{"id":1261199,"date":"2026-08-26T06:34:20","date_gmt":"2026-08-26T06:34:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1261199\/"},"modified":"2026-08-26T06:34:20","modified_gmt":"2026-08-26T06:34:20","slug":"linux-7-2-neuer-kernel-bringt-performance-optimierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1261199\/","title":{"rendered":"Linux 7.2: Neuer Kernel bringt Performance-Optimierung"},"content":{"rendered":"<p>In der Nacht vom 16. auf den 17. August erschien die zweite Reinkarnation der 7er Reihe des Linux-Kernels. In seiner obligatorischen <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Linux-7-2-bringt-umfangreiche-Treiberupdates-11419043.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Release-Mail beklagt Linus Torvalds die letzte Woche vor der Freigabe<\/a> von 7.2 als viel arbeitsintensiver als erwartet. Fr\u00fcher h\u00e4tte dies sicherlich zu einer Verz\u00f6gerung gef\u00fchrt \u2013 sprich, mindestens zu einer weiteren Woche Entwicklungszeit. Wenn er das jedoch gemacht h\u00e4tte, w\u00e4re wohl nie ein neuer Kernel freigegeben worden. Augenzwinkernd oder nicht sei dahingestellt. Fakt ist, es gab eine Reihe an kurz vor Schluss zur\u00fcckgenommener \u00c4nderungen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Prominentestes Beispiel sind \u00c4nderungen am Scheduling im Direct Rendering Manager (DRM). Dort war ein Wechsel des GPU-Schedulers (Graphics Processing Unit) von einem einfachen FIFO-Prinzip hin zu einer faireren Laufzeitverteilung geplant. Dieses als bedeutende Verbesserung herausgestellte Feature sollte der neue Standard sein. Doch es geht nun auf die Wartebank \u2013 zumindest als Voreinstellung.<\/p>\n<p>Trotz des Zur\u00fcckruderns enth\u00e4lt Linux 7.2 einige interessante Neuerungen. Einige davon greifen wir hier im Nachgang zum Release des neuen Kernels auf.<\/p>\n<p>Faires GPU-Scheduling<\/p>\n<p>Der neue GPU-Scheduler orientiert sich konzeptionell an dem alten Completely Fair Scheduler (CFS) f\u00fcr Prozesse. <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Linux-6-6-bringt-neuen-Scheduler-9350044.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Der CFS<\/a> sorgte damals f\u00fcr eine faire Verteilung der CPU-Zeit. Statt Prozesse auf CPUs zu verteilen wie der CFS, sorgt der GPU-Scheduler daf\u00fcr, dass jede Anwendung anteilig bei der GPU mal zum Zuge kommt.<\/p>\n<p>Bislang verwendete dieser hierzu das FIFO-Prinzip (First In First Out). Die Anwendungen stellen Anfragen als GPU-Jobs in eine Warteschlange, die der Scheduler nach und nach abarbeitet. Wer zuerst kommt oder viele Anfragen stellt, bekommt die meiste Rechenzeit. Das ist nicht immer so gew\u00fcnscht. Linux 7.2 f\u00fchrt nun ein faireres Scheduling beim Verteilen der verf\u00fcgbaren GPU-Ressourcen ein.<\/p>\n<p>Der DRM-Scheduler verwaltet dabei sogenannte Scheduling Entities, die die GPU-Jobs enthalten. Jeder Entity weist der Scheduler eine virtuelle Laufzeit zu. Je mehr GPU-Zeit eine Entity verbraucht, umso schneller steigt dieser Wert. Beim Verteilen der GPU-Ressourcen bevorzugt der Scheduler jeweils die ausf\u00fchrbare Entity mit der niedrigsten virtuellen Laufzeit. Auf diese Weise r\u00fccken Anwendungen, die bislang wenig GPU-Zeit erhalten haben, automatisch nach vorn.<\/p>\n<p>Priorit\u00e4ten neu gemischt<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Um Anwendungen zu priorisieren, kennt das FIFO-Prinzip strikt getrennte Priority-Queues. Hoch priorisiertes wurde bevorzugt mit GPU-Zeit bedient. Niedrig priorisiertes kam wom\u00f6glich gar nicht an die begehrten GPU-Ressourcen.<\/p>\n<p>Der neue DRM-Scheduler will das vermeiden, indem die Priorit\u00e4t einer Entity ins Berechnen der virtuellen Laufzeit als gewichtender Faktor einflie\u00dft. Je niedriger die Priorit\u00e4t, desto h\u00f6her dieser Faktor. Dadurch sammelt eine Low-Priority-Entity schneller virtuelle Laufzeit an als eine hoch priorisierte Entity. Entsprechend seltener erh\u00e4lt die niedrig priorisierte GPU-Zeit. Sie wird aber nicht grunds\u00e4tzlich ausgehungert. Damit verhindert der faire Ansatz die \u201ePriority Starvation\u201c, bei der niedrig priorisierte Anwendungen unter Dauerlast theoretisch unbegrenzt warten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Davon sollen kurze, interaktive GPU-Lasten profitieren. Ein Desktop-Compositor ben\u00f6tigt beispielsweise nur in kurzen Abst\u00e4nden wenig GPU-Zeit. Ein Spiel oder eine KI kann hingegen die GPU nahezu vollst\u00e4ndig auslasten. Unter FIFO k\u00f6nnen tiefe Queues eines rechenintensiven Clients so den Desktop scheinbar einfrieren lassen. Der Fair-Ansatz erkennt hingegen indirekt, dass der Compositor bislang wenig GPU-Zeit verbraucht hat und bevorzugt ihn entsprechend.<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In der Nacht vom 16. auf den 17. 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