{"id":1262677,"date":"2026-08-26T22:10:17","date_gmt":"2026-08-26T22:10:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1262677\/"},"modified":"2026-08-26T22:10:17","modified_gmt":"2026-08-26T22:10:17","slug":"vw-chef-blume-erhoeht-den-spardruck-ein-viertel-der-managementstellen-soll-wegfallen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1262677\/","title":{"rendered":"VW-Chef Blume erh\u00f6ht den Spardruck\u00a0\u2013 ein Viertel der Managementstellen soll wegfallen"},"content":{"rendered":"<p>Der Spardruck bei Volkswagen steigt: Konzernchef Oliver Blume k\u00fcndigt einen deutlichen Stellenabbau im Management an. F\u00fcr die Werke in Emden und Zwickau gibt es weiterhin keine klare Perspektive.<\/p>\n<p class=\"c-inline-alert__description\">Klicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">VW-Konzernchef Oliver Blume hat sp\u00fcrbare Einschnitte im Management angek\u00fcndigt. Angesichts des Spardrucks schaue man auch dort genau hin und baue ein Viertel der Stellen ab, sagte er bei der Betriebsversammlung am gef\u00e4hrdeten Standort Emden. \u201eAlle Bereiche m\u00fcssen ihren Teil beitragen; es ist ein Kraftakt, der nur gemeinsam gelingen kann.\u201c<\/p>\n<p>Nach dem Auftakt in Wolfsburg hat Blume am Mittwoch seine Auftritte bei Betriebsversammlungen in Emden und Zwickau fortgesetzt. Beide Werke werden neben Hannover und dem Standort der Tochter Audi in Neckarsulm als Fabriken genannt, f\u00fcr die es noch keine \u201ewettbewerbsf\u00e4hige Belegung\u201c f\u00fcr die 2030er-Jahre gebe. Daher geht dort die Sorge vor einer Schlie\u00dfung um.<\/p>\n<p>Klarheit hat der Auftritt f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten allerdings nicht gebracht. \u201eDie entscheidenden Fragen sind nicht beantwortet worden\u201c, konstatierte der Erste Bevollm\u00e4chtigte der IG Metall Zwickau, Thomas Knabel. Mike R\u00f6sler, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates von Volkswagen Sachsen sprach von einer \u201egemischten Stimmung\u201c. Es habe nicht die Antworten gegeben, die sich viele erhofft h\u00e4tten, aber auch keine Hiobsbotschaften.<\/p>\n<p>Der VW-Boss betonte in Emden die schwierige Wettbewerbslage des Standorts in Ostfriesland. Die Arbeitskosten l\u00e4gen mehr als doppelt so hoch wie an vergleichbaren europ\u00e4ischen Standorten, auch bei den Fabrikkosten seien andere Werke deutlich g\u00fcnstiger, sagte Blume.<\/p>\n<p>Emden gilt als wichtigster industrieller Arbeitgeber in Ostfriesland<\/p>\n<p>Dass das Werk Emden auf der Kippe stehen soll, hatte \u00fcberrascht, weil dort schon Ende 2024 der letzte Verbrenner vom Band gelaufen war und nach einer Milliardeninvestition ausschlie\u00dflich E-Autos gebaut werden. In dem Werk arbeiten rund 7700 Besch\u00e4ftigte. Der Standort gilt in Ostfriesland als der wichtigste industrielle Arbeitgeber.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich ist die Situation im s\u00e4chsischen Zwickau. In der Region ist Volkswagen der gr\u00f6\u00dfte private Arbeitgeber. Die Auto-Fabrik ist bei VW zudem Pionier der Elektromobilit\u00e4t: Seit 2020 werden hier ausschlie\u00dflich E-Fahrzeuge gebaut. Doch nachdem auch andere Standorte in diesen Sektor eingestiegen sind, ist die Auslastung in Zwickau gesunken &#8211; verbunden mit einem Abbau an Personal. Arbeiteten in dem Fahrzeugwerk zu Hochzeiten rund 11.000 Besch\u00e4ftigte, sind es derzeit noch etwa 8000. Und 2027 soll eine der beiden Fertigungslinien komplett stillgelegt werden.<\/p>\n<p>\u201eDie Welt, auf deren Grundlage wir viele Entscheidungen der vergangenen Jahre getroffen haben, gibt es so nicht mehr\u201c, sagte Blume in Emden. Es gebe Ver\u00e4nderungen und deshalb m\u00fcsse die Lage immer wieder neu bewertet werden. In Emden seien die Kosten zwar gesenkt, aber eben weiter vergleichsweise hoch. \u201eDas ist kein Vorwurf, es ist die Realit\u00e4t, an der wir uns messen lassen m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>Protest am Werkstor \u2013 verunsicherte Belegschaft in Zwickau<\/p>\n<p>Nach Emden reiste Blume weiter nach Zwickau. Dort demonstrierten vor dem Werkstor VW-Mitarbeiter zusammen mit Besch\u00e4ftigten von Zulieferern f\u00fcr eine Zukunft des Standorts. \u201eMama, hast du in 5 Jahren noch Arbeit?\u201c hie\u00df es auf einem der Plakate, \u201eVereint f\u00fcr unsere Zukunft k\u00e4mpfen\u201c auf einem anderen.<\/p>\n<p>An der Autoproduktion h\u00e4ngen auch viele Jobs bei Zulieferern. Das machte Marcel Kuczyk, Vize-Betriebsratsvorsitzender von Schnellecke Logistics in Glauchau, deutlich. Er war mit mehreren Kollegen ebenfalls vors Zwickauer VW-Werk gekommen, um sich f\u00fcr dessen Erhalt starkzumachen. Allein am Standort seines Unternehmens arbeiteten weitere rund 600 Menschen. Sie h\u00e4ngen seinen Angaben nach zu 100 Prozent an der Autofabrik von VW.<\/p>\n<p>Nach Unternehmensangaben lobte Blume in Zwickau die Anstrengungen der Besch\u00e4ftigten, die Kosten am Standort zu senken. \u201eIhr habt Kosten gesenkt, Abl\u00e4ufe verbessert und den vereinbarten Personalumbau planm\u00e4\u00dfig vorangebracht. Kurz gesagt: Ihr habt gezeigt, dass Ver\u00e4nderung m\u00f6glich ist\u201c, sagte er bei der Betriebsversammlung. \u201eMan kann allen im Konzern nur immer wieder sagen: Schaut nach Sachsen, wie gut das da gelaufen ist.\u201c<\/p>\n<p>Trotzdem sei man nicht am Ziel. Es gehe darum, dauerhaft die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Konzerns zu sichern. \u201eDie Arbeitskosten liegen heute bei mehr als dem Doppelten vergleichbarer europ\u00e4ischer Standorte. Und auch bei den Fabrikkosten liegen andere Werke noch deutlich g\u00fcnstiger\u201c, so Blume.<\/p>\n<p>Noch keine Entscheidung zu Werkschlie\u00dfungen <\/p>\n<p>Blume bekr\u00e4ftigte den Angaben zufolge, dass es f\u00fcr die Standorte Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm noch keine \u201ekeine wettbewerbsf\u00e4hige Belegung f\u00fcr die 2030er-Jahre\u201c gebe. \u201eIch m\u00f6chte aber auch klarstellen, dass es keine Entscheidung zu m\u00f6glichen Werkschlie\u00dfungen gibt.\u201c<\/p>\n<p>Sollte es trotz aller Anstrengungen am Ende keine Belegung f\u00fcr sie geben, dann stehe Volkswagen trotzdem in der Verantwortung. Blume: \u201eWir k\u00e4mpfen um industrielle Perspektiven und um Besch\u00e4ftigung f\u00fcr unsere Standorte. Mit Partnern. Mit Investoren. Mit neuen industriellen L\u00f6sungen.\u201c<\/p>\n<p>Mit dem Motorenwerk in Chemnitz und der Gl\u00e4sernen Manufaktur in Dresden hat Volkswagen zwei weitere Standorte in Sachsen. Dort werden Vorstandsmitglieder von VW an diesem Donnerstag erwartet. In Dresden werden schon keine Autos mehr produziert.<\/p>\n<p>Vor den Betriebsversammlungen hatte es am Montag ein Spitzentreffen in der s\u00e4chsischen Staatskanzlei gegeben. Dort trafen sich Ministerpr\u00e4sident Michael Kretschmer (CDU) und Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) mit Blume und VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter P\u00f6tsch zum Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>Die Standorte in Sachsen seien eine Perle im VW-Konzern, sagte Panter nun. \u201eSo eine Perle darf man nicht vor die S\u00e4ue werfen. Und ich bin mir sicher: Das wird VW auch nicht tun.\u201c Er verwies darauf, dass Volkswagen zugesichert habe, dass f\u00fcr alle Standorte im Wettbewerb die gleichen Bedingungen gelten. Deswegen sei ihm nicht bange, dass es auch in Zukunft in Zwickau eine Fahrzeugproduktion geben werde.<\/p>\n<p>dpa\/ceb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Spardruck bei Volkswagen steigt: Konzernchef Oliver Blume k\u00fcndigt einen deutlichen Stellenabbau im Management an. 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