaltungen oder vergleichbare Eingriffe an. Ihre Beobachtung richtet sich nach eigener Aussage aktuell mit besonderem Fokus auf die F\u00fcllstandsvorgabe von 30 Prozent zum 1. Februar 2027.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das strukturelle Risiko hat sich damit verschoben, aber nicht aufgel\u00f6st \u2013 und es hat sich seit Ende Februar 2026 deutlich versch\u00e4rft. Statt von einem einzelnen Pipeline-Lieferanten h\u00e4ngt die deutsche Versorgung heute st\u00e4rker von einem global gehandelten Rohstoffmarkt ab, der seit Kriegsausbruch im Nahen Osten unter erheblichem Druck steht. Die Internationale Energieagentur (IEA) beschreibt in ihrem <a href=\"https:\/\/iea.blob.core.windows.net\/assets\/72079a0a-ec1e-48a1-b8e9-3042160b9378\/GasMarketReport%2CQ3-2026.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Gasmarktbericht<\/a> f\u00fcr das dritte Quartal 2026 eine faktische Schlie\u00dfung der Stra\u00dfe von Hormus seit Ende Februar 2026, \u00fcber die zuvor rund 20 Prozent des weltweiten LNG-Angebots liefen. Katars LNG-Produktion brach dem Bericht zufolge zwischen M\u00e4rz und Juni um rund 75 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr ein, nachdem die Anlagen in Ras Laffan im M\u00e4rz durch Angriffe besch\u00e4digt wurden; zwei LNG-Trains mit einer Kapazit\u00e4t von 17,5 Milliarden Kubikmetern j\u00e4hrlich fallen nach Angaben des Betreibers QatarEnergy f\u00fcr drei bis f\u00fcnf Jahre aus.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die europ\u00e4ischen TTF-Gaspreise lagen im zweiten Quartal 2026 laut IEA rund 32 Prozent \u00fcber dem Vorjahreswert, die asiatischen Spot-LNG-Preise sogar rund 45 Prozent dar\u00fcber \u2013 beides die h\u00f6chsten Zweitquartalswerte seit der Energiekrise 2022. Seither ist der Preisdruck eher gestiegen als gesunken: Der TTF-Frontmonatskontrakt kletterte bis Mitte August 2026 auf rund 62 bis 65 Euro je Megawattstunde, deutlich \u00fcber dem Niveau von Anfang Juli, getrieben von anhaltenden Sorgen um die Wiederbef\u00fcllung der europ\u00e4ischen Speicher vor dem Winter. Das bleibt weiterhin klar unter dem Rekord von rund 350 Euro je Megawattstunde aus dem Krisenwinter 2022, markiert aber den h\u00f6chsten Stand seit Mitte M\u00e4rz 2026.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf EU-Ebene kommt eine weitere, bereits laufende Verschiebung hinzu. Die am 26. Januar 2026 verabschiedete und seit 3. Februar 2026 geltende Verordnung <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/?uri=OJ%3AL_202600261\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">(EU) 2026\/261<\/a> verbietet russisches Gas stufenweise: Neu- oder ge\u00e4nderte Vertr\u00e4ge sind bereits seit dem 18. M\u00e4rz 2026 untersagt, kurzfristige LNG-Lieferungen aus Altvertr\u00e4gen seit dem 25. April 2026, kurzfristiges Pipelinegas aus Altvertr\u00e4gen seit dem 17. Juni 2026. Erst f\u00fcr bestehende langfristige Liefervertr\u00e4ge gelten die sp\u00e4teren Stichtage 1. Januar 2027 (LNG) und 30. September 2027 (Pipelinegas). Letzterer kann sich bei nachgewiesener Gef\u00e4hrdung der nationalen Speicherziele auf den 1. November 2027 verschieben.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die 50,43 Prozent vom 21. August geben damit weder Grund zur Entwarnung noch belegen sie eine drohende Gasmangellage. Sie markieren einen historisch niedrigen, aber nach aktueller Gesetzeslage nicht zwingend kritischen Zwischenstand in einem System, das sich seit der Russland-Krise grundlegend ver\u00e4ndert hat. Niedrigere Zielwerte f\u00fcr die Gasspeicher, ein geringerer Verbrauch als vor der Krise und ein deutlich breiterer, aber inzwischen auch st\u00e4rker von einer neuen geopolitischen Krise am Persischen Golf abh\u00e4ngiger Importmix pr\u00e4gen die Versorgungslage heute mehr als einzelne Prozentzahlen aus der Vergangenheit.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quellen: Bundesnetzagentur; Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Energie; Gesetze im Internet; Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas e.V.; \u201eStand und Entwicklung der Versorgungssicherheit mit Erdgas\u201c (BNetzA, BMWK, 2024); \u201eGas Market Report, Q3-2026\u201c (IEA, 2026); Amtsblatt der Europ\u00e4ischen Union, 2026\/261<\/p>\n<p> <strong>Hinweis: Ukraine-Hilfe<\/strong><\/p>\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. <a href=\"https:\/\/www.futurezone.de\/digital-life\/article281984\/online-spenden-fuer-die-ukraine-wie-du-den-menschen-helfen-kannst.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hier<\/a> kannst du den Betroffenen helfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die deutschen Gasspeicher waren am 21. August zu 50,43 Prozent gef\u00fcllt. 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