{"id":1264450,"date":"2026-08-27T18:23:46","date_gmt":"2026-08-27T18:23:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1264450\/"},"modified":"2026-08-27T18:23:46","modified_gmt":"2026-08-27T18:23:46","slug":"schleuserprozess-in-wuppertal-zwei-brueder-vor-gericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1264450\/","title":{"rendered":"Schleuserprozess in Wuppertal: Zwei Br\u00fcder vor Gericht"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Nach den Erkenntnissen der Wuppertaler Staatsanwaltschaft gab es regelrechte Werbevideos bei Tiktok. Darin sollen Gefl\u00fcchtete von Unterbringung und Fahrt berichtet haben. Vor allem Menschen aus <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/syrien\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Syrien<\/a> sollte so die Schleusung nach Deutschland angepriesen werden, hei\u00dft es. F\u00fcr angeblich mindestens 4700 Euro, so die Erkenntnis der Staatsanwaltschaft, gab es eine Schleusung \u00fcber die T\u00fcrkei und <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/griechenland\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Griechenland<\/a> hinein in die Europ\u00e4ische Union \u2013 ohne die daf\u00fcr notwendigen Papiere.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bis zu 40 Stunden seien Fl\u00fcchtlinge \u2013 darunter auch Familien mit kleinen Kindern \u2013 auf der Ladefl\u00e4che von Lastwagen eingeschlossen gewesen. Sie durften angeblich nur Wasser mitnehmen. Aus der Sicht der Staatsanwaltschaft waren die Fahrten \u201elebensgef\u00e4hrlich\u201c. Im Wuppertaler Verfahren hie\u00df es, dass auf diese Weise 244 Personen in die Europ\u00e4ische Union geschleust worden seien. Von ihnen sollen sich derzeit 91 in Deutschland aufhalten.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Vor der vierten Strafkammer des Wuppertaler Landgerichts sitzen zwei Br\u00fcder: Abdulhanan W. (33) aus <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/mettmann\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mettmann<\/a> und Mohammad W. (27) aus Sprockh\u00f6vel auf der Anklagebank. Ihnen wird die gewerbs- und bandenm\u00e4\u00dfige Einschleusung von Ausl\u00e4ndern vorgeworfen. Mit dem erwarteten finanziellen Gewinn aus ihrer wiederholten Schleusert\u00e4tigkeit sollen sie ihren Lebensunterhalt bestritten haben.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nach Erkenntnissen von Ermittlern und der Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte Abdulhanan W. als Kopf der Gruppierung nach au\u00dfen aufgetreten sein. Er soll f\u00fcr das Anwerben und das Marketing der Gruppe zust\u00e4ndig gewesen sein, Videos in den sozialen Medien ver\u00f6ffentlicht haben, die Unterbringung der Geschleusten in der T\u00fcrkei koordiniert, Kontakt mit den Schleusern und Helfern gehalten und den Geschleusten direkte Anweisungen gegeben haben. Sein Bruder, der Angeklagte Mohammad W., soll Buch \u00fcber die Kosten und Einnahmen der Schleusungen gef\u00fchrt haben. Er soll die Einnahmen und Ausgaben verwaltet haben und dar\u00fcber hinaus teilweise die einzelnen Schleusungsvorg\u00e4nge organisiert und Kontakt zu den Geschleusten, den Helfern und teils zu den Schleuserfahrern gehalten haben. Eine anderweit verfolgte Person soll f\u00fcr die Schleuserfahrer und deren Entlohnung zust\u00e4ndig gewesen sein.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Aufgeflogen waren die mutma\u00dflichen Schleuser im Herbst 2025. Im September 2025 nahm die Polizei laut Informationen der Redaktion Abdulhanan W. in einer Mettmanner Sammelunterkunft f\u00fcr Gefl\u00fcchtete fest. Parallel durchsuchte die Bundespolizei Geb\u00e4ude an mehreren Orten in NRW.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">F\u00fcr das gewerbsm\u00e4\u00dfige Einschleusen von Personen sieht der Paragraf 96 des Aufenthaltsgesetzes Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten bis zu zehn Jahren vor. In besonders schweren F\u00e4llen wird eine Strafe nicht unter ein Jahr beantragt. Nach Angaben von Teilnehmenden stellte die Vorsitzende Richterin bei Prozessauftakt aufgrund der Anzahl der Straftaten in Aussicht, dass die Angeklagten mit einer Strafe im zweistelligen Bereich rechnen m\u00fcssten. Zugleich legte sie nahe, dass ein umfassendes Gest\u00e4ndnis das Strafma\u00df beeinflussen k\u00f6nnte. Es soll von sechs bis acht Jahren die Rede gewesen sein. Das Landgericht <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/wuppertal\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wuppertal<\/a> hat bis in den November hinein Hauptverhandlungstermine angesetzt. Bis zu einer Verurteilung gilt f\u00fcr die Angeklagten die Unschuldsvermutung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach den Erkenntnissen der Wuppertaler Staatsanwaltschaft gab es regelrechte Werbevideos bei Tiktok. 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