{"id":1259277,"date":"2026-08-25T08:17:13","date_gmt":"2026-08-25T08:17:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1259277\/"},"modified":"2026-08-25T08:17:13","modified_gmt":"2026-08-25T08:17:13","slug":"arm-aber-sexy-berlin-verliert-seinen-reiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1259277\/","title":{"rendered":"Arm, aber sexy? Berlin verliert seinen Reiz."},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Es geht dahin mit Berlin. Vor 20 Jahren hielten noch zwei von drei Deutschen ihre Hauptstadt f\u00fcr eine Metropole von Welt. Heute behaupten das nur noch 31 Prozent. Tendenz: fallend. Die Diskrepanz zwischen dem Berlin, das seine Besucher fasziniert, und dem Berlin, das seine Bewohner frustriert, w\u00e4chst. Die Wahl im September wird daran nichts \u00e4ndern.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/berlin-und-seine-buergermeister-die-verwalter-des-mangels-114786637\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Egal, wer die Stadt seit dem Regierungsumzug 1999 regiert hat<\/a>, ob gro\u00dfe Koalitionen, rot-gr\u00fcne oder rot-rot-gr\u00fcne: mehr denn je h\u00e4ngt Berlin heute am Tropf des Bundes und des L\u00e4nderfinanzausgleichs. Aus einem im europ\u00e4ischen Vergleich g\u00fcnstigen Reiseziel ist eine Stadt geworden, in der es keinen Unterschied macht, ob man sie nur f\u00fcr ein paar Tage ansteuert oder dort lebt: Hotelpreise, Wohnungsmieten und der Immobilienmarkt sind quasi im Gleichschritt in die H\u00f6he geschossen. So aber lockt man keine Unternehmen an, keine jungen Arbeitskr\u00e4fte und auch keine neuen Touristen. Ein sichtbares Indiz: In den beiden vergangenen Jahren lagen die \u00dcbernachtungszahlen mit gut zw\u00f6lf Millionen deutlich unter den 14 Millionen der Vor-Corona-Zeit.\n  <\/p>\n<p>            Berlin 2026: Lauter, teurer, schmutziger<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Es ist ein schleichender, aber kaum aufzuhaltender Prozess. Berlin ist mit den Jahren nicht nur immer teurer geworden, sondern auch immer lauter, immer schmutziger und immer noch ein St\u00fcck chaotischer. Der alte Slogan von Klaus Wowereit, die Stadt sei arm, aber sexy, gilt nicht mehr: Das Berlin des Jahres 2026 ist immer noch arm, aber nicht mehr sexy. Es kultiviert allenfalls seine Unfertigkeit und seine Widerspr\u00fcche: Das latent Gro\u00dfm\u00e4nnische, zu dem der Berliner (oder die Berlinerin) kraft Herkunft neigt, steht im krassen Kontrast zum Kleinmut vieler Politiker, die sie w\u00e4hlen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/kai-wegner-sagte-ueber-sein-krisenmanagement-im-stromausfall-die-unwahrheit-muss-er-aufgeben-114709353\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Die einen sind schon froh, wenn sie den Status quo halbwegs friktionsfrei verwalten und nicht so t\u00f6lpelhaft in Fettn\u00e4pfchen tappen wie der amtierende B\u00fcrgermeister Kai Wegner<\/a>, der lieber zum Tennis ging, als sich um einen gro\u00dfen Stromausfall zu k\u00fcmmern. Die anderen tr\u00e4umen von einem Berlin, aus dem Autos systematisch verbannt, Wohnungskonzerne enteignet und die anderen Bundesl\u00e4nder finanziell noch st\u00e4rker in die Pflicht genommen werden.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    So schwindet die Strahlkraft der Hauptstadt immer weiter. Ihr kulturelles Angebot ist mit seinen Theatern, den Opern, Orchestern,  Museen und einer quirligen freien Szene noch immer eines von Weltrang, in ihr zu leben oder sie zu besuchen, aber wird  zunehmend beschwerlicher. Seit 2020 steigt die Zahl der Berlinerinnen und Berliner, die ihrer Stadt den R\u00fccken kehren, alleine im vergangenen Jahr waren es 160.000, darunter viele junge Familien. Dass Berlin gleichwohl noch w\u00e4chst, erkl\u00e4rt sich mit der hohen Zuwanderung, die aber mehr Probleme schafft als l\u00f6st. Unter anderem haben sich die Kosten f\u00fcr die Unterbringung von Migranten in f\u00fcnf Jahren fast verdreifacht &#8211; auf 900 Millionen Euro.\n  <\/p>\n<p>            Die Stadt schmort zu sehr im eigenen Saft<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Landespolitik steht all dem hilflos gegen\u00fcber. Der Versuch des Konservativen Wegner, sich als liberaler Metropolenb\u00fcrgermeister neu zu erfinden, ist ebenso gescheitert <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/die-linkspartei-eine-afd-fuer-linke-3-114973509\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">wie die Versuche der Linken zum Scheitern verurteilt sind, die Hauptstadt mit ihren Enteignungsfantasien zu retten<\/a> \u2013 ein deutsches Caracas, \u00fcberspitzt formuliert. Berlin schmort zu sehr im eigenen Saft  und br\u00e4uchte nichts dringender als einen starken Impuls von au\u00dfen. Eine politische Frischluftzufuhr. Die Chance, einen B\u00fcrgermeisterkandidaten zu nominieren, der (oder die) frei von alten Abh\u00e4ngigkeiten agieren kann, hat jedoch keine Partei genutzt. Von links bis rechts &#8211; nur kleines Karo. Weit und breit ist kein zweiter Richard von Weizs\u00e4cker in Sicht, ja nicht einmal ein neuer Wowereit. Fast 40 Jahre nach dem Mauerfall wirkt die Berliner Politik noch immer wie eingemauert.\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es geht dahin mit Berlin. Vor 20 Jahren hielten noch zwei von drei Deutschen ihre Hauptstadt f\u00fcr eine&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1259278,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[513,296,162,29,30,20336,2384,3056,3761,16,1269,4206],"class_list":["post-1259277","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-auto","tag-berlin","tag-coronavirus","tag-deutschland","tag-germany","tag-immobilienmarkt","tag-kai-wegner","tag-klaus-wowereit","tag-landespolitik","tag-politik","tag-prozess","tag-tennis"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117155164882218143","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1259277","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1259277"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1259277\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1259278"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1259277"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1259277"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1259277"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}