{"id":1258913,"date":"2026-08-25T04:20:14","date_gmt":"2026-08-25T04:20:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1258913\/"},"modified":"2026-08-25T04:20:14","modified_gmt":"2026-08-25T04:20:14","slug":"frauen-an-die-front-ukraine-diskutiert-neue-mobilisierungsmassnahmen-fuer-den-donbass","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1258913\/","title":{"rendered":"Frauen an die Front? Ukraine diskutiert neue Mobilisierungsma\u00dfnahmen f\u00fcr den Donbass"},"content":{"rendered":"<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Reicht die Zahl der Soldaten aus, um die Front im Donbass zu halten? Diese Frage treibt die <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/category\/ukraine\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ukrainische Milit\u00e4rf\u00fchrung<\/a> seit Monaten um, und offenbar wird nun \u00fcber eine neue Option nachgedacht: eine Anhebung statt einer Senkung der Altersgrenze. Wie Roman Kostenko, Sekret\u00e4r des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses der Werchowna Rada, der Ukrajinska Prawda sagte, werde im Generalstab derzeit erwogen, den Kreis der Wehrpflichtigen auf M\u00e4nner bis 50 oder 55 Jahre zu begrenzen. Ausgenommen blieben demnach Reservisten mit Mangelberufen oder f\u00fcr die Armee besonders wichtigen Qualifikationen.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Eine solche Regelung w\u00fcrde de facto bedeuten, dass M\u00e4nner jenseits dieser Altersgrenze k\u00fcnftig gar nicht mehr zum Milit\u00e4rdienst herangezogen werden k\u00f6nnten \u2013 anders als bisher, wo die Mobilisierung formal bis 60 Jahre reicht. Kostenko zufolge m\u00fcsste daf\u00fcr nicht einmal das Gesetz ge\u00e4ndert werden. \u201eEs reicht eine entsprechende verwaltungsrechtliche Entscheidung\u201c, erkl\u00e4rte der Abgeordnete gegen\u00fcber der Ukrajinska Prawda. Einen Beschluss gebe es aber noch nicht, betonte er. Diskussionen \u00fcber m\u00f6gliche Varianten dauerten an.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Eine Senkung der Altersgrenze unter 25 Jahre stehe dagegen derzeit nicht zur Debatte, stellte Kostenko klar. \u201eEine solche Entscheidung l\u00e4sst sich ohne Gesetzes\u00e4nderung nicht umsetzen.\u201c Zugleich hatte er bereits vergangene Woche im ukrainischen Fernsehen angek\u00fcndigt, dass \u201eradikale\u201c Ma\u00dfnahmen in der <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/selenskyj-kreml-plant-mobilisierungswelle-300000-neue-soldaten-10320156\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mobilisierung<\/a> bevorst\u00fcnden, da die eingef\u00fchrten Geldzulagen f\u00fcr Vertragssoldaten die Zahl der Freiwilligen nicht steigen lie\u00dfen. Ganz im Gegenteil: Die Zahl der Soldaten, die der ukrainischen Armee zur Verf\u00fcgung st\u00fcnden, stagniere oder sinke sogar.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Scharfe Kritik kommt hingegen von der ukrainischen Journalistin und fr\u00fcheren Pr\u00e4sidialsprecherin Iuliia Mendel. W\u00e4hrend sich westliche Medien auf Korruptionsaff\u00e4ren rund um Selenskyj und bestimmte innenpolitische Figuren konzentrierten, sei die eigentlich gr\u00f6\u00dfte Geschichte der Ukraine die m\u00f6gliche Senkung des Mobilisierungsalters, schrieb sie auf X. Kostenkos \u00c4u\u00dferungen zu den \u201eradikalen\u201c \u00c4nderungen h\u00e4tten bereits eine Welle der Emp\u00f6rung und Angst ausgel\u00f6st, so Mendel; eine zivilgesellschaftliche Bewegung gegen Zwangsmobilisierung, <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/ukraine-zwangsmobilisierung-strassenrazzien-folter-menschenrechtsverletzungen-tck-10257717\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Folter und Korruption<\/a> in den Rekrutierungsb\u00fcros sei in der Ukraine l\u00e4ngst im Gange.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Sollten die Beh\u00f6rden in Kiew dazu \u00fcbergehen, junge Menschen einzuziehen, falle die Reaktion wom\u00f6glich noch heftiger aus als seinerzeit bei der Debatte um die Mobilisierung von Frauen. Im schlimmsten Fall drohe ein \u201eschwelender innerer Konflikt\u201c. Die Ukrainer w\u00fcrden ihre \u201eKinder\u201c nicht einfach dem Krieg \u00fcberlassen, betonte Mendel. Die Stimmung im Land sei derzeit katastrophal, schrieb sie weiter. Ein harter Winter stehe bevor, mit wachsender Armut, Rekordzahlen an Opfern und Menschenrechtsverletzungen; Videos von einem \u201ebrennenden Russland\u201c k\u00f6nnten daran nichts lindern. Der Pessimismus wachse, und die Kriegsm\u00fcdigkeit habe ihren H\u00f6hepunkt erreicht.\n            <\/p>\n<p>            Die Frauenfrage bleibt offen<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Parallel zur Debatte um die Altersgrenzen k\u00f6chelt seit Wochen eine zweite, emotional aufgeladene Diskussion rund um den Dnjepr: \u00fcber eine m\u00f6gliche Mobilisierung von Frauen. Ausgel\u00f6st hatte sie unter anderem der fr\u00fchere Verteidigungsminister Oleksij Resnikow, der ein Modell nach israelischem Vorbild ins Spiel brachte, also eine allgemeine Dienstpflicht f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen. Sein Argument: Man k\u00f6nnte das mobilisierbare Personal potenziell verdoppeln, wenn Frauen Positionen im Hinterland \u00fcbern\u00e4hmen und daf\u00fcr besser ausgebildete M\u00e4nner n\u00e4her an die Frontlinie r\u00fcckten.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Deutliche Kritik daran kam von Andrij Kowalenko, dem Leiter des Zentrums f\u00fcr strategische Kommunikation und Informationssicherheit beim ukrainischen Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat. Eine <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/frauen-gegen-busifizierung-wie-ukrainerinnen-widerstand-gegen-zwangsmobilisierung-leisten-10017354\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zwangsmobilisierung von Frauen<\/a> sei aus seiner Sicht nicht n\u00f6tig. \u201eGenauso wenig braucht es st\u00e4ndige Kommentare dazu von Experten, Ex-Ministern und Leuten, die selbst nicht dienen und nur in rei\u00dferische Schlagzeilen wollen.\u201c Frauen dienten in den ukrainischen Streitkr\u00e4ften bereits jetzt freiwillig, und das sei \u201ewunderbar\u201c, so Kowalenko.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Auch die fr\u00fchere stellvertretende Verteidigungsministerin Hanna Maljar \u00e4u\u00dferte sich in den sozialen Netzwerken zu dem Thema. \u00dcber Bedarf und Umfang entscheide seit jeher allein der Generalstab auf Basis konkreter Berechnungen zum tats\u00e4chlichen Personalbedarf der Streitkr\u00e4fte. Seit 2022 habe der Generalstab wiederholt erkl\u00e4rt, dass zum jeweiligen Zeitpunkt kein Bedarf an einer Mobilisierung von Frauen bestehe. Zwangsweise an die Front geschickt worden seien Frauen bislang nicht; sie k\u00f6nnten sich freiwillig zum Dienst melden, auch f\u00fcr Kampfeins\u00e4tze. In der gegenw\u00e4rtigen Debatte m\u00fcsse nun wieder der Generalstab \u201eauf Grundlage von Berechnungen und der Ermittlung des tats\u00e4chlichen Bedarfs der Streitkr\u00e4fte\u201c den Schlusspunkt setzen, forderte Maljar.<\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/images\/blz\/send-mail.svg\" alt=\"Send feedback\"\/><\/p>\n<p>Lesen Sie mehr zum Thema<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Reicht die Zahl der Soldaten aus, um die Front im Donbass zu halten? 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