{"id":1265133,"date":"2026-08-28T01:50:30","date_gmt":"2026-08-28T01:50:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1265133\/"},"modified":"2026-08-28T01:50:30","modified_gmt":"2026-08-28T01:50:30","slug":"leverkusen-neue-schau-im-kuenstlerbunker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1265133\/","title":{"rendered":"Leverkusen: Neue Schau im K\u00fcnstlerbunker"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Der erste Blick kann den Betrachter durchaus t\u00e4uschen. Darauf setzt Axel Weishaupt, der sich bestens darauf versteht, Geschichten und Hintergr\u00fcnde in seiner Malerei so zu verstecken. Und dann kippt pl\u00f6tzlich die heimelige Atmosph\u00e4re wie beispielsweise beim Blick auf die Idylle von Rothenburg ob der Tauber, den der Maler f\u00fcr die Einladungskarte zu seiner Einzelausstellung in der Galerie K\u00fcnstlerbunker Karlstra\u00dfe gew\u00e4hlt hat. Denn winzig klein ist der schemenhafte \u201eBeobachter\u201c, den nur die hellen Ferngl\u00e4ser verraten. \u00c4hnlich beil\u00e4ufig ist der \u201eSchandpfahl\u201c platziert, als Zeichen f\u00fcr Folter und Hexenverfolgung in der mittelalterlichen Stadtgeschichte, an die dort im Kriminalmuseum erinnert wird. Alles hat mindestens zwei Seiten, wenn man genauer hinschaut. Und diese unterschiedlichen Aspekte und Sichtweisen ausleuchten, das macht Axel Weishaupt mit Hingabe und Liebe zum Detail. Das ist das Verbindende in seinem umfangreichen Werk, von dem in der Soloschau viel zu sehen ist.<\/p>\n<p>Dritte Ausstellung der AG Leverkusener K\u00fcnstler      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Es ist die dritte Ausstellung des Jahres in Regie der AG Leverkusener K\u00fcnstler in der Galerie K\u00fcnstlerbunker. Eine weitere, eine Gemeinschaftsschau zum Thema \u201ehier und jetzt\u201c wird noch folgen, au\u00dferdem pr\u00e4sentiert sich die AG in der 22. Leverkusener Kunstnacht am 2. Oktober wieder im Forum-Seitenfoyer.<\/p>\n<p>Realistische Malerei mit \u00fcberraschenden Br\u00fcchen      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Axel Weishaupt hat verschiedene Stile an den Arbeiten gro\u00dfer Meister studiert und bezieht sich \u2013 je nach Thematik \u2013 mitunter darauf. Seine realistische Bildsprache, die mit der Wirkung von Licht und Schatten, r\u00e4umlicher Tiefe sowie Kontrast und Reduktion arbeitet, nutzt er, um Dinge, Landschaften, Architektur scheinbar naturgetreu in Szene zu setzen. Aber nicht ohne Beobachtungen, Gedanken oder kritische Hinterfragung hineinzumogeln. Den abgest\u00fcrzten Ballon etwa in die Ansicht von Kappadokien, die er so vorgefunden hat und dennoch surrealistisch anmutet. Das liegt mal an der Farbwahl oder am bewusst ausgew\u00e4hlten Blickwinkel, der die Bauwerke noch etwas schiefer, runder erscheinen l\u00e4sst. Die Hei\u00dfluftballons tauchen mehrmals auf, Weishaupt beobachtete sie in mehreren L\u00e4ndern als beliebtes Transportmittel f\u00fcr touristische Rundfahrten. Im K\u00fcnstlerbunker zeigt er mehrere Serien von Bildern, die nach Fernreisen entstanden sind. In <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/china\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">China<\/a>, <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/marokko\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Marokko<\/a>, <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/algerien\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Algerien<\/a> sammelte er unter anderem seine Motive.<\/p>\n<p>Der Mensch im Mittelpunkt      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Sein besonderes Interesse gilt eigentlich immer dem Menschen, auch wenn er Architektur und Landschaft als dessen Lebensraum malt oder Tiere als nat\u00fcrliche Partner. Dabei nimmt er auch Ecken in den Blick, die alles andere als positive Gef\u00fchle ausl\u00f6sen. Sogenannte ,lost places\u2018 wie Industriebrachen oder wenig einladende Angstr\u00e4ume der Stadt in Detailansichten. Als geb\u00fcrtiger Leverkusener kennt er viele solcher Flecken in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/leverkusen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Leverkusen<\/a>, sei es in einem Abgang zur Tiefgarage oder dem verlassenen Treppenaufgang am Forum. In diesem Fall ist es eine Arbeit aus der Corona-Zeit, aber sehr viel belebter ist es dort auch sonst nicht. Die Phase der Pandemie hat sich in besonders tristen und einsam anmutenden Bildern manifestiert, beispielsweise dem Blick auf einen Revolver, der ausgerechnet im fensterlosen Schutzraum des Bunkers seinen Platz gefunden hat. Daneben h\u00e4ngt der \u201eTraum eines J\u00e4gers\u201c, der gespickt ist mit Gedankenfetzen, realen Erinnerungen und dystopischen Szenen. Wer nahe herantritt, kann jede Menge angedeutete Geschichten erkennen und weiterspinnen.<\/p>\n<p>Genaues Hinsehen lohnt sich      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auf jeden Fall braucht man Zeit f\u00fcr den Rundgang, weil die Leinw\u00e4nde dicht h\u00e4ngen und es auf jeder eine ganze Menge Denkw\u00fcrdiges zu entdecken gilt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der erste Blick kann den Betrachter durchaus t\u00e4uschen. 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