{"id":1264474,"date":"2026-08-27T18:38:23","date_gmt":"2026-08-27T18:38:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1264474\/"},"modified":"2026-08-27T18:38:23","modified_gmt":"2026-08-27T18:38:23","slug":"waldbraende-in-deutschland-so-erholt-sich-der-wald-nach-dem-feuer-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1264474\/","title":{"rendered":"Waldbr\u00e4nde in Deutschland: So erholt sich der Wald nach dem Feuer &#8211; Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Frankreich, Spanien, Albanien, Kroatien \u2013 in vielen L\u00e4ndern, in denen Familien in diesem Sommer Urlaub machen, brennt es gerade. Auch in Deutschland standen W\u00e4lder in Flammen. Wenn man danach auf die schwarzen, verkohlten Fl\u00e4chen schaut, kann man schon denken: Hier w\u00e4chst bestimmt nie wieder etwas. Aber das stimmt nicht. Die Natur kann n\u00e4mlich viel aushalten.\u00a0Der Wald und seine Bewohner brauchen daf\u00fcr vor allem zwei Dinge: viel Zeit und Ruhe.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Wie lange es genau dauert, bis sich ein Wald wieder erholt hat, ist schwer zu sagen. Es kommt auch darauf an, wo es gebrannt hat und wie stark. In manchen Regionen Australiens sind <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Waldbr%C3%A4nde\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Waldbr\u00e4nde<\/a> viel h\u00e4ufiger als hier in Deutschland. Deswegen gibt es dort auch besonders viele Lebewesen, die mit Br\u00e4nden ganz gut zurechtkommen. Manche Pflanzen brauchen Feuer sogar, um sich fortzupflanzen. Das ist auch bei einigen Kiefern so: Die Zapfen, in denen sich die Samen befinden, sind sehr dick und fest. Sie \u00f6ffnen sich erst bei starker <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Hitze\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hitze<\/a>. Dann k\u00f6nnen die Samen auf den Waldboden fallen und dort zu neuen B\u00e4umen heranwachsen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In Deutschland sieht das alles ein wenig anders aus. Hier gibt es viele W\u00e4lder, die nicht nat\u00fcrlich entstanden sind. Die Menschen haben sehr viele Nadelb\u00e4ume gepflanzt, weil sie so schnell wachsen und man mit dem Holz zum Beispiel gut M\u00f6bel oder Papier machen kann. \u201eW\u00e4lder aus Nadelb\u00e4umen wie Kiefern oder Fichten haben aber den Nachteil, dass sie besonders gut brennen\u201c, sagt Pierre Ibisch. Er ist Wissenschaftler\u00a0an der Hochschule f\u00fcr nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNE) und forscht seit vielen Jahren in W\u00e4ldern.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Oft bleibt nach einem Feuer nichts \u00fcbrig au\u00dfer den abgestorbenen und verkohlten \u00dcberresten der B\u00e4ume. Doch auch wenn zun\u00e4chst kein einziges gr\u00fcnes Blatt zu erkennen ist, k\u00f6nnen wieder neue B\u00e4ume entstehen. Denn manche Samen werden aus anderen W\u00e4ldern vom Wind ganz weit durch die Luft getragen. So ein Flugk\u00fcnstler ist zum Beispiel die Zitterpappel. \u201eDie Samen der Pappeln sind sehr wollig und behaart\u201c, erkl\u00e4rt Ibisch. Dadurch k\u00f6nnen sie besonders weit durch die Luft fliegen.<\/p>\n<p>Mit der R\u00fcckkehr der ersten Pflanzen beginnt ein neuer Kreislauf<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">F\u00e4llt ein Pappelsamen auf den Boden, bildet sich bald ein Keimling, also eine ganz kleine Pflanze. Dabei bekommt er Hilfe von Pilzen, die unter der Erde leben. Besonders an manchen Pappelarten ist, dass aus ihren Wurzeln direkt neue Triebe wachsen k\u00f6nnen. So kann sie sich ziemlich schnell ausbreiten. Und das alles schafft die Pappel auch in einem verkohlten Waldboden. Ibisch bezeichnet die Pappel deswegen auch als \u201eWunderbaum\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die ersten Pflanzen geben das Startsignal f\u00fcr viele andere Lebewesen. Zuerst kommen Insekten, die sich von den Pflanzen ern\u00e4hren. Danach gesellen sich jene Insekten hinzu, die Jagd auf die Pflanzenfresser machen. Und schlie\u00dflich kehren auch die V\u00f6gel zur\u00fcck, auf deren Speiseplan die kleinen krabbelnden oder fliegenden Lebewesen stehen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Es gibt sogar K\u00e4ferarten, die sich \u00fcber die abgestorbenen B\u00e4ume freuen. Denn f\u00fcr sie sind die verkohlten St\u00e4mme ein neues Zuhause. Kilometerweit k\u00f6nnen sie die W\u00e4rme von Br\u00e4nden aufsp\u00fcren und machen sich dann auf den Weg. Dann beginnen sie, \u201evon innen und au\u00dfen die verkohlten B\u00e4ume zu zerlegen\u201c, sagt Wald-Experte Ibisch. Das heruntergefallene Holzmehl und die zersetzten Baumst\u00e4mme helfen dabei, dass neue N\u00e4hrstoffe in den Boden gelangen. Auch andere Lebewesen wie Spechte oder Pilze tragen dazu bei, dass die alten B\u00e4ume weiter zerfallen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Wenn man dem Wald also Zeit gibt und der Natur vertraut, kann er sich von selbst wieder aufp\u00e4ppeln. Das Sch\u00f6ne daran ist: Langfristig kann dadurch auch wieder eine gr\u00f6\u00dfere Vielfalt entstehen. W\u00e4lder mit vielen Baumarten wie Pappeln, Buchen oder Eichen k\u00f6nnen Br\u00e4nde viel besser aushalten. Au\u00dferdem leben dort viel mehr unterschiedliche Tiere.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In manchen F\u00e4llen erholt sich ein Wald auch nach einigen Jahren nicht von selbst. Dann kann der Mensch nachhelfen. Darum k\u00fcmmern sich unter anderem F\u00f6rster und F\u00f6rsterinnen. In Zukunft k\u00f6nnten W\u00e4lder sogar noch h\u00e4ufiger Unterst\u00fctzung brauchen, sagt Ibisch. Denn die Erw\u00e4rmung des Planeten f\u00fchre nicht nur zu mehr Br\u00e4nden, sondern mache es dem Wald durch die zunehmende Trockenheit auch schwerer, sich zu regenerieren.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Gerade deshalb sind nat\u00fcrlich gewachsene und vielf\u00e4ltige W\u00e4lder besonders wichtig. Sie sorgen f\u00fcr k\u00fchlere Temperaturen und speichern Wasser im Boden. Gegen den <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Klimawandel\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Klimawandel<\/a>, sagt Ibisch, sei \u201eder Wald unser Verb\u00fcndeter\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Frankreich, Spanien, Albanien, Kroatien \u2013 in vielen L\u00e4ndern, in denen Familien in diesem Sommer Urlaub machen, brennt es&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1264475,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[2],"tags":[331,3924,332,3922,3364,29,17989,553,30,1724,13,11607,952,14,3923,15,3921,12,149,6448],"class_list":["post-1264474","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-deutschland","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","tag-aktuelle-news","tag-aktuelle-news-aus-deutschland","tag-de","tag-deutschland","tag-extremwetter","tag-familie","tag-germany","tag-gesellschaft","tag-headlines","tag-hitze","tag-klimawandel","tag-nachrichten","tag-nachrichten-aus-deutschland","tag-news","tag-news-aus-deutschland","tag-schlagzeilen","tag-sueddeutsche-zeitung","tag-waldbraende"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117168931249928846","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1264474","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1264474"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1264474\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1264475"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1264474"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1264474"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1264474"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}