{"id":126892,"date":"2025-05-21T01:52:11","date_gmt":"2025-05-21T01:52:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/126892\/"},"modified":"2025-05-21T01:52:11","modified_gmt":"2025-05-21T01:52:11","slug":"statussymbol-der-neue-hang-der-deutschen-zur-luxuskueche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/126892\/","title":{"rendered":"Statussymbol: Der neue Hang der Deutschen zur Luxusk\u00fcche"},"content":{"rendered":"<p>Nach zwei Jahren mit Umsatzr\u00fcckgang setzt die K\u00fcchenindustrie auf verhaltenen Optimismus. W\u00e4hrend g\u00fcnstige Modelle weniger gefragt sind, l\u00e4uft das Premium-Segment bestens \u2013 und der Trend zu hochwertigen Ger\u00e4ten h\u00e4lt an. Mit einem Auge blickt die Branche auch auf den Wohnungsbau.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Bernd Weisser versucht sich an der Quadratur des Kreises. Der Vorstandssprecher der Arbeitsgemeinschaft die Moderne K\u00fcche (AMK) will Zuversicht verbreiten f\u00fcr die zuletzt gebeutelte Branche, dabei aber nicht zu euphorisch wirken \u2013 was am Ende in der vagen Vorhersage m\u00fcndet: \u201eWir sind verhalten positiv optimistisch.\u201c <\/p>\n<p>Dass solche S\u00e4tze eher zum klassischen Fu\u00dfballersprech geh\u00f6ren als zum Management-Vokabular, ist Weisser bewusst. \u201eDer Begriff ist bl\u00f6d\u201c, gibt er \u2013 kaum dass er ausgesprochen ist \u2013 bei der Vorstellung der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/iconist\/trends\/article255879076\/Die-offene-Kueche-hat-ausgedient-warum-die-Wohnkueche-viel-besser-funktioniert.html?icid=search.product.onsitesearch\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/iconist\/trends\/article255879076\/Die-offene-Kueche-hat-ausgedient-warum-die-Wohnkueche-viel-besser-funktioniert.html?icid=search.product.onsitesearch&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jahreszahlen f\u00fcr die K\u00fcchenbranche<\/a> am Rande der M\u00f6belzuliefermesse Interzum in K\u00f6ln zu. Er wolle halt sagen, dass er zuversichtlich sei und die Lage positiv einsch\u00e4tze, es gleichzeitig aber noch immer Unw\u00e4gbarkeiten gebe. \u201eEin weiteres schlechtes Jahr wird 2025 aber wohl nicht.\u201c <\/p>\n<p>Und das ist wichtig f\u00fcr die lange erfolgsverw\u00f6hnte Branche nach nun schon zwei Jahren mit r\u00fcckl\u00e4ufigen Zahlen. Um deutliche 6,5 Prozent auf knapp 5,7 Milliarden Euro ist der Umsatz der deutschen K\u00fcchenindustrie 2024 eingebrochen, zeigen aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes. Die Inlandsnachfrage war dabei mit Verlusten von 8,2 Prozent sogar \u00fcberdurchschnittlich schlecht. Als Gr\u00fcnde f\u00fchrt die AMK-F\u00fchrung die anhaltende Konsumzur\u00fcckhaltung auf, dazu sinkende Baugenehmigungen und einen r\u00fcckl\u00e4ufigen Wohnungsneubau. <\/p>\n<p>Dass es nicht noch schlechter gelaufen ist, liegt an den oberen Zehntausend. \u201eDie unteren Einkommensklassen waren zur\u00fcckhaltend\u201c, beschreibt Markus Wagenh\u00e4user, der Experte f\u00fcr Elektrogro\u00dfger\u00e4te bei dem Marktforscher NIQ, dem Zusammenschluss von NielsenIQ und <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/gfk\/\" title=\"Aktuelle News, Hintergr\u00fcnde &amp; B\u00f6rsencharts zum Unternehmen GfK SE | DE0005875306 finden Sie auf unserer Themenseite.\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/gfk\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;Aktuelle News, Hintergr\u00fcnde &amp; B\u00f6rsencharts zum Unternehmen GfK SE | DE0005875306 finden Sie auf unserer Themenseite.&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;Aktuelle News, Hintergr\u00fcnde &amp; B\u00f6rsencharts zum Unternehmen GfK SE | DE0005875306 finden Sie auf unserer Themenseite.&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">GfK<\/a>. \u201eWer \u00fcber die aktuelle Lage hin-wegsehen konnte, hat dagegen trotzdem gekauft.\u201c Und zwar vorwiegend Premium. Das zeigt die Absatzstatistik von NIQ. Denn zulegen konnten 2024 allein die Verk\u00e4ufe von K\u00fcchen im Wert von mindestens 20.000 Euro. <\/p>\n<p>Um 8,5 Prozent ist der Absatz in dieser Kategorie gestiegen. Am anderen Ende der Skala gab es dagegen das gr\u00f6\u00dfte Minus. In der Preisklasse unter 5000 Euro wurden 7,1 Prozent weniger K\u00fcchen abgesetzt. Und auch dazwischen gab es nur Verluste: 0,5 Prozent im Bereich von 5000 bis 10.000 Euro und 2,8 Prozent im Preissegment zwischen 10.000 und 20.000 Euro. <\/p>\n<p>Unter dem Strich f\u00fchren diese <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/article255486136\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/article255486136&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Marktbewegungen<\/a> zu einem neuen Rekord beim Durchschnittspreis. NIQ taxiert ihn f\u00fcr 2024 bei 11.567 Euro. Der jeweilige Kommissionswert einer K\u00fcche umfasst dabei sowohl die Schr\u00e4nke als auch die Elektroger\u00e4te, die Arbeitsplatte und die Montagekosten. Dass es in allen Bereichen Preiserh\u00f6hungen gegeben hat, ficht AMK-Chef Weisser nicht an. <\/p>\n<p>F\u00fcr den j\u00fcngsten Anstieg des Durchschnittspreises spiele das aber nur eine untergeordnete Rolle, sagt der Unternehmer, der im Hauptberuf Vertriebs-, Marketing- und Strategiechef von Nobilia aus Ostwestfalen ist, dem gr\u00f6\u00dften K\u00fcchenm\u00f6belhersteller in Europa. \u201eWir sehen zurzeit eine grunds\u00e4tzliche Wertverschiebung.\u201c Und dieser Trend werde nicht nur von den klassischen Premium-Anbietern im Markt bedient. \u201eAlle Hersteller betreiben zurzeit ein Trading Up.\u201c Auch, weil sich die K\u00fcche zum Statussymbol entwickelt habe.<\/p>\n<p>Gleichzeitig werden auch die Elektroger\u00e4te wertiger. Marktforscher Wagenh\u00e4user sieht zum Beispiel die Tendenz zu smarten Ger\u00e4ten, im Bereich der K\u00fchlschr\u00e4nke zu gro\u00dfvolumigen und freistehenden Anlagen, in der Kochnische zu modernen Muldenl\u00fcftern statt klassischen Dunstabzugshauben, aber ganz grunds\u00e4tzlich auch zu h\u00f6heren Energieeffizienzklassen. \u201eDie Konsumenten investieren gezielter in langlebige, effiziente und vernetzte Ger\u00e4te\u201c, sagt Wagenh\u00e4user und spricht von einem \u201eklaren Trend zu Qualit\u00e4t und Funktionalit\u00e4t\u201c. <\/p>\n<p>Aber auch farblich tut sich etwas. Bei Einbauback\u00f6fen etwa dominiert mittlerweile die Farbe schwarz. 2024 lag der entsprechende Umsatzanteil bei fast 50 Prozent, meldet NIQ. Zwei Jahre zuvor waren es erst 26,4 Prozent. Verloren hat im Gegenzug Silber als Ger\u00e4tefarbe: von 62 Prozent im Jahr 2022 auf zuletzt noch gut 43 Prozent.<\/p>\n<p>Der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/plus255434050\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/plus255434050&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hochwerttrend <\/a>hilft den Herstellern von Elektroger\u00e4ten, deren Marktumfeld sich 2024 immerhin leicht gebessert hat gegen\u00fcber dem Vorjahr \u2013 jedenfalls abseits des K\u00fcchenhandels. So meldet NIQ f\u00fcr Geschirrsp\u00fcler, Kochfelder, Back\u00f6fen, Dunstabzugshauben und Co. Absatzsteigerungen bei Einzelverk\u00e4ufen, etwa als Ersatz f\u00fcr kaputte und fehlerhafte Ger\u00e4te. <\/p>\n<p>Allein K\u00fchl-Gefrierkombinationen lagen im Minus. In Kombination mit einem K\u00fcchenkauf sind die Zahlen dagegen zur\u00fcckgegangen, zeigt die Statistik. \u201eViele Haushalte kaufen nahezu nur das, was sie m\u00fcssen\u201c, erkl\u00e4rt Marktforscher Wagenh\u00e4user den Positiv-Ausschlag bei den Ersatzinvestitionen. Und da tue man sich bei einem einzelnen Ger\u00e4t leichter als mit einer ganzen K\u00fcche. <\/p>\n<p>Wobei der Bedarf bei den M\u00f6beln eigentlich auch gro\u00df ist. Zw\u00f6lf bis 15 Jahre wird eine K\u00fcche \u00fcblicherweise genutzt in Deutschland. Aktuell aber dehnen viele Haushalte diesen Durchschnittswert merklich aus. \u201e50 bis 60 Prozent des K\u00fcchenmarktes sind <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/article255920694\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/article255920694&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">reif f\u00fcr eine Erneuerung<\/a>\u201c, sagt AMK-Vorstand Weisser. \u201eIm Thema Modernisierung steckt also riesiges Potenzial f\u00fcr die Branche.\u201c <\/p>\n<p>Seine bereits ge\u00e4u\u00dferte Hoffnung auf Besserung bezieht sich aber nicht nur darauf. Auch beim Neubau glaubt er an eine Trendwende. \u201eDie politische Kurskorrektur, sinkende Baupreise und angek\u00fcndigte Investitionsma\u00dfnahmen der neuen Bundesregierung lassen auf eine Erholung hoffen\u201c, sagt der Nobilia-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Und jeder Neueinzug l\u00f6se immerhin weitere zwei bis drei Umz\u00fcge und damit potenzielle K\u00fcchenk\u00e4ufe aus. <\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/carsten-dierig\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/autor\/carsten-dierig\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><b>Carsten Dierig<\/b><\/a><b> ist Wirtschaftsredakteur in D\u00fcsseldorf. Er berichtet \u00fcber Handel und Konsumg\u00fcter, Maschinenbau und die Stahlindustrie sowie Mittelstandsunternehmen. <\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach zwei Jahren mit Umsatzr\u00fcckgang setzt die K\u00fcchenindustrie auf verhaltenen Optimismus. 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