{"id":1268317,"date":"2026-08-29T20:21:14","date_gmt":"2026-08-29T20:21:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1268317\/"},"modified":"2026-08-29T20:21:14","modified_gmt":"2026-08-29T20:21:14","slug":"hayden-panettiere-on-off-beziehung-die-macht-der-emotionalen-abhaengigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1268317\/","title":{"rendered":"Hayden Panettiere: \u201eOn-off-Beziehung\u201c \u2013 die Macht der emotionalen Abh\u00e4ngigkeit"},"content":{"rendered":"<p>Sie seien immer wieder \u201ezusammengekommen\u201c, hie\u00df es \u00fcber Hayden Panettieres (Ex-)Freund Brian Hickerson. Doch die Chronologie dieser Beziehung zeigt, wie verharmlosend dieses Narrativ eine Dynamik von Gewalt und Abh\u00e4ngigkeit beschreibt.<\/p>\n<p class=\"c-inline-alert__description\">Klicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Als nach dem Tod von Hayden Panettiere bekannt wurde, dass ihr Ex-Partner Brian Hickerson wieder Teil ihres Lebens (und sogar ihres Sterbens) war, wurde er direkt und reflexhaft als \u201eOn-off-Boyfriend\u201c beschrieben. Eine typische Dating-Formulierung, die nach einer komplizierten Liebesgeschichte klingt, nach Trennung und Vers\u00f6hnung, nach emotionalem Hin und Her \u2013 und verharmlost, was sich zumindest im Fall Panettiere wirklich dahinter verbarg. <\/p>\n<p>Eine aktuelle Recherche der \u201eNew York Times\u201c erz\u00e4hlt nun die andere Variante so einer nur vermeintlich harmlos aufreibend-anstrengenden \u201eOn-off-Beziehung\u201c. Hickerson war zun\u00e4chst wegen mehrerer Straftaten angeklagt worden, darunter K\u00f6rperverletzung sowie der Versuch, Zeugen von einer Aussage abzuhalten. Er  wurde dann wegen Gewalt gegen Hayden Panettiere verurteilt. Aus Gerichtsakten gehen laut der Zeitung mehrere Vorf\u00e4lle h\u00e4uslicher Gewalt hervor. Die Schauspielerin beschrieb auch in ihren Memoiren, wie aus anf\u00e4nglicher N\u00e4he und Verliebtheit k\u00f6rperliche \u00dcbergriffe wurden: \u201eThe slaps become hits\u201c, schrieb sie, die Ohrfeigen werden Schl\u00e4ge. Sie beschreibt eine Nacht, in der Hickerson ihr Gesicht so schwer verletzt habe, dass sie wochenlang das Haus nicht verlassen konnte.<\/p>\n<p>Ihre Mutter sagte nach dem Tod der Schauspielerin, Familie und Freunde h\u00e4tten jahrelang versucht, den Mann aus ihrem Leben herauszuhalten. Noch im M\u00e4rz dieses Jahres soll, so berichtet eine \u201emit den Ereignissen vertraute Person\u201c der NYT, Panettiere privaten Sicherheitsdienst engagiert haben, um sich vor Hickerson zu sch\u00fctzen. <\/p>\n<p>Doch nicht nur den Moment ihres Sterbens verbrachte sie schon wieder gemeinsam mit ihm, schon in den Wochen zuvor wurden sie immer wieder zusammen gesehen. Die R\u00fcckkehr zu einem gewaltt\u00e4tigen Partner erscheint Au\u00dfenstehenden oft unverst\u00e4ndlich. War die Beziehung vielleicht doch einfach \u201ekompliziert\u201c? Tragen nicht beide Verantwortung? Die psychologische Forschung beschreibt aber genau diese immer wiederkehrenden Trennungs- und R\u00fcckkehrmuster als typisch f\u00fcr missbr\u00e4uchliche Beziehungen. Denn auf Phasen von Angst folgen Phasen der N\u00e4he, der T\u00e4ter bereut, das Opfer hofft auf Ver\u00e4nderung. Durch diesen Kreislauf aus Gewalt, Reue und Hoffnung entsteht oft eine emotionale Abh\u00e4ngigkeit, die innerhalb einer solchen Beziehung eine enorme Bindungskraft entwickeln kann.<\/p>\n<p>Panettiere selbst formulierte dies in ihren erst im Fr\u00fchjahr erschienenen Memoiren: Das Problem sei nicht gewesen, dass ihr die Gewalt harmlos erschien. Vielmehr habe sich die Vorstellung, allein zu sein, f\u00fcr sie noch unertr\u00e4glicher angef\u00fchlt (\u201eWhat I never told them was that the abuse I&#8217;d endured didn&#8217;t feel as bad as the thought of being alone\u201c). Damit beschrieb sie die Dynamik ihrer emotionalen Abh\u00e4ngigkeit und gleichzeitig eine geradezu prototypische Bindung, die aus Trauma entsteht. Wer traumatisiert ist, sucht Schutz bei seiner engsten Bindungsperson \u2013 auch wenn die derjenige ist, der das Trauma verursacht hat. <\/p>\n<p>In den Memoiren schreibt die Schauspielerin, sie habe sich zeitweise von Freunden und Familienmitgliedern abgeschottet, die sie vor der Beziehung warnen wollten. So verst\u00e4rkt sich die Isolation \u2013 und die Bindung zur einzigen Person, die bleibt.<\/p>\n<p>Hickerson selbst \u00fcbrigens bestritt die Gewalt nie. In einem Interview mit TMZ rund um die Ver\u00f6ffentlichung von Panettieres Memoiren bezeichnete er die Schilderungen als zutreffend. Er sprach von einem \u201edark place\u201c, in den er geraten sei, und sagte \u00fcber die Misshandlungen: \u201eTerrible thing I did to her.\u201c Schrecklich, was ich ihr angetan habe. <\/p>\n<p>Nach seiner Verurteilung musste er 45 Tage ins Gef\u00e4ngnis und an einem Programm f\u00fcr T\u00e4ter h\u00e4uslicher Gewalt teilnehmen, Alkoholiker-Selbsthilfegruppen besuchen und mehrere Aggressionsbew\u00e4ltigungskurse absolvieren. 2025 sp\u00e4ter versuchte er laut den von der New York Times ausgewerteten Gerichtsunterlagen, seine Verurteilungen von Verbrechen zu Vergehen herabstufen zu lassen. Die Staatsanwaltschaft erinnerte das Gericht daran, dass es \u201ezahlreiche Vorf\u00e4lle h\u00e4uslicher Gewalt\u201c gegeben habe. Ein zweiter Antrag wurde erst eine Woche vor Panettieres Tod abgelehnt. <\/p>\n<p>\u201eGewaltt\u00e4ter \u2013\u00a0sie verflechten sich wie Unkraut in dein Leben\u201c, sagte Panettiere in einem Podcast im Mai \u00fcber Hickerson. Sie habe sich nun aber endlich befreit. \u201eIch w\u00e4re ein Idiot, sie nicht in Ruhe zu lassen, damit ihre Karriere wieder erbl\u00fchen kann\u201c, sagte Hickerson, ebenfalls im Mai. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sie seien immer wieder \u201ezusammengekommen\u201c, hie\u00df es \u00fcber Hayden Panettieres (Ex-)Freund Brian Hickerson. 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