{"id":1262131,"date":"2026-08-26T16:22:16","date_gmt":"2026-08-26T16:22:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1262131\/"},"modified":"2026-08-26T16:22:16","modified_gmt":"2026-08-26T16:22:16","slug":"usa-streichen-syrien-von-terrorliste-ex-dschihadist-wird-zum-wichtigen-wirtschaftspartner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1262131\/","title":{"rendered":"USA streichen Syrien von Terrorliste: Ex-Dschihadist wird zum wichtigen Wirtschaftspartner"},"content":{"rendered":"<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Die <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/category\/usa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a> haben einen entscheidenden Schritt zur politischen und wirtschaftlichen Reintegration Syriens vollzogen. Am Montag strich Washington das Land nach 47 Jahren von ihrer Terrorliste. F\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/category\/syrien\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die Regierung von Pr\u00e4sident Ahmed al-Scharaa<\/a> ist dies weit mehr als ein symbolischer Akt. Es geht um den Zugang zu Banken, Investitionen, internationalen M\u00e4rkten und damit um die wirtschaftliche Zukunft eines Landes, das nach fast 14 Jahren Krieg vor einem gigantischen Wiederaufbau steht.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Syrien stand seit 1979 auf der amerikanischen Terrorliste. Die Einstufung brachte erhebliche Beschr\u00e4nkungen mit sich. Unter anderem waren US-Auslandshilfe, R\u00fcstungsexporte und bestimmte Finanzgesch\u00e4fte eingeschr\u00e4nkt. Selbst nachdem <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/category\/donald-trump\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Washington 2025<\/a> sein umfassendes Sanktionsregime gegen Syrien beendet hatte, blieb die Terrorliste ein erheblicher Risikofaktor f\u00fcr internationale Banken und Unternehmen. F\u00fcr Finanzinstitute bedeutete ein Engagement in Syrien weiterhin hohe rechtliche und Compliance-Risiken. Genau diese letzte H\u00fcrde ist nun gefallen.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              US-Au\u00dfenminister Marco Rubio begr\u00fcndete den Schritt mit den \u201epositiven Ma\u00dfnahmen\u201c und weiteren Zusagen der Regierung al-Scharaas, sich vollst\u00e4ndig vom internationalen Terrorismus zu distanzieren. Washington setzt dabei auf eine bemerkenswerte politische Wette. Aus einem fr\u00fcheren Gegner des Westens soll ein Partner werden, der die Region stabilisiert, gegen den Islamischen Staat vorgeht und sein Land f\u00fcr internationale Gesch\u00e4fte \u00f6ffnet. Al-Scharaa hatte fr\u00fcher die Nusrah-Front angef\u00fchrt, die aus dem syrischen Ableger von Al-Kaida hervorgegangen war. Heute pr\u00e4sentiert ihn die US-Regierung als pragmatischen Ansprechpartner f\u00fcr den Wiederaufbau.\n            <\/p>\n<p>            Washington setzt auf den wirtschaftlichen Hebel<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Auff\u00e4llig ist, wie stark \u00fcber Wirtschaftsfragen im Zusammenhang mit der neuen amerikanischen Syrien-Politik gesprochen wird. Pr\u00e4sident Donald Trump hatte bereits im Juli erkl\u00e4rt, er wolle \u201ealle Hindernisse\u201c beseitigen, die Syrien am Wiederaufbau hindern. Zugleich verwies er auf US-Unternehmen, die bereit seien, in dem Land zu investieren. Damit verfolgt Washington eine klassische, aber in Syrien neue Strategie: politische Ann\u00e4herung mit wirtschaftlichen Anreizen. Die Botschaft lautet: Wer den au\u00dfenpolitischen Interessen Washingtons diene und Sicherheitszusagen erf\u00fclle, bekomme Zugang zu Kapital, Technologie und M\u00e4rkten.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Syrien ben\u00f6tigt f\u00fcr den Wiederaufbau Milliardeninvestitionen. Die Regierung in Damaskus verhandelt mit internationalen Banken, w\u00e4hrend Mastercard gemeinsam mit der Qatar National Bank und der syrischen Zentralbank an einer Infrastruktur f\u00fcr internationale Kartenzahlungen arbeitet. Auch mit der Bank of America wurden Gespr\u00e4che \u00fcber eine st\u00e4rkere Integration Syriens in das globale Finanzsystem gef\u00fchrt. Selbiges gilt f\u00fcr den amerikanischen Energiekonzern ConocoPhillips, der die Gasproduktion in Syrien wieder aufbauen will.\n            <\/p>\n<p>            Russland verliert an Einfluss<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              F\u00fcr die USA geht es dabei auch um Geo\u00f6konomie. Washington m\u00f6chte Syrien st\u00e4rker an den Westen und an die Golfstaaten binden und zugleich den Einfluss Russlands und Irans zur\u00fcckdr\u00e4ngen. Besonders deutlich wurde dies bei den Verhandlungen \u00fcber syrische Energieimporte. Nach Reuters-Berichten erkl\u00e4rte sich Damaskus bereit, seine Einfuhren russischen \u00d6ls drastisch zu reduzieren. Russland liefert bislang einen erheblichen Teil des syrischen Roh\u00f6ls.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              F\u00fcr Russland ist diese Entwicklung bedenkenswert. Moskau war unter dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad die wichtigste ausl\u00e4ndische Milit\u00e4rmacht in Syrien und verf\u00fcgte \u00fcber strategisch bedeutende St\u00fctzpunkte. Nach dem Machtwechsel versucht Russland, seine Position zu bewahren. Die amerikanische Ann\u00e4herung an Damaskus und insbesondere eine m\u00f6gliche Abkehr Syriens von russischen Energieimporten schw\u00e4chen jedoch einen Teil dieses Einflusses.\n            <\/p>\n<p>            Deutschland setzt auf Wiederaufbau<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Deutschland will beim wirtschaftlichen Neustart Syriens ebenso eine Rolle spielen. Beim Besuch von Ahmed al-Scharaa im M\u00e4rz 2026 in Berlin trafen sich rund 40 deutsche Unternehmen mit der syrischen Seite. Die Bundesregierung stellt in diesem Jahr mehr als 200 Millionen Euro f\u00fcr den Wiederaufbau bereit und will mit Beratung und Reformen ein Investitionsklima f\u00fcr deutsche Unternehmen schaffen. Aus der Wirtschaft gibt es erste konkrete Signale. Siemens Energy pr\u00fcft die Modernisierung syrischer Kraftwerke, w\u00e4hrend der Baustoffkonzern Knauf eine Absichtserkl\u00e4rung f\u00fcr den Bau eines Gipswerks unterzeichnet hat.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Noch wichtiger als die Wirtschaft sind f\u00fcr die deutsche Politik jedoch Migrationsfragen. W\u00e4hrend die Amerikaner aktuell im ehemals krisen- und kriegsgebeutelten Land massiv investieren und Chancen sehen, steht die Bundesregierung sich selbst im Weg. Im Herbst 2025 l\u00f6ste Au\u00dfenminister Wadephul eine Debatte aus, die an R\u00fcckkehrpl\u00e4nen zweifeln l\u00e4sst. Nach seinem Besuch in einer zerst\u00f6rten Vorstadt von Damaskus sagte der Au\u00dfenminister, dort k\u00f6nnten \u201ekaum Menschen richtig w\u00fcrdig leben\u201c, da es an Wasser, Strom und funktionierendem Abwasser fehle.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              F\u00fcr Syrien jedenfalls ist die amerikanische Ann\u00e4herung eine historische Chance \u2013 aber auch ein Risiko. Das Nahost-Land k\u00f6nnte vom Objekt internationaler Machtpolitik zu einem begehrten wirtschaftlichen und geopolitischen Partner werden. Ob daraus tats\u00e4chlich ein stabiler Wiederaufbau entsteht, h\u00e4ngt jedoch nicht allein von Investitionen ab. Entscheidend wird sein, ob al-Scharaas Regierung Sicherheit, politische Inklusion und verl\u00e4ssliche staatliche Strukturen herstellen kann.<\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/images\/blz\/send-mail.svg\" alt=\"Send feedback\"\/><\/p>\n<p>Lesen Sie mehr zum Thema<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die USA haben einen entscheidenden Schritt zur politischen und wirtschaftlichen Reintegration Syriens vollzogen. 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