{"id":1269534,"date":"2026-08-30T11:05:22","date_gmt":"2026-08-30T11:05:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1269534\/"},"modified":"2026-08-30T11:05:22","modified_gmt":"2026-08-30T11:05:22","slug":"nein-zu-beitrittsverhandlungen-die-islaender-fuerchten-eu-buerokratie-mehr-als-trumps-aussenpolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1269534\/","title":{"rendered":"Nein zu Beitrittsverhandlungen: Die Isl\u00e4nder f\u00fcrchten EU-B\u00fcrokratie mehr als Trumps Au\u00dfenpolitik"},"content":{"rendered":"<p>Nein zu BeitrittsverhandlungenDie Isl\u00e4nder f\u00fcrchten EU-B\u00fcrokratie mehr als Trumps Au\u00dfenpolitik30.08.2026, 12:29 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Lea-Verstl-article23006163.html\" class=\"article-detail-head_author___bDMZ\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_1_1__Ei3jf\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1788087920_353_image.webp\" alt=\"image\"\/>Ein Kommentar von Lea Verstl<\/a><\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(06:07 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/AP24169641172627.webp\" alt=\"AP24169641172627\"\/>Die EU will wettbewerbsf\u00e4higer werden &#8211; die Mehrheit der Isl\u00e4nder hat sie davon nicht \u00fcberzeugt. (Foto: AP)<\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Der US-Pr\u00e4sident verwechselt Island mit Gr\u00f6nland, wenn er Annexionsfantasien hegt. Deshalb sucht die Regierung in Reykjav\u00edk neue Partnerschaften &#8211; und l\u00e4sst die Isl\u00e4nder \u00fcber EU-Beitrittsgespr\u00e4che abstimmen. Die misstrauen der b\u00fcrokratischen EU aber mehr als dem erratischen Trump.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Mit einer Mehrheit von rund 53 Prozent haben die Isl\u00e4nderinnen und Isl\u00e4nder dagegen gestimmt, die Beitrittsverhandlungen mit der Europ\u00e4ischen Union wieder aufzunehmen. Das ist eine knappe Niederlage f\u00fcr Br\u00fcssel, aber eine herbe. Selten stand die Ausgangslage der Bef\u00fcrworter einer EU-Mitgliedschaft so gut: Neben Russland und China \u00fcbt sich inzwischen auch der US-Pr\u00e4sident in Drohgeb\u00e4rden gegen den arktischen Raum. Wenn er seine Annexionsfantasien hegt, verwechselt Donald Trump Island schon mal mit Gr\u00f6nland.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die EU wollte angesichts von Trumps erratischem Gr\u00f6\u00dfenwahn die Hand ausstrecken \u2013 und sich der isl\u00e4ndischen Bev\u00f6lkerung als zuverl\u00e4ssige Partnerin auf Augenh\u00f6he zeigen. Doch die Bewohner und Bewohnerinnen der Vulkaninsel machten mit ihrem Votum deutlich: Die imperialistischen Bestrebungen in Washington schocken sie weniger als die bef\u00fcrchteten Nachteile eines EU-Beitritts \u2013 insbesondere mit Blick auf die damit einhergehende B\u00fcrokratie.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Ausschlaggebend f\u00fcr die Wahl waren wirtschaftliche und regulatorische Gr\u00fcnde, allen voran die Frage nach der Organisation von Landwirtschaft und Fischerei. Island ist zwar Mitglied im Europ\u00e4ischen Wirtschaftsraum (EWR) und damit bereits teilweise in den Binnenmarkt der EU integriert. Bislang organisieren sich die Fischer und Bauern allerdings allein mithilfe des isl\u00e4ndischen Staats, ohne jede Einmischung aus Br\u00fcssel. Das h\u00e4tte sich \u2013 trotz des ein oder anderen Kompromisses \u2013 durch den Beitritt ge\u00e4ndert. Island h\u00e4tte zumindest Teile der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) und der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU \u00fcbernehmen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Island f\u00fchrte Makrelenkrieg gegen die EU<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Gegen diese drohenden Ver\u00e4nderungen lief die m\u00e4chtige Fischereilobby Sturm \u2013 und d\u00fcrfte mit ihren Kampagnen f\u00fcr die hauchzarte Mehrheit gegen Verhandlungen mit Br\u00fcssel gesorgt haben. Mag es aus deutscher Perspektive kleinlich wirken: F\u00fcr die Isl\u00e4nderinnen und Isl\u00e4nder ist die Fischerei weit mehr als eine Fu\u00dfnote. Sie haben Kriege gef\u00fchrt, die den Namen von Fischarten trugen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">W\u00e4hrend der Kabeljaukriege der Jahre 1958 bis 1976 etwa setzte Island gegen\u00fcber Gro\u00dfbritannien die Ausweitung ihrer Fischereizone durch &#8211; auch unter der Androhung, die Nato zu verlassen. Den Makrelenkrieg f\u00fchrte Island gemeinsam mit den F\u00e4r\u00f6er-Inseln 2010 ausgerechnet gegen die EU und Norwegen. Solche Konflikte haben sich in das kollektive Ged\u00e4chtnis in Island eingebrannt.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Um die isl\u00e4ndische Bev\u00f6lkerung zu \u00fcberzeugen, h\u00e4tten EU-Vertreter ihnen vor dem Referendum konkrete Angebote zu den Fischrechten machen oder zumindest den Dialog \u00fcber die Probleme suchen k\u00f6nnen. Stattdessen wurde lediglich ein vages Entgegenkommen signalisiert. So wurde der Eindruck in Island best\u00e4rkt, im fernen Br\u00fcssel fehle das Gesp\u00fcr f\u00fcr ihre Sorgen &#8211; am Ende m\u00fcssten sie sich einfach den Regeln beugen. <\/p>\n<p>Als geopolitischer Player versagt Br\u00fcssel<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Zugegeben: Ein allzu offensives Werben der EU um Bef\u00fcrworter auf Island h\u00e4tte den entgegengesetzten Effekt erzielen und die Gegner st\u00e4rker mobilisieren k\u00f6nnen. Reykjav\u00edk bat EU-Vertreter deshalb, sich aus der Debatte vor dem Referendum m\u00f6glichst herauszuhalten. Und die geopolitische Unsicherheit verlieh der Abstimmung zwar neue Dringlichkeit. Doch f\u00fcr viele W\u00e4hler blieben m\u00f6gliche Folgen f\u00fcr die Fischerei, Arbeitspl\u00e4tze und Lebenshaltungskosten greifbarer als die noch abstrakte Frage europ\u00e4ischer Sicherheit.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Aber: So greifbar war die Gefahr, zwischen Gro\u00dfm\u00e4chten zerrieben zu werden, f\u00fcr die Isl\u00e4nderinnen und Isl\u00e4nder selten. Sie stehen als Nato-Mitglied ohne eigene Armee da; f\u00fcr Sicherheit soll ausgerechnet ein zus\u00e4tzliches bilaterales Abkommen mit Washington sorgen. Mit der EU unterzeichnete die Regierung in Reykjav\u00edk lediglich eine Verteidigungspartnerschaft. Der gr\u00f6\u00dfte Schutzgarant bleiben die USA, trotz Trumps verbaler Entgleisungen. Die Ablehnung der Isl\u00e4nderinnen und Isl\u00e4nder offenbart eine unangenehme Wahrheit: Br\u00fcssel ist vorerst am Versuch gescheitert, sich neben Washington als ernst zu nehmender geopolitischer Player zu installieren. Stattdessen obsiegt das Misstrauen in dem Kernbereich, f\u00fcr den die EU eigentlich steht: wirtschaftliche Entwicklung.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das ist umso peinlicher, als Ursula von der Leyen ihre zweite Amtszeit als Kommissionspr\u00e4sidentin mit dem Versprechen angetreten hat, die EU wettbewerbsf\u00e4higer zu machen. Entb\u00fcrokratisierung war ein Stichwort, das sie dabei immer wieder nannte. Die Mehrheit der isl\u00e4ndischen Bev\u00f6lkerung hat sie jedoch nicht \u00fcberzeugt. Die EU sollte aus dem Ausgang des Votums lernen \u2013 und darin einen Ansporn sehen, die europ\u00e4ische Integration k\u00fcnftig nicht nur effizienter zu gestalten, sondern den Menschen auch pragmatischer zu vermitteln.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nein zu BeitrittsverhandlungenDie Isl\u00e4nder f\u00fcrchten EU-B\u00fcrokratie mehr als Trumps Au\u00dfenpolitik30.08.2026, 12:29 Uhr Ein Kommentar von Lea Verstl Artikel&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1269535,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3933],"tags":[331,332,227,106,548,663,158,3934,3935,13,12937,14,15,307,12,1493,64],"class_list":["post-1269534","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-china","tag-donald-trump","tag-eu","tag-europa","tag-europaeische-union","tag-europe","tag-european-union","tag-headlines","tag-island","tag-nachrichten","tag-news","tag-russland","tag-schlagzeilen","tag-ursula-von-der-leyen","tag-usa"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117184140283671223","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1269534","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1269534"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1269534\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1269535"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1269534"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1269534"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1269534"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}