{"id":1260313,"date":"2026-08-25T20:00:25","date_gmt":"2026-08-25T20:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1260313\/"},"modified":"2026-08-25T20:00:25","modified_gmt":"2026-08-25T20:00:25","slug":"pfusch-bei-schutzwesten-berlin-will-schadenersatz-von-rheinmetall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1260313\/","title":{"rendered":"Pfusch bei Schutzwesten: Berlin will Schadenersatz von Rheinmetall"},"content":{"rendered":"<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              F\u00fcr die Steuerzahler kann das teuer werden: Tausende Schutzwesten musste die Berliner Polizei aussortieren. Denn ihre Panzerung ist nicht so sicher, wie die Herstellerfirma versprach. <\/p>\n<p>Das betrifft 5247 sogenannte hartballistische Einschubplatten aus Keramik, die im Jahr 2017 hergestellt wurden. <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/berliner-polizei-muss-tausende-schutzwesten-aussortieren-sicherheitsrisiko-fuer-beamte-10299716\" rel=\"nofollow noopener\">Sie haben offenbar ihre f\u00fcr zehn Jahre zugesicherte Schutzwirkung vorzeitig verloren.<\/a> Berlin droht jetzt damit, die Herstellerfirma Rheinmetall auf Schadenersatz zu verklagen.<\/p>\n<p>Rheinmetall hatte die Haltbarkeit der Platten mit zehn Jahren angegeben. Um zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob die Polizei sie eventuell noch l\u00e4nger nutzen k\u00f6nnte, lie\u00df die Berliner Polizei mehrere Platten aus dem Produktionsjahr 2017 durch das Beschussamt Mellrichstadt in Bayern einem Kontrollbeschuss unterziehen. In mehreren F\u00e4llen kam es dabei zu einem Durchschuss.\n            <\/p>\n<p>              <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/10299716\" class=\"flex gap-4 items-start group\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/29dc011b-bce8-4a8f-8c14-e8f2f5f68747.jpg\" alt=\"Berliner Polizei bald ohne Schutz? Tausende Schusswesten werden aussortiert\" class=\"w-full h-full object-cover aspect-[3\/2]\"\/><\/p>\n<p>                      Berliner Polizei bald ohne Schutz? Tausende Schusswesten werden aussortiert<\/p>\n<p>              <\/a><\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              \u201eDieser skandal\u00f6se Qualit\u00e4tsmangel ist ein Versagen von Rheinmetall\u201c, sagte Berlins SPD-Innensenatorin Iris Spranger im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Sichtbar emp\u00f6rt sprach sie von einem \u201eskandal\u00f6sen Vorgang\u201c und von einer \u201eNachl\u00e4ssigkeit des Herstellers, der seine Pflichten grob fahrl\u00e4ssig verletzt\u201c habe. \u201eRheinmetall muss den Schaden, der der Polizei entstanden ist, z\u00fcgig ausgleichen.\u201c Die Polizei behalte sich umfassende rechtliche Schritte vor, um einen angemessenen Schadenersatz durchzusetzen, sollte Rheinmetall nicht einlenken.\n            <\/p>\n<p>            Kriminelle Szene ist inzwischen \u201edurchbewaffnet\u201c<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Das Versagen der getesteten Einschubplatten (St\u00fcckpreis aktuell rund 270 Euro) ist besonders brisant, da die Berliner Polizei in letzter Zeit immer \u00f6fter zu Tatorten alarmiert wird, an denen scharf geschossen wurde. Die Bedrohungslage spitzt sich zu, da die kriminelle Szene nach Erkenntnissen von Polizeiermittlern \u201edurchbewaffnet\u201c ist. Erst vor einigen Wochen wurde am Bahnhof Zoo ein 30-J\u00e4hriger erschossen, der einem arabischst\u00e4mmigen Clan angeh\u00f6ren soll.\n            <\/p>\n<p>                  <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/40068f1f-5a8a-4c65-b7aa-9e2c9faa0e34.jpg\"   alt=\"Diese Platten der Schutzklasse VPAM 9 geh\u00f6ren in eine Schutzweste.\" class=\"w-full h-full object-cover cursor-pointer\" loading=\"lazy\" data-original-url=\"\" data-caption=\"Diese Platten der Schutzklasse VPAM 9 geh\u00f6ren in eine Schutzweste.\" data-source=\"BLZ\" data-link-href=\"\"\/><\/p>\n<p class=\"font-roboto text-sm leading-[22px] font-normal not-italic text-gray-800 text-left flex-[3]\">Diese Platten der Schutzklasse VPAM 9 geh\u00f6ren in eine Schutzweste.\n                  <\/p>\n<p class=\"text-left md:text-right font-roboto text-xs leading-[18px] font-normal not-italic text-gray-700 flex-1 mt-1 md:mt-0\">\n                    \u00a9 BLZ<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Die in Rede stehende Schutzausr\u00fcstung war nach dem Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz im Rahmen eines umfangreichen Anti-Terror-Pakets angeschafft worden. Polizisten erhielten damals unter anderem auch ballistische Schutzhelme und neue Gewehre. <\/p>\n<p>Die 2,5 Kilogramm schweren Einschubplatten f\u00fcr die Westen \u2013 jeweils eine wird an der Brust und am R\u00fccken eingeschoben \u2013 entsprechen der Schutzklasse VPAM 9 und halten Hartkernmunition aus milit\u00e4rischen Langwaffen stand, etwa aus Maschinengewehren.\n            <\/p>\n<p>            Schutz gegen Kalaschnikow<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Weil nun aber mehr als die H\u00e4lfte der vorhandenen Schutzwesten nicht mehr eingesetzt werden darf, wurde den einzelnen Beamten in den Hundertschaften die personengebundene hartballistische Ausstattung entzogen und durch eine vor\u00fcbergehende Pooll\u00f6sung ersetzt.<\/p>\n<p>Bei der Firma Mehler Protection bestellte die Polizei derweil 2000 neue Einschubplatten der Schutzklasse VPAM 6 plus, die im September geliefert werden sollen. Damit kann laut Polizei die Poolbildung aufgel\u00f6st werden, sodass die Schutzplatten den Beamten wieder individuell zugeordnet werden k\u00f6nnen. Das Ganze wird die Berliner Polizei etwa 1,2 Millionen Euro zus\u00e4tzlich kosten.<\/p>\n<p>Der Schutzstandard VPAM 6 plus entspreche der neuen technischen Richtlinie f\u00fcr Schutzwesten, teilt die Polizei mit. Dieser soll durch ein geringeres Gewicht und eine bessere Ergonomie die Einsatzf\u00e4higkeit erh\u00f6hen. Dennoch soll diese Schutzklasse vor Bedrohungen durch Kaliber von Sturmgewehren wie der Kalaschnikow sowie vor Jagdgewehren sch\u00fctzen. Die Polizei plant nun die vollst\u00e4ndige Umstellung der Schutzplatten auf diesen neuen Standard.\n            <\/p>\n<p>            Werden Tausende weitere Schutzwesten aussortiert?<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Vorerst drohen jedoch weitere Schutzl\u00fccken: Denn auch in den Jahren 2018 und 2019 wurden bei Rheinmetall entsprechende Einschubplatten f\u00fcr Schutzwesten gekauft. Sie sollen demn\u00e4chst ebenfalls auf Schussfestigkeit getestet werden. Bei der Polizei wird nicht ausgeschlossen, dass auch diese 4209 Platten aus Sicherheitsgr\u00fcnden aussortiert werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>\u201eDie Lehre muss sein, dass man Beschusstests bereits zum Zeitpunkt der Auslieferung solcher Platten macht. Das geh\u00f6rt zu einer ordnungsgem\u00e4\u00dfen Abnahme\u201c, sagt Burkard Dregger, innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus. \u201eDas w\u00fcrde die Durchsetzung von Gew\u00e4hrleistungsrechten erleichtern.\u201c<\/p>\n<p>Aus der Beh\u00f6rde ist jedoch zu h\u00f6ren, dass es solche Beschusstests j\u00e4hrlich gebe. Die Platten, die das Beschussamt in diesem Fall gepr\u00fcft habe, seien sogar \u201ejungfr\u00e4ulich\u201c gewesen \u2013 sie wurden also nie im Einsatz verwendet und sind auch nicht heruntergefallen. Das mache die Sache so brisant.\n            <\/p>\n<p>            Rheinmetall mit Rekordumsatz<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              F\u00fcr die Firma Rheinmetall wird der Schutzwesten-Skandal zu einem Imageproblem. So verweist Iris Spranger darauf, dass Rheinmetall in den vergangenen Jahren in enormem Umfang \u00f6ffentliche Auftr\u00e4ge erhalten habe: \u201eDie Aktienkurse und Gewinne gehen durch die Decke.\u201c\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Tats\u00e4chlich hat der Konzern, unter anderem wegen der laufenden Kriege, im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund zehn Milliarden Euro erwirtschaftet \u2013 ein Anstieg von 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dort freut man sich \u00fcber ein \u201eoperatives Ergebnis in Rekordh\u00f6he\u201c und hofft darauf, dass der Umsatz in diesem Jahr auf 14,5 Milliarden Euro klettert.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Inwieweit Rheinmetall nun f\u00fcr die fehlerhaften Platten aufkommen wird, ist unklar. Sprecher Patrick Rohmann teilte am Dienstag mit: \u201eRheinmetall nimmt die von der Polizei Berlin ausgesprochene tempor\u00e4re Nutzungsuntersagung f\u00fcr bestimmte hartballistische Schutzplatten des Herstellungsjahres 2017 sehr ernst. Seit Bekanntwerden dieses Mangels arbeiten wir mit Hochdruck an einer \u00dcberpr\u00fcfung und Probleml\u00f6sung.\u201c Die Sicherheit der Einsatzkr\u00e4fte habe zu jedem Zeitpunkt oberste Priorit\u00e4t.<\/p>\n<p>Der Sprecher weiter: \u201eWir stehen in direktem und engem Austausch mit den zust\u00e4ndigen Berliner Beh\u00f6rden, um den Sachverhalt l\u00fcckenlos und transparent aufzukl\u00e4ren. Bei den betroffenen Schutzplatten handelt es sich um Produkte, die planm\u00e4\u00dfig im kommenden Jahr das Ende ihrer regul\u00e4ren zehnj\u00e4hrigen Nutzungsdauer erreicht h\u00e4tten. Unabh\u00e4ngig davon dulden wir keinerlei Kompromisse bei der Schutzwirkung unserer Systeme im Einsatz. Rheinmetall versteht sich als verl\u00e4sslicher Partner der Sicherheitsbeh\u00f6rden. Wir arbeiten mit Hochdruck an einer nachhaltigen Gesamtl\u00f6sung.\u201c<\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/images\/blz\/send-mail.svg\" alt=\"Send feedback\"\/><\/p>\n<p>Lesen Sie mehr zum Thema<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"F\u00fcr die Steuerzahler kann das teuer werden: Tausende Schutzwesten musste die Berliner Polizei aussortieren. Denn ihre Panzerung ist&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1260314,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[296,29,30,260553,121,740,20882,5995,111725],"class_list":["post-1260313","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-berlin","tag-deutschland","tag-germany","tag-panzerung","tag-polizei","tag-rheinmetall","tag-schadenersatz","tag-schiesserei","tag-schutzwesten"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117157931740946927","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1260313","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1260313"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1260313\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1260314"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1260313"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1260313"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1260313"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}