{"id":1259162,"date":"2026-08-25T07:06:22","date_gmt":"2026-08-25T07:06:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1259162\/"},"modified":"2026-08-25T07:06:22","modified_gmt":"2026-08-25T07:06:22","slug":"kiew-soll-unbewohnbar-werden-russland-greift-auch-wasserversorgung-der-ukrainischen-hauptstadt-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1259162\/","title":{"rendered":"Kiew soll unbewohnbar werden: Russland greift auch Wasserversorgung der ukrainischen Hauptstadt an"},"content":{"rendered":"<p>Kiew soll unbewohnbar werdenRussland greift auch Wasserversorgung der ukrainischen Hauptstadt an25.08.2026, 08:20 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Denis-Trubetskoy-article23608040.html\" class=\"article-detail-head_author___bDMZ\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_1_1__Ei3jf\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1787606478_479_image.webp\" alt=\"image\"\/>Von Denis Trubetskoy, Kiew<\/a><\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(08:06 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/610658669.webp\" alt=\"610658669\"\/>Feuer in Kiew nach einem russischen Raketenangriff (Bild vom 1. August). (Foto: picture alliance \/ Photoshot)<\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Die russische Armee nimmt nicht nur die Energie- und Lebensmittelversorgung der ukrainischen Hauptstadt unter Beschuss. Gezielte Angriffe gibt es verst\u00e4rkt auch auf die Wasserversorgung &#8211; und auf das Abwassersystem. Das Problem: Kiew ist von einer einzigen Kl\u00e4ranlage abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Beim Versuch, die ukrainische Hauptstadt im kommenden Winter unbewohnbar zu machen, setzt Russland auf unterschiedliche Methoden. Die Energieinfrastruktur der Stadt und der Region um Kiew wird bereits seit dem Herbst 2022 systematisch attackiert. Aufgrund der gro\u00dfen Zerst\u00f6rungen, die dem Energiesystem in fast vier Jahren zugef\u00fcgt wurden, sind gro\u00dfe Strom- und Heizungsausf\u00e4lle unvermeidlich. In Vorbereitung auf den n\u00e4chsten Winter hat die russische Armee Ende letzter Woche erstmals seit Monaten wieder Energieobjekte in und um Kiew angegriffen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Zudem hat Russland die am 5. August begonnene Kampagne gegen Lebensmittellager noch einmal verst\u00e4rkt. Neben Verteilzentren der wichtigsten Supermarktketten in der Hauptstadtregion werden auffallend h\u00e4ufig Verteilzentren von Eiscremefabriken unter Beschuss genommen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Offenbar will Russland den Handelsketten schon vorab eine Ausweichm\u00f6glichkeit nehmen. Die Unternehmen k\u00e4mpfen jetzt schon mit einem Mangel an K\u00fchlr\u00e4umen, deren Errichtung technisch aufwendig ist und nicht von heute auf morgen erfolgen kann. Bereits jetzt ist teilweise ein Mangel an Milch und Fleisch erkennbar. Das d\u00fcrfte im Winter noch gravierender werden.<\/p>\n<p>Anf\u00e4llig sind vor allem die Stadtteile \u00f6stlich des Dnipro<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">All das wird die Kiewer, \u00e4hnlich wie im letzten, \u00fcberdurchschnittlich kalten Winter, massiv unter Druck setzen. \u00dcberraschend wird es niemanden. Trotzdem ist denkbar, dass dieses Mal mehr Menschen als im vergangenen Jahr die Hauptstadt f\u00fcr ein paar Monate verlassen. Der letzte Winter hatte f\u00fcr keine bedeutende Ausreisewelle gesorgt. Die gro\u00dfe Hoffnung in Kiew ist, dass der kommende Winter nicht so kalt ausfallen wird.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Der Kreml findet allerdings immer neue Wege, um Kiew zu terrorisieren. Die bisherigen Schl\u00e4ge gegen Energieobjekte hatten zwar bereits weitreichende Folgen f\u00fcr das Wasser- und Abwassersystem. Diese waren jedoch zeitlich begrenzt. Denn Stromausf\u00e4lle f\u00fchrten naturgem\u00e4\u00df auch zum Ausfall von Pumpen, was niedrigeren Wasserdruck und Versorgungsengp\u00e4sse verursachte. Besonders ist das \u00f6stliche Ufer des Flusses Dnipro ist aufgrund der veralteten Infrastruktur f\u00fcr solche Ausf\u00e4lle anf\u00e4llig.<\/p>\n<p>Selenskyj warnte bereits im Fr\u00fchjahr vor Angriffen auf die Wasserversorgung<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Zu Engp\u00e4ssen bei der Warmwasserversorgung kam es in manchen Stadtteilen Kiews auch nach einem der Angriffe in der letzten Woche. Zuletzt verdeutlichten die Flugrouten der russischen Spionagedrohnen, welche Objekte Russland demn\u00e4chst ins Visier nehmen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Auch die Routen der Angriffe sind zunehmend auff\u00e4llig. Schon Anfang des Jahres gab es erste konkrete Hinweise auf systematische Attacken gegen die Wasserversorgung. Im Fr\u00fchjahr warnte Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj mit Verweis auf die ukrainische Aufkl\u00e4rung ausdr\u00fccklich, Russland plane einen systematischen Beschuss von Trinkwasserversorgung, Pumpstationen, Staud\u00e4mmen, Wasserkraftwerken und Br\u00fccken, um die Versorgungssysteme nachhaltig zu besch\u00e4digen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das veraltete Kanalisationssystem von Kiew gilt ohnehin als einer der wunden Punkte der Hauptstadt. Im Sommer stand vor allem die Kl\u00e4ranlage Bortnyzja in der Diskussion. Es handelt sich dabei um die gr\u00f6\u00dfte Kl\u00e4ranlage f\u00fcr die Stadt und f\u00fcr Teile der Region um Kiew, von der zusammengerechnet rund f\u00fcnf Millionen Menschen abh\u00e4ngen. Ab Ende Mai 2026 gab es mehrere Meldungen zum Beschuss von Bortnyzja, vor allem mit ballistischen Raketen, die von der ukrainischen Flugabwehr wegen des Munitionsmangels kaum mehr zu stoppen sind.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das Ausma\u00df der Angriffe ist unklar. In einigen F\u00e4llen wurde von offizieller Stelle sp\u00e4ter dementiert, dass es den Beschuss \u00fcberhaupt gab. Dass die Kl\u00e4ranlage Bortnyzja f\u00fcr Russland von gro\u00dfem Interesse ist, ist aber auf Basis der Besuche von Spionagedrohnen offensichtlich.<\/p>\n<p>Kiew h\u00e4ngt von einer Kl\u00e4ranlage ab<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das Abwassersystem von Kiew ist stark zentralisiert und von Bortnyzja abh\u00e4ngig. Die Wasserversorgung h\u00e4ngt zwar nicht direkt von der Anlage ab. Ohne ein funktionierendes Abwassersystem ist ein halbwegs normales Leben in einer Gro\u00dfstadt wie Kiew jedoch kaum vorstellbar. Eine wirkliche Alternative f\u00fcr Bortnyzja gibt es nicht. Denn die Kl\u00e4ranlage nimmt mehr oder weniger das gesamte industrielle und h\u00e4usliche Abwasser der Hauptstadt auf und ist die Endstation des gesamten Abwassersystems der Stadt. Es wird \u00fcber Sammelleitungen und von Pumpstationen nach Bortnyzja geleitet.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Trotz des Mangels an Patriot-Raketen gibt es hier eine gute Nachricht: Die Zerst\u00f6rung der Kl\u00e4ranlage ist eine viel schwierigere Aufgabe als etwa die Vernichtung eines Kraftwerks, was sich \u00fcber die Jahre ebenfalls als \u00e4u\u00dferst kompliziert erwiesen hat. Bei der Kl\u00e4ranlage handelt es sich um einen riesigen Komplex von etwa 300 Hektar, der unter anderem mit massiven Stahlbetonkonstruktionen aufgebaut wurde. Russland br\u00e4uchte Unmengen an ballistischen Raketen, um Bortnyzja komplett zu zerst\u00f6ren. Dass dies gelingt, ist wenig wahrscheinlich.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Russland w\u00e4re aber sehr wohl in der Lage, neben der Stromversorgung von Bortnyzja gezielt Kompressoren, Pumpen oder Steuerungssysteme anzugreifen. Schon ein mehrt\u00e4giger Stromausfall k\u00f6nnte daf\u00fcr sorgen, dass Bakterien, die das Abwasser reinigen, ohne Sauerstoff absterben. Deren Wiederherstellung k\u00f6nnte Wochen dauern. Zwar sind die Stromreserven von Bortnyzja genau deswegen entsprechend gro\u00df. Auch der physische Schutz der relevanten Objekte wurde ausgebaut. Vollst\u00e4ndigen Schutz gibt es jedoch nicht.<\/p>\n<p>Antwortet die Ukraine mit Angriffen auf russische Kl\u00e4ranlagen?<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die praktischen Folgen eines bedeutenden Ausfalls k\u00f6nnten gravierend sein. Abw\u00e4sser k\u00f6nnten am Ende in Keller und in die unteren Stockwerke von Geb\u00e4uden zur\u00fcckflie\u00dfen, was das Leben in einer Hochhausstadt wie Kiew schnell erschweren w\u00fcrde. Die Folgen einer gezielten Unterbrechung von Strom- und Pumpanlagen k\u00f6nnten die Reinigung wochenlang lahmlegen. Unhygienische Bedingungen wiederum k\u00f6nnten eine Zunahme von Darminfektionen oder von Krankheiten wie Hepatitis A ausl\u00f6sen und die Krankenh\u00e4user \u00fcberlasten.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Auch mittelgro\u00dfe St\u00e4dte in der Ukraine k\u00f6nnten im Winter vor gr\u00f6\u00dferen Herausforderungen stehen. Deren Wasserversorgung h\u00e4ngt oft nur von ein oder zwei gr\u00f6\u00dferen Pumpstationen ab, deren Zerst\u00f6rung das ganze System zusammenbrechen lassen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Ob Russland darauf abzielt, ist nicht klar: In Russland ist diese Ausgangslage sowie das Schutzniveau der entsprechenden Anlagen \u00e4hnlich &#8211; und nat\u00fcrlich besteht aus russischer Sicht das Risiko, dass die Ukraine auf eine \u00e4hnliche Art und Weise antworten k\u00f6nnte. Mit Blick auf Kiew h\u00e4lt sich der Optimismus allerdings stark in Grenzen. Zumal Russland mit der aktuellen Kampagne gegen die Lebensmittellager keinen Hehl daraus macht, dass es dem Kreml sehr recht w\u00e4re, wenn die drei Millionen Menschen in der ukrainischen Hauptstadt im Winter weniger und am liebsten gar kein Essen zur Verf\u00fcgung h\u00e4tten.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kiew soll unbewohnbar werdenRussland greift auch Wasserversorgung der ukrainischen Hauptstadt an25.08.2026, 08:20 Uhr Von Denis Trubetskoy, Kiew Artikel&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1259163,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[5],"tags":[661,13,5793,929,14,15,16,12,2544,10,8,9,11,317],"class_list":["post-1259162","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten","tag-angriff-auf-die-ukraine","tag-headlines","tag-kiew","tag-kriege-und-konflikte","tag-nachrichten","tag-news","tag-politik","tag-schlagzeilen","tag-terrorismus","tag-top-news","tag-top-meldungen","tag-topmeldungen","tag-topnews","tag-ukraine"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117154887601241533","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1259162","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1259162"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1259162\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1259163"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1259162"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1259162"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1259162"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}