{"id":1259988,"date":"2026-08-25T16:31:20","date_gmt":"2026-08-25T16:31:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1259988\/"},"modified":"2026-08-25T16:31:20","modified_gmt":"2026-08-25T16:31:20","slug":"von-der-leipziger-idee-zum-solarfenster-der-zukunft-forschende-skalieren-semitransparente-photovoltaik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1259988\/","title":{"rendered":"Von der Leipziger Idee zum Solarfenster der Zukunft: Forschende skalieren semitransparente Photovoltaik"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/transparente-solarzellen-102.webp\" alt=\"Im Projekt &quot;Durchblick-PV&quot; fertigte das Forschungsteam auch flexible, organische PV-Module auf Folie.\" title=\"Im Projekt &quot;Durchblick-PV&quot; fertigte das Forschungsteam auch flexible, organische PV-Module auf Folie. | Fraunhofer ISE\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: Transparente Solarmodule \u2013 Die Fenster der Zukunft (2 Min)<\/p>\n<p class=\"topline\">Erneuerbare Energie<\/p>\n<p>\n                Stand: 25.08.2026 18:00 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Vor zehn Jahren pr\u00e4sentierten <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/wissen\/transparente-solarzellen-uni-leipzig-100.html\" title=\"Wettstreit um transparente Solar-Zellen: Leipziger Forscher wollen mit Fenstern Strom erzeugen \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Forschende der Universit\u00e4t Leipzig eine Solarzelle<\/a>, die nahezu unsichtbar Strom erzeugen konnte. Die Besonderheit: Sie absorbierte ausschlie\u00dflich ultraviolettes Licht und lie\u00df den sichtbaren Teil des Sonnenlichts weitgehend passieren. Die Vision dahinter war ebenso einfach wie faszinierend: Fenster, Fassaden oder Displays k\u00f6nnten zu Stromerzeugern werden, ohne ihre Transparenz zu verlieren.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von MDR WISSEN<\/p>\n<p class=\"\">Nun ist die Technologie einen wichtigen Schritt n\u00e4her an die Praxis ger\u00fcckt. Ein Forschungsteam der Universit\u00e4t Freiburg und des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Solare Energiesysteme (ISE) hat semitransparente Photovoltaikmodule entwickelt, die nicht nur hohe Transparenz und einen f\u00fcr solche Module guten Wirkungsgrad verbinden, sondern auch mit industrienahen Fertigungsverfahren hergestellt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>    Transparenz und Stromertrag im Gleichgewicht<\/p>\n<p class=\"\">Bei transparenten Solarzellen besteht seit jeher ein Zielkonflikt: Je mehr Licht durch die Zelle hindurchgelassen wird, desto weniger Energie kann in Strom umgewandelt werden. Die Freiburger Forschenden konnten diesen Kompromiss nun deutlich verbessern. Ihre organischen Solarmodule erreichen eine durchschnittliche Lichtdurchl\u00e4ssigkeit von 43,2 Prozent im sichtbaren Bereich. Bei einer Sonnenbrille entspr\u00e4che das in etwa Filterkategorie 1, das sind helle bis mittlere Filter.<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/transparente-solarzellen-104.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/transparente-solarzellen-104.webp\" alt=\"Organische, semi-transparente Photovoltaik ist besonders f\u00fcr Anwendungen in der Bauwerkintegrierten- und Agri-Photovoltaik interessant.\" title=\"Organische, semi-transparente Photovoltaik ist besonders f\u00fcr Anwendungen in der Bauwerkintegrierten- und Agri-Photovoltaik interessant, etwa an Fassaden oder auf Gew\u00e4chsh\u00e4usern. | Fraunhofer ISE\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Organische, semi-transparente Photovoltaik ist besonders f\u00fcr Anwendungen in der Bauwerkintegrierten- und Agri-Photovoltaik interessant, etwa an Fassaden oder auf Gew\u00e4chsh\u00e4usern.<\/p>\n<p class=\"\">Die Module besitzen eine Fl\u00e4che von rund 210 Quadratzentimetern und sind damit wesentlich gr\u00f6\u00dfer als viele bisherige Demonstratoren aus dem Labor. Sie erzielen einen Wirkungsgrad von bis zu 9,26 Prozent. Herk\u00f6mmliche Siliziummodule haben Wirkungsgrade von \u00fcber 20 Prozent, lassen aber praktisch kein Licht durch.<\/p>\n<p class=\"\">Ver\u00f6ffentlicht wurden die Ergebnisse im Fachjournal <a href=\"https:\/\/www.cell.com\/joule\/home\" title=\"Joule\" class=\"extlink-preface\" data-type=\"external\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Joule<\/a>. Die Forschenden bezeichnen insbesondere die Kombination aus Transparenz, Effizienz und skalierbarer Herstellung als wichtigen Fortschritt auf dem Weg zur industriellen Nutzung.<\/p>\n<p>    Der eigentliche Durchbruch steckt im Herstellungsprozess<\/p>\n<p class=\"\">F\u00fcr die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist jedoch nicht allein die Leistungsf\u00e4higkeit der Module entscheidend. Der eigentliche Fortschritt liegt darin, dass s\u00e4mtliche funktionalen Schichten mit Verfahren aufgebracht wurden, die sich prinzipiell f\u00fcr die industrielle Massenproduktion eignen.<\/p>\n<p class=\"\">Zum Einsatz kamen sogenannte Sputterverfahren sowie die Slot-Die-Beschichtung. Letztere \u00e4hnelt dem kontinuierlichen Beschichten gro\u00dfer Fl\u00e4chen und wird bereits in verschiedenen Industriezweigen genutzt. Viele Rekordergebnisse bei Solarzellen entstehen bislang im Laborma\u00dfstab mit aufwendigen Methoden, die sich nur schwer auf gro\u00dfe Fl\u00e4chen \u00fcbertragen lassen. Genau diese H\u00fcrde wollen die Forschenden nun \u00fcberwinden.<\/p>\n<p class=\"\">Auch flexible Module auf Kunststofffolien wurden bereits erfolgreich demonstriert. Nach mehr als 1.200 Biegezyklen behielten sie ihre urspr\u00fcngliche Leistung vollst\u00e4ndig bei. Solche biegsamen Solarzellen werden auch an der <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/wissen\/tu-chemnitz-gedruckte-solarzelle-entwickeln-100.html\" title=\"Chemnitzer wollen gedruckte Solarzellen entwickeln\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">TU Chemnitz erforscht<\/a> und in Dresden bereits hergestellt. Sie k\u00f6nnen einfach gedruckt werden.<\/p>\n<p>\n            <strong>Video:<\/strong><br \/>\n            Biegsame Solarpanele \u2013 Klima-Revolution aus Dresden (4 Min)\n        <\/p>\n<p>                    Sputterverfahren und Slot-Die-Beschichtungen<\/p>\n<p>F\u00fcr die Herstellung transparenter Solarzellen kommen unterschiedliche Beschichtungsverfahren zum Einsatz. Transparente leitf\u00e4hige Schichten werden h\u00e4ufig mittels Sputterverfahren erzeugt, bei dem in einer Vakuumkammer Atome aus einem Ausgangsmaterial herausgel\u00f6st und als extrem d\u00fcnner Film auf Glas oder Kunststoff aufgebracht werden. Die lichtaktiven Schichten hingegen k\u00f6nnen durch Slot-Die-Beschichtung hergestellt werden. Dabei wird eine fl\u00fcssige Materiall\u00f6sung \u00fcber einen schmalen Schlitz gleichm\u00e4\u00dfig auf das Tr\u00e4germaterial aufgetragen und anschlie\u00dfend getrocknet. Die Kombination beider Verfahren erm\u00f6glicht eine pr\u00e4zise, effiziente und kosteng\u00fcnstige Herstellung transparenter Solarzellen f\u00fcr Anwendungen wie solaraktive Fenster oder Fassaden.<\/p>\n<p>    Anwendungsfelder: Fenster, Fassaden, Gew\u00e4chsh\u00e4user, Autod\u00e4cher<\/p>\n<p class=\"\">Semitransparente organische Photovoltaik gilt als aussichtsreiche Technologie f\u00fcr die geb\u00e4udeintegrierte Energiegewinnung. Denkbar sind Fensterfl\u00e4chen, die gleichzeitig Tageslicht durchlassen und Strom erzeugen. Auch Gew\u00e4chsh\u00e4user k\u00f6nnten profitieren. Organische Solarzellen lassen sich so gestalten, dass sie vor allem bestimmte Spektralbereiche des Sonnenlichts nutzen, w\u00e4hrend f\u00fcr das Pflanzenwachstum wichtige Wellenl\u00e4ngen weiterhin durchgelassen werden.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/ebendorf-bei-magdeburg-102.webp\" alt=\"Ebendorf, Landkreis B\u00f6rde, 2022\" title=\"Ebendorf, Landkreis B\u00f6rde, 2022 | IMAGO \/ imagebroker\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Feldversuch<\/p>\n<p>In Ebendorf wollen Forscher der Uni Magdeburg erproben, wie sich erneuerbare Stromerzeugung und Heizen viel effizienter miteinander kombinieren lassen. Ziel ist, verf\u00fcgbare Energie zu 100 Prozent auszunutzen.<\/p>\n<p class=\"\">Die Freiburger Forschenden gehen davon aus, dass k\u00fcnftig sogar Transparenzwerte von deutlich \u00fcber 50 Prozent erreichbar sein k\u00f6nnten. In Anwendungsf\u00e4llen, bei denen get\u00f6nte Gl\u00e4ser erw\u00fcnscht sind \u2013 zum Beispiel in Autod\u00e4chern und Fassadenelementen \u2013 kann eine geringere Transparenz dagegen sogar von Vorteil sein.<\/p>\n<p>    Die Wurzeln liegen in Leipzig<\/p>\n<p class=\"\">Dass transparent wirkende Solarzellen heute als realistische Option f\u00fcr Geb\u00e4ude und andere Anwendungen gelten, hat auch mit Grundlagenforschung aus Leipzig zu tun. Dort stellten die Wissenschaftler Robert Karsthof (damals Doktorand) und Martin Grundmann bereits 2016 eine nahezu transparente Solarzelle vor.<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/transparente-solarzellen-100.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/transparente-solarzellen-100.webp\" alt=\"Diese transparente Solarzelle wurde von Prof. Grundmann und seinem Team entwickelt.\" title=\"So sah sie aus: Diese transparente Solarzelle wurde von Marius  Grundmann und Robert Karsthof  entwickelt. | Swen Reichhold\/Universit\u00e4t Leipzig\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    So sah sie aus: Diese transparente Solarzelle wurde von Marius  Grundmann und Robert Karsthof  entwickelt.<\/p>\n<p class=\"\">Die Leipziger Entwicklung basierte auf einer Kombination aus Nickeloxid und Zinkoxid. Anders als klassische Solarzellen nutzte sie ausschlie\u00dflich ultraviolette Strahlung zur Stromerzeugung. Da UV-Licht nur einen kleinen Teil des Sonnenspektrums ausmacht, waren die Wirkungsgrade zwar noch vergleichsweise gering. Die Arbeit zeigte jedoch erstmals eindrucksvoll, dass photovoltaische Stromerzeugung und optische Transparenz miteinander vereinbar sind. Die damalige Studie gilt als wichtiger Forschungsbaustein auf dem Weg zu transparenten Energiefenstern.<\/p>\n<p>    Energie und W\u00e4rme aus einem Modul<\/p>\n<p class=\"\">Welches Potenzial organische Photovoltaik noch besitzt, zeigt ein anderes Projekt aus Leipzig. Dort entwickelte Daniel Erhardt in seiner <a href=\"https:\/\/fing.htwk-leipzig.de\/fakultaet\/professuren\/prof-mathias-rudolph\/news\/artikel\/htwk-team-entwickelt-organisches-pvt-modul-fuer-die-industriefassade\" title=\"HTWK-Team entwickelt organisches PVT-Modul f\u00fcr die Industriefassade\" class=\"extlink-preface\" data-type=\"external\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bachelorarbeit an der HTWK<\/a> einen fassadenintegrierten Photovoltaik-Thermie-Kollektor (PVT-Kollektor) f\u00fcr industrielle Anwendungen. Was ein wenig sperrig klingt, ist nichts anderes als ein Modul, dass gleichzeitig Solarenergie und W\u00e4rme erzeugt. Der Strom flie\u00dft ins Netz, die W\u00e4rme \u00fcber einen Lufttauscher zum Beispiel in Heizungen.<\/p>\n<p class=\"\">Dabei wurden bewusst organische Photovoltaikmodule eingesetzt, da sie auf umweltsch\u00e4dliche Materialien wie Blei, Cadmium und Silizium verzichten. Die Module wurden dabei so konstruiert, dass sie in die trapezf\u00f6rmigen Metallfassaden passen, wie sie in vielen Industriehallen verbaut sind. Reif f\u00fcr die Praxis.<\/p>\n<p class=\"\">gp\/pm\/Fraunhofer ISE\/Uni Leipzig\/HTWK<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: Transparente Solarmodule \u2013 Die Fenster der Zukunft (2 Min) Erneuerbare Energie Stand: 25.08.2026 18:00 Uhr Vor zehn&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1259989,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1832],"tags":[3364,29,1520,597,260501,260502,30,71,260500,859,260504,260503,260499,130389,19202],"class_list":["post-1259988","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-leipzig","tag-de","tag-deutschland","tag-energiewende","tag-forschung","tag-fraunhofer-ise","tag-gebaeudeintegration","tag-germany","tag-leipzig","tag-organische-photovoltaik","tag-sachsen","tag-semitransparente-pv","tag-solarfenster","tag-transparente-solarzellen","tag-universitaet-freiburg","tag-universitaet-leipzig"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117157110418292056","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1259988","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1259988"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1259988\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1259989"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1259988"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1259988"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1259988"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}