{"id":1268089,"date":"2026-08-29T17:48:29","date_gmt":"2026-08-29T17:48:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1268089\/"},"modified":"2026-08-29T17:48:29","modified_gmt":"2026-08-29T17:48:29","slug":"finnen-praesident-stubb-widerspricht-deutschland-putin-wird-nato-nicht-angreifen-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1268089\/","title":{"rendered":"Finnen-Pr\u00e4sident Stubb widerspricht Deutschland: Putin wird Nato NICHT angreifen! | Politik"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"skip-content skip-content--link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5<\/a><a id=\"in-content-skip-link-target-v-0-0\" class=\"skip-content--target-link-hidden skip-content skip-content--target-link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">Artikel weiterlesen<\/a><\/p>\n<p>Helsinki \u2013 <b>Sein Land hat weniger Einwohner als Hessen, dennoch gilt Finnlands Pr\u00e4sident Alexander Stubb als Schwergewicht auf der weltpolitischen B\u00fchne. Europ\u00e4ische Staatenlenker sch\u00e4tzen seinen strategischen Weitblick, der amerikanische Pr\u00e4sident spielt mit ihm gerne Golf. Doch obwohl Finnland eine 1300 Kilometer lange Grenze mit Russland teilt, f\u00fcrchtet Stubb keinen Krieg mit Kreml-Diktator Wladimir Putin.<\/b><\/p>\n<p>Im Interview mit BILD widerspricht Finnlands Pr\u00e4sident den Kriegswarnungen aus Deutschland und fordert, Moskaus hybriden Angriffen mit k\u00fchlem Kopf zu begegnen. In seiner Zielsetzung ist Stubb jedoch klar: Russland m\u00fcsse besiegt werden.<\/p>\n<p>\u201eGlaube nicht, dass Russland jemals das m\u00e4chtigste Milit\u00e4rb\u00fcndnis der Welt, die Nato, angreifen wollen w\u00fcrde\u201c<\/p>\n<p>Auf die Warnung aus dem Verteidigungsministerium und der Bundeswehr angesprochen, Putin k\u00f6nne bis 2029 in der Lage sein, Nato-Territorium anzugreifen, sagte Stubb: \u201eWenn jemand eine solche Kristallkugel h\u00e4tte \u2013 wunderbar. Aber ich sehe daf\u00fcr einfach weder Belege noch Fakten.\u201c Er \u201eglaube nicht, dass <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/ausland\/russland\/russland-alle-infos-79315672.bild.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Russland<\/a> jemals das m\u00e4chtigste Milit\u00e4rb\u00fcndnis der Welt, die Nato, angreifen wollen w\u00fcrde\u201c. Seine Philosophie erkl\u00e4rte er so: \u201eIch sage nicht: \u201aEntspannt euch.\u2018 Man sollte sich immer auf das Schlimmste vorbereiten, um es zu verhindern.\u201c<\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>Stubbs Begr\u00fcndung: \u201eErstens verf\u00fcge ich \u00fcber geheimdienstliche Erkenntnisse. Und zweitens haben wir eine Abschreckung \u2013 und diese Abschreckung ist st\u00e4rker als die jeder anderen Milit\u00e4rmacht irgendwo auf der Welt.\u201c Sie beruhe \u201eauf konventionellen Streitkr\u00e4ften, auf Raketen und auf Atomwaffen. F\u00fcr keine Macht der Welt ergibt es Sinn, die Entschlossenheit dieses B\u00fcndnisses auf die Probe zu stellen\u201c.<\/p>\n<p>Finnlands Staatschef \u00e4u\u00dferte sich auch skeptisch \u00fcber die M\u00f6glichkeit eines russischen Atomschlags in der <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/news\/ausland\/ukraine\/thema-ukraine-alle-infos-80028690.bild.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a>: \u201eIn diesem Sommer war der chinesische Au\u00dfenminister bei mir zu Besuch, und ich habe das Thema angesprochen. Und er sagte: \u201aWir werden niemals zulassen, dass das passiert.\u2018 Und ich glaube, das ist eine ziemlich wirksame Abschreckung.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas Einzige, womit Russland noch eskalieren kann, ist eine Mobilmachung\u201c<\/p>\n<p>Stubb erkl\u00e4rte, es sei das Ziel der russischen \u201eInformationskriegsf\u00fchrung\u201c, Angst in Europa zu s\u00e4en: \u201eRussland will, dass wir Europ\u00e4er hier sitzen und dar\u00fcber diskutieren: Wird Russland eskalieren? Wird Russland Atomwaffen einsetzen? Wird Russland die Nato und Europa angreifen?\u201c<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich k\u00f6nne Russland nur auf eine Weise den Krieg eskalieren: \u201eIm Moment sind Russlands M\u00f6glichkeiten zur Eskalation ziemlich begrenzt. Das Einzige, womit Russland noch eskalieren kann, ist eine Mobilmachung. Und eine Mobilmachung w\u00fcrde, glaube ich, innenpolitische Auswirkungen in Russland haben.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"638\" alt=\"Alexander Stubb im Gespr\u00e4ch mit BILD-Vize Paul Ronzheimer. An der Wand des Pr\u00e4sidentenpalasts: Gro\u00dfe \u00d6lgem\u00e4lde mit Szenen aus der finnischen Geschichte\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/e026839f70fae9623d7afeb9d8d4533e,ad6cff61.jpeg\"   class=\"dynamic\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Alexander Stubb im Gespr\u00e4ch mit BILD-Vize Paul Ronzheimer. An der Wand des Pr\u00e4sidentenpalasts: Gro\u00dfe \u00d6lgem\u00e4lde mit Szenen aus der finnischen Geschichte<\/p>\n<p>Foto: Giorgos Moutafis<\/p>\n<p>Dennoch h\u00e4lt Finnlands Pr\u00e4sident eine Mobilmachung in Russland im Herbst f\u00fcr wahrscheinlich: \u201eWenn man sich die Gesetze anschaut, die sie jetzt auf den Weg bringen \u2013 im Grunde geht es darum, die Grenzen zu schlie\u00dfen und die Freiz\u00fcgigkeit einzuschr\u00e4nken \u2013, dann ist das ein Hinweis darauf. Denn die Wahrheit ist: Bei diesem Tempo k\u00f6nnen sie ihre Kriegsanstrengungen nicht mehr allzu lange aufrechterhalten.\u201c<\/p>\n<p>Alexander Stubb zufolge verliere die russische Armee monatlich zwischen 30.000 und 35.000 Soldaten. Gleichzeitig w\u00fcrden nur 27.000 neue Soldaten rekrutiert. \u201eSie haben also immer weniger Soldaten in einer immer komplizierteren Lage.\u201c Dies mache auch einen Angriff auf ein weiteres Land \u00e4u\u00dferst unwahrscheinlich: \u201eDass sie jetzt pl\u00f6tzlich Kr\u00e4fte f\u00fcr zwei Fronten mobilisieren k\u00f6nnten \u2013 das sehe ich einfach nicht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eMan sollte niemals untersch\u00e4tzen, wie viel wirtschaftliche H\u00e4rte die Russen ertragen k\u00f6nnen\u201c<\/p>\n<p>Trotz der wirtschaftlichen und milit\u00e4rischen Probleme in Russland geht Alexander Stubb nicht davon aus, dass <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/leute\/wladimir-putin\/wladimir-putin-alle-infos-79314364.bild.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wladimir Putin<\/a> aufgeben wird. \u201eIch glaube nicht, dass Russland diesen Krieg wegen eines wirtschaftlichen Abschwungs beenden wird\u201c, so der Finne. \u201eMan sollte niemals untersch\u00e4tzen, wie viel wirtschaftliche H\u00e4rte die Russen ertragen k\u00f6nnen.\u201c Weder die Inflation, noch die Bankenkrise oder das Zinsniveau w\u00fcrden den Krieg beenden \u2013 ebenso wenig die hohen Verluste russischer Soldaten.<\/p>\n<p>\u201eAber was das Fass zum \u00dcberlaufen bringen k\u00f6nnte, w\u00e4re, wenn sie das Gef\u00fchl bekommen, dass das derzeitige Regime bedroht ist\u201c, so Stubb. \u201eRussland hat Geduld, Russland hat Durchhalteverm\u00f6gen. Russland muss also zu dem Schluss kommen, dass es \u2013 wie auch immer es seinen eigenen Sieg definiert \u2013 f\u00fcr das Regime keinen Vorteil mehr bringt, diesen Krieg fortzusetzen.\u201c Bereits jetzt befinde sich der Kreml \u201ein einer unangenehmen Lage\u201c.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Alexander Stubb ist seit 2014 Pr\u00e4sident von Finnland. Sein Land hat eine mehr als 1300 Kilometer lange Grenze mit Russland\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/5a29068bfd71ddd93637c8cad7c3694b,83e0c38e.jpeg\"   class=\"landscape\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Alexander Stubb ist seit 2024 Pr\u00e4sident von Finnland. Sein Land hat eine mehr als 1300 Kilometer lange Grenze mit Russland<\/p>\n<p>Foto: Giorgos Moutafis<\/p>\n<p>Ganz anders blickt Finnlands Pr\u00e4sident auf Kiew: \u201eDie Ukraine befindet sich heute in einer st\u00e4rkeren und besseren Position als zu jedem anderen Zeitpunkt dieses Krieges \u2013 milit\u00e4risch, politisch und finanziell.\u201c Stubb weiter: \u201eDie Ukraine hat die Oberhand und sie wird diesen Krieg gewinnen.\u201c Was er als Sieg definiert? \u201eWenn man \u00fcberlebt, wenn man unabh\u00e4ngig bleibt, wenn man ein souver\u00e4ner Staat bleibt \u2013 dann ist das ein Sieg.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWenn die Ukraine verliert, verlieren wir\u201c<\/p>\n<p>Die Unterst\u00fctzung der Ukraine ist f\u00fcr Stubb auch ein Investment in die eigene Sicherheit: \u201eWir m\u00fcssen verstehen, Sie in Deutschland und wir in Finnland, dass die Ukraine die beste Sicherheitsgarantie ist, die wir gegen\u00fcber Russland haben. Wenn die Ukraine verliert, verlieren wir.\u201c<\/p>\n<p>Auf die versuchten Drohnenanschl\u00e4ge am Flughafen Leipzig\/Halle angesprochen, warb Alexander Stubb f\u00fcr eine besonnene Reaktion: \u201eIch halte es f\u00fcr sehr wichtig, bei solchen Dingen einen k\u00fchlen Kopf zu bewahren.\u201c So k\u00f6nne Deutschland \u00f6ffentlich erkl\u00e4ren, man wisse, wer dahintersteckt, und Russland auf diplomatischer Ebene eine Botschaft zukommen lassen.<\/p>\n<p>Den so \u00fcberraschenden wie r\u00e4tselhaften Moskau-Besuch von CIA-Chef John Ratcliffe begr\u00fc\u00dfte Stubb ausdr\u00fccklich: \u201eIch finde das gut. Wirklich. Ich glaube, dass es einen Dialog geben muss.\u201c Es sei auch richtig, dass Amerikaner und Russen \u201ein unterschiedlichen Formaten\u201c in Kontakt seien. \u201eIch hoffe, dass das amerikanische Milit\u00e4r mit dem russischen Milit\u00e4r ebenfalls im Gespr\u00e4ch ist.\u201c<\/p>\n<p>\u201eJemand in Europa muss den Dialog mit Russland wieder aufnehmen\u201c<\/p>\n<p>Ratcliffe traf am Dienstag in Moskau ein und f\u00fchrte Gespr\u00e4che mit russischen Amtskollegen. Unterschiedlichen Medienberichten zufolge soll der Chef des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes versucht haben, den Kreml von einer weiteren Eskalation des Ukraine-Krieges abzubringen und zu Friedensverhandlungen zu bewegen.<\/p>\n<p>Trotz Russlands hybrider Angriffe sollte Europa den Kontakt zum Kreml suchen, fordert Stubb: \u201eIch glaube, jemand in Europa (&#8230;) muss den Dialog mit Russland wieder aufnehmen, um zu verstehen, was dort vor sich geht. Wir m\u00fcssen auf politischer Ebene miteinander sprechen.\u201c Seine \u201egro\u00dfe Sorge bei diesem derzeitigen Schweigen gegen\u00fcber Russland ist, dass dort Illusionen dar\u00fcber entstehen\u201c, was in Europa passiere. Sprich: Moskau k\u00f6nnte die Entstehung neuer Bedrohungen annehmen, die in der Realit\u00e4t nicht existieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5Artikel weiterlesen Helsinki \u2013 Sein Land hat weniger Einwohner als Hessen, dennoch gilt Finnlands Pr\u00e4sident Alexander Stubb&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1268090,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[2],"tags":[331,3924,332,3922,3364,29,30,13,3083,14,3923,15,3921,76486,3082,91454,307,12,317,3081],"class_list":["post-1268089","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-deutschland","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","tag-aktuelle-news","tag-aktuelle-news-aus-deutschland","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-headlines","tag-krim","tag-nachrichten","tag-nachrichten-aus-deutschland","tag-news","tag-news-aus-deutschland","tag-piatov-filipp","tag-putin-wladimir","tag-ronzheimer","tag-russland","tag-schlagzeilen","tag-ukraine","tag-ukraine-konflikt"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117180062192159409","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1268089","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1268089"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1268089\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1268090"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1268089"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1268089"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1268089"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}