{"id":1264053,"date":"2026-08-27T14:12:27","date_gmt":"2026-08-27T14:12:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1264053\/"},"modified":"2026-08-27T14:12:27","modified_gmt":"2026-08-27T14:12:27","slug":"essen-nasa-forscher-drucken-kekse-aus-plastik-fuer-ihre-astronauten-im-all","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1264053\/","title":{"rendered":"Essen: Nasa-Forscher drucken Kekse aus Plastik f\u00fcr ihre Astronauten im All"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend in Deutschland \u00fcber die Zuckersteuer debattiert wird, druckt die Nasa S\u00fc\u00dfgeb\u00e4ck aus Plastik. Die Zukunft ihres Produkts sehen die Forscher nicht nur im Weltraum. Wie teuer sind die Kekse und wonach sollen sie schmecken?<\/p>\n<p class=\"c-inline-alert__description\">Klicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Einen Keks knabbern, der aus den Resten einer alten Getr\u00e4nkeflasche gebacken wurde? Der Gedanke mag erst einmal Unbehagen ausl\u00f6sen\u00a0\u2013 und trotzdem hat ein Forschungsteam in den USA genau das m\u00f6glich gemacht. An der Southern Illinois University in Carbondale (SIUC) ist es gelungen, aus Plastik- und Pflanzenabf\u00e4llen essbare H\u00e4ppchen zu kreieren. Die kleinen, scheibenf\u00f6rmigen Geb\u00e4ckst\u00fccke tragen den Namen \u00b5Bites, sprich \u201eMicrobites\u201c.<\/p>\n<p>Die Forscher werden ihre <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/acs.digitellinc.com\/live\/37\/session\/586399\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/acs.digitellinc.com\/live\/37\/session\/586399&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Ergebnisse<\/a> auf der Herbsttagung der American Chemical Society pr\u00e4sentieren. Finanziert wurde die Arbeit \u00fcber die Deep Space Food Challenge der NASA, einen Wettbewerb auf der Suche nach neuen Wegen, Astronautinnen und Astronauten auf langen Missionen zu versorgen. <\/p>\n<p>Eine Reise zum Mars und zur\u00fcck dauere rund drei Jahre, gibt Studienleiter und Associate Professor der SIUC, Lahiru Jayakody, zu bedenken. Wer so lange unterwegs ist, kann sich keine Verschwendung leisten\u00a0\u2013 nicht einmal beim Abfall.<\/p>\n<p>Dahinter steckt eine verbl\u00fcffend simple \u00dcberlegung. \u201ePlastik besteht im Kern aus Kohlenstoff, und Nahrung ebenfalls\u201c, sagte Jayakody. Warum also nicht das eine in das andere \u00fcberf\u00fchren? Als Rohstoff dient Polyethylenterephthalat, besser bekannt als PET\u00a0\u2013 das Material der klassischen Einweg-Wasserflasche.<\/p>\n<p>Der Weg dorthin verl\u00e4uft in mehreren Schritten. Zuerst wird das PET mit Wasser und Sauerstoff bei hoher Temperatur und gro\u00dfem Druck zersetzt. \u00dcbrig bleiben winzige, kohlenstoffreiche Molek\u00fclbruchst\u00fccke. Diese dienen anschlie\u00dfend eigens umprogrammierten Hefepilzen als Futter\u00a0\u2013 unter ihnen findet sich sogar handels\u00fcbliche Backhefe.<\/p>\n<p>Dass sich Mikroorganismen als lebende Miniaturfabriken einspannen lassen, ist l\u00e4ngst erprobt. Insulin etwa stammt heute nicht mehr aus tierischen Bauchspeicheldr\u00fcsen, sondern wird von entsprechend pr\u00e4parierter Hefe produziert. <\/p>\n<p>Nach demselben Muster bauen die Hefen die Plastikbausteine zu Proteinen, Fetten und anderen N\u00e4hrstoffen um. Vermengt mit Ballaststoffen, St\u00e4rke und etwas S\u00fc\u00dfe wandert die Masse zum Schluss durch einen 3D\u2011Drucker\u00a0\u2013 heraus kommt ein eiwei\u00dfreicher Keks.<\/p>\n<p>Auch der Geschmack bleibt nicht dem Zufall \u00fcberlassen. Ein Hefestamm zaubert aus Pflanzenresten Vanille-Aroma, ein anderer erzeugt aus einem PET-Baustein Beta-Carotin, das der K\u00f6rper zu Vitamin A umwandelt. So soll aus reiner Notration ein Produkt werden, das auch dann mundet, wenn gerade kein Notfall herrscht.<\/p>\n<p>Gegessen hat die \u00b5Bites bislang niemand. Die Messdaten sprechen zwar daf\u00fcr, dass die Kekse unbedenklich sind, doch f\u00fcr Verzehrtests am Menschen fehlt noch die offizielle Genehmigung. Beim Geruch immerhin sammeln sie schon jetzt Pluspunkte. Billig ist der Spa\u00df allerdings nicht: Ein Kilogramm kostet in der Herstellung etwa 60\u00a0US\u2011Dollar. Leistungsf\u00e4higere Hefen und gr\u00f6\u00dfere Mengen sollen den Preis allm\u00e4hlich senken.<\/p>\n<p>Die Anwendungsideen reichen weit \u00fcber den Weltraum hinaus. Denkbar w\u00e4ren die Kekse auch an Bord von U-Booten, in Katastrophengebieten oder dereinst in Siedlungen auf Mond und Mars. Und selbst irdisch sieht Jayakody Chancen: \u201eBis 2050 d\u00fcrfte der globale Nahrungsbedarf um 35 bis 56 Prozent wachsen, w\u00e4hrend rund 30 Prozent der Menschen von Hunger bedroht sein k\u00f6nnten.\u201c<\/p>\n<p>Mikroben, so seine \u00dcberzeugung, k\u00f6nnten hier einen wichtigen Beitrag leisten \u2013 indem sie aus unserem M\u00fcll etwas Brauchbares machen. Bis Plastik-Kekse tats\u00e4chlich im Supermarktregal stehen, wird freilich noch Zeit vergehen. Die gr\u00f6\u00dfte H\u00fcrde ist dabei wom\u00f6glich weniger die Technik als die Gew\u00f6hnung: Der Gedanke, Nahrung aus Kunststoff zu essen, muss sich erst einmal setzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"W\u00e4hrend in Deutschland \u00fcber die Zuckersteuer debattiert wird, druckt die Nasa S\u00fc\u00dfgeb\u00e4ck aus Plastik. 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