{"id":1266332,"date":"2026-08-28T15:55:16","date_gmt":"2026-08-28T15:55:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1266332\/"},"modified":"2026-08-28T15:55:16","modified_gmt":"2026-08-28T15:55:16","slug":"diese-auswirkungen-hat-der-konflikt-um-die-strasse-von-hormus-aufs-bergische-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1266332\/","title":{"rendered":"Diese Auswirkungen hat der Konflikt um die Stra\u00dfe von Hormus aufs Bergische Land"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Im Bergischen Konjunkturpodcast der WZ werden eigentlich einmal im Quartal die Sonderumfragen des Regionalen Konjunkturbarometers besprochen. Bisher ging es um Themen wie R\u00fcstung, Investitionen, Cybersicherheit und KI. Nun gibt es die erste Sonderfolge des Podcasts mit Hintergrundinformationen. Darin erkl\u00e4ren die Professoren Andr\u00e9 Betzer und Markus Doumet vom Regionalen Konjunkturbarometer gemeinsam mit Chemiker Hans-Josef Altenbach, wof\u00fcr die Industrie alles Erd\u00f6l braucht.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Benzin, Diesel oder Heiz\u00f6l \u2013 das sind in etwa Stoffe, an die jeder gemeinhin denkt, wenn es um das Thema Erd\u00f6l geht. Sp\u00e4testens seit Beginn des Konflikts um die Stra\u00dfe von Hormus sind da viele \u2013 Privatpersonen und Unternehmen \u2013 aufgrund der drastisch gestiegenen Preise im Thema. Dabei ist das nur die Spitze des Eisbergs, denn f\u00fcr die chemische Industrie ist Erd\u00f6l ein wichtiger Rohstoff.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eF\u00fcr einen Chemiker ist es sogar immer etwas traurig, wenn er sieht, dass das wertvolle Erd\u00f6l verbrannt wird und nur als Energietr\u00e4ger genutzt wird\u201c, sagt Professor Hans-Josef Altenbach. Er war Fachvertreter f\u00fcr organische Chemie an der Bergischen Uni, bevor er in den Ruhestand ging. Erd\u00f6l enthalte zum Beispiel wertvolle chemische Produkte, und zwar Kohlenwasserstoffe, die f\u00fcr die Chemie-Industrie besonders von Bedeutung sind. Werden die Gase schlie\u00dflich abgetrennt, enthalte man Methan, Propan und Butan \u2013 um nur einige zu nennen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Von dem Engpass k\u00f6nnen entsprechend Unternehmen, die Industrie aber auch Privatleute betroffen sein. Denn wer durch seine Wohnung gehe, treffen st\u00e4ndig auf Dinge, die auf Erd\u00f6l basieren. \u201eIm Prinzip alles, was aus Kunststoff ist. Dazu geh\u00f6rt dann Plastik, Textilien, Medikamente, Kosmetik, Waschmittel, Verpackungen, Farben, Klebstoffe, alles m\u00f6glich. Auch Spielzeug, Autoteile und Smartphones geh\u00f6ren dazu. Wenn man das mal so durchgeht, wird man wenig in einem Haushalt oder im Alltag finden, was nicht ein Folgeprodukt von Erd\u00f6l ist\u201c, so Altenbach.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eMomentan ist die Situation an der Stra\u00dfe von Hormus wieder deutlich angespannter. Vor Ausbruch des Krieges waren es etwa 130 Schiffe pro Tag, die die Meerenge passiert haben, nun sind es teilweise nur f\u00fcnf. Wenn das so \u00fcber Wochen und Monate bleibt: Wo werden das die Verbraucher sp\u00fcren\u201c, m\u00f6chte Andr\u00e9 Betzer von dem Chemiker wissen. \u201eEine Verknappung f\u00fchrt immer zur Preiserh\u00f6hung. Eine Verknappung f\u00fchrt aber nat\u00fcrlich auch dazu, dass unter Umst\u00e4nden ganze Abfolgen von Produktionsprozessen gest\u00f6rt werden, Dauerproduktionen k\u00f6nnen eventuell nicht aufrechterhalten werden. Der Normalverbraucher wird die Verknappung wahrscheinlich am ehesten wieder an der Tankstelle zu sp\u00fcren bekommen\u201c, so die Antwort.<\/p>\n<p>Konkrete Auswirkungen auch f\u00fcr das St\u00e4dtedreieck      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Endverbraucher wird in ganz Deutschland dann an der Tankstelle merken, wie abh\u00e4ngig Deutschland ist. Doch auch konkret die Bergische Industrie wird betroffen sein. Allen voran die Werkzeugindustrie. \u201eMan denkt oft nicht daran, dass neben dem Rohstoff Metall, Stahl usw. auch viele chemische Produkte bei der Verarbeitung zum Einsatz kommen\u201c, erkl\u00e4rt Altenbach. Ersatzprodukte gebe es durchaus. Viele davon basieren auf Kohle.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eSchon im Krieg wurde Kohle als Ersatzstoff genommen und f\u00fcr die Verbrennung genutzt. Aber wenn man sich die Mengen anschaut, die auf diese Art und Weise produziert werden k\u00f6nnen, dann ist das realistischerweise keine richtige M\u00f6glichkeit. Insbesondre vor dem Hintergrund, dass in Deutschland Kohle ja nicht mehr vorrangig abgebaut wird\u201c, erkl\u00e4rt der Chemiker. Andere M\u00f6glichkeiten w\u00fcrden sich im Bereich der nachwachsenden Rohstoffe finden lassen, allerdings w\u00fcrde das zulasten der Nahrungsmittelproduktion gehen, weil zu viel landwirtschaftliche Fl\u00e4che beansprucht w\u00fcrde. Kurz gesagt: Es gibt M\u00f6glichkeiten, aber nicht eine L\u00f6sung f\u00fcr die Mengen, die gebraucht werden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">An der Tankstelle wurden die Preise nach der Eskalation direkt teurer. Nun steht die Heizperiode bevor. Was wird passieren? \u201eEine Vorhaltung von Rohstoffen ist durchaus da. Ob das ausreicht, da gehen die Meinungen auseinander. Gott sei Dank ist es ja so, dass wir nicht nur aus dem Nahen Osten Erd\u00f6l und Erdgas beziehen, sondern dass die Compressible Natural Gas Container auch durchaus aus Kanada, USA oder S\u00fcdamerika zu uns transportiert werden k\u00f6nnen und dann einen Teil des Verlusts auffangen. Zudem wurden mittlerweile zwei CNG Terminals errichtet.\u201c <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ein betr\u00e4chtlicher Teil des weltweiten Heliums wird aus Katar exportiert und muss per Schiff durch die Stra\u00dfe von Hormus transportiert werden. Daran h\u00e4ngt unter anderem die Produktion von Halbleiter. Die Chipproduktion und damit die Automatisierung ist in Gefahr. Auch der Schiffsverkehr mit Aluminium durch die Stra\u00dfe ist weitgehend zum Erliegen gekommen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zudem kommt etwa ein Drittel des D\u00fcngemittels auf diesem Weg. \u201eD\u00fcngemittel betrifft uns nicht so stark, es betrifft auch unsere heimische Industrie weniger. Aber global gesehen ist das ein wichtiger Punkt\u201c, so Altenbach. Und zuletzt kommt der Chemiker noch auf das Thema Lithium zu sprechen. Ein Engpass w\u00fcrde die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien betreffen und damit unter anderem die Produktion von Elektroautos. <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zum Schluss sieht der Chemiker aber auch noch eine Chance. Denn die Geschichte hat gezeigt, dass Herausforderungen auch Innovation f\u00f6rdert. Wer mit dem R\u00fccken zur Wand steht, findet h\u00e4ufig auch L\u00f6sungen: \u201eIch bin sehr optimistisch, dass wir \u00fcber diese Krise hinwegkommen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Bergischen Konjunkturpodcast der WZ werden eigentlich einmal im Quartal die Sonderumfragen des Regionalen Konjunkturbarometers besprochen. 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