{"id":1263255,"date":"2026-08-27T04:41:15","date_gmt":"2026-08-27T04:41:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1263255\/"},"modified":"2026-08-27T04:41:15","modified_gmt":"2026-08-27T04:41:15","slug":"umfrage-unter-jugendlichen-breite-unterstuetzung-fuer-social-media-verbot-in-der-jugend-und-ein-gewaltiger-widerspruch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1263255\/","title":{"rendered":"Umfrage unter Jugendlichen: Breite Unterst\u00fctzung f\u00fcr Social-Media-Verbot in der Jugend \u2013\u00a0und ein gewaltiger Widerspruch"},"content":{"rendered":"<p>Eine Umfrage zeigt, wie Zw\u00f6lf- bis 17-J\u00e4hrige selbst die Folgen ihres Social-Media-Konsums bewerten. Angesichts vieler negativer Begleiterscheinungen f\u00e4llt ein Befund bemerkenswert aus.<\/p>\n<p class=\"c-inline-alert__description\">Klicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Ausgedehnter Social-Media-Konsum hat gravierende Auswirkungen auf die psychische Gesundheit \u2013 und die negativen Gef\u00fchle wachsen linear mit der Nutzungsdauer. Das ist das besorgniserregende Ergebnis einer Umfrage unter zw\u00f6lf- bis 17-j\u00e4hrigen Jugendlichen im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Je l\u00e4nger Jugendliche soziale Medien pro Tag nutzen, desto h\u00e4ufiger berichten sie von negativen Gef\u00fchlen und k\u00f6rperlichen Beschwerden. \u201eZwar l\u00e4sst sich auf Basis der Befragung kein urs\u00e4chlicher Zusammenhang ableiten, aber die Daten weisen in diese Richtung\u201c, hei\u00dft es in dem Report \u201eJugend zwischen Like und Limit\u201c.  <\/p>\n<p>Jugendliche, die pro Tag vier oder mehr Stunden Social Media nutzen, haben demnach deutlich h\u00e4ufiger schlechte Laune (49 Prozent) als solche, die das nur ein bis zwei Stunden tun (20 Prozent). Auch Unsicherheiten und Zweifel betreffen die \u201eheavy user\u201c sehr viel h\u00e4ufiger (41 versus 22 Prozent). Dasselbe gilt f\u00fcr Unzufriedenheit mit sich selbst (40 versus 22 Prozent), innere Unruhe (39 versus 17 Prozent), Ersch\u00f6pfung (39 versus 22 Prozent), Gereiztheit (39 versus 14 Prozent) und \u00dcberforderung (37 versus 18 Prozent). <\/p>\n<p>\u201eSocial Media kann zu einem ernsthaften Gesundheitsrisiko f\u00fcr Jugendliche werden\u201c, sagte Jens Baas, Vorstandschef der TK. Neben der St\u00e4rkung von Medienkompetenz m\u00fcssten auch die Anbieter mehr in die Pflicht genommen werden, f\u00fcr mehr Jugendschutz zu sorgen.<\/p>\n<p>Und auch k\u00f6rperliche Beschwerden korrelieren mit langer Nutzung, wie die Befragung der insgesamt 1400 Jugendlichen ergab. So berichten Jugendliche, die vier oder mehr Stunden t\u00e4glich in sozialen Medien aktiv sind, deutlich h\u00e4ufiger von Schlafproblemen, Kopfschmerzen, Muskelverspannungen, R\u00fccken- und Bauchschmerzen sowie gereizten Augen als diejenigen mit einem moderaten Konsum von ein bis zwei Stunden t\u00e4glich. <\/p>\n<p>17 Prozent der Jugendlichen gaben in der Umfrage an, tats\u00e4chlich mehr als vier Stunden t\u00e4glich in den sozialen Netzwerken unterwegs zu sein. 19 Prozent nutzen sie drei bis vier Stunden, 26 Prozent zwei bis drei Stunden, 27 Prozent ein bis zwei Stunden und elf Prozent unter einer Stunde. Beliebteste Plattform ist dabei mit 71 Prozent <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/plus69fd75d87e3ff373d429dbd6\/kulturstaatsminister-wenn-youtube-das-neue-fernsehen-ist-braucht-es-neue-regeln.html\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"noopener nofollow\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/debatte\/plus69fd75d87e3ff373d429dbd6\/kulturstaatsminister-wenn-youtube-das-neue-fernsehen-ist-braucht-es-neue-regeln.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">YouTube<\/a> \u2013\u00a0vor <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus251726116\/Eine-Nacht-auf-TikTok-Ich-gebe-keiner-Frau-die-Hand-weil-ich-Frauen-respektiere.html\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"noopener nofollow\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus251726116\/Eine-Nacht-auf-TikTok-Ich-gebe-keiner-Frau-die-Hand-weil-ich-Frauen-respektiere.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">TikTok<\/a> (58 Prozent), Instagram (57 Prozent), Snapchat (50 Prozent) und Roblox (22 Prozent).   <\/p>\n<p>77 Prozent nutzen soziale Medien laut Erhebung vor allem, um Spa\u00df zu haben \u2013 durch lustige Videos, Memes oder <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus245884696\/Social-Media-Sleepy-Chicken-Blowen-Scheidenbohrer-die-abgruendige-Jugendwelt-auf-TikTok.html\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"noopener nofollow\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus245884696\/Social-Media-Sleepy-Chicken-Blowen-Scheidenbohrer-die-abgruendige-Jugendwelt-auf-TikTok.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">\u201eChallenges\u201c<\/a>. 75 Prozent wollen \u201echillen\u201c, 64 Prozent mit Freunden in Kontakt bleiben. Inspiration f\u00fcr Sport, Reisen oder Essen suchen 42 Prozent, 36 Prozent folgen gerne Influencern. <\/p>\n<p>Je \u00e4lter die Jugendlichen, desto eher sind sie pro Verbot<\/p>\n<p>Die Befragung der Jugendlichen deckte zudem einen gravierenden Widerspruch auf. Trotz der negativen Begleiterscheinungen behaupten 80 Prozent der Zw\u00f6lf- bis 17-J\u00e4hrigen, dass ihnen Social-Media-Konsum \u201egut\u201c oder \u201eeher guttut\u201c. Nur 15 Prozent geben an, er tue das \u201eeher nicht\u201c oder \u201egar nicht\u201c. Dennoch hat ein Verbot, wie es <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article6a33e30646cd409e901a5ca5\/so-sollen-kinder-vor-schaeden-durch-smartphones-bewahrt-werden-ab-dem-baby-alter.html\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"noopener nofollow\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article6a33e30646cd409e901a5ca5\/so-sollen-kinder-vor-schaeden-durch-smartphones-bewahrt-werden-ab-dem-baby-alter.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">politisch derzeit diskutiert wird<\/a>, viele Anh\u00e4nger. <\/p>\n<p>55 Prozent der Zw\u00f6lf- bis 17-J\u00e4hrigen sind daf\u00fcr, die meisten halten den 14. Geburtstag f\u00fcr eine sinnvolle Schwelle. Dabei sprechen sich deutlich mehr M\u00e4dchen f\u00fcr ein Verbot aus als Jungen (60 versus 52 Prozent). Mit dem Alter nimmt der Zuspruch zu: 68 Prozent der 16- bis 17-J\u00e4hrigen bef\u00fcrworten ein Verbot, w\u00e4hrend dies bei den Zw\u00f6lf- bis 15-J\u00e4hrigen nur etwa die H\u00e4lfte tut.<\/p>\n<p>\u201eViele Jugendliche schaffen es nicht von allein, ihren Social-Media-Konsum zu reduzieren\u201c, sagt Lilli Berthold, stellvertretende Generalsekret\u00e4rin der Bundessch\u00fclerkonferenz. \u201eEin Social-Media-Verbot sollte aber nur die letzte Konsequenz sein. Viel wichtiger ist die nachhaltige F\u00f6rderung der Medienkompetenz durch Eltern und Schule.\u201c<\/p>\n<p>Gefragt nach den Dingen, die sie an Social Media am meisten nerven oder stressen, geben 57 Prozent der Befragten \u201ezu viel Werbung\u201c an. Es folgen die Verbreitung von Fake News (52 Prozent), zu viel Online-Zeit (36 Prozent), Mobbing und Beleidigungen (35 Prozent) sowie unangemessene Bilder oder Videos (31 Prozent). 14 Prozent \u00e4rgern sich \u00fcber \u201egesch\u00f6nte Darstellungen\u201c. <\/p>\n<p>Auf die Frage, was Jugendlichen helfen w\u00fcrde, um Social Media gut und sicher zu nutzen, w\u00fcnscht sich fast die H\u00e4lfte der Befragten Lernvideos zu Gefahren auf den Plattformen selbst. 46 Prozent sprechen sich f\u00fcr speziell geschulte Ansprechpersonen wie Medienscouts in der Schule aus. 43 Prozent wollen mehr Gespr\u00e4che mit den Eltern, und 42 Prozent sind der Meinung, dass ihnen Social-Media-Workshops oder \u2011Projekte helfen w\u00fcrden. Nur zw\u00f6lf Prozent geben an, dass keine Unterst\u00fctzung n\u00f6tig sei.<\/p>\n<p>Viele Jugendliche haben zudem laut Befragung bereits Methoden der Selbstf\u00fcrsorge entwickelt, um nicht zu oft am Handy zu h\u00e4ngen. Sie blockieren bestimmte Profile oder entfolgen diesen (37 Prozent), stellen Push-Benachrichtigungen aus (28 Prozent), verordnen sich handyfreie Zeiten (26 Prozent) oder legen das Smartphone beiseite (25 Prozent). Und sie melden Beitr\u00e4ge, die fake oder unangemessen sind (24 Prozent). <\/p>\n<p>\u201eEin bewusster und reflektierter Umgang mit Social Media ist das Kernelement von Medienkompetenz\u201c, sagt Ute Erdenberger, Leiterin des TK\u2011Gesundheitsmanagements. Jugendliche m\u00fcssten daher noch besser bef\u00e4higt werden, Chancen und Risiken einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen und damit gesund umzugehen. <\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/sabine-menkens\/\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"noopener nofollow\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/sabine-menkens\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\"><b>Sabine Menkens<\/b><\/a><b> berichtet \u00fcber gesellschafts-, bildungs- und familienpolitische Themen.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine Umfrage zeigt, wie Zw\u00f6lf- bis 17-J\u00e4hrige selbst die Folgen ihres Social-Media-Konsums bewerten. 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