{"id":1258141,"date":"2026-08-24T19:40:28","date_gmt":"2026-08-24T19:40:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1258141\/"},"modified":"2026-08-24T19:40:28","modified_gmt":"2026-08-24T19:40:28","slug":"wie-kuerzungen-im-bundeshaushalt-die-musikbranche-treffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1258141\/","title":{"rendered":"Wie K\u00fcrzungen im Bundeshaushalt die Musikbranche treffen"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/mischpult-tontechniker-100.jpg\" alt=\"Ein Tontechniker an einem Mischpult.\" title=\"Ein Tontechniker an einem Mischpult. | picture alliance\/dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 24.08.2026 \u2022 19:50 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Seit Wochen wird \u00fcber die Sparvorhaben der Bundesregierung diskutiert. Laut Haushaltsentwurf f\u00fcr 2027 soll auch bei der Kultur gespart werden. Wo und welche Folgen das haben k\u00f6nnte?<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Annika Karoline Schleithoff, BR\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In der N\u00e4he von Augsburg hat in diesem Jahr das erste Mal das Hoi Festival stattgefunden. Drei Tage mit \u00fcber 20 Acts, viele aus der Region, und etwa 300 Besucherinnen und Besuchern pro Tag. M\u00f6glich war das Hoi auch deshalb, weil es durch den Festivalf\u00f6rderfonds, also aus Bundesmitteln, unterst\u00fctzt wurde.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Das w\u00e4re bitter schade, wenn das nach einer Ausgabe schon wieder im Keim erstickt wird&#8220;, sagt Monika Nuber, die das Hoi Festival mitorganisiert hat. Denn f\u00fcr den Festivalf\u00f6rderfonds k\u00f6nnte es k\u00fcnftig weniger Geld geben, und auch bei anderen Kulturf\u00f6rderungen soll gek\u00fcrzt werden. So steht es im Regierungsentwurf f\u00fcr den Bundeshaushalt 2027, \u00fcber den seit Wochen diskutiert wird.<\/p>\n<p>    Geplante K\u00fcrzungen treffen auch Musikbranche<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">An manchen Stellen sollen die Ausgaben steigen, zum Beispiel f\u00fcr Verteidigung. An einigen anderen aber soll gespart werden: zum Beispiel im sozialen Bereich beim Eltern- und beim Wohngeld. Und bei der Kultur. &#8222;Das ist, glaube ich kein gutes Zeichen, weil wir nat\u00fcrlich eine Kulturnation sind, und ich finde, wir m\u00fcssen auch dieses Signal senden, dass uns Kunst und Kultur etwas wert sind und dass wir es unterst\u00fctzen&#8220;, sagt Katja Lucker, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Initiative Musik.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Laut Haushaltsentwurf k\u00f6nnte auch das Reeperbahnfestival, eine der wichtigsten Nachwuchsplattformen f\u00fcr die Musikbranche in Deutschland, weniger Geld bekommen. Drei Millionen statt bisher etwa sechs Millionen. Der Initiative Musik, einer der wichtigsten F\u00f6rdereinrichtungen von Popkultur und Jazz in ganz Deutschland, k\u00f6nnten etwa 800.000 Euro an Zuwendungen gek\u00fcrzt werden. Im Entwurf sind allerdings nicht alle Gelder aufgef\u00fchrt, die in die Initiative Musik flie\u00dfen. Oft ist deshalb die Rede davon, dass die Initiative Musik etwa vier Millionen Euro weniger bekommen soll.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Auch Kraftclub war des \u00f6fteren beim Reeperbahnfestival &#8211; kann sich die Party auf der Meile in Zukunft solche Acts noch leisten?\n                    <\/p>\n<p>    \u201cKulturf\u00f6rderung ist auch Demokratief\u00f6rderung\u201d<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Akteure der Musik- und Kulturbranche kritisieren die Sparpl\u00e4ne. Der Bundesverband Popularmusik e.V. schreibt in einer Stellungnahme zu den geplanten K\u00fcrzungen. &#8222;Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung braucht unsere Demokratie starke kulturelle R\u00e4ume. Popmusik schafft Begegnung, f\u00f6rdert Teilhabe, er\u00f6ffnet Perspektiven und verbindet Menschen unabh\u00e4ngig von Herkunft, Alter oder sozialem Hintergrund. Kulturf\u00f6rderung ist deshalb immer auch Demokratief\u00f6rderung.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die K\u00fcrzung f\u00fcr das Reeperbahnfestival k\u00f6nne dazu f\u00fchren, dass die Veranstaltung verkleinert werden m\u00fcsse und weniger Unternehmen, auch aus dem Ausland dabei seien k\u00f6nnten, die Nachwuchsk\u00fcnstler einkaufen oder vermitteln, sagt Alex Schulz, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der RBX GmbH und Gr\u00fcnder des Reeperbahnfestivals. &#8222;Das w\u00e4re eine erhebliche Schw\u00e4chung der kleinen und mittelst\u00e4ndischen Unternehmen und ihrer Talente am Musikstandort Deutschland, weil sie nicht mehr ins internationale Gesch\u00e4ft k\u00e4men\u201d, sagt Schulz.<\/p>\n<p>    Wie F\u00f6rderbudgets doch noch erh\u00f6ht werden k\u00f6nnten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch f\u00fcr den Festivalf\u00f6rderfonds der Initiative Musik k\u00f6nnte es weniger Geld geben. Sowohl im Haushaltsentwurf f\u00fcr 2026 als auch in dem f\u00fcr 2027 wurden f\u00fcr den Festivalf\u00f6rderfonds zwei Millionen Euro eingeplant. Gestartet war er 2023 mit einem Umfang von f\u00fcnf Millionen Euro. Im vergangenen Jahr war es der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Katja Lucker aber gelungen, den F\u00f6rderbetrag im parlamentarischen Verfahren wieder aufzustocken, auf vier Millionen Euro.<\/p>\n<p>    Newcomer besonders betroffen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Falls das jedoch nicht noch einmal gelinge, sei das vor allem f\u00fcr Newcomer ein Problem, sagt Lucker. &#8222;Der Festivalf\u00f6rderfonds unterst\u00fctzt gerade die kleinen und mittleren Festivals, die der N\u00e4hrboden sind f\u00fcr Bands, die da das erste Mal vor gr\u00f6\u00dferem Publikum spielen, die dort ihre Karrieren aufbauen k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch Ella Rohwer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von Pro Musik, einer Interessenvertretung f\u00fcr freischaffende Musikerinnen und Musiker, f\u00fcrchtet langfristige Folgen. Wenn Festival und Clubs wegfielen, wo Newcomer auftreten k\u00f6nnen, \u201cgibt es diesen Nachwuchs irgendwann nicht mehr und das ist ganz konkret eine Gefahr f\u00fcr die Vielfalt der Musiklandschaft in Deutschland\u201d, so Rohwer.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Das &#8222;Watt en Schlick&#8220; in Dangast: ein eher kleineres Festival und damit auch B\u00fchne f\u00fcr Newcomer\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Besonders f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum sei es problematisch, wenn Festivals nicht mehr stattfinden k\u00f6nnen, sagt Christian Ordon, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der LiveMusikKommission e.V., denn dabei gehe es um mehr als nur Musik. Festivals seien Orte des Austauschs, an denen die Dorfgemeinschaft zusammenkommen und der gesellschaftliche Zusammenhalt gef\u00f6rdert werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p>    Unterschiede zwischen Hochkultur und Popkultur<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dass generell gespart werden muss, ist zwar f\u00fcr viele Menschen in der Kultur- und Musikbranche schmerzhaft, aber doch nachvollziehbar. Was manche eher st\u00f6rt: Nicht \u00fcberall in der Kultur wird gleicherma\u00dfen gek\u00fcrzt. Denn w\u00e4hrend es an einigen Stellen weniger Geld geben soll, k\u00f6nnten die Bayreuther Festspiele etwa eine Million Euro mehr bekommen. Der Grund daf\u00fcr ist laut einer Sprecherin des Staatsministers f\u00fcr Kultur und Medien, dass die Personalkosten tarifbedingt gestiegen seien.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit h\u00f6heren Ausgaben haben aber auch Festivals zu k\u00e4mpfen: Seit der Coronapandemie sind die Kosten, etwa f\u00fcr Gagen und Security, gestiegen. Hochkultur versus Popkultur, das sei &#8222;auch eine emotionale Debatte, weil es darum geht, gesehen zu werden und vor allem um die Wertsch\u00e4tzung als Wirtschaftsfaktor in der Musikindustrie&#8220;, sagt Ella Rohwer.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Noch ist der Haushalt nicht verabschiedet, das ist f\u00fcr November geplant. Davor debattieren die Abgeordneten im Bundestag dar\u00fcber und in der Regel wird der Haushaltsentwurf \u00fcberarbeitet. An den F\u00f6rderbetr\u00e4gen, die im Entwurf stehen, kann sich bis dahin also noch etwas \u00e4ndern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 24.08.2026 \u2022 19:50 Uhr Seit Wochen wird \u00fcber die Sparvorhaben der Bundesregierung diskutiert. 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