{"id":1265962,"date":"2026-08-28T11:17:18","date_gmt":"2026-08-28T11:17:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1265962\/"},"modified":"2026-08-28T11:17:18","modified_gmt":"2026-08-28T11:17:18","slug":"warum-freddie-mercury-muenchen-so-geliebt-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1265962\/","title":{"rendered":"Warum Freddie Mercury M\u00fcnchen so geliebt hat"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\"><b>Ein weltweit verehrter Rockstar, ein S\u00e4nger vor dem Herrn, ein viel zu fr\u00fch gestorbener, liebenswerter Mensch \u2013 all diese Beschreibungen treffen auf Freddie Mercury zu. Der charismatische Frontmann der Band Queen hat sich im M\u00fcnchen der fr\u00fchen 80er-Jahre \u00fcberaus wohl gef\u00fchlt. Von 1979 bis 1985 verbrachte er viel Zeit in der bayerischen Landeshauptstadt, schuf zusammen mit Brian May, Roger Taylor und John Deacon f\u00fcnf Alben im legend\u00e4ren Musicland Studio und genoss Freiheiten, die ihm London nicht mehr bieten konnte. <\/b><b\/><\/p>\n<p class=\"p1\">F\u00fcr Freddie Mercury war M\u00fcnchen mehr als eine Zwischenstation seiner Weltkarriere. Es war ein St\u00fcck Heimat. Die Stadt wurde f\u00fcr ihn Anfang der 1980er-Jahre zu einem kreativen R\u00fcckzugsort, zu einem pers\u00f6nlichen Nightlife-Labor und zu einem Ort, an dem der Queen-S\u00e4nger zeitweise erstaunlich frei von den Zw\u00e4ngen des globalen Popgesch\u00e4fts leben konnte. Zwischen der Studioarbeit am Arabellapark, langen N\u00e4chten in der City und engen Freundschaften in der M\u00fcnchner Szene entstand \u00fcber die Jahre eine besondere Bindung: M\u00fcnchen gab Mercury Raum, sich (beispielsweise mit Schnauzbart) neu zu erfinden \u2013 als K\u00fcnstler ebenso wie als Privatmensch mit all seinen Obsessionen.<\/p>\n<p class=\"p1\">M\u00fcnchen bot Freddie Mercury genau jene Mischung, die ihn anzog: ein erstklassiges Studio, internationale Stars, die sich in der Stadt tummelten, offene Menschen, die ihm entspannt begegneten und eine erstaunlich vielf\u00e4ltige, schwule Szene. Im von Giorgio Moroder gegr\u00fcndeten Musicland Studio im Keller des Arabella-Hochhauses entstanden zahlreiche bedeutende Hits von Queen, darunter unvergessene Klassiker wie \u201eCrazy little thing called love\u201d, \u201eAnother one bites the dust\u201d, \u201eOne vision\u201d oder \u201eIt\u2019s a hard life\u201d. Von letzteren beiden Songs wurden die dazugeh\u00f6rigen Videos ebenfalls in M\u00fcnchen gedreht. Die Stadt war also Kulisse f\u00fcr Ton- und Bildaufnahmen, aber auch f\u00fcr einige n\u00e4chtliche Exzesse und am\u00fcsante Anekdoten. In erster Linie war sie aber ein zentraler Arbeitsort in einer \u00e4u\u00dferst produktiven Phase der Band.<\/p>\n<p class=\"p1\">Gerade das Musicland Studio, das schon Donna Summer in den 70ern zu \u201eI feel love\u201d hingerissen hatte, machte M\u00fcnchen f\u00fcr Queen attraktiv. Produzent Reinhold Mack, der mit der Band eng zusammenarbeitete und Freddie zum Patenonkel seines Sohnes machte, pr\u00e4gte den Sound mehrerer Queen-Produktionen entscheidend mit. Er riet der Band, technischen Neuerungen aufgeschlossen gegen\u00fcberzustehen, sich also beispielsweise dem Synthesizer-Sound zu \u00f6ffnen. Im Musicland bot sich ein Umfeld, in dem musikalische Ideen schnell, unmittelbar und ohne gro\u00dfe Distanz zwischen K\u00fcnstlern, Technikern und Produzenten umgesetzt werden konnten.<\/p>\n<p>Herbi Alex vor dem Paradiso C PhilipEssinger<\/p>\n<p class=\"p1\">Freddie Mercury liebte M\u00fcnchen auch, weil die Stadt nachts anders tickte als tags\u00fcber. In Bars wie dem Mrs. Henderson, Clubs wie dem Sugar Shack und Restaurants wie Kay\u2019s Bistro trafen sich Stars aus Musik und Film, Szenegr\u00f6\u00dfen und Menschen, die den Weltstar nicht als unnahbare Ikone ansahen. Mercury konnte zwar nie v\u00f6llig anonym sein, doch M\u00fcnchen erlaubte ihm ein St\u00fcck Normalit\u00e4t \u2013 und zugleich genau jene glamour\u00f6se, hedonistische Freiheit, die zu seiner Pers\u00f6nlichkeit passte. Besonders die M\u00fcnchner Schwulenszene der fr\u00fchen 1980er-Jahre spielte f\u00fcr ihn eine wichtige Rolle. Mit dabei: Schauspielerin und Szenekennerin Barbara Valentin, die f\u00fcr Freddie zu einer engen Freundin wurde. Sie \u00f6ffnete ihm T\u00fcren zur M\u00fcnchner Nachtwelt, sie beschaffte ihm Drogen und sorgte f\u00fcr reichlich Spa\u00df. Dass M\u00fcnchen im Film \u201eBohemian Rhapsody\u201d als eine Art S\u00fcndenpfuhl nicht so gut wegkommt, hat sicherlich auch mit dem Alkohol- und Drogenkonsum jener Zeit zu tun.<\/p>\n<p class=\"p1\">W\u00e4hrend Freddie Mercury Anfang der 80er in London l\u00e4ngst ein Superstar war, der auf Schritt und Tritt verfolgt wurde, konnte sich M\u00fcnchen als eine Art Gegenwelt etablieren. Hier konnte er arbeiten, feiern und Freundschaften pflegen, ohne dass dies gleich in der \u00d6ffentlichkeit breitgetreten wurde. M\u00fcnchen war mond\u00e4n genug f\u00fcr Freddie Mercury \u2013 und zugleich bodenst\u00e4ndig genug, um ihm Luft zum Atmen zu lassen. Diese Freiheit war wohl einer der wichtigsten Gr\u00fcnde, warum er immer wieder in die Stadt zur\u00fcckkehrte und sich hier sogar eine feste Wohnung nahm, w\u00e4hrend seine Bandkollegen eher nur zu den Studioaufnahmen einflogen.<\/p>\n<p class=\"p1\">Entscheidend f\u00fcr Freddies Wellbeing waren aber vor allem die Menschen, die er in M\u00fcnchen kennengelernt hat: Winnie Kirchberger, Peter Ambacher alias Miss Piggy, Kay W\u00f6rsching, Franz Prost, Reinhold Mack, Barbara Valentin und Ingeborg Schober, um nur einige zu nennen. M\u00fcnchen wurde f\u00fcr Freddie Mercury schnell zu einem Ort, an dem Beruf und Privatleben fast schon miteinander verschmolzen. Die Stadt bot ihm viel zwischenmenschliche N\u00e4he zu Zeitgenossen, die ihn sch\u00e4tzten, beruflich und privat begleiteten und ihn nicht ausschlie\u00dflich als globale Popikone sahen.<\/p>\n<p class=\"p1\">Freddie Mercurys Zuneigung zu M\u00fcnchen ist nicht vergleichbar mit einer nostalgischen Urlaubsliebe, sondern es ist eher das Ergebnis einer g\u00fcnstigen Konstellation aus Kreativit\u00e4t, Freundschaft und Freiheit. Hier entstand tolle Musik, hier wurde miteinander gefeiert, hier lebte er die schwule Seite seines Lebens besonders intensiv aus. M\u00fcnchen war f\u00fcr ihn ein wichtiger Resonanzraum \u2013 eine Stadt, in der der gro\u00dfe B\u00fchnenmensch Freddie Mercury zeitweise einfach Fred (wie ihn viele hier auch nannten) sein konnte. Oder wahlweise auch Fredi Merkur, wie auf der handgeschriebenen Getr\u00e4nkerechnung zu seiner legend\u00e4ren Geburtstagsfeier am 5. September 1985 im Mrs. Henderson (heute Paradiso Tanzbar) zu lesen war. Was bei der Party alles abging, k\u00f6nnt ihr euch \u00fcbrigens im Video zu Freddie Mercurys Single \u201eLiving on my own\u201d ansehen.<\/p>\n<p class=\"p3\">Alex Wulkow<\/p>\n<p class=\"p1\"><b>Die Queen-Touren von MucTours <\/b><\/p>\n<p class=\"p1\">Autor Alex Wulkow organisiert mit seiner Stadtf\u00fchrungsagentur MucTours (www.muctours.de) zweimal im Monat Touren durchs G\u00e4rtnerplatz- und Glockenbachviertel auf den Spuren von Freddie Mercury und seiner Band Queen. Am 5. September 2026, also am 80. Geburtstag von Freddie, sind es gleich vier an der Zahl. F\u00fcr die <a href=\"https:\/\/event.muc.tours\/specials\/overview\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mittagstour mit Brunch<\/a> im Hard Rock Cafe am Platzl sind noch Pl\u00e4tze frei.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein weltweit verehrter Rockstar, ein S\u00e4nger vor dem Herrn, ein viel zu fr\u00fch gestorbener, liebenswerter Mensch \u2013 all&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1265963,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1827],"tags":[772,29,13267,30,1310,1268,810,3542],"class_list":["post-1265962","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-muenchen","tag-bayern","tag-deutschland","tag-freddie-mercury","tag-germany","tag-konzert","tag-muenchen","tag-musik","tag-queen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117172859668256991","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1265962","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1265962"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1265962\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1265963"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1265962"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1265962"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1265962"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}