{"id":1259929,"date":"2026-08-25T15:51:17","date_gmt":"2026-08-25T15:51:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1259929\/"},"modified":"2026-08-25T15:51:17","modified_gmt":"2026-08-25T15:51:17","slug":"neuer-schaedling-aus-asien-breitet-sich-in-bielefelder-haushalten-aus-so-schuetzt-man-sich-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1259929\/","title":{"rendered":"Neuer Sch\u00e4dling aus Asien breitet sich in Bielefelder Haushalten aus \u2013 so sch\u00fctzt man sich"},"content":{"rendered":"<p id=\"absatz1\" class=\"my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:align-top\">Bielefeld. \u201eAch guck, ein Silberfischchen. Harmlos. Kennt man. Geh\u00f6rt dazu.\u201c Wer nachts im Haus ein flinkes Krabbeltier entdeckt, sollte lieber genauer hinschauen. Denn m\u00f6glicherweise ist da gar kein Silberfischchen unterwegs, sondern ein Verwandter \u2013 und der ist nicht ganz so harmlos.<\/p>\n<p id=\"absatz2\" class=\"my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:align-top\">Das Papierfischchen wurde hierzulande erstmals 2007 in Hamburg nachgewiesen. Seit den 2010er-Jahren berichten Fachleute zunehmend \u00fcber Funde in Archiven, Bibliotheken, Museen und privaten Geb\u00e4uden. \u201ePapierfischchen stammen aus S\u00fcdostasien und sind in den letzten Jahren zunehmend in unsere Breiten eingewandert\u201c, berichtet Dr. Marcus Stumpf, Leiter des LWL-Archivamtes f\u00fcr Westfalen.<\/p>\n<p id=\"absatz3\" class=\"my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:align-top\">Dass in Bielefeld immer \u00f6fter Papierfischchen gemeldet werden, best\u00e4tigen mehrere \u00f6rtliche Fachbetriebe. Laut den Bielefelder Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfern gibt es seit einigen Jahren vermehrt Meldungen. Besonders seit der Corona-Zeit, als die Bielefelder mehr Zeit zu Hause verbrachten, meldeten sie immer \u00f6fter Fischchen-Sichtungen.<\/p>\n<p class=\"my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:align-top Zwischenzeile\" data-semantic=\"p\">Anfragen steigen bei Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfern rapide an<\/p>\n<blockquote data-end=\"1401\" data-start=\"853\">\n<p id=\"absatz5\" class=\"PDq2pG_selectionAnchorContainer\" data-end=\"1401\" data-start=\"855\">\u201eDie Anfragen steigen bei uns seit Jahren rapide an\u201c, sagt Eike Hennig vom Bielefelder Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfungs-Fachbetrieb Vermin. Ein gr\u00f6\u00dferer Befall in M\u00fcnster, \u00fcber den auch in den Medien berichtet wurde, habe die Menschen zus\u00e4tzlich sensibilisiert. Panik sei trotzdem nicht angebracht: \u201eDie Tiere \u00fcbertragen keine Krankheiten, und bislang sind in Bielefeld keine gr\u00f6\u00dferen Sch\u00e4den bekannt.\u201c Schnell vermehren sie sich ohnehin nicht. Daf\u00fcr werden Papierfischchen mit bis zu zehn Jahren ziemlich alt.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p id=\"absatz6\" class=\"my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:align-top\">Als wichtigster Verbreitungsweg gilt der Warenverkehr. Papierfischchen k\u00f6nnen sich in den Zwischenr\u00e4umen von Wellpappe verstecken und so mit Versandkartons, Umzugskartons oder anderen Verpackungen in Wohnungen gelangen. Das Umweltbundesamt nennt au\u00dferdem Paletten, F\u00fcllmaterial und bestimmte Baustoffe als m\u00f6gliche Transportwege.<\/p>\n<p id=\"absatz7\" class=\"my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:align-top\">Der Boom des Onlinehandels k\u00f6nnte die Entwicklung beg\u00fcnstigt haben. In Deutschland wurden 2019 rund 3,65 Milliarden Pakete verschickt. W\u00e4hrend der Corona-Pandemie stieg die Zahl um beinahe eine Milliarde. Mit den Kartons kamen damit auch immer mehr potenzielle Transportm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Tiere in die Haushalte.<\/p>\n<p id=\"absatz8\" class=\"my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:align-top Zwischenzeile\" data-semantic=\"p\">Moderne Wohnungen und H\u00e4user als idealer Unterschlupf<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.nw.de\/_em_daten\/_cache\/image\/1xM1AzSnViSFVnbUpxVE9yVjRjRHFqb3JXRGs0UUhnMnk4WjZBdVNvZldqRndtUEsxYnR0OWtoZ0dQUXFRaVJXUHVYeFc1M2VWcUtQQU5Rc3Q4cGhNVWhMU29OeEMyYUhKak5MSmszTXBFeWs9\/260818-1619-922009726.jpg\" class=\"nw-article-image\" title=\"Gut zu unterscheiden, wenn man etwas genauer hinschaut. Oben der Silberfisch, unten das dunklere Papierfischchen.\" data-glightbox=\"type: image; description: Gut zu unterscheiden, wenn man etwas genauer hinschaut. Oben der Silberfisch, unten das dunklere Papierfischchen.  | \u00a9 IMAGO \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1787631081_971_260818-1619-922009726.jpg\" class=\"nw-img-fluid nw-w-full nw-lazy nw-rounded-t-md\" alt=\"Gut zu unterscheiden, wenn man etwas genauer hinschaut. Oben der Silberfisch, unten das dunklere Papierfischchen. - \u00a9 IMAGO\" data-format=\"16:9\"\/><br \/>\n        <\/a><\/p>\n<p>                Gut zu unterscheiden, wenn man etwas genauer hinschaut. Oben der Silberfisch, unten das dunklere Papierfischchen.<br \/>\n                                    | \u00a9 IMAGO<\/p>\n<p class=\"my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:align-top\">Auch die Bauweise moderner Wohnungen spielt nach Einsch\u00e4tzung von Experten des Umweltbundesamts eine Rolle. Gipskartonw\u00e4nde, Hohlr\u00e4ume, Fugen und gut isolierte R\u00e4ume bieten den Tieren geeignete Verstecke. Papierfischchen m\u00f6gen es warm und kommen mit einer f\u00fcr Wohnr\u00e4ume normalen Luftfeuchtigkeit zurecht. Deshalb sind sie nicht \u2013 wie Silberfischchen \u2013 automatisch ein Hinweis auf einen Wasserschaden oder zu hohe Feuchtigkeit.<\/p>\n<p id=\"absatz10\" class=\"my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:align-top\">Der Unterschied zwischen beiden Arten: Papierfischchen sind mit bis zu etwa 15 Millimetern K\u00f6rperl\u00e4nge gr\u00f6\u00dfer als Silberfischchen und eher br\u00e4unlich-grau gef\u00e4rbt. Ihre drei Schwanzf\u00e4den sind auff\u00e4llig lang. Silberfischchen sind meist kleiner, silbrig und vor allem in feuchten R\u00e4umen wie Badezimmern, K\u00fcchen oder Kellern anzutreffen. Papierfische kommen auch mit Trockenheit zurecht.<\/p>\n<p id=\"absatz11\" class=\"my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:align-top\"><b class=\"bold\">Zum Thema:<\/b> <a href=\"https:\/\/www.nw.de\/lokal\/kreis_guetersloh\/rietberg\/22957718_Stadtarchiv-kaempft-gegen-Schaedlingsbefall.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Riesensch\u00e4den in Stadtarchiv im Kreis G\u00fctersloh durch Papierfischchen?<\/a><\/p>\n<p id=\"absatz12\" class=\"my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:align-top\">Gef\u00e4hrlich sind Papierfischchen nicht. Sie k\u00f6nnen allerdings Sch\u00e4den anrichten. Besonders betroffen sind Institutionen und Sammlungen, die Papier, Karton und andere cellulosehaltige Materialien lagern: vor allem Archive, Bibliotheken, Museen und Beh\u00f6rdenregistraturen. Dort fressen sich Papierfischchen durch B\u00fccher, Akten, historische Dokumente, Fotos, Tapeten und Verpackungen \u2013 oft mit irreparablen Fra\u00df- und Lochsch\u00e4den, die im schlimmsten Fall jahrhundertealte Best\u00e4nde zerst\u00f6ren und teure Restaurierungen erfordern, hei\u00dft es beim Landesarchiv Baden W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p id=\"absatz13\" class=\"my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:align-top Zwischenzeile\" data-semantic=\"p\">Ist es wirklich ein Papierfischchen?<\/p>\n<p id=\"absatz14\" class=\"my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:align-top\">Wer ein Tier entdeckt, sollte zun\u00e4chst pr\u00fcfen, ob es sich tats\u00e4chlich um ein Papierfischchen handelt. Klebefallen entlang von Fu\u00dfleisten k\u00f6nnen helfen, die Aktivit\u00e4t zu beobachten. Kartons sollten nicht \u00fcber l\u00e4ngere Zeit in der Wohnung gelagert werden. Papier, Pappe und Verpackungen geh\u00f6ren m\u00f6glichst schnell ins Altpapier beziehungsweise in den vorgesehenen Abfall. Ritzen und Fugen an Fu\u00dfleisten, W\u00e4nden und T\u00fcren sollten abgesaugt und \u2013 sofern m\u00f6glich \u2013 abgedichtet werden.<\/p>\n<p id=\"absatz15\" class=\"my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:align-top\">Bei einem st\u00e4rkeren Befall reichen solche Ma\u00dfnahmen meist nicht aus. Das Umweltbundesamt bezeichnet die Bek\u00e4mpfung als schwierig und empfiehlt, eine professionelle Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfungsfirma einzuschalten. In Mehrfamilienh\u00e4usern kann es au\u00dferdem sinnvoll sein, die Hausverwaltung zu informieren, weil sich die Tiere \u00fcber Hohlr\u00e4ume und angrenzende Wohnungen ausbreiten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"nw-text-xl nw-uppercase nw-font-bold\" style=\"font-size:24px !important; line-height:32px; padding-bottom: 0px; \">INFORMATION<\/p>\n<p class=\"nw-text-lg nw-font-bold nw-pb-2\" style=\"font-size:20px !important; line-height:28px; padding-bottom: 8px; font-weight:700;\">Nur eine Fischchen-Art lebt in freier Natur<\/p>\n<p data-end=\"381\" data-start=\"174\">Fischchen sind nachtaktive, fl\u00fcgellose Insekten. Urspr\u00fcnglich stammen sie aus den Tropen und Subtropen. Einige Arten haben sich jedoch l\u00e4ngst weltweit in menschlichen Wohnungen und Geb\u00e4uden ausgebreitet.<\/p>\n<ul data-end=\"1043\" data-start=\"383\">\n<li>Silberfischchen sind die bekanntesten Vertreter. Sie m\u00f6gen es warm und feucht und sind deshalb h\u00e4ufig in Badezimmern anzutreffen.<\/li>\n<li>Ofenfischchen bevorzugen es noch w\u00e4rmer und leben beispielsweise in B\u00e4ckereien.<\/li>\n<li>Kammfischchen breiten sich in Deutschland zunehmend aus, vor allem im S\u00fcden.<\/li>\n<li>Papierfischchen wurden erstmals 2007 in Norddeutschland nachgewiesen. Sie kommen inzwischen auch in Wohnh\u00e4usern vor und f\u00fchlen sich dort besonders wohl, weil sie \u2013 anders als Silberfischchen \u2013 auch mit trockener Raumluft gut klarkommen.<\/li>\n<li>Geisterfischchen galten lange als tropische Art. 2017 wurden sie erstmals in Deutschland nachgewiesen.<\/li>\n<\/ul>\n<p data-end=\"1212\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\" data-start=\"1045\">\u00dcbrigens: In Mitteleuropa gibt es nur eine Fischchen-Art, die frei in der Natur lebt: das Ameisenfischchen. Es wohnt in den Nestern verschiedener Ameisenarten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bielefeld. \u201eAch guck, ein Silberfischchen. Harmlos. Kennt man. 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