{"id":1260558,"date":"2026-08-25T22:57:40","date_gmt":"2026-08-25T22:57:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1260558\/"},"modified":"2026-08-25T22:57:40","modified_gmt":"2026-08-25T22:57:40","slug":"zeiss-baut-dresdner-software-tochter-um","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1260558\/","title":{"rendered":"Zeiss baut Dresdner Software-Tochter um"},"content":{"rendered":"<p>\t<a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Zeiss-ZDI_02.webp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-198304\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Zeiss-ZDI_02.webp\" alt=\"Im ehemaligen Stadtbezirks-Amtssitz a Fritz-Foerster-Platz in Dresden residiert heute die ZDI. Was aus der Zeiss-Tochter wird, ist derzeit unklar. Foto: Heiko Weckbrodt\" width=\"1200\" height=\"675\"  \/><\/a>Im ehemaligen Stadtbezirks-Amtssitz am Fritz-Foerster-Platz in Dresden residiert heute die ZDI. Was aus der Zeiss-Tochter wird, ist derzeit unklar. Foto: Heiko Weckbrodt<br \/>\n\u201eEs herrschen Verwirrung und Angst\u201c<\/p>\n<p><strong>Dresden\/Oberkochen\/Coswig<\/strong>, 25.08.26. Der Optikkonzern \u201eZeiss\u201c will seine Dresdner Software-Tochter \u201eZeiss Digital Innovation\u201c (ZDI) umstrukturieren. Das hat Unternehmenssprecherin Stefanie Fanta auf Oiger-Anfrage best\u00e4tigt. N\u00e4here Angaben dazu wollte sie aber nicht machen. Zeiss-Mitarbeiter in Sachsen f\u00fcrchten derweil starke Ver\u00e4nderungen und Umz\u00fcge \u00fcber Stadtgrenzen hinaus.<\/p>\n<p>\u201eInterne Strukturanpassung\u201c best\u00e4tigt \u2013 Konzernzentrale h\u00e4lt sich ansonsten bedeckt<\/p>\n<p>\u201eSoftwareentwicklung ist f\u00fcr die Zeiss-Gruppe eine wichtige Kompetenz, die wir mit einer internen Strukturanpassung k\u00fcnftig noch n\u00e4her an die Kundenbed\u00fcrfnisse bringen, schneller und flexibler\u201c, erkl\u00e4rte Fanta. \u201eDie Arbeit f\u00fcr unsere Kunden l\u00e4uft dabei unver\u00e4ndert weiter.\u201c Zu \u201efirmeninternen Details\u201c werde Zeiss nicht Stellung nehmen. Es handele sich aber nicht um einen generellen Konzernumbau.<\/p>\n<p>Mitarbeiter f\u00fchlen sich verunsichert<\/p>\n<p>Deutlich kritischer sehen das Zeissianer in Dresden und Coswig: Sie gehen einerseits davon aus, dass Teile der ZDI-Programmierer <a href=\"https:\/\/oiger.de\/2026\/08\/19\/zeiss-verlagert-teil-seiner-software-sparte-von-dresden-nach-coswig\/198257\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">in die Zeiss-Fabrik in Coswig nahe Mei\u00dfen umziehen m\u00fcssen<\/a>. Zeiss wolle dort Soft- und Hardwareentwicklungen b\u00fcndeln, die sich mit den Steuer-Aktuatoren f\u00fcr Lithografie-Spezialspiegel besch\u00e4ftigen, die Zeiss an den Chipwerk-Ausr\u00fcster ASML in den Niederlanden liefert.<\/p>\n<p>Quelle: ZDI wird in neue \u201eZDI Future\u201c und Dachsparte ZDP aufgeteilt<\/p>\n<p>Inzwischen hat sich ein weiterer Zeissianer \u2013 der namentlich nicht genannt werden will \u2013 mit weiteren Informationen bei uns gemeldet, die Zeiss aber wiederum trotz Anfrage nicht konkret kommentiert hat. Demnach will die Konzernmutter aus Oberkochen im Herbst 2026 zirka 270 von rund 500 deutschen ZDI-Mitarbeiter in Dresden, Berlin, Leipzig, M\u00fcnchen und G\u00f6rlitz einer neuen Gesellschaft \u201eZDI Future\u201c zuordnen. Die restlichen Besch\u00e4ftigten sollen in die Zeiss-Mikroelektroniksparte \u201eSMT\u201c \u2013 zu der auch die Coswiger Fabrik geh\u00f6rt \u2013 sowie in die ZDI-Dachsparte \u201eZeiss Digital Partners\u201c (ZDP) wechseln. \u201eDie Belegschaft bef\u00fcrchtet, dass ein Teil des Unternehmens zum 1. Oktober 2026 ausgegliedert beziehungsweise verkauft werden soll\u201c, hei\u00dft es von unserer Quelle. \u201eEs herrschen Verwirrung und Angst.\u201c<\/p>\n<p>Nachwende-Gew\u00e4chs \u201eSaxonia Systems\u201c von Gr\u00fcndern verkauft<\/p>\n<p>Die Vorgeschichte: 1990 hatten Viola Klein und Andreas M\u00f6nch die \u201eSaxonia Computertechnik GbR\u201c und das \u201eSaxonia Bildungsinstitut\u201cgegr\u00fcndet, aus denen 1994 die Softwareschmieede \u201eSaxonia Systems\u201cwurde. 2020 verkauften die Gr\u00fcnder ihre Firma an den Zeiss-Konzern, der daraus die \u201eZDI\u201c formte und am Hauptsitz nahe der Dresdner Uni auch Investitionen t\u00e4tigte. Urspr\u00fcnglich waren auch <a href=\"https:\/\/oiger.de\/2022\/11\/23\/zeiss-investiert-weitere-millionen-in-dresden\/184968\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">millionenteure Aus- und Neubauten am Standort geplan<\/a>t. Z\u00e4hlt man die ausl\u00e4ndischen Standorte dazu, besch\u00e4ftigt die ZDI derzeit <a href=\"https:\/\/www.zeiss.de\/digital-innovation\/ueber-uns.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u00fcber 600 Menschen an sieben Standorten in Europa<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Ruag-Coswig-7-18-021.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-168674\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Ruag-Coswig-7-18-021.jpg\" alt=\"Aus der &quot;Hoch Technologie Systems&quot; (HTS) wird Ruag Space Germany: Ein Spezialist montiert im Reinraum der Coswiger Raumfahrttechnik-Fabrik ein Potenziometer, das sp\u00e4ter im All einem Satelliten helfen wird, seine Solarsegel richtig auszufahren. Foto: Heiko Weckbrodt\" width=\"1000\" height=\"667\"  \/><\/a>Das Archivbild zeigt die Coswiger Fabrik, nachdem aus der \u201eHoch Technologie Systems\u201c (HTS) die \u201eRuag Space Germany\u201c wurde. Hier im Foto montierte ein Spezialist im Reinraum der Coswiger Raumfahrttechnik-Fabrik ein Potenziometer, das sp\u00e4ter im All einem Satelliten helfen wird, seine Solarsegel richtig auszufahren. Foto: Heiko Weckbrodt<br \/>\nRaumfahrt, R\u00fcstung, Mikroelektronik: Zeiss Coswig geh\u00f6rte erst HTS, dann Ruag und Beyond Gravity<\/p>\n<p>Die Fabrik in Coswig wiederum geht auf eine Nachwende-Gr\u00fcndung der Dresdner TU-Ingenieure Dr. Wolfgang G\u00f6hler und Dr. Klaus Seifart zur\u00fcck. Deren \u201eHoch Technologie Systeme GmbH\u201c (HTS) spezialisierte sich in Coswig auf besonders pr\u00e4zise Baugruppen f\u00fcr die Luft- und Raumfahrt. 2016 \u00fcbernahm der staatliche R\u00fcstungskonzern \u201eRuag\u201c aus der Schweiz die HTS, gliederte sie 2022 <a href=\"https:\/\/oiger.de\/2022\/05\/02\/cowiger-raumfahrtschmiede-nun-jenseits-der-schwerkraft\/183000\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">seiner Raumfahrttochter \u201eBeyond Gravity\u201c zu<\/a>. 2024 verkauften die Eidgenossen die Coswiger Fabrik an Zeiss. Die Oberkochener gliederten das Werk ihrer Halbleitersparte \u201eZeiss Semiconductor Manufacturing Technology\u201c (SMT) an und spezialisierten es auf Aktuatoren f\u00fcr DUV- und EUV-Lithografiespiegel f\u00fcr Chipfabriken. Die Raumfahrtaktivit\u00e4ten fuhr Zeiss am Standort herunter.<\/p>\n<p>Autor: <a href=\"https:\/\/oiger.de\/heiko-weckbrodt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Heiko Weckbrodt<\/a><\/p>\n<p>Quellen: Zeiss-Mitarbeiter, Zeiss-Konzernzentrale, ZDI, Oiger-Archiv<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im ehemaligen Stadtbezirks-Amtssitz am Fritz-Foerster-Platz in Dresden residiert heute die ZDI. 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