{"id":1259819,"date":"2026-08-25T14:38:27","date_gmt":"2026-08-25T14:38:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1259819\/"},"modified":"2026-08-25T14:38:27","modified_gmt":"2026-08-25T14:38:27","slug":"grundwasser-sinkt-fuhrberger-feld-steht-vor-neuer-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1259819\/","title":{"rendered":"Grundwasser sinkt: Fuhrberger Feld steht vor neuer Krise"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/fuhrbergerfeld-100.webp\" alt=\"Wasserf\u00f6rderung im Fuhrberger Feld.\" title=\"Wasserf\u00f6rderung im Fuhrberger Feld. | NDR\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\n                Stand: 25.08.2026 15:54 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Das Fuhrberger Feld ist das gr\u00f6\u00dfte Wasserschutzgebiet Norddeutschlands. Hier entscheidet sich gerade eine Frage, die weit \u00fcber die Region Hannover hinausweist: Wie viel Grundwasser k\u00f6nnen wir uns in Zeiten des Klimawandels noch leisten?<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Nicola von Hollander<\/p>\n<p class=\"\">Seit mehr als hundert Jahren wird hier Grundwasser gef\u00f6rdert. Enercity versorgt mit dem Wasser aus dem Fuhrburger Feld 740.000 Menschen der Region Hannover. Doch inzwischen hat sich die Ausgangslage ver\u00e4ndert. Es regnet weniger, beziehungsweise anders, Trockenperioden werden l\u00e4nger, die Verdunstung nimmt zu. Das Wasser, das von oben nachkommt und den Grundwasserk\u00f6rper wieder auff\u00fcllt, reicht vielerorts nicht mehr so selbstverst\u00e4ndlich aus wie fr\u00fcher.<\/p>\n<p>    Trockenperioden nehmen zu &#8211; Grundwasserbedarf steigt<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/fuhrbergerfeld-102.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/fuhrbergerfeld-102.webp\" alt=\"Jens Palandt (Die Gr\u00fcnen), erster Regierungsrat und Dezernent f\u00fcr Umwelt, Klima, Planung und Bauen der Region Hannover.\" title=\"Jens Palandt (Gr\u00fcne) hat die Aufgabe \u00fcber zuk\u00fcnftige Wasserrechte zu entscheiden und nachhaltige L\u00f6sungen zu suchen, um auch in Zukunft alle Verbr\u00e4uche zu decken. | NDR\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Jens Palandt (Gr\u00fcne) hat die Aufgabe \u00fcber zuk\u00fcnftige Wasserrechte zu entscheiden und nachhaltige L\u00f6sungen zu suchen, um auch in Zukunft alle Verbr\u00e4uche zu decken.<\/p>\n<p class=\"\">&#8222;Man kann fast sagen, es wird einen Kampf ums Wasser geben&#8220;, sagt Jens Palandt (Die Gr\u00fcnen), erster Regierungsrat und Dezernent f\u00fcr Umwelt, Klima, Planung und Bauen der Region Hannover. Er entscheidet \u00fcber zuk\u00fcnftige Wasserrechte und sucht nachhaltige L\u00f6sungen, um auch in Zukunft den Verbrauch zu decken. Der Wasserversorger &#8222;Enercity&#8220; hatte bis 2020 im Fuhrberger Feld ein Wasserrecht \u00fcber rund 41 Millionen Kubikmeter j\u00e4hrlich. Dieses Recht ist ausgelaufen. Seitdem wird provisorisch weitergef\u00f6rdert. Beantragt sind erneut bis zu 41 Millionen Kubikmeter F\u00f6rdermenge aus dem Grundwasser.<\/p>\n<p>    Grundwasserspiegel sinkt: B\u00e4ume leiden<\/p>\n<p class=\"\">Damit ist aus einem ausgelaufenen Wasserrecht eine Zukunftsfrage geworden. Denn im Fuhrberger Feld treffen mehrere Interessen auf denselben, immer tiefer sinkenden Grundwasserspiegel: Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft, Wald und Natur. Jeder einzelne Anspruch ist nachvollziehbar. Zusammen aber entsteht ein neuer Nutzungsdruck. Klimawandel und trockene Sommer erh\u00f6hen diesen Druck auf das Grundwasser. Besonders sichtbar wird das im Wald. Im Fuhrberger Feld sterben Eichen, deren Wurzeln das Grundwasser heute offenbar nicht mehr so erreichen wie fr\u00fcher. F\u00fcr die Waldbesitzer ist daher klar: Sinkt das Wasser tiefer, geraten B\u00e4ume unter zus\u00e4tzlichen Stress.<\/p>\n<p>    Baumsterben durch Klimawandel?<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/fuhrbergerfeld-106.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/fuhrbergerfeld-106.webp\" alt=\"Ein toter Baum am Fuhrberger Feld.\" title=\"Ein toter Baum am Fuhrberger Feld. | NDR\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Ein toter Baum am Fuhrberger Feld.<\/p>\n<p class=\"\">Enercity sieht den Klimawandel als Ursache des Eichensterbens. &#8222;Das ist ein klimabedingtes Ph\u00e4nomen, was deutschlandweit zu beobachten ist und uns alle als Gesellschaft betrifft. Hitze und klimabedingte Trockenheit wirkt sich sehr schnell auf die Vegetation aus&#8220;, sagt Mahan Moradi Tehrani, Betriebsleiter Wasserwerke bei Enercity. Der Klimawandel ver\u00e4ndert die Ausgangslage &#8211; und macht damit eine jahrzehntelang funktionierende Nutzung des Grundwassers zu einem neuen Problem. Was fr\u00fcher m\u00f6glicherweise verkraftbar war, kann unter den Bedingungen zunehmender Trockenheit zum Konflikt werden.<\/p>\n<p>    Wie kann Grundwasser k\u00fcnftig bewirtschaftet werden?<\/p>\n<p class=\"\">Im Fuhrberger Feld wird deshalb nicht nur \u00fcber Wassermenge, die Enercity entnehmen darf, gestritten. Es geht um die Frage, wie ein Grundwasserk\u00f6rper k\u00fcnftig bewirtschaftet werden kann, wenn die Bedarfe steigen, aber weniger Wasser zur Verf\u00fcgung stehen. Etwa zehn bis f\u00fcnfzehn Prozent des Grundwassers braucht die Landwirtschaft zur Beregnung. Der Bew\u00e4sserungsbedarf w\u00e4chst, wenn B\u00f6den austrocknen und Niederschl\u00e4ge unzuverl\u00e4ssiger werden.<\/p>\n<p>    Wasser: Konkurrenz zwischen Stadt und Land?<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/fuhrbergerfeld-104.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/fuhrbergerfeld-104.webp\" alt=\"Mahan Moradi Tehran in einem Wasserwerk von Enercity.\" title=\"Mahan Moradi Tehrani ist ist leitender Ingenieur des Wasserwerkes Elze. | NDR\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Mahan Moradi Tehrani ist ist leitender Ingenieur des Wasserwerkes Elze.<\/p>\n<p class=\"\">Die Region Hannover steht vor einem Dilemma: Sie muss die Versorgung sichern und gleichzeitig ber\u00fccksichtigen, was ein Grundwasserk\u00f6rper und die von ihm abh\u00e4ngigen \u00d6kosysteme dauerhaft verkraften. Auch Enercity spricht von einem erheblichen Nutzungsdruck. &#8222;Wir k\u00f6nnen nicht so weitermachen. Wasser ist ein extrem knappes Gut. Wir bei Enercity wollen unsere Kundinnen und Kunden mit sauberem Trinkwasser beliefern. Aber der Kuchen wird nicht gr\u00f6\u00dfer&#8220;, sagt Mahan Moradi Tehrani.<\/p>\n<p>    Unterschiedliche Wasserbedarfe<\/p>\n<p class=\"\">Regionsrat Jens Palandt beschreibt den Konflikt im Interview mit dem NDR so: &#8222;Wasserbedarf ist eine ganz harte, auch gesellschaftspolitische Debatte, die wir zwischen Stadt und Land f\u00fchren. Auf dem Land sieht man, dass sehr viel Wasser aus dem Fuhrberger Feld in den st\u00e4dtischen Raum abtransportiert wird. Und auch, wie m\u00f6glicherweise Sch\u00e4den entstehen, die wir nat\u00fcrlich vermeiden wollen. Das ist eine Debatte, die gef\u00fchrt werden muss und die kann auch hart werden.&#8220;<\/p>\n<p>    Regeln aus dem Jahr 1911 noch aktiv<\/p>\n<p class=\"\">Auch ein Wasserrecht beantwortet nicht die Frage, ob sich die \u00f6kologischen Bedingungen, unter denen dieses Recht urspr\u00fcnglich erteilt wurde, inzwischen ver\u00e4ndert haben. Im Fuhrberger Feld zeigt sich genau diese Verschiebung. Hier gilt noch ein altes, preu\u00dfisches Wasserrecht von 1911. Was damals als dauerhaft nutzbar erschien, muss heute unter v\u00f6llig anderen klimatischen Bedingungen bewertet werden. Aber dieses Recht, mit dem Enercity j\u00e4hrlich fast sieben Millionen Kubikmeter Grundwasser f\u00f6rdern darf, ist best\u00e4ndig und unk\u00fcndbar.<\/p>\n<p>    Der Wald kann f\u00fcr Grundwasser sorgen<\/p>\n<p class=\"\">Au\u00dferdem ist entscheidend, wie viel Wasser im Kreislauf bleibt. Enercity besitzt 30 Tausend Hektar Wald und versucht diesen zum Laubmischwald umzubauen &#8211; ebenso wie die Landesforsten der Region Hannover. Denn: An Nadelb\u00e4umen bleibt Regenwasser in den Nadeln h\u00e4ngen und erreicht weniger den Boden als bei Laubb\u00e4umen. Diese sind in der niederschlagreichen Jahreszeit unbelaubt, das Regenwasser erreicht den Boden und kann zum Grundwasser durchsickern.<\/p>\n<p>    Waldeigent\u00fcmer fordern R\u00fcckf\u00fchrung des Abwassers<\/p>\n<p class=\"\">Die vierte Reinigungsstufe von Kl\u00e4ranlagen wird in den Gespr\u00e4chen als Teil einer m\u00f6glichen L\u00f6sung genannt. Wasser k\u00f6nnte st\u00e4rker gereinigt und wieder in den Wasserkreislauf des Fuhrberger Feldes zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Dazu kommen Einsparung, Wiederverwendung und eine ver\u00e4nderte Bewirtschaftung. Es geht also um einen Perspektivwechsel: &#8222;Wir brauchen mehr Wasserkreisl\u00e4ufe und m\u00fcssen mehr Wasser sparen&#8220;, sagt Jens Palandt.<\/p>\n<p>    Fuhrberger Feld k\u00f6nnte zum Musterfall werden<\/p>\n<p class=\"\">Das Fuhrberger Feld ist hinsichtlich der Grundwassersituation ein exemplarischer Ort. Hier l\u00e4sst sich beobachten, was k\u00fcnftig vielerorts zum Problem werden k\u00f6nnte: Eine Ressource, die lange ausreichend erschien, wird durch den Klimawandel knapper. Gleichzeitig steigen die Anspr\u00fcche. Vielleicht ist die wichtigste Erkenntnis aus dem Fuhrberger Feld: Wir sollten lernen, mit weniger verf\u00fcgbarem Wasser anders zu wirtschaften &#8211; bevor aus Nutzungskonkurrenz ein echter Kampf ums Wasser wird.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/niedrigwasser-184.webp\" alt=\"Niedrigwasser an der Oberweser.\" title=\"Niedrigwasser an der Oberweser. | NDR, Wilhelm Purk\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Hitze und Trockenheit lassen Grundwasser- und Pegelst\u00e4nde sinken, w\u00e4hrend der Wasserbedarf steigt. Das sorgt mancherorts f\u00fcr Streit.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/sendungsbild83496.webp\" alt=\"Die Feuerwehr hat eine Versorgungsstation f\u00fcr die B\u00fcrger von Lauenau aufgebaut.\" title=\"Die Feuerwehr hat eine Versorgungsstation f\u00fcr die B\u00fcrger von Lauenau aufgebaut. | NDR\/video:arthouse\/Reinhard Bettauer\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Nach dem dritten hei\u00dfen Sommer ist Wasser zum kostbaren Gut geworden. Menschen in Niedersachsen machen sich Sorgen.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/wassertropfen102.webp\" alt=\"Ein tropfender Wasserhahn\" title=\"Ein tropfender Wasserhahn | COLOURBOX, Dab\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Im Ortsteil Sattenhausen war laut Gemeinde ein Rohr gebrochen. Die Wasserversorgung war deshalb stundenlang au\u00dfer Betrieb.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 25.08.2026 15:54 Uhr Das Fuhrberger Feld ist das gr\u00f6\u00dfte Wasserschutzgebiet Norddeutschlands. 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