{"id":1258465,"date":"2026-08-24T23:12:31","date_gmt":"2026-08-24T23:12:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1258465\/"},"modified":"2026-08-24T23:12:31","modified_gmt":"2026-08-24T23:12:31","slug":"streit-an-burger-realschule-jetzt-widersprechen-lehrkraefte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1258465\/","title":{"rendered":"Streit an Burger-Realschule: Jetzt widersprechen Lehrkr\u00e4fte"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Karolina-Burger-Realschule.jpg\" alt=\"Karolina Burger Realschule\" width=\"1076\" height=\"771\" class=\"alignnone size-full wp-image-650871\"  \/>Ludwigshafen \/ Metropolregion Rhein-Neckar \u2013 An der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen brodelt es schon seit Jahren massiv. Sp\u00e4testens mit den j\u00fcngsten Entwicklungen zum Schuljahresbeginn ist der Konflikt \u00f6ffentlich noch deutlicher sichtbar geworden. Nun melden sich Lehrkr\u00e4fte zu Wort, die zum Schuljahresbeginn anwesend waren und die eine Versetzung von Schulleiter Herrn K\u00e4stel ablehnen. Mit ihrer nachfolgenden Stellungnahme wollen sie deutlich machen, dass die Probleme an der Schule aus ihrer Sicht keineswegs erst unter der jetzigen Schulleitung entstanden sind und dass die derzeitige Auseinandersetzung nicht auf die Person des Rektors reduziert werden d\u00fcrfe. Zugleich r\u00e4umen die Verfasser ein, dass bei Ver\u00e4nderungen unter K\u00e4stel Fehler in F\u00fchrung, Kommunikation und Umsetzung gemacht worden seien. Im Mittelpunkt m\u00fcsse ihrer Auffassung nach jedoch die Frage stehen, wie die Schule langfristig personell, p\u00e4dagogisch und organisatorisch stabilisiert werden kann \u2013 und vor allem, wie die Interessen der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler wieder st\u00e4rker in den Mittelpunkt r\u00fccken.<\/p>\n<p>Die Stellungnahme zeigt damit eine weitere Seite des inzwischen \u00f6ffentlich ausgetragenen Konflikts an der Karolina-Burger-Realschule plus. Sie macht zugleich deutlich, dass es innerhalb des Kollegiums offenbar unterschiedliche Einsch\u00e4tzungen zur Situation der Schule, zur Arbeit der Schulleitung und zu den Ursachen der bestehenden Probleme gibt.<\/p>\n<p><strong>\u201eNachfolgend dokumentiert MRN-News die Stellungnahme der Lehrkr\u00e4fte ungek\u00fcrzt und im Wortlaut.\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hintergrundinformationen zur Situation an der Karolina-Burger-Realschule plus<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Die Probleme der Schule sind nicht erst unter der jetzigen Schulleitung entstanden<\/strong><\/p>\n<p>Die Karolina-Burger-Realschule plus ist ein gro\u00dfes Schulsystem mit einer in Teilen sehr herausfordernden Sch\u00fclerschaft. Gewalt, massive Unterrichtsst\u00f6rungen, Bedrohungen, Sachbesch\u00e4digungen und andere schwerwiegende Vorf\u00e4lle gab es bereits lange vor dem Amtsantritt von Herrn K\u00e4stel.<br \/>Ein Beispiel ist ein Toilettenbrand im Jahr 2021. Auch Bedrohungen, Zerst\u00f6rungen und Erpressungen durch Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler waren bereits aus fr\u00fcheren Jahren bekannt.<br \/>Deshalb greift eine Darstellung zu kurz, nach der die heutigen Probleme der Schule erst mit der jetzigen Schulleitung entstanden seien.<\/p>\n<p><strong>2. \u00dcber viele Jahre fand kaum Schulentwicklung statt<\/strong><\/p>\n<p>Vor dem Amtsantritt von Herrn K\u00e4stel konzentrierte sich das schulische Leben im Wesentlichen auf den Unterricht. Ein dar\u00fcberhinausgehendes aktives Schulleben, eine st\u00e4rkere \u00d6ffnung der Schule nach au\u00dfen und eine systematische Schulentwicklung waren nur wenig ausgepr\u00e4gt.<br \/>Das hatte auch eine entlastende Seite: Zus\u00e4tzliche Aufgaben wurden vom Kollegium weitgehend ferngehalten. Gleichzeitig entstand dadurch \u00fcber viele Jahre eine Arbeitskultur, in der zus\u00e4tzliche Verantwortungs\u00fcbernahme, neue Projekte und Ver\u00e4nderungen von etablierten Abl\u00e4ufen eine eher geringe Rolle spielten.<\/p>\n<p><strong>3. Unter Herrn K\u00e4stel wurde versucht, die Schule deutlich weiterzuentwickeln<\/strong><\/p>\n<p>In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Bereiche neu aufgebaut, wiederbelebt oder verst\u00e4rkt:<\/p>\n<p>\u2022\tWiederaufbau von Streitschlichtung<br \/>\u2022\tUmsetzung des Startchancenprogramms<br \/>\u2022\tZusammenarbeit mit au\u00dferschulischen Partnern wie Hook Together<br \/>\u2022\tZusammenarbeit mit den Rapagogen, die allerdings innerhalb des Kollegiums keine ausreichende Zustimmung fanden<br \/>\u2022\tst\u00e4rkere Zusammenarbeit mit dem Stadtteil Mundenheim<br \/>\u2022\tKooperation mit St. Josef im Bereich Pflege<br \/>\u2022\tAufbau eines Schulsanit\u00e4tsdienstes<br \/>\u2022\tdeutlicher Ausbau der Berufsorientierung<br \/>\u2022\tAufbau bzw. Weiterentwicklung eines Krisenteams<br \/>\u2022\tAusbildung von Brandschutzhelferinnen und Brandschutzhelfern<br \/>\u2022\tAufbau einer neuen Homepage<br \/>\u2022\tst\u00e4rkere F\u00f6rderung und Ermutigung von Lehrkr\u00e4ften, Fortbildungen zu besuchen und sich beruflich weiterzuentwickeln<\/p>\n<p>Der grunds\u00e4tzliche Ansatz bestand darin, Schule nicht ausschlie\u00dflich als Ort von Unterricht zu verstehen, sondern st\u00e4rker mit Eltern, sozialen Einrichtungen, Berufsberatung, au\u00dferschulischen Partnern und dem Stadtteil zusammenzuarbeiten.<br \/>Gerade angesichts der sozialen und p\u00e4dagogischen Herausforderungen der Sch\u00fclerschaft erscheint eine solche \u00d6ffnung der Schule grunds\u00e4tzlich notwendig.<\/p>\n<p><strong>4. Bei der Umsetzung wurden jedoch auch Fehler gemacht<\/strong><\/p>\n<p>Die Entwicklung verlief, unserer Ansicht nach, teilweise zu schnell. Herr K\u00e4stel wollte innerhalb kurzer Zeit sehr viele Ver\u00e4nderungen ansto\u00dfen.<br \/>Das traf auf ein System, das \u00fcber Jahre mit deutlich anderen Strukturen und Erwartungen gearbeitet hatte.<br \/>Ver\u00e4nderungsprozesse h\u00e4tten deshalb vermutlich langsamer, st\u00e4rker moderiert und teilweise besser kommuniziert werden m\u00fcssen. Nicht alle Besch\u00e4ftigten f\u00fchlten sich bei Ver\u00e4nderungen ausreichend mitgenommen.<br \/>Gleichzeitig wurde von Lehrkr\u00e4ften teilweise deutlich mehr selbstst\u00e4ndiges und eigenverantwortliches Arbeiten erwartet als zuvor. Auch dies f\u00fchrte zu Konflikten.<br \/>Es w\u00e4re deshalb falsch zu behaupten, bei der F\u00fchrung und Kommunikation seien keine Fehler gemacht worden. Ebenso verk\u00fcrzt w\u00e4re aber die Schlussfolgerung, dass die grundlegenden Probleme der Schule durch diese F\u00fchrungsfehler entstanden seien.<\/p>\n<p><strong>5. Der Konflikt ist inzwischen stark personalisiert<\/strong><\/p>\n<p>Die Diskussion dreht sich mittlerweile sehr stark um die Person des Schulleiters. Dadurch geraten die strukturellen Probleme der Schule zunehmend aus dem Blick.<br \/>Auch die Darstellung, das Kollegium vertrete geschlossen eine bestimmte Position, entspricht nicht der Wahrnehmung aller Besch\u00e4ftigten. Innerhalb des Kollegiums bestehen unterschiedliche Einsch\u00e4tzungen zur Schulentwicklung und zur aktuellen Situation.<br \/>Besch\u00e4ftigte, die sich keiner klaren Seite zuordnen oder die Entwicklungen differenzierter beurteilen, erleben die derzeitige Atmosph\u00e4re teilweise als schwierig.<br \/>Die Auseinandersetzung sollte deshalb nicht weiter als Konflikt \u201eSchulleiter gegen Kollegium\u201c gef\u00fchrt werden. Die tats\u00e4chlichen Positionen innerhalb eines gro\u00dfen Kollegiums sind wesentlich vielf\u00e4ltiger.<\/p>\n<p><strong>6. Die derzeitige Situation belastet diejenigen, die den Schulbetrieb aufrechterhalten<\/strong><\/p>\n<p>Trotz der aktuellen personellen Situation wird versucht, so viel Unterricht und schulischen Alltag wie m\u00f6glich aufrechtzuerhalten.<br \/>F\u00fcr die weiterhin anwesenden Lehrkr\u00e4fte bedeutet dies teilweise eine erhebliche Mehrbelastung. Gleichzeitig m\u00fcssen organisatorische Aufgaben \u00fcbernommen und L\u00f6sungen gefunden werden, damit die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler weiterhin beschult werden k\u00f6nnen.<br \/>In der \u00f6ffentlichen Diskussion wird diese Arbeit bislang nur wenig wahrgenommen.<\/p>\n<p><strong>7. Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler geraten aus dem Blick<\/strong><\/p>\n<p>Besonders problematisch ist, dass letztendlich die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler die Folgen des Konflikts tragen.<br \/>Die gro\u00dfe Mehrheit der Jugendlichen hat mit den \u00f6ffentlich bekannt gewordenen Vorf\u00e4llen nichts zu tun. Trotzdem m\u00fcssen sie mit dem Ruf leben, eine bundesweit als besonders problematisch dargestellte Schule zu besuchen.<br \/>Gerade f\u00fcr Jugendliche, die einen Schulabschluss erreichen und anschlie\u00dfend einen Ausbildungsplatz finden m\u00f6chten, kann eine dauerhaft negative \u00f6ffentliche Wahrnehmung ihrer Schule problematisch sein.<br \/>Gleichzeitig gef\u00e4hrdet der interne Konflikt genau diejenigen Angebote, die diesen Jugendlichen zus\u00e4tzliche Perspektiven erm\u00f6glichen sollen: Berufsorientierung, Kooperationen mit Unternehmen und Einrichtungen, sozialp\u00e4dagogische Projekte, Pr\u00e4ventionsangebote und ein aktives Schulleben.<\/p>\n<p><strong>8. Ein Personalwechsel allein wird die Probleme vermutlich nicht l\u00f6sen<\/strong><\/p>\n<p>Die zentrale Frage sollte deshalb nicht ausschlie\u00dflich lauten, wer die Schule zuk\u00fcnftig leitet.<br \/>Eine Schule mit dieser Gr\u00f6\u00dfe und diesen Herausforderungen ben\u00f6tigt aus meiner Sicht eine wesentlich intensivere und l\u00e4ngerfristige Unterst\u00fctzung.<br \/>Denkbar w\u00e4ren insbesondere:<br \/>\u2022\teine engmaschige Begleitung durch Schulaufsicht und Schultr\u00e4ger<br \/>\u2022\tprofessionelle Supervision f\u00fcr Schulleitung und Kollegium<br \/>\u2022\texterne Moderation zur Aufarbeitung des inzwischen verh\u00e4rteten Konflikts oder eben Aufbau eines komplett neuen Kollegiums und eines neuen Schulleitungsteams<br \/>\u2022\tzeitweise Unterst\u00fctzung durch erfahrene Schulmanager bzw. zus\u00e4tzliche F\u00fchrungskr\u00e4fte<br \/>\u2022\teine St\u00e4rkung multiprofessioneller Teams<br \/>\u2022\tausreichend Schulsozialarbeit und sozialp\u00e4dagogische Unterst\u00fctzung<br \/>\u2022\tzus\u00e4tzliche Unterst\u00fctzung bei Schulentwicklung und Organisationsentwicklung<br \/>\u2022\tklare Strukturen und Zust\u00e4ndigkeiten<br \/>\u2022\tein langfristiger Entwicklungsprozess statt kurzfristiger Einzelma\u00dfnahmen<\/p>\n<p>Nach den inzwischen entstandenen Konflikten d\u00fcrfte es nicht ausreichen, lediglich einzelne Personen auszutauschen und anschlie\u00dfend zu erwarten, dass die Schule wieder funktioniert.<br \/>Kernbotschaft<br \/>Die Karolina-Burger-Realschule plus hat erhebliche Probleme. Diese sollten weder kleingeredet noch besch\u00f6nigt werden.<br \/>Sie sind jedoch nicht innerhalb weniger Jahre entstanden und lassen sich deshalb auch nicht ausschlie\u00dflich einer einzelnen Person zuschreiben. In den vergangenen Jahren wurden gleichzeitig viele Entwicklungsprozesse angesto\u00dfen, die f\u00fcr eine Schule mit dieser Sch\u00fclerschaft notwendig sind. Bei Geschwindigkeit, Kommunikation und Umsetzung dieser Ver\u00e4nderungen wurden auch Fehler gemacht.<\/p>\n<p>Die derzeitige Personalisierung des Konflikts droht jedoch den Blick auf die entscheidende Frage zu verstellen:<br \/>Welche dauerhaften personellen, p\u00e4dagogischen und organisatorischen Strukturen braucht diese Schule, damit die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler die Unterst\u00fctzung und Bildung erhalten, die ihnen zusteht?<\/p>\n<p class=\"post-modified-info\">Zuletzt aktualisiert am 24. August 2026, 18:32<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ludwigshafen \/ Metropolregion Rhein-Neckar \u2013 An der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen brodelt es schon seit Jahren massiv. 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