{"id":1260581,"date":"2026-08-25T23:11:17","date_gmt":"2026-08-25T23:11:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1260581\/"},"modified":"2026-08-25T23:11:17","modified_gmt":"2026-08-25T23:11:17","slug":"stuttgart-21-mit-tunneln-heizen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1260581\/","title":{"rendered":"Stuttgart 21: Mit Tunneln heizen"},"content":{"rendered":"<p>Allerdings gibt es mittlerweile Ans\u00e4tze, dies zu nutzen: Im Londoner Stadtteil Islington werden durch die Abw\u00e4rme aus der U-Bahn \u00fcber ein lokales W\u00e4rmenetz rund 1.300 Haushalte mit Heizleistung und warmem Wasser versorgt. \u00c4hnliche Projekte gibt es weltweit immer h\u00e4ufiger.<\/p>\n<p>Rosensteintunnel heizt Elefantenhaus<\/p>\n<p>Auch in Stuttgart. So soll mit Abw\u00e4rme aus dem Rosensteintunnel, einem knapp 1,3 Kilometer langen Stra\u00dfentunnel, der seit M\u00e4rz 2022 in Betrieb ist, das neue Elefantenhaus der Wilhelma beheizt werden. Bis es soweit ist, wird es noch etwas dauern \u2013 der <a href=\"https:\/\/www.wilhelma.de\/aktuelles\/aktuelles\/news-presse\/meldung\/spatenstich-fuer-die-neue-elefantenwelt-in-der-wilhelma\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Baubeginn des Elefantenhauses war erst Anfang dieses Jahres<\/a>, fertig sein soll es 2030. Beteiligt an diesem Projekt war das Institut f\u00fcr Geotechnik der Universit\u00e4t Stuttgart, dessen Leiter Christian Moormann zu den Koryph\u00e4en z\u00e4hlt, wenn es um die thermische Nutzung von Tunneln geht. Bereits 2010 untersuchten Moormann und seine Institutskolleg:innen dies anhand der Stuttgarter Stadtbahnlinie U6. Und kamen zum Ergebnis: Pro Quadratmeter Tunnelwand k\u00f6nnten 30 bis 40 Wattstunden W\u00e4rmeenergie gewonnen werden.<\/p>\n<p>Die Technik dabei: In die Tunnelschale werden sogenannte Absorberleitungen eingebaut, was man sich laut Moormann in etwa wie eine &#8222;invertierte Fu\u00dfbodenheizung&#8220; vorstellen darf: Statt W\u00e4rme freizugeben, wird sie mithilfe der Leitungen aus der Luft im Tunnel und dem umgebenden Erdreich gezogen.<\/p>\n<p>Hat die Bahn nun recht?<\/p>\n<p>Wie die Aussagen aus dem Bahn-Video zum Stuttgarter Tiefbahnhof zu bewerten sind, da ist Moormann allerdings zur\u00fcckhaltend. Grunds\u00e4tzlich sei es so, gibt er zu bedenken, &#8222;dass Verkehrstunnel das Potenzial f\u00fcr beides haben&#8220;, f\u00fcr W\u00e4rmenutzung und K\u00fchlung. F\u00fcr Letzteres nennt er als Beispiel den Grenztunnel F\u00fcssen an der deutsch-\u00f6sterreichischen Grenze, ein Projekt, an dem er und sein Institut beteiligt waren: Dort wird kaltes Bergwasser durch Rohrleitungen gepumpt und k\u00fchlt zum einen den Betriebshof des Tunnels, zum anderen k\u00fchlt es im Sommer die Fahrbahn, um Spurrillen zu vermeiden, und w\u00e4rmt sie im Winter, um Eisbildung vorzubeugen.<\/p>\n<p>Eine entsprechende K\u00fchlung durch Wasserleitungen wird in den Stuttgarter Tunneln allerdings nicht umgesetzt, das w\u00e4re wegen des bei Wasserkontakt quellfreudigen Gesteins Anhydrit auch kritisch gewesen, sagt Moormann. Ohne eigene Untersuchungen und die Kenntnis aller Parameter will er sich jedoch kein abschlie\u00dfendes Urteil zu den k\u00fcnftigen Bahnhofstemperaturen erlauben. Die Stuttgart-21-Tunnel wie etwa der lange Fildertunnel seien &#8222;anders zu bewerten als ein Stadtbahn-Tunnel, durch den alle zehn Minuten eine Bahn f\u00e4hrt, und anders als ein Stra\u00dfentunnel mit schwerem Lkw-Verkehr&#8220;. Plausibel f\u00fcr ihn ist, dass die Temperaturen im Fildertunnel recht konstant sein werden, ob die dann tats\u00e4chlich bei 15 Grad liegen, wie die Bahn nahelegt, mag er nicht bewerten. Aber auf jeden Fall sei beim Fildertunnel die W\u00e4rme aus der Tiefe nicht so ein Thema wie bei den langen und tief gelegenen Basistunnel durch die Alpen.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Allerdings gibt es mittlerweile Ans\u00e4tze, dies zu nutzen: Im Londoner Stadtteil Islington werden durch die Abw\u00e4rme aus der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1260582,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1830],"tags":[1634,1739,65537,260633,5219,3364,2030,29,260635,11381,30,260634,62642,62164,12819,108632,21682,1441,9634,140734,4733,260632],"class_list":["post-1260581","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-stuttgart","tag-baden-wuerttemberg","tag-bahn","tag-bahntunnel","tag-christian-moormann","tag-db","tag-de","tag-deutsche-bahn","tag-deutschland","tag-fildertunnel","tag-geothermie","tag-germany","tag-institut-fuer-geotechnik","tag-klimaanlage","tag-kuehlung","tag-pfaffensteigtunnel","tag-rosensteintunnel","tag-s-21","tag-stuttgart","tag-stuttgart-21","tag-tiefbahnhof","tag-tunnel","tag-waermenutzung"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1260581","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1260581"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1260581\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1260582"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1260581"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1260581"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1260581"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}