{"id":1256932,"date":"2026-08-24T06:48:22","date_gmt":"2026-08-24T06:48:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1256932\/"},"modified":"2026-08-24T06:48:22","modified_gmt":"2026-08-24T06:48:22","slug":"leipzig-hat-keine-kompensationsflaechen-mehr-stadtplanungsamt-startet-neue-kartierung-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1256932\/","title":{"rendered":"Leipzig hat keine Kompensationsfl\u00e4chen mehr: Stadtplanungsamt startet neue Kartierung \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Eine Stadtratsanfrage hat Folgen. Zur letzten Stadtratssitzung im Juli wollte die BSW-Fraktion unter anderem wissen: \u201eWie gro\u00df ist der aktuelle Bestand an kommunalen Kompensationsfl\u00e4chen innerhalb des Leipziger Stadtgebiets und au\u00dferhalb der Stadtgrenzen?\u201c Eigentlich eine naheliegende Frage, denn immer, wenn im Stadtgebiet wertvolles Gr\u00fcn beseitigt wird, um etwas zu bauen, muss der \u00f6kologische Verlust m\u00f6glichst in der n\u00e4heren Umgebung kompensiert werden. Was in den letzten Jahren immer schwieriger geworden ist<\/p>\n<p>Schon damals lie\u00df die Antwort des Amtes f\u00fcr Stadtgr\u00fcn und Gew\u00e4sser ahnen, <a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2026\/07\/immer-weniger-kompensationsflachen-im-leipziger-stadtgebiet-grunflachenamt-keine-zahlen-664715\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">dass die Stadt keine wirklich belastbare \u00dcbersicht zu solchen Kompensationsfl\u00e4chen hat.<\/a> Schon seit Jahren weist sie solche Fl\u00e4chen deshalb immer weiter au\u00dferhalb des Stadtgebiets aus, wo sie f\u00fcr die Artenvielfalt und den Klimaschutz in Leipzig \u00fcberhaupt keine Wirkung erbringen.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/548570c724224514a5cf97ed3129359e.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2026\/08\/1\" schon=\"\" in=\"\" der=\"\" debatte=\"\" um=\"\" die=\"\" bebauung=\"\" fl=\"\" am=\"\" wilhelm-leuschner-platz=\"\" wurde=\"\" das=\"\" problem=\"\" manifest=\"\" denn=\"\" nur=\"\" ein=\"\" teil=\"\" des=\"\" dort=\"\" gewachsenen=\"\" gr=\"\" kann=\"\" auch=\"\" standortn=\"\" ersetzt=\"\" werden.=\"\" gerade=\"\" f=\"\" brutv=\"\" gab=\"\" es=\"\" keine=\"\" ortsnahen=\"\" ausweichm=\"\" href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2026\/04\/fachaufsichtsprufung-fur-den-wilhelm-leuschner-platz-653414\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"\/>wie die Landesdirektion der Initiative StadtNatur best\u00e4tigte.<\/p>\n<p>Ganz \u00e4hnlich war es <a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2025\/12\/zerstorte-brache-bayerischen-bahnhof-ruge-der-landesdirektion-640578\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">mit den Komplettrodungen am Bayerischen Bahnhof<\/a>.<\/p>\n<p>Und mit den Pl\u00e4nen der Stadt, das kleine W\u00e4ldchen an der Capastra\u00dfe an RB Leipzig zu verkaufen und damit f\u00fcr die Rodung freizugeben, wurde das Problem erst recht deutlich. Denn schon in der Vorlage musste das Liegenschaftsamt einr\u00e4umen, <a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2026\/07\/der-stadtrat-tagte-ohne-fachgutachten-kann-der-stadtrat-ueberhaupt-nicht-zum-capa-waeldchen-entscheiden-663090\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">dass es f\u00fcr das W\u00e4ldchen in der N\u00e4he kaum Kompensationsm\u00f6glichkeiten gibt.<\/a><\/p>\n<p>Wirtschaftsinteressen gegen Biotoperhalt<\/p>\n<p>Damit ist das Thema endg\u00fcltig auch in der Wahrnehmung der Stadtratsfraktionen angekommen. Den gerade die zur\u00fcckliegenden hei\u00dfen Wochen haben gezeigt, wie wertvoll und unersetzlich das gewachsene Gr\u00fcn in der Stadt ist. Und dass sich die Fraktionen eben nicht darauf verlassen k\u00f6nnen, dass die Verwaltung im Sinne von Klima- und Artenschutz handelt, wenn \u201ewirtschaftliche Interessen\u201c h\u00f6her gewichtet werden.<\/p>\n<p>Und dass der Stadt eine \u00dcbersicht \u00fcber die noch m\u00f6glichen Kompensationsfl\u00e4chen im Stadtgebiet tats\u00e4chlich fehlt, gesteht das Dezernat Stadtentwicklung und Bau jetzt im Grunde ganz offiziell ein. Denn <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2030904&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">was das Gr\u00fcnfl\u00e4chenamt aus seinen alten Karten nicht auslesen kann,<\/a> soll jetzt mit einer Kartierung im ganzen Stadtgebiet neu erfasst werden. Und zwar nicht durch das Amt f\u00fcr Stadtgr\u00fcn und Gew\u00e4sser, sondern im Auftrag des Stadtplanungsamtes. Man will sich auf die unauslesbaren Karten im Gr\u00fcnfl\u00e4chenamt nicht mehr verlassen.<\/p>\n<p>Stadt kartiert und sucht potenzielle Ausgleichsfl\u00e4chen f\u00fcr Bauvorhaben<\/p>\n<p>Wie notwendig das Wissen um solche Fl\u00e4chen ist, beschreibt das Stadtplanungsamt so: \u201eBetonierte Fl\u00e4chen entsiegeln, eine Streuobstwiese anlegen oder Stauden und Str\u00e4ucher pflanzen: Wenn bei kommunalen Bauvorhaben B\u00e4ume gef\u00e4llt werden oder andere Eingriffe in die Natur n\u00f6tig sind, m\u00fcssen diese kompensiert werden. Weil es zunehmend schwer ist, hierf\u00fcr geeignete Fl\u00e4chen zu finden, erstellt die Stadtverwaltung jetzt ein Kompensationskonzept.\u201c<\/p>\n<p>Da wird man sich nicht nur in der BSW-Fraktion wundern. War es ihre Anfrage oder war es der zunehmende Streit um das Capa-W\u00e4ldchen, die hier die Stadt endlich dazu gebracht haben, ein Manko aufzuarbeiten?<\/p>\n<p>Daf\u00fcr sollen dann ab Montag, 31. August, bis voraussichtlich zum 23. Oktober zun\u00e4chst ausgew\u00e4hlte Fl\u00e4chen im Stadtgebiet kartiert werden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des B\u00fcros \u201eInstitut f\u00fcr Vegetationskunde und Landschafts\u00f6kologie\u201c sind deshalb im Auftrag des Stadtplanungsamtes auf Brachfl\u00e4chen und Baul\u00fccken im Einsatz. Sie erfassen dort die \u00f6kologische Situation und identifizieren Aufwertungspotenziale.<\/p>\n<p>Um sich auszuweisen, tragen die Kartiererinnen und Kartierer ein Begleitschreiben der Stadt Leipzig mit sich. Da es sich nicht ausschlie\u00dflich um st\u00e4dtische Fl\u00e4chen handelt, werden Eigent\u00fcmerinnen und Eigent\u00fcmer gebeten, den Mitarbeitern Zutritt zu den Fl\u00e4chen zu gew\u00e4hren, so das Stadtplanungsamt. \u201eDamit unterst\u00fctzen sie die Bem\u00fchungen der Stadt, Bauvorhaben zu erm\u00f6glichen und zugleich Lebensr\u00e4ume von Tier- und Pflanzenarten in der Stadt zu erhalten.\u201c<\/p>\n<p>Der Fl\u00e4chenpool ist leer<\/p>\n<p>Bislang \u2013 so das Stadtplanungsamt \u2013 konnte f\u00fcr Ausgleichsma\u00dfnahmen ein st\u00e4dtischer Fl\u00e4chenpool genutzt werden. Doch dieser ist \u2013 wen \u00fcberrascht das? \u2013 ersch\u00f6pft. Oder \u00fcbersetzt: Die Stadt hat im Stadtgebiet schlicht keine Ausgleichsfl\u00e4chen f\u00fcr Kompensationen mehr. \u201eLeipzig w\u00e4chst stark und innerhalb der Stadt nimmt die Fl\u00e4chenkonkurrenz zu, das erschwert die Suche. Ziel ist es jedoch, die Kompensationen innerhalb des Stadtgebiets zu decken, weshalb nicht nur stadteigene Fl\u00e4chen untersucht werden\u201c, begr\u00fcndet das Stadtplanungsamt jetzt die beginnende Erfassung.<\/p>\n<p>Um potenzielle Fl\u00e4chen zu bewerten, werde unter anderem auch auf das st\u00e4dtische Biotopverbundkonzept zur\u00fcckgegriffen, betont das Stadtplanungsamt. Was auch Sinn ergibt: \u201eDer Biotopverbund ist ein Netz aus Lebensr\u00e4umen f\u00fcr Tiere und Pflanzen. Nur wenn diese dauerhaft miteinander verbunden sind, k\u00f6nnen Arten ungehindert zwischen den Fl\u00e4chen wandern oder sich ausbreiten. Nur so wird dem Artensterben entgegengewirkt und kann biologische Vielfalt erhalten bleiben. \u00dcber das Konzept entscheidet der Stadtrat abschlie\u00dfend.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2026\/08\/eine-vorlage-zwingt-zur-wahrheit-stadt-legt-endlich-den-neuen-masterplan-gruen-vor-666087\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Im gerade vorgelegten neuen Masterplan Gr\u00fcn<\/a> ist zumindest skizziert, wie stark der Biotopverbund im Stadtgebiet eigentlich ausgebaut werden muss, damit er f\u00fcr Leipzig wirklich eine sp\u00fcrbare \u00f6kologische Wirkung entfaltet. Aber dazu braucht es an vielen Stellen eben auch die Bereitschaft von privaten Eigent\u00fcmern, ihre Fl\u00e4chen f\u00fcr Kompensationen zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p>Private Eigent\u00fcmer gefragt<\/p>\n<p>\u201ePrivate Eigent\u00fcmer k\u00f6nnen sich unterdessen auch bei der Stadt melden, wenn sie ihre Grundst\u00fccke als Kompensationsfl\u00e4chen zur Verf\u00fcgung stellen m\u00f6chten\u201c, l\u00e4dt das Stadtplanungsamt ein. Dies ist per E-Mail m\u00f6glich unter kompensation@leipzig.de.<\/p>\n<p>Die Fl\u00e4chen sollten hierf\u00fcr mindestens 100 Quadratmeter gro\u00df sein.<\/p>\n<p>Eigent\u00fcmer, die private Fl\u00e4chen entsiegeln und begr\u00fcnen m\u00f6chten, k\u00f6nnen hierf\u00fcr zudem F\u00f6rderung beantragen. Die Details zum Programm gibt es online unter <a href=\"http:\/\/www.leipzig.de\/gruendachfoerderung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">www.leipzig.de\/gruendachfoerderung<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine Stadtratsanfrage hat Folgen. Zur letzten Stadtratssitzung im Juli wollte die BSW-Fraktion unter anderem wissen: \u201eWie gro\u00df ist&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1256933,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1832],"tags":[12491,168150,29471,3364,29,30,71,859],"class_list":["post-1256932","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-leipzig","tag-ausgleichsflaechen","tag-biotopverbund","tag-brachflaechen","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-leipzig","tag-sachsen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117149154613709118","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1256932","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1256932"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1256932\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1256933"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1256932"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1256932"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1256932"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}