{"id":1268499,"date":"2026-08-29T22:28:21","date_gmt":"2026-08-29T22:28:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1268499\/"},"modified":"2026-08-29T22:28:21","modified_gmt":"2026-08-29T22:28:21","slug":"besserer-mobilfunk-oder-landschaftsschutz-bielefelder-empoert-ueber-40-meter-hohen-sendemast","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1268499\/","title":{"rendered":"Besserer Mobilfunk oder Landschaftsschutz? Bielefelder emp\u00f6rt \u00fcber 40 Meter hohen Sendemast"},"content":{"rendered":"<p id=\"absatz1\" class=\"em_text\">Bielefeld-Senne. F\u00fcr Helga und Helmut Miele ist es das neue \u201eNegativ-Wahrzeichen\u201c der Senne: ein fast 40 Meter hoher Funkmast an der Friedrichsdorfer Stra\u00dfe. Von mehreren Seiten aus ist er deutlich zu sehen \u2013 von der A33 aus, von der Ummelner und der Friedrichsdorfer Stra\u00dfe kommend, ragt er hinter der Autobahnbr\u00fccke auf. F\u00fcr das nahebei wohnende Senner Ehepaar und, wie sie sagen, auch f\u00fcr ihre Nachbarn, ist der Bau des Betonturms ein Unding. Zumal sie als direkt angrenzende Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer mit keiner Silbe angesprochen worden seien. Und sie fragen sich, warum der Mobilfunkturm im Landschaftsschutzgebiet \u00fcberhaupt genehmigt werden konnte.<\/p>\n<p id=\"absatz2\" class=\"em_text\">Die Geschichte hat eine lange Vorlaufzeit. Bereits 2021 habe die DFMG Deutsche Funkturm GmbH bei ihnen angeklopft, weil sie einen Mast auf ihren Acker setzen wollte, erz\u00e4hlen die Mieles. Sie lehnten ab, ebenso wie ihre ebenfalls angefragten Nachbarn. \u201eDie arbeiten wie Dr\u00fcckerkolonnen\u201c, schimpft Helga Miele. Danach habe man aber nichts mehr geh\u00f6rt. Bis pl\u00f6tzlich am 6. August die Bagger anr\u00fcckten.<\/p>\n<p id=\"absatz3\" class=\"em_text\">Jetzt steht der Turm, rund 200 Meter vom Wohnhaus des Sohnes und seiner Familie und nicht weit vom eigenen Heim. Bislang sind sechs Sektorantennen der Telekom vorgesehen, weitere k\u00f6nnten hinzukommen. \u201eAufgrund eigener gesundheitlicher Vorbelastungen haben wir Bedenken, dass es durch die hochfrequenten Felder zu einer zus\u00e4tzlichen Beeintr\u00e4chtigung kommt\u201c, sagt das Ehepaar.<\/p>\n<p>Keine Informationen, aber alle Ausnahmegenehmigungen<\/p>\n<p id=\"absatz4\" class=\"em_text\">Der Mast ist auf einem schmalen Gr\u00fcnstreifen der Deutschen Autobahn GmbH errichtet worden, der direkt an eine Ackerfl\u00e4che der Mieles angrenzt. Im Zuge des Baus der A33 sei die Fl\u00e4che an der Zuwegung zu einem Regenr\u00fcckhaltebecken als Ausgleichsfl\u00e4che im landschaftspflegerischen Begleitplan festgelegt worden, sagt Helmut Miele. Er \u00e4rgert sich, dass das Bielefelder Bauamt als Genehmigungsbeh\u00f6rde nicht einmal eine Info an sie als Grundst\u00fccksnachbar losgelassen hat. Oder an die Bezirksvertretung Senne. Stattdessen habe es alle notwendigen Ausnahmegenehmigungen gegeben.<\/p>\n<p id=\"absatz5\" class=\"em_text\">Die Autobahn GmbH bekam eine Befreiung von der Einhaltung der Grenzabst\u00e4nde. Das Bielefelder Bauamt habe einer \u201eHeilung\u201c der Unterschreitung des Grenzabstandes um 4,40 Meter zugestimmt, schildert Helmut Miele. In erster Linie, weil die Alleinlage der Anlage \u2013 die mit einem Durchmesser von 1,30 Meter noch nicht als Geb\u00e4ude gilt \u2013 nicht zu einer Beeintr\u00e4chtigung nachbarschaftlicher und \u00f6ffentlicher Belange f\u00fchre.<\/p>\n<p id=\"absatz6\"><b class=\"bold\">Zum Thema: <\/b><a href=\"http:\/\/eo.alfa.it4media.de\/article\/2695575\/edit\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Unternehmen plant riesigen G\u00fctersloh \u2013 Ver\u00e4rgerter Anwohner f\u00fchlt sich \u00fcbergangen<\/a><\/p>\n<p>Falsche Informationen \u00fcber Eigentumsverh\u00e4ltnisse<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.nw.de\/_em_daten\/_cache\/image\/1xUmx4ejNEQm9YVTVEU0tJRmRKcFAzSjVKbmd4c0lPNUd3R1pMczg5dEFWUTJ2NlhkWXdBQnZkOXJQR2dQdFo1WjNIOEhzbFpoSUtkZS81b2JlMXF1QVJlTG01OG5sNHB0QUhrcnBsZE5rZkU9\/260829-1604-920813339.jpg\" class=\"nw-article-image\" title=\"Helga und Hartmut Miele sind emp\u00f6rt, dass ein 40 Meter hoher Funkmast in Bielefeld-Senne quasi \u00fcber Nacht mitten in die Landschaft gepflanzt worden ist.\" data-glightbox=\"type: image; description: Helga und Hartmut Miele sind emp\u00f6rt, dass ein 40 Meter hoher Funkmast in Bielefeld-Senne quasi \u00fcber Nacht mitten in die Landschaft gepflanzt worden ist.  | \u00a9 Susanne Lahr \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/260829-1604-920813339.jpg\" class=\"nw-img-fluid nw-w-full nw-lazy nw-rounded-t-md\" alt=\"Helga und Hartmut Miele sind emp\u00f6rt, dass ein 40 Meter hoher Funkmast in Bielefeld-Senne quasi \u00fcber Nacht mitten in die Landschaft gepflanzt worden ist. - \u00a9 Susanne Lahr\" data-format=\"16:9\"\/><br \/>\n        <\/a><\/p>\n<p>                Helga und Hartmut Miele sind emp\u00f6rt, dass ein 40 Meter hoher Funkmast in Bielefeld-Senne quasi \u00fcber Nacht mitten in die Landschaft gepflanzt worden ist.<br \/>\n                                    | \u00a9 Susanne Lahr<\/p>\n<p id=\"absatz8\" class=\"em_text\">Und die Stadt geht nach wie vor davon aus, dass der Nachbaracker der Deutschen Autobahn GmbH geh\u00f6rt, wie die NW auf Anfrage erfuhr. \u201eDabei haben wir die Fl\u00e4che bereits am 11. Juni 2013 von der damaligen Bundesstra\u00dfenverwaltung gekauft\u201c, betont Helmut Miele. Deshalb besteht er darauf, dass er ins Verfahren h\u00e4tte einbezogen werden m\u00fcssen. \u201eDer Mobilfunkmast steht doch fast auf unserem Land.\u201c<\/p>\n<p id=\"absatz9\" class=\"em_text\">Nicht wenige in der Senne h\u00e4tten sie deshalb schon angesprochen. \u201eOb wir es n\u00f6tig gehabt h\u00e4tten zu verkaufen\u201c, sagt Helga Miele, die der Vorwurf, sie seien f\u00fcr die Landschaftsverschandelung urs\u00e4chlich, sichtlich mitnimmt.<\/p>\n<p>Mast f\u00fcr stabiles Mobilfunknetz mit Vorrang<\/p>\n<p id=\"absatz10\" class=\"em_text\">Der Mobilfunkmast ist im Au\u00dfenbereich als privilegierte bauliche Anlage zur \u201e\u00f6ffentlichen Versorgung mit Telekommunikationsdienstleistungen\u201c genehmigt worden. Normalerweise w\u00e4re dessen Errichtung in einem Landschaftsschutzgebiet nicht zul\u00e4ssig. Allerdings l\u00e4sst das Bundesnaturschutzgesetz Befreiungen zu.<\/p>\n<p id=\"absatz11\" class=\"em_text\">In diesem Fall sei Paragraf 67, Abs.1, Nr. 2 herangezogen worden, so die Verwaltung. Demnach kommt eine Befreiung in Betracht, wenn die Einhaltung der naturschutzrechtlichen Vorschrift im konkreten Einzelfall zu einer unzumutbaren Belastung f\u00fchren w\u00fcrde. Zus\u00e4tzlich muss die Abweichung mit den Belangen von Naturschutz und Landschaftspflege vereinbar sein.<\/p>\n<p id=\"absatz12\"><b class=\"bold\">Netzverf\u00fcgbarkeit:<\/b> <a href=\"https:\/\/www.nw.de\/nachrichten\/wirtschaft\/wirtschaftsnachrichten\/24106273_Handynutzer-sollen-Funkloecher-aufspueren.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Handy-Nutzer sollen Funkl\u00f6cher aufsp\u00fcren<\/a><\/p>\n<p>Alternative Standorte kamen angeblich nicht in Frage<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.nw.de\/_em_daten\/_cache\/image\/1xRDhlVms3Mk03Y3o2VzVYUUVVNzVjVDNMdHNwdjZmWmhHWjlUVi94ZnBLT1ZEa2daaGpGYjBwajMwVEowQU9YYWJqQ0tqSm9vdldRRlB6bXlvcWlhcmJCZ0NTS2tBT2dlWFNJMU5Ec09rZTg9\/260829-1604-920813363.jpg\" class=\"nw-article-image\" title=\"Diese Fl\u00e4che direkt an der A33 in einem kleinen W\u00e4ldchen und nahe zum gew\u00e4hlten Standort h\u00e4tte nach Ansicht von Helmut Miele einen 40-Meter-Mast wenigsten zu zwei Dritteln kaschiert.\" data-glightbox=\"type: image; description: Diese Fl\u00e4che direkt an der A33 in einem kleinen W\u00e4ldchen und nahe zum gew\u00e4hlten Standort h\u00e4tte nach Ansicht von Helmut Miele einen 40-Meter-Mast wenigsten zu zwei Dritteln kaschiert.  | \u00a9 Susanne Lahr \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/260829-1604-920813363.jpg\" class=\"nw-img-fluid nw-w-full nw-lazy nw-rounded-t-md\" alt=\"Diese Fl\u00e4che direkt an der A33 in einem kleinen W\u00e4ldchen und nahe zum gew\u00e4hlten Standort h\u00e4tte nach Ansicht von Helmut Miele einen 40-Meter-Mast wenigsten zu zwei Dritteln kaschiert. - \u00a9 Susanne Lahr\" data-format=\"16:9\"\/><br \/>\n        <\/a><\/p>\n<p>                Diese Fl\u00e4che direkt an der A33 in einem kleinen W\u00e4ldchen und nahe zum gew\u00e4hlten Standort h\u00e4tte nach Ansicht von Helmut Miele einen 40-Meter-Mast wenigsten zu zwei Dritteln kaschiert.<br \/>\n                                    | \u00a9 Susanne Lahr<\/p>\n<p id=\"absatz14\" class=\"em_text\">Weil es dennoch ein Eingriff in die Landschaft bleibt, der nicht ausgeglichen werden kann und weil es \u201eauf Dauer zur Beeintr\u00e4chtigung des Landschaftsbildes kommt\u201c,wie im Genehmigungsschreiben steht, musste die DFMG ein Ersatzgeld von 3.600 Euro zahlen und muss noch Anpflanzungen vornehmen.<\/p>\n<p id=\"absatz15\" class=\"em_text\">Helmut Miele fragt sich hingegen, ob der Mast nicht auf der gegen\u00fcberliegenden Seite der Friedrichsdorfer Stra\u00dfe im Wald direkt an der A33 und einem weiteren Regenr\u00fcckhaltebecken h\u00e4tte gebaut werden k\u00f6nnen. \u201eDas w\u00e4re geschickter gewesen. Zwei Drittel des Mastes w\u00e4ren dann gar nicht aufgefallen.\u201c Das Bauamt erkl\u00e4rt auf Nachfrage dazu: \u201eIm Umkreis des jetzigen Standortes wurden Alternativstandorte gepr\u00fcft, die sich jedoch als ungeeignet erwiesen haben.\u201c<\/p>\n<p id=\"absatz16\" class=\"em_text\">Ehepaar Miele ist sich im Klaren, dass der Mobilfunkturm nicht mehr verschwindet. Aber sie w\u00fcrden sich vor dem Hintergrund, dass h\u00f6herfrequente 5-G-Netze in der Regel mehr und n\u00e4her beieinanderliegende Sendemasten ben\u00f6tigten, w\u00fcnschen, \u201edass man bei der Standortauswahl beziehungsweise -genehmigung sorgf\u00e4ltiger vorgeht, um solche Negativ-Wahrzeichen wie bei uns in der Senne zu vermeiden\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bielefeld-Senne. 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