{"id":1261346,"date":"2026-08-26T08:22:18","date_gmt":"2026-08-26T08:22:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1261346\/"},"modified":"2026-08-26T08:22:18","modified_gmt":"2026-08-26T08:22:18","slug":"duenne-datenlage-schlangenbisse-toeten-viel-mehr-menschen-als-gedacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1261346\/","title":{"rendered":"D\u00fcnne Datenlage: Schlangenbisse t\u00f6ten viel mehr Menschen als gedacht"},"content":{"rendered":"<p>D\u00fcnne DatenlageSchlangenbisse t\u00f6ten viel mehr Menschen als gedacht<\/p>\n<p>25.08.2026, 20:18 Uhr <\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(05:53 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/imago100444239.webp\" alt=\"imago100444239\"\/>Die K\u00f6nigskobra ist die l\u00e4ngste Giftschlange der Welt und extrem giftig. (Foto: imago images\/POP-EYE)<\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">In 170 L\u00e4ndern auf der Welt gibt es Giftschlangen. T\u00e4glich werden Hunderte Menschen von ihnen gebissen, viele \u00fcberleben den Angriff nicht. Doch wie viele das genau betrifft, k\u00f6nnen Forschende nur sch\u00e4tzen. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Weltweit werden einer Studie zufolge wesentlich mehr Menschen von Giftschlangen gebissen als bisher angenommen. Eine Analyse kommt im <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/doi.org\/10.1371\/journal.pmed.1005201\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Fachmagazin &#8222;PLOS Medicine&#8220;<\/a> zu dem Schluss, dass pro Jahr zwischen 2,1 und 7 Millionen Menschen solche Bisse erleiden. Daran sterben demnach j\u00e4hrlich zwischen 274.000 und 513.000 Menschen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Fast die H\u00e4lfte der Vergiftungen und Todesf\u00e4lle, also 45 Prozent, entf\u00e4llt demnach auf Afrika s\u00fcdlich der Sahara, ein gutes Viertel (27 Prozent) auf S\u00fcdasien. Allerdings r\u00e4umt das internationale Forschungsteam um Dileepa Senajith Ediriweera von der Liverpool School of Tropical Medicine ein, dass die Datengrundlage f\u00fcr diese Sch\u00e4tzungen teilweise sehr d\u00fcnn ist.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">&#8222;Obwohl Vergiftungen durch Schlangenbisse als gro\u00dfes Gesundheitsproblem gilt, sind verl\u00e4ssliche Daten zu H\u00e4ufigkeit und Sterblichkeit in den l\u00e4ndlichen Tropen, wo die Schlangenbisse meistens vorkommen, sehr sp\u00e4rlich&#8220;, schreibt die Gruppe. Da die meisten Opfer nicht in Krankenh\u00e4user k\u00e4men, sondern traditionell behandelt w\u00fcrden, seien Bisse und Sterbef\u00e4lle wohl stark untererfasst.<\/p>\n<p>Afrika s\u00fcdlich der Sahara und S\u00fcdasien besonders betroffen<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Eine globale \u00dcbersicht sch\u00e4tzte 2007, dass es weltweit zwischen 420.000 bis 1,8 Millionen solche Vergiftungen und 20.000 bis 94.000 Todesf\u00e4lle gebe. Die <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.who.int\/health-topics\/snakebite#tab=tab_1\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Weltgesundheitsorganisation WHO<\/a> geht von 81.000 bis 138.000 Todesf\u00e4llen aus. Hinzu kommen bleibende Behinderungen &#8211; etwa durch Erblinden, Amputationen oder posttraumatische Belastungsst\u00f6rungen (PTBS).<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Dass die Zahl wesentlich h\u00f6her liegt als bisher vermutet, schlie\u00dft das Team aus einer Auswertung der Literatur zu Schlangenbissen von 2007 bis 2025, in der 79 L\u00e4nder aufgef\u00fchrt werden. Auf Basis dieser Daten und geostatistischer Modelle kalkulierte das Team dann niedrige und hohe Sch\u00e4tzwerte.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Der Analyse zufolge ist Afrika s\u00fcdlich der Sahara mit 124.000 bis 232.000 Todesf\u00e4llen pro Jahr am st\u00e4rksten betroffen, gefolgt von S\u00fcdasien &#8211; 75.000 bis 140.000 Tote -, dahinter folgen die Regionen Ostasien und Pazifikraum (35.000 bis 64.000), Lateinamerika und Karibik (30.000 bis 52.000) sowie der Nahe Osten und Nordafrika (12.000 bis 22.000).<\/p>\n<p>In wohlhabenden L\u00e4ndern nur wenige Todesf\u00e4lle<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Insgesamt, so schreibt die Gruppe, entfielen auf 20 L\u00e4nder mehr als drei Viertel &#8211; 78 Prozent &#8211; aller Todesf\u00e4lle durch Giftschlangen. Am st\u00e4rksten betroffen ist das bev\u00f6lkerungsreiche Indien: Dort sterben pro Jahr zwischen 38.000 und 70.000 Menschen durch Schlangenbisse. In Nigeria sind es zwischen 30.000 und 55.000, in Pakistan 27.000 bis 50.000. Stark betroffen ist auch die Demokratische Republik Kongo mit 21.000 bis 39.000 Toten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Zahl der Schlangenbisse weltweit wird stark untersch\u00e4tzt\"\/>Karte der gesch\u00e4tzten weltweiten Sterblichkeit durch Schlangenbisse. (Foto: Ediriweera D et al., 2026, PLOS Medicine, CC-BY 4.0)<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die weitaus meisten F\u00e4lle weltweit entfallen auf L\u00e4nder mit geringem Einkommen, hei\u00dft es weiter. In wohlhabenderen L\u00e4ndern komme es weniger in nat\u00fcrlicher Umgebung zu Schlangenbissen, stattdessen h\u00e4ufiger in Zoos, Reptilienh\u00e4usern, Privatsammlungen oder bei Haltern exotischer Tiere. In solchen L\u00e4ndern sch\u00e4tzt das Team die Zahl der j\u00e4hrlichen Todesf\u00e4lle auf insgesamt etwa 150.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">&#8222;Unsere Sch\u00e4tzungen haben nicht die mit Schlangengiften verbundenen chronischen Behinderungen untersucht&#8220;, hei\u00dft es. &#8222;Aber davon ausgehend, dass Amputationen und andere permanente k\u00f6rperliche Behinderungen etwa dreimal so h\u00e4ufig sind wie Todesf\u00e4lle, k\u00f6nnen wir sch\u00e4tzen, dass es jedes Jahr zu mindestens 825.000 F\u00e4llen von schwerer k\u00f6rperlicher Behinderung kommt.&#8220; Nicht mitberechnet seien chronische psychologische Behinderungen durch Bisse.<\/p>\n<p>Gegengifte sehr teuer und oft nicht verf\u00fcgbar<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Generell gebe es 170 L\u00e4ndern mit Giftschlangen, aber 91 davon &#8211; also mehr als die H\u00e4lfte &#8211; h\u00e4tten keine zuverl\u00e4ssigen Daten zu Schlangenbissen, beklagt die Gruppe. &#8222;Vergiftungen durch Schlangengifte sind ein viel gr\u00f6\u00dferes globales Problem als bisher bekannt.&#8220; Gerade in den am st\u00e4rksten betroffenen Regionen m\u00fcsse die Pr\u00e4vention, die Erfassung von F\u00e4llen, der Zugang zu medizinischer Versorgung und zu Antivenomen verbessert werden. Vor allem dort sei das 2019 ausgegebene Ziel der WHO, die Krankheitslast und Mortalit\u00e4t durch Schlangenbisse bis 2030 um die H\u00e4lfte zu senken, eine gewaltige Herausforderung.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Generell gibt es \u00fcber 3000 Schlangenarten, mehr als 600 davon sind giftig. Bei diesen unterscheidet man vor allem zwischen Vipern (Viperidae) und Giftnattern (Elapidae). Viele Schlangen bilden regelrechte Giftcocktails mit einem Spektrum unterschiedlicher Wirkungen, was die Behandlung enorm erschwert.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Ein Problem ist, dass Gegengifte sehr teuer und oft nicht verf\u00fcgbar sind &#8211; vor allem in l\u00e4ndlichen Regionen, wo die meisten Menschen gebissen werden. Solche Antivenome werden derzeit hergestellt, indem man etwa Pferden Schlangengifte verabreicht und dann aus dem Blutserum der Tiere Antik\u00f6rper isoliert. Ein zweites Problem ist, dass die genaue Zusammensetzung der Gifte, die selbst innerhalb einer Art variieren kann, bislang nur wenig bekannt ist. Seit einiger Zeit suchen verschiedene Forschungsteams daher gezielt nach Breitband-Antivenomen, die sich synthetisch herstellen lassen und die Gifte ganzer Gruppen von Schlangen neutralisieren sollen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de, Walter Willems, dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"D\u00fcnne DatenlageSchlangenbisse t\u00f6ten viel mehr Menschen als gedacht 25.08.2026, 20:18 Uhr Artikel anh\u00f6ren(05:53 min) Die K\u00f6nigskobra ist die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1261347,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3],"tags":[752,13,18115,14,15,12,33706,1720,10,8,9,11,103,104],"class_list":["post-1261346","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-welt","tag-bildung","tag-headlines","tag-medikamente","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-schlangen","tag-todesursache","tag-top-news","tag-top-meldungen","tag-topmeldungen","tag-topnews","tag-welt","tag-world"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117160849343367465","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1261346","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1261346"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1261346\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1261347"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1261346"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1261346"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1261346"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}