{"id":1264169,"date":"2026-08-27T15:23:16","date_gmt":"2026-08-27T15:23:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1264169\/"},"modified":"2026-08-27T15:23:16","modified_gmt":"2026-08-27T15:23:16","slug":"maschinenbau-87-prozent-aus-china-europa-verliert-bei-humanoiden-robotern-den-anschluss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1264169\/","title":{"rendered":"Maschinenbau: 87 Prozent aus China: Europa verliert bei humanoiden Robotern den Anschluss"},"content":{"rendered":"<p>Eine Haltung, die den europ\u00e4ischen Hersteller durchaus nicht fremd ist, wie erste Kooperationen zeigen. Etwa die von Leju Robotics mit Schaeffler. Sie zielt auf konkrete industrielle Anwendungen und die Weiterentwicklung von Robotern ab.\u00a0<\/p>\n<p>Die Strategie, die sich daraus abzeichnet, hei\u00dft technologische Souver\u00e4nit\u00e4t statt Masse \u2013 und ruht auf drei S\u00e4ulen.<\/p>\n<p>Die erste S\u00e4ule: Zertifizierung und Regulierung. Viele chinesische Hersteller k\u00f6nnen ihre Systeme derzeit nicht ohne Weiteres in Europa vermarkten, weil sie die jeweils erforderlichen Konformit\u00e4ts- und Sicherheitsanforderungen nicht erf\u00fcllen \u2013 ein Vorteil, den europ\u00e4ische Anbieter aktiv ausspielen. \u201eWir erf\u00fcllen als deutscher Hersteller praktisch alle relevanten Normen und sind T\u00dcV-zertifiziert. Nicht alle chinesischen Hersteller sind das \u2013 und d\u00fcrfen deshalb in Europa gar nicht verkaufen&#8220;, best\u00e4tigt Zakharova von Franka Robotics. Auch die Datenfrage spielt hinein: W\u00e4hrend zahlreiche chinesische Modelle Telemetriedaten ungefiltert ins Ausland senden und damit potenziell gegen DSGVO und EU AI Act versto\u00dfen, punkten europ\u00e4ische Systeme mit Datenschutz \u201eout of the box&#8220;.<\/p>\n<p>Die zweite S\u00e4ule: der Fokus auf Cobots statt auf Allzweck-Humanoide. Statt mit China um billige Massenware zu konkurrieren, positioniert sich Europa im Markt f\u00fcr kollaborative Roboter, die sicher und unmittelbar neben Menschen arbeiten. NEURA Robotics aus Metzingen etwa setzt auf eine \u201eSensor-Haut&#8220;, die gefahrlose physische Interaktion erm\u00f6glichen soll, und kooperiert mit Industriepartnern wie HD Hyundai im Schiffbau oder Bosch in der Automobilzulieferung.\u00a0<\/p>\n<p>Auch aus \u00d6sterreich gibt es erste Antworten: Iono Robotics hat mit \u201eWorkmate\u201c einen humanoiden Arbeits-Roboter entwickelt, der f\u00fcr k\u00f6rperlich belastende T\u00e4tigkeiten vorgesehen ist. Getestet wird der Einsatz derzeit gemeinsam mit heimischen Industrieunternehmen. Iono Robotics ist eines von nur rund 20 europ\u00e4ischen Start-ups im Bereich humanoider Robotik und stammt aus Linz.<\/p>\n<p>Auch das Schweizer Start-up Flexion Robotics, das Software statt eigener Hardware entwickelt, setzt auf diese Karte: Das Unternehmen liefert Steuerungssoftware an europ\u00e4ische und amerikanische Roboterbauer und arbeitet an ersten Proof-of-Concepts in Logistik und Produktion, etwa beim automatisierten Bewegen von Kisten, so ein Mitgr\u00fcnder im Gespr\u00e4ch. Die Entwicklung in Europa verlaufe zwar langsamer als in China oder den USA, vor allem wegen geringerer Finanzierung \u2013 doch spezialisierte \u00d6kosysteme etwa im Raum Z\u00fcrich holten sichtbar auf. Der aktuelle chinesische und amerikanische Vorsprung habe in Europa inzwischen f\u00fcr einen regelrechten \u201eWeckruf&#8220; gesorgt.\u00a0<\/p>\n<p>Die dritte S\u00e4ule: die regulatorische Doppelrolle von EU AI Act und der ab 20. J\u00e4nner 2027 geltenden neuen Maschinenverordnung. Humanoide und kollaborative Roboter mit direktem Personenkontakt d\u00fcrften k\u00fcnftig als Hochrisiko-KI-Systeme eingestuft werden und damit strengen Pflichten unterliegen \u2013 Konformit\u00e4tsbewertung, technische Dokumentation, Registrierung in einer EU-Datenbank, Nachweis geschulten Personals. Verst\u00f6\u00dfe gegen diese Auflagen k\u00f6nnen empfindliche Millionenstrafen nach sich ziehen.\u00a0<\/p>\n<p>Was auf den ersten Blick wie eine Innovationsbremse wirkt, l\u00e4sst sich auch als Vertrauensvorschuss lesen: Anbieter wie NEURA Robotics oder der spanische Hersteller PAL Robotics liefern bereits CE-zertifizierte Systeme, die europ\u00e4ischen Industriekunden Rechtssicherheit geben, wo chinesische Konkurrenz sie noch nicht bieten kann. Auch Ding sieht die regulatorischen Bem\u00fchungen keineswegs als Hemmnis, im Gegenteil: F\u00fcr ihn sind sie die Chance auf eine Vorreiterrolle Europas. Die Region verf\u00fcge \u00fcber tiefe Erfahrung mit industrieller Sicherheit und Qualit\u00e4tsmanagement \u2013 eine Kompetenz, die f\u00fcr verk\u00f6rperte KI global wertvoll werden k\u00f6nnte, \u00e4hnlich der Rolle, die die GSMA einst f\u00fcr globale Mobilfunkstandards spielte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine Haltung, die den europ\u00e4ischen Hersteller durchaus nicht fremd ist, wie erste Kooperationen zeigen. 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