{"id":1266796,"date":"2026-08-28T20:49:32","date_gmt":"2026-08-28T20:49:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1266796\/"},"modified":"2026-08-28T20:49:32","modified_gmt":"2026-08-28T20:49:32","slug":"leipzig-bonn-klopapier-fuer-die-gute-sache-am-telefon-uebers-ohr-gehauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1266796\/","title":{"rendered":"Leipzig\/Bonn | Klopapier f\u00fcr die gute Sache? &#8211; Am Telefon \u00fcbers Ohr gehauen"},"content":{"rendered":"<p>Leipzig\/Bonn (dpa\/tmn) &#8211; Vor aggressiven Telefonverk\u00e4ufern, die vor allem \u00e4ltere Menschen bel\u00e4stigen und massiv emotional unter Druck setzen &#8211; davor warnt die Verbraucherzentrale Sachsen. Beispielhaft berichten die Verbrauchersch\u00fctzer vom aktuellen Fall einer 82-J\u00e4hrigen, die am Telefon nicht nein sagen konnte und erst einmal auf Unmengen Toilettenpapier und drohenden Kosten von mehr als 1.000 Euro sitzen blieb.<\/p>\n<p>Den Telefonkontakt hatte die Rentnerin weder erwartet noch gew\u00fcnscht. Der Anrufer habe sich als Mitarbeiter eines Duisburger Unternehmens vorgestellt und die Dame gebeten, durch den Kauf von Toilettenpapier und K\u00fcchenrollen die Besch\u00e4ftigung von Menschen mit geistigen und k\u00f6rperlichen Behinderungen zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Flehen, Tr\u00e4nen &#8211; und am Ende eine Lieferung in vier Teilen<\/p>\n<p>Weil die Frau den daf\u00fcr geforderten Betrag von mehr als 1.000 Euro weder bezahlen noch die gro\u00dfen Warenmengen lagern konnte, lehnte sie zun\u00e4chst ab. Der Verk\u00e4ufer lie\u00df jedoch nicht von ihr ab, habe die 82-J\u00e4hrige vermeintlich unter Tr\u00e4nen angefleht, bis diese schlie\u00dflich einer Lieferung in vier Tranchen zustimmte.<\/p>\n<p>Ern\u00fcchterung stellte sich bereits bei der ersten Teilsendung ein: 48 Rollen Toilettenpapier und 40 Rollen K\u00fcchenpapier kosteten insgesamt 260,94 Euro &#8211; zuz\u00fcglich Versandkosten. Das Angebot der dubiosen Firma stufen die Verbrauchersch\u00fctzer als \u00abunangemessen teuer\u00bb ein, insgesamt handele es sich um ein \u00absittenwidriges Gesch\u00e4ft\u00bb.<\/p>\n<p>Widerruf, Retoure &#8211; und trotzdem will die Firma weiterliefern<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich widerrief die Seniorin den telefonisch geschlossenen Vertrag fristgerecht. Die Ware schickte sie mit dem beiliegenden Retourenschein zur\u00fcck und dokumentierte den gesamten Vorgang.<\/p>\n<p>Doch damit war die Sache noch nicht erledigt. Trotz des Widerrufs des Gesch\u00e4fts erhielt sie weiterhin Rechnungen, Mahnungen und Zahlungsaufforderungen. Zudem wurde ihr telefonisch angek\u00fcndigt, dass die n\u00e4chste Tranche der Ware versendet werde.<\/p>\n<p>Hier gilt ausnahmsweise: auf keinen Fall spontan sein<\/p>\n<p>Allen, die solche Anrufe erhalten oder bereits in einer vergleichbaren Situation stecken, r\u00e4t die Verbraucherzentrale:<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Bei unerwarteten Werbeanrufen keine spontanen Kaufentscheidungen treffen.<\/li>\n<li>Rechnungen und Vertragsunterlagen nach telefonischen Abschl\u00fcssen genau pr\u00fcfen.<\/li>\n<li>Das Widerrufsrecht fristgerecht schriftlich aus\u00fcben, wenn der Vertrag r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden soll.<\/li>\n<li>Bei Unsicherheiten fr\u00fchzeitig rechtlichen Rat einholen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Geiste vorbereiten: mit seltsamen Anrufen ist immer zu rechnen<\/p>\n<p>Die Polizeiliche Kriminalpr\u00e4vention r\u00e4t grunds\u00e4tzlich dazu, sich gedanklich auf m\u00f6gliche dubiose oder sogar betr\u00fcgerische Anrufe vorzubereiten und folgende Verhaltensgrunds\u00e4tze zu verinnerlichen:<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Bei Zeitdruck oder dubiosen Geschichten sofort auflegen.<\/li>\n<li>Nichts befolgen, nichts zusagen und nach dem Auflegen erst einmal in Ruhe einer Vertrauensperson schildern, was vorgefallen ist oder angeboten wurde.<\/li>\n<li>Niemals Passw\u00f6rter, PINs, TANs, Kontodaten sowie andere sensible oder pers\u00f6nliche Informationen am Telefon preisgeben.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Raus aus dem Telefonbuch, andere warnen<\/p>\n<p>Aber auch pr\u00e4ventiv l\u00e4sst sich einiges tun, etwa sich aus dem Telefonbuch austragen lassen: Das pers\u00f6nliche Umfeld hat die eigene Telefonnummer ohnehin. Wer den Eintrag trotzdem nicht missen m\u00f6chte, l\u00e4sst am besten den Vornamen abk\u00fcrzen, damit der oder die T\u00e4ter keinen Hinweis auf das eigene Alter bekommen (aus Herta Schmidt wird etwa H. Schmidt) &#8211; oder den Vornamen ganz weglassen. Ein \u00c4nderungsformular bietet die Kriminalpr\u00e4vention zum Download an.<\/p>\n<p>Zudem ist es sinnvoll, Verwandte und Bekannte vor dubiosen Anrufen, Gesch\u00e4ften und Betr\u00fcgereien zu warnen. Denn wer von den diversen Maschen schon einmal geh\u00f6rt hat, der wird nicht mehr eiskalt von solchen Anrufen erwischt.<\/p>\n<p>Telefonwerbung ist oft illegal &#8211; beschweren Sie sich!<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich ist nicht angeforderte, also unerw\u00fcnschte Telefonwerbung untersagt. Wird dagegen versto\u00dfen, sollte man sich bei der zust\u00e4ndigen Bundesnetzagentur beschweren &#8211; etwa per E-Mail (rufnummernmissbrauch@bnetza.de) oder per <a href=\"https:\/\/www.bundesnetzagentur.de\/DE\/Vportal\/AnfragenBeschwerden\/Beschwerde_Aerger\/start.html\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Online-Formular<\/a>.<\/p>\n<p>Damit man Betrugs- oder Werbeanrufe am besten gar nicht erst bekommt und im Fall der F\u00e4lle richtig darauf reagieren kann, gibt die Bundesnetzagentur elf Tipps zum Schutz und zur Pr\u00e4vention.<\/p>\n<p>11 Schutz-Tipps der Bundesnetzagentur rund um Anrufe<\/p>\n<ol>\n<li>Geben Sie Ihre Telefonnummer nur gezielt und im Bedarfsfall an seri\u00f6se Vertragspartner und Firmen weiter.<\/li>\n<li>Achten Sie auf m\u00f6gliche Klauseln in Vertr\u00e4gen, Gewinnspielen, Abos und Angeboten \u00fcber die Verwendung der angegebenen Rufnummer zu Werbezwecken.<\/li>\n<li>Fragen Sie im Einzelfall nach, zu welchem Zweck Ihre Rufnummer verwendet werden soll.<\/li>\n<li>Grunds\u00e4tzlich d\u00fcrfen Sie zu Werbezwecken nur mit Ihrer vorherigen Einwilligung kontaktiert werden.<\/li>\n<li>Sie k\u00f6nnen eine Einwilligung und die Speicherung Ihrer Daten jederzeit widerrufen. Teilen Sie dem Unternehmen schriftlich mit, dass Sie nicht kontaktiert werden m\u00f6chten.<\/li>\n<li>Informieren Sie Ihr Umfeld, Ihre Familie, Kinder, Gro\u00dfeltern und Freunde \u00fcber die Risiken der Weitergabe von Rufnummern.<\/li>\n<li>Rufen Sie nicht immer sofort zur\u00fcck, wenn Sie einen entgangenen Anruf von einer unbekannten Rufnummer erhalten. Es k\u00f6nnte sich um einen Lockanruf (Ping-Anruf) handeln.<\/li>\n<li>Besondere Vorsicht ist bei Anrufen von einer unbekannten Rufnummer aus dem Ausland oder von einer sogenannten Premium-Dienste-Rufnummer geboten, die mit \u00ab(0)900\u00bb beginnt.<\/li>\n<li>Haben Sie sich auf ein Gespr\u00e4ch eingelassen, achten Sie genau auf gegebenenfalls versteckte Preishinweise und Hinweise zu Vertragsschl\u00fcssen etwa f\u00fcr Abo-Dienste. Rufen Sie eine im Gespr\u00e4ch eventuell beworbene Rufnummer am besten nicht an und geben Sie keine sensiblen Daten preis (Adresse, Telefonnummer, Geburtstag, Z\u00e4hlerst\u00e4nde, Kontodaten et cetera).<\/li>\n<li>Sie k\u00f6nnen und sollten unerw\u00fcnschte Rufnummern \u00fcber Ihren Router, bei Smartphones direkt im Men\u00fc der Telefon-App oder auch in den Einstellungen des jeweiligen Messengers sperren. Im Zweifel helfen Bedienungsanleitungen, Informationen aus dem Internet oder Ihr Fachh\u00e4ndler weiter.<\/li>\n<li>Zur besseren Kontrolle von Rufnummern und Rechnungen beauftragen Sie bei Ihrem Festnetz- oder Mobilfunk-Anbieter einen ungek\u00fcrzten Einzelverbindungsnachweis (EVN).<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Leipzig\/Bonn (dpa\/tmn) &#8211; Vor aggressiven Telefonverk\u00e4ufern, die vor allem \u00e4ltere Menschen bel\u00e4stigen und massiv emotional unter Druck setzen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1266797,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1842],"tags":[9881,28116,1741,3364,29,666,30,198,1209,624,1009,6583,769,194,1464,3795,8662,8665,37632],"class_list":["post-1266796","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-bonn","tag-angebote","tag-anrufe","tag-bonn","tag-de","tag-deutschland","tag-geld","tag-germany","tag-internet","tag-nordrhein-westfalen","tag-ratgeber","tag-recht","tag-senioren","tag-smartphone","tag-technik","tag-telefon","tag-telekommunikation","tag-tmn1130","tag-tpds","tag-widerruf"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117175108606958342","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1266796","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1266796"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1266796\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1266797"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1266796"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1266796"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1266796"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}