{"id":1263067,"date":"2026-08-27T02:47:17","date_gmt":"2026-08-27T02:47:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1263067\/"},"modified":"2026-08-27T02:47:17","modified_gmt":"2026-08-27T02:47:17","slug":"koeln-social-media-und-job-wann-droht-die-kuendigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1263067\/","title":{"rendered":"K\u00f6ln | Social Media und Job &#8211; wann droht die K\u00fcndigung?"},"content":{"rendered":"<p>K\u00f6ln (dpa\/tmn) &#8211; Der w\u00fctende Kommentar \u00fcber den Chef, das Foto aus dem B\u00fcro, der Like unter einem politischen Beitrag &#8211; das alles ist schnell hinaus in die Welt gepostet. Vermeintlich privat und aus dem Moment heraus. Doch: \u00c4u\u00dferungen im Netz verschwinden nicht. Ein unbedachter Kommentar, ein Like oder ein Foto k\u00f6nnen gravierende Folgen haben, vor allem im beruflichen Kontext. Wie ist die rechtliche Lage? Was darf man, was nicht?\u00a0<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich gilt: Angestellte d\u00fcrfen ihre Freizeit selbstbestimmt gestalten, offline wie online. Und sie haben das Recht auf Meinungsfreiheit nach Artikel 5 des Grundgesetzes. \u00abAber Besch\u00e4ftigte haben auch eine Loyalit\u00e4tspflicht ihrem Arbeitgeber gegen\u00fcber\u00bb, sagt Volker G\u00f6rzel, Fachanwalt f\u00fcr Arbeitsrecht in K\u00f6ln und Mitglied im Verband deutscher Arbeitsrechtsanw\u00e4lte (VDAA).\u00a0<\/p>\n<p>Was bedeutet das? Wenn Vorgesetzte oder Kollegen Gegenstand der Beitr\u00e4ge sind, betriebliche Interna ver\u00f6ffentlicht werden oder auf andere Weise dem Arbeitgeber geschadet wird, kann das Konsequenzen nach sich ziehen, vom Gespr\u00e4ch \u00fcber die Abmahnung bis zur K\u00fcndigung.\u00a0<\/p>\n<p>Firmenpr\u00e4sentation aus Versehen im Hintergrund<\/p>\n<p>Problematisch sind \u00c4u\u00dferungen immer dann, wenn sie, so G\u00f6rzel, \u00abberechtigten Interessen\u00bb des Unternehmens schaden k\u00f6nnten. Auch dann \u00fcbrigens, wenn es ein Versehen ist &#8211; etwa die Pr\u00e4sentation \u00fcber die neue Firmenstrategie im Hintergrund auf dem Selfie zu erkennen ist.<\/p>\n<p>Auch radikale politische \u00c4u\u00dferungen sowie rassistische oder sexistische Inhalte k\u00f6nnten den Arbeitgeber auf den Plan rufen. Vor allem dann, wenn sie strafrechtliche Relevanz haben und wenn im Profil zu erkennen ist, wo derjenige arbeitet, der diesen Content in die Welt geschickt hat.<\/p>\n<p>Nicht immer ist der Fall eindeutig. H\u00e4ufig muss vor Gericht zwischen Meinungsfreiheit und den Interessen des Arbeitgebers abgewogen werden.\u00a0<\/p>\n<p>Das Netz als vermeintlich rechtsfreier Raum<\/p>\n<p>\u00abViele Menschen sind im Netz wesentlich sorgloser als im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch\u00bb, beobachtet G\u00f6rzel: \u00abMan \u00e4u\u00dfert sich schneller, man \u00e4u\u00dfert sich vielleicht h\u00e4rter, auch um Klicks zu erzeugen.\u00bb Dabei werde oft vergessen, dass die sozialen Medien kein rechtsfreier Raum sind. \u00d6ffentlich gepostete \u00c4u\u00dferungen k\u00f6nnen auch vor Gericht als Beweismittel dienen, so G\u00f6rzel. Das gelte f\u00fcr schriftliche \u00c4u\u00dferungen ebenso wie f\u00fcr Sprachnachrichten.<\/p>\n<p>Zwar gelte: \u00abJe privater, also je kleiner der Kreis der Follower oder Teilnehmer, desto freier kann man sich \u00e4u\u00dfern\u00bb, sagt G\u00f6rzel. Doch eine Garantie daf\u00fcr, dass private Posts privat bleiben, gibt es nicht: Ein Beitrag kann weitergeleitet, als Screenshot gespeichert oder von einem Mitglied der Gruppe an andere Personen weitergegeben werden.\u00a0<\/p>\n<p>Firmen-Guidelines gelten nur bis zum Werkstor<\/p>\n<p>Weil das Thema immer h\u00e4ufiger f\u00fcr Konflikte sorgt, stellen viele Firmen Guidelines f\u00fcr den Umgang mit Social Media auf. Formuliert werden darin unter anderem Regeln f\u00fcr den Umgangston im Netz, die Ver\u00f6ffentlichung von Fotos und Videos von Kolleginnen und Kollegen und f\u00fcr die Abgrenzung von privaten und dienstlichen Posts. \u00abSolche Guidelines haben jedoch keine Bindungswirkung auf Kommentare als Privatperson. Das Weisungsrecht des Arbeitgebers h\u00f6rt am Werkstor auf\u00bb, sagt Arbeitsrechtsanwalt G\u00f6rzel.\u00a0<\/p>\n<p>Bitte nicht mit dem Dienstlaptop posten<\/p>\n<p>Vorsicht ist geboten, wenn man f\u00fcr private Posts aus dem Wohnzimmer den Dienstlaptop nutzt: Das sollte man nur tun, wenn es der Arbeitgeber im Arbeitsvertrag, in einer individuellen oder betrieblichen Vereinbarung erlaubt hat. Systematisch \u00fcberwacht werden d\u00fcrfen Dienstrechner zwar nicht, aber stichprobenartig kontrolliert, wenn Hinweise auf Missbrauch vorliegen.<\/p>\n<p>Als Arbeitgeber \u00f6ffentliche Social-Media-Profile der Mitarbeiter auszuwerten, ist datenschutzrechtlich nur in engen Grenzen erlaubt. Dass m\u00f6glicherweise mitgelesen wird, sollte man trotzdem im Hinterkopf haben, bevor man auf den Senden-Button klickt, auch mit Blick auf die berufliche Weiterentwicklung: Recruiter und Personalberater blickten nicht nur auf Bewerbungsunterlagen, sondern auch auf die Aktivit\u00e4ten von Bewerbern in sozialen Netzwerken, sagt Harald Fortmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Hamburger Personalberatung Five14 und Vizepr\u00e4sident im Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen.\u00a0<\/p>\n<p>Vor allem die Beitr\u00e4ge im Karrierenetzwerk LinkedIn seien dabei relevant: Dort wird berufsbezogen und unter dem Klarnamen gepostet und geliked. \u00abJe h\u00f6her eine zu besetzende Position, je mehr Au\u00dfendarstellung, je mehr Au\u00dfenwirkung, desto genauer schaut man sich das an\u00bb, sagt Fortmann.<\/p>\n<p>Wie Social Media der Karriere nutzt<\/p>\n<p>Der Personalberater pl\u00e4diert f\u00fcr mehr \u00abBewusstsein daf\u00fcr, wo \u00fcberall und in welcher Form die \u00c4u\u00dferungen gelesen werden\u00bb: Die Social-Media-Mechanismen zu verstehen, sei im Berufsleben mittlerweile \u00abextrem wichtig\u00bb. Denn strategisch gut genutzt, k\u00f6nnen soziale Netzwerke die Karriere auch anschieben: Im Recruiting gehe es immer weniger um die Frage, was man bisher gemacht habe, so Fortmann, \u00absondern mehr darum, welche Potenziale man mitbringt, wie man sich im KI-Zeitalter professionell aufstellt und mit wem man vernetzt ist\u00bb.<\/p>\n<p>Bei aller Professionalit\u00e4t sollte die Tonalit\u00e4t dabei durchaus zeigen, was f\u00fcr ein Mensch sich hinter dem Profil verbirgt: \u00abMan ist auf einem Social-Media-Kanal nur erfolgreich, wenn man nicht wie ein Roboter postet\u00bb, sagt Fortmann. Die pers\u00f6nliche Note erzeuge menschliche N\u00e4he.\u00a0<\/p>\n<p>Die Kunst: Die Grenze zu kennen zwischen pers\u00f6nlich und privat. Und vor jedem Absenden eines Beitrags zu pr\u00fcfen, ob man sie \u00fcbertreten hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00f6ln (dpa\/tmn) &#8211; Der w\u00fctende Kommentar \u00fcber den Chef, das Foto aus dem B\u00fcro, der Like unter einem&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1263068,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1828],"tags":[1140,6442,630,4941,29,30,1420,261068,1209,624,154,137402],"class_list":["post-1263067","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-koeln","tag-arbeit","tag-arbeitsrecht","tag-beruf","tag-cjab","tag-deutschland","tag-germany","tag-koeln","tag-nettiquette","tag-nordrhein-westfalen","tag-ratgeber","tag-social-media","tag-tmn2701"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117165191550188888","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1263067","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1263067"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1263067\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1263068"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1263067"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1263067"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1263067"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}