{"id":1268668,"date":"2026-08-30T00:28:18","date_gmt":"2026-08-30T00:28:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1268668\/"},"modified":"2026-08-30T00:28:18","modified_gmt":"2026-08-30T00:28:18","slug":"tum-studie-kritisiert-eu-klimapolitik-bei-autos-als-fehlgeleitet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1268668\/","title":{"rendered":"TUM-Studie kritisiert EU-Klimapolitik bei Autos als fehlgeleitet"},"content":{"rendered":"<p>Die Technische Universit\u00e4t M\u00fcnchen wirft der Klimastrategie der Europ\u00e4ischen Union im Verkehrssektor eine substanzielle Fehlsteuerung vor. Grundlage ist eine TUM-Studie zur EU-Klimapolitik bei Autos, die am Dienstag in M\u00fcnchen vorgestellt werden soll und \u00fcber die die \u201eBild-Zeitung&#8220; berichtet.<\/p>\n<p>Kritik an angenommener Klimaneutralit\u00e4t von E-Autos<\/p>\n<p>Die beteiligten Wissenschaftler kritisieren, dass Elektroautos nach der EU-Klimaverordnung als CO2-frei und damit klimaneutral eingestuft werden. Eine systematische Auswertung von 19 Studien und 47 Szenarien zeigt laut TUM, dass batterieelektrische Fahrzeuge im Vergleich zu Verbrennern zwar die CO2-Belastung senken, im Durchschnitt aber nur um 41 Prozent. Damit liege die tats\u00e4chliche Emissionsminderung deutlich unter der Klimaneutralit\u00e4t, die der Elektromobilit\u00e4t in der geltenden Regulierung zugeschrieben werde.<\/p>\n<p>Lebenszyklus-Betrachtung statt Auspuffmessung<\/p>\n<p>Die TUM-Professoren verwerfen den bisherigen Ansatz der EU-Regulatorik, CO2-Emissionen ausschlie\u00dflich am Auspuff zu messen, als wissenschaftlich nicht haltbar. Nach ihrer Darstellung blendet diese Methode Emissionen aus, die bei der Rohstoffgewinnung, der Fahrzeug- und Batterieproduktion, im Betrieb und beim Recycling von Elektroautos entstehen. Besonders ins Gewicht fallen demnach CO2-Mengen, die in Stahl und Aluminium gebunden sind, sowie der Anteil von gr\u00fcnem oder fossilem Strom, der in Herstellung und Nutzung eines E-Autos eingesetzt wird.<\/p>\n<p>Verpasste Dekarbonisierungspotenziale<\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung der TUM werden durch die bisherige EU-Regulatorik wesentliche potenzielle Beitr\u00e4ge zur Dekarbonisierung \u00fcber den kompletten Lebenszyklus eines Fahrzeugs nicht erfasst. Dies habe gravierende industriepolitische Konsequenzen, weil regulative Anreize sich derzeit nahezu vollst\u00e4ndig auf die Abgasemissionen im Betrieb konzentrieren. Andere Ma\u00dfnahmen, etwa eine emissions\u00e4rmere Produktion oder alternative Antriebskonzepte, w\u00fcrden dadurch unzureichend ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Warnung vor verfehlten Klimazielen<\/p>\n<p>Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die EU ihre eigenen Klimaziele im Verkehrssektor deutlich verfehlen wird, wenn sie weiterhin ausschlie\u00dflich auf die Reduktion von CO2 im Abgas setzt. Die Forscher verweisen darauf, dass die Gesamtflotte auch in vier Jahren voraussichtlich noch zu 78 Prozent aus Verbrennerfahrzeugen bestehen wird. Die daraus resultierenden Emissionen w\u00fcrden den bisherigen Fortschritt durch Elektrofahrzeuge deutlich relativieren.<\/p>\n<p>Anstehendes Automobil-Paket als politischer Wendepunkt<\/p>\n<p>Im November steht ein umfassendes \u201eAutomobil-Paket&#8220; im Europaparlament und im Rat der EU zur Abstimmung, mit dem zentrale Weichen f\u00fcr die k\u00fcnftige Fahrzeugregulierung gestellt werden sollen. Vor diesem Hintergrund schl\u00e4gt TUM-Pr\u00e4sident Thomas Hofmann nach Angaben der Studie Alarm. Die Ergebnisse der Untersuchung m\u00fcssten vor den Beratungen in Br\u00fcssel in die politische Debatte einflie\u00dfen, um neue \u00f6konomische und \u00f6kologische Fehlsteuerungen zu verhindern.<\/p>\n<p>Warnung vor Folgen f\u00fcr Europas Industrie<\/p>\n<p>Die TUM-Studie sieht bei einem unver\u00e4nderten Kurs der EU-Politik Fehlentscheidungen erheblichen Ausma\u00dfes. Es gehe um den industriellen Kern Deutschlands und Europas, hei\u00dft es in der Untersuchung. Eine Regulierung, die sich allein am Auspuff orientiere und lebenszyklusbedingte Emissionen ausblende, gef\u00e4hrde demnach sowohl die Wirksamkeit der Klimapolitik als auch die langfristige Wettbewerbsf\u00e4higkeit der europ\u00e4ischen Automobilbranche. Leserinnen und Leser werden am Ende aufgerufen, diesen Artikel an Freunde weiterzuleiten.<\/p>\n<p>Die Studie der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen stellt die derzeitige EU-Klimapolitik im Verkehrssektor grundlegend infrage. Kern der Kritik ist, dass die Regulierung bisher nur die Emissionen am Auspuff erfasst und Elektrofahrzeuge pauschal als CO2-frei bewertet, obwohl ihre tats\u00e4chliche Klimabilanz vom gesamten Lebenszyklus abh\u00e4ngt. Dazu geh\u00f6ren Rohstoffgewinnung, Produktion \u2013 insbesondere der Batterien \u2013, der Strommix im Betrieb sowie das Recycling.<\/p>\n<p>Hintergrund der Debatte um E-Mobilit\u00e4t<\/p>\n<p>Seit Jahren setzt die EU stark auf Elektromobilit\u00e4t, um die Emissionen im Stra\u00dfenverkehr zu senken. Die CO2-Regulierung f\u00fcr Neuwagen kn\u00fcpft fast ausschlie\u00dflich an den Aussto\u00df im Fahrbetrieb an. Fahrzeuge mit Elektroantrieb werden daher in der Statistik mit null Gramm CO2 pro Kilometer bewertet, w\u00e4hrend Verbrenner zunehmend strengeren Grenzwerten und Ausstiegsdaten unterliegen. Die TUM-Studie kritisiert nun, dass dadurch zentrale Hebel zur Dekarbonisierung \u00fcbersehen werden, etwa leichtere Bauweisen, alternative Kraftstoffe oder eine st\u00e4rker am Lebenszyklus orientierte Fahrzeugproduktion.<\/p>\n<p>Industriepolitische Dimension<\/p>\n<p>F\u00fcr die europ\u00e4ische und insbesondere die deutsche Automobilindustrie hat der Befund eine erhebliche Brisanz. Wenn die Regulierung falsche Anreize setzt, k\u00f6nnten Investitionen einseitig in bestimmte Technologien gelenkt werden, w\u00e4hrend andere klimawirksame Optionen vernachl\u00e4ssigt bleiben. Die Studie warnt vor \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Fehlsteuerungen, die sich \u00fcber Jahre fortschreiben und den industriellen Kern Europas betreffen. Gleichzeitig verdeutlicht der Hinweis auf den nach wie vor hohen Anteil von Verbrennern in der Gesamtflotte, dass \u00dcbergangsphasen realistisch gestaltet werden m\u00fcssen, um Klimaziele und Wettbewerbsf\u00e4higkeit in Einklang zu bringen.<\/p>\n<p>Ausblick auf die anstehenden Entscheidungen<\/p>\n<p>Mit Blick auf das im November anstehende \u201eAutomobil-Paket\u201c im Europaparlament und im Rat gewinnt die Studie an Aktualit\u00e4t. Sie zielt darauf, eine breitere Diskussion \u00fcber Lebenszyklus-Emissionen und Technologieoffenheit anzusto\u00dfen, bevor neue Vorgaben beschlossen werden. F\u00fcr Leser bedeutet dies: Die kommenden Monate k\u00f6nnten dar\u00fcber entscheiden, ob die europ\u00e4ische Klimapolitik im Verkehrssektor einen Kurswechsel hin zu umfassenderen Bilanzierungen vollzieht oder ihre bisherige Linie fortsetzt \u2013 mit entsprechenden Folgen f\u00fcr Fahrzeugpreise, Modellangebot und die langfristige Ausrichtung der Autoindustrie.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n\t\t    Disclaimer&#8230;&#13;\n\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Technische Universit\u00e4t M\u00fcnchen wirft der Klimastrategie der Europ\u00e4ischen Union im Verkehrssektor eine substanzielle Fehlsteuerung vor. 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