{"id":1263061,"date":"2026-08-27T02:44:15","date_gmt":"2026-08-27T02:44:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1263061\/"},"modified":"2026-08-27T02:44:15","modified_gmt":"2026-08-27T02:44:15","slug":"stuttgart-frust-als-feature-ein-spiel-ueber-den-s21-fussgaenger-tunnel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1263061\/","title":{"rendered":"Stuttgart | Frust als Feature: Ein Spiel \u00fcber den S21-Fu\u00dfg\u00e4nger-Tunnel"},"content":{"rendered":"<p>Stuttgart (dpa) &#8211; \u00dcber den langen provisorischen Fu\u00dfg\u00e4ngertunnel zwischen der Stuttgarter Innenstadt und den Gleisen des Hauptbahnhofs ist schon viel gespottet worden. Ein \u00abFernwanderweg\u00bb sei er &#8211; der l\u00e4ngste Tunnel des Milliardenprojekts Stuttgart 21.<\/p>\n<p>Jetzt soll ein Videospiel den Gang durch den Tunnel erlebbar machen. Es geht um Zeit und Verzweiflung, Frust und \u00c4rger &#8211; und zumindest die Demo verspricht kein Happy End, realistisch klingende Lautsprecherdurchsagen inklusive.<\/p>\n<p><strong>Immer der Karotte nach<\/strong><\/p>\n<p>\u00abMan soll Spa\u00df haben dabei und man soll sich auch \u00e4rgern\u00bb, sagt Willi Schorrig, Entwickler von \u00abS21 &#8211; The Game\u00bb. Er kennt den Weg durch den rund 350 Meter langen Tunnel aus eigener Erfahrung: Seit Jahren l\u00e4uft er die Strecke mehrmals in der Woche. \u00abDa ist mir die Idee gekommen, dass man das auch perfekt als Spiel umsetzen k\u00f6nnte: Man hat quasi immer diese Karotte vor der Nase und l\u00e4uft immer weiter und weiter\u00bb, sagt der 32-J\u00e4hrige \u00fcber das Spiel, \u00fcber das mehrere Medien bereits berichtet haben.\u00a0<\/p>\n<p>Sinnbildlich sei das f\u00fcr das Bauprojekt: \u00abErst hei\u00dft es, es wird n\u00e4chstes Jahr fertig, dann in vier Jahren, dann in zehn Jahren. Man wird immer wieder vertr\u00f6stet.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Betonmauer statt Gleis 9<\/strong><\/p>\n<p>Bis zu zehn Minuten dauert es im Schnitt, um von den Gleisen durch den Tunnel zu kommen. Ziel des Spiels ist es, innerhalb von 20 Minuten Gleis 9 zu erreichen. Klingt gro\u00dfz\u00fcgig &#8211; allerdings bremsen Hindernisse den Weg durch den d\u00e4mmrig beleuchteten, menschenleeren Tunnel immer wieder aus. \u00abAm Anfang will man noch seinen Zug bekommen, am Ende will man nur noch aus dem Tunnel heraus\u00bb, beschreibt Schorrig, dessen B\u00fcro \u00abHanging Gardens Interactive\u00bb den sogenannten Walking Simulator entwickelt.<\/p>\n<p>Der Weg durch die G\u00e4nge scheint im Spiel kein Ende zu nehmen. \u00abFalls Sie denken: Der Weg dauert unendlich lang &#8211; das stimmt nicht\u00bb, t\u00f6nt es passend dazu aus den Lautsprechern. Auf einem Smartphone ist die Abfahrtszeit des Zuges zu erkennen &#8211; und die verbleibende Zeit wird immer k\u00fcrzer.<\/p>\n<p>Die Demo endet, wie Kritiker es von Stuttgart 21 vielleicht erwarten k\u00f6nnten: Der Spieler steht vor einer Betonmauer und muss frustriert umkehren. \u00abDas hier wird niemals enden\u00bb, knarrt die Stimme aus dem Lautsprecher. Im sch\u00f6nsten Bahn-Sprech folgt: \u00abWir bitten um Entschuldigung.\u00bb Auf der Webseite des Spiels hei\u00dft es zugleich, jede \u00c4hnlichkeit mit realen Bauprojekten oder laufenden oder verz\u00f6gerten Projekten sei \u00abrein zuf\u00e4llig\u00bb.<\/p>\n<p><strong>Auftritt auf der Gamescom<\/strong><\/p>\n<p>Schorrig zeigte seine Idee zun\u00e4chst nur ein paar Leuten. \u00abAm Anfang gab es nichts in diesem Tunnel, nur die Aufforderung, weiterzulaufen\u00bb, erz\u00e4hlt er. \u00abDie ersten Testerinnen und Tester haben lauthals gest\u00f6hnt, sind aber trotzdem lange durch den Gang gelaufen. Immer in der Annahme, dass da noch etwas kommt.\u00bb Es gehe um dieses Gef\u00fchl: \u00abVielleicht kommt ja noch etwas. Vielleicht ist es ja wirklich gleich fertig.\u00bb<\/p>\n<p>Der Hype um \u00abS21 &#8211; The Game\u00bb habe sein Team sehr \u00fcberrascht, r\u00e4umt Schorrig ein. In diesen Tagen will er die Idee auf der Gamescom in K\u00f6ln vorstellen &#8211; dem weltweit gr\u00f6\u00dften Event f\u00fcr Computer- und Videospiele. \u00abWir wollen mit einem vollwertigen Spiel auf den Markt gehen und daf\u00fcr brauchen wir Partner.\u00bb Bislang ist eine <a href=\"https:\/\/store.steampowered.com\/app\/4953120\/S21\/\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Demo-Version<\/a> nur auf der Internet-Plattform Steam zu finden.\u00a0<\/p>\n<p>Bahn verspricht: Tunnel nur noch bis Ende 2027\u00a0<\/p>\n<p>Die Bahn kommentiert die Idee nicht direkt, verteidigt aber den Tunnel: \u00abTrotz aller Kritik daran gilt: Der Bauablauf im Bonatzbau l\u00e4sst aus Sicherheitsgr\u00fcnden einen direkten Weg durch die Baustelle derzeit noch nicht wieder zu\u00bb, sagt ein Bahnsprecher.\u00a0<\/p>\n<p>Die barrierefreie Verbindung zwischen Bahnsteigen und Bahnhofsvorplatz m\u00fcsse aber erhalten bleiben &#8211; und eine direkte Verbindung komme wegen des H\u00f6henverlaufs der Trasse f\u00fcr Behinderte nicht infrage. Durch den notwendigen Bogen habe sich die Strecke auf insgesamt rund 350 Meter verl\u00e4ngert. Doch die Bahn verspricht: Ab Ende 2027 gibt es f\u00fcr Reisende und Passanten eine direkte und somit k\u00fcrzere Verbindung zwischen City und altem Kopfbahnhof durch den Bonatzbau und \u00fcber das Dach des k\u00fcnftigen Hauptbahnhofs.<\/p>\n<p>Vollversion des Spiels soll mehrere Stunden dauern<\/p>\n<p>Inzwischen t\u00fcfteln Schorrig und sein Team weiter. Geplant sei auch, Ideen erster Nutzer umzusetzen. \u00abWir bekommen unendlich viel Feedback und Vorschl\u00e4ge, was wir noch einbauen sollen\u00bb, sagt der 32-J\u00e4hrige. F\u00fcr die Vollversion ist eine mehrere Stunden umspannende Story geplant. In einem Punkt ist er sich schon heute sicher: \u00abWir werden auf jeden Fall vor Stuttgart 21 fertig.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stuttgart (dpa) &#8211; \u00dcber den langen provisorischen Fu\u00dfg\u00e4ngertunnel zwischen der Stuttgarter Innenstadt und den Gleisen des Hauptbahnhofs ist&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1263062,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1830],"tags":[1634,1739,3364,29,2507,30,198,1441,7490],"class_list":["post-1263061","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-stuttgart","tag-baden-wuerttemberg","tag-bahn","tag-de","tag-deutschland","tag-freizeit","tag-germany","tag-internet","tag-stuttgart","tag-vermischtes"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117165180088185510","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1263061","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1263061"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1263061\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1263062"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1263061"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1263061"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1263061"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}