{"id":1270216,"date":"2026-08-30T18:13:44","date_gmt":"2026-08-30T18:13:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1270216\/"},"modified":"2026-08-30T18:13:44","modified_gmt":"2026-08-30T18:13:44","slug":"damit-es-gruent-sorgen-ueber-die-folgen-des-klimawandels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1270216\/","title":{"rendered":"Damit es gr\u00fcnt: Sorgen \u00fcber die Folgen des Klimawandels"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Rauch des Brandes konnte man sogar von der Autobahn bei Aachen aus sehen, berichtet Friedrich Thull, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der J\u00fcdischen Gemeinde Aachen. Das Feuer ist mittlerweile gel\u00f6scht, und auch der Wald- und Moorbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn s\u00fcdlich von Aachen konnte einged\u00e4mmt werden. Nordrhein-Westfalen sei von der anhaltenden Trockenheit trotz einiger Schauer stark betroffen, sagt der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Auch der Rasen im Synagogengarten sei durch die Hitze verbrannt. Dort habe das Day Camp des Jugendzentrums stattgefunden. \u00bbIch wei\u00df nicht, ob sich der Rasen noch einmal erholt.\u00ab<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Judith Neuwald-Tasbach lebt in NRW. Wenn sie durch ihre Stadt geht, ist sie deprimiert. \u00bbDer Sommer zeigt uns, wie schlimm unsere Zukunft aussehen k\u00f6nnte. Die Rasenfl\u00e4chen sind gelb, manche B\u00e4ume werfen bereits ihre Bl\u00e4tter ab.\u00ab Der Grund daf\u00fcr war der ausbleibende Regen. Wochenlang hat es in Gelsenkirchen kaum geregnet, die Trockenheit ist immer noch deutlich sp\u00fcrbar. \u00bbIn der Stadt wurde viel begr\u00fcnt, doch inzwischen sind viele Gr\u00fcnfl\u00e4chen gelb und vertrocknet.\u00ab<\/p>\n<p>Sparsam mit Wasser umgehen<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im kleinen Vorgarten der Alten Synagoge schw\u00e4cheln die Str\u00e4ucher und das Kirschb\u00e4umchen. Ebenso leiden die Pflanzen in ihrem eigenen Garten. Rund um eine kleine Wiese hat Neuwald-Tasbach Str\u00e4ucher und Blumen gepflanzt. Die Hortensien sind inzwischen verbl\u00fcht, doch die Teerose tr\u00e4gt noch immer pr\u00e4chtige Bl\u00fcten. \u00bbIch gie\u00dfe nur die Pflanzen in den T\u00f6pfen und versuche, sparsam mit dem Wasser umzugehen.\u00ab<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Morgens und abends f\u00fcllt sie drei Vogeltr\u00e4nken mit Wasser und beobachtet, wie durstig die Tiere sind. Auch die Situation an den Fl\u00fcssen bereitet ihr Sorgen. Rhein und Elbe f\u00fchren derzeit deutlich weniger Wasser. \u00bbUnsere Versorgung ger\u00e4t unter Druck, weil Containerschiffe wegen des Niedrigwassers nicht mehr voll beladen fahren k\u00f6nnen.\u00ab Auch der Lebensraum etlicher Tiere schwindet dadurch. \u00bbViele Fische leiden unter den hohen Wassertemperaturen und dem Sauerstoffmangel.\u00ab<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiter sagt sie: \u00bbGem\u00e4\u00df Tikkun Olam ist jeder verpflichtet, aktiv zur Verbesserung der Welt beizutragen und sich zu k\u00fcmmern, dass es allen gut geht.\u00ab Also hat sie Konsequenzen gezogen: Sie legt m\u00f6glichst viele Wege zu Fu\u00df zur\u00fcck und verzichtet auf das Auto. Von der Politik w\u00fcnscht sich Neuwald-Tasbach mehr Solaranlagen auf den D\u00e4chern und weniger versiegelte Fl\u00e4chen in den St\u00e4dten. Es sollten B\u00e4ume gepflanzt, Gr\u00fcnfl\u00e4chen erhalten und mehr Wasserspender bereitgestellt werden.<\/p>\n<p>Ein E-Auto anschaffen<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbDie ganze Situation war f\u00fcr mich der Ausl\u00f6ser, mir ein E-Auto anzuschaffen\u00ab, sagt Jehuda W\u00e4ltermann. Man h\u00f6rt ihm an, dass er sich \u00e4rgert. Vor allem \u00fcber die Politik, die keine Ideen habe, wie mit der Trockenheit umgegangen werden kann. An den Bl\u00e4ttern der B\u00e4ume k\u00f6nne man erkennen, dass es ihnen nicht gut geht. \u00bbSie sind nicht mehr so kr\u00e4ftig gr\u00fcn.\u00ab W\u00e4ltermann lebt in Oldenburg. Warum man sich Israel mit seiner Tr\u00f6pfchenbew\u00e4sserung nicht zum Vorbild nehme? Israel sei eines der wenigen L\u00e4nder, in denen die Waldfl\u00e4che in den vergangenen Jahren zugenommen hat. \u00dcber die Idee einiger Forscher, technische K\u00fchlsysteme zu bauen, kann er nur den Kopf sch\u00fctteln. \u00bbDie Natur zeigt uns doch M\u00f6glichkeiten.\u00ab Man m\u00fcsse sie aber auch zulassen.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbAlle Bef\u00fcrchtungen der Klimaforscher sind eingetreten.\u00ab <\/p>\n<p>Christopher Willing<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihm sei aufgefallen, dass die Obstb\u00e4ume in seinem Garten weniger kr\u00e4ftig gedeihen und der Rasen gelb geworden ist. \u00bbMeine Frau und ich sind Waldfreaks. Wir gehen oft hier bei uns um die Ecke spazieren.\u00ab Doch der Zustand des Waldes sorgt nicht gerade f\u00fcr Entspannung. Auch der Gedanke daran, dass gro\u00dfe Br\u00e4nde in Kanada und Europa w\u00fcten, belastet ihn. Er w\u00fcrde sich w\u00fcnschen, dass die Politik noch st\u00e4rker auf erneuerbare Energien setzt. \u00bbIch sehe oft Windkraftanlagen, die stillstehen, etwa weil das Stromnetz \u00fcberlastet ist oder der erzeugte Strom nicht ausreichend gespeichert werden kann. Andererseits sollen Gaskraftwerke gebaut werden, und es wird weiter auf fossile Energien gesetzt. Das kann doch nicht sein.\u00ab<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig werde \u00fcber stark versiegelte St\u00e4dte berichtet, die sich im Sommer extrem aufheizen. \u00bbSeit Jahren gibt es diese Bilder und Berichte. Da m\u00f6chte ich wissen, warum man nichts dagegen unternommen hat.\u00ab Das macht ihn w\u00fctend und traurig zugleich. Und W\u00e4ltermann fragt sich, was man den Kindern eigentlich hinterlasse. \u00bbAuf jeden Fall eine schlechtere Natur und schlechtere Perspektiven.\u00ab<\/p>\n<p>Trinkwassergewinnung als eine der gro\u00dfen Herausforderungen der Zukunft<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbNat\u00fcrlich bin ich sehr besorgt\u00ab, sagt auch Christopher Willing aus Nordhessen. \u00bbAlle Bef\u00fcrchtungen der Klimaforscher sind eingetreten.\u00ab Willing studierte bereits vor Jahrzehnten Bauingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Abwasser- und Trinkwasseraufbereitung. Schon in den 80er-Jahren habe sein Professor davor gewarnt, dass die Trinkwassergewinnung zu einer der gro\u00dfen Herausforderungen der Zukunft werden w\u00fcrde. Weite Teile der Bev\u00f6lkerung seien auf Grund- und Flusswasser angewiesen, dar\u00fcber hinaus auch auf Stauseewasser. In den vergangenen Jahren habe sich jedoch kaum noch neues Grundwasser gebildet. \u00bbAlle Alarmglocken m\u00fcssten l\u00e4uten.\u00ab Aus seiner Sicht gibt es zahlreiche Fehler im Umgang mit der Ressource Wasser. Ein Problem sei etwa, dass Fl\u00fcsse das Wasser heute zu schnell ableiten w\u00fcrden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbDadurch kann das Grundwasser nicht ausreichend aufgef\u00fcllt werden.\u00ab Hinzu komme, dass die Niederschl\u00e4ge, die zur Grundwasserneubildung beitragen, schnell abgeleitet werden, statt diese versickern zu lassen. \u00bbDie Sch\u00fcttungen sind weniger geworden \u2013 es wird nicht genug Wasser den Grundwasserleitern zugef\u00fchrt.\u00ab Gleichzeitig werde zu viel Grundwasser entnommen, ohne die Reserven ausreichend zu sch\u00fctzen \u2013 ein Teufelskreislauf.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Willing spricht von einem \u00bbEntw\u00e4sserungskomfort\u00ab, den sich Deutschland \u00fcber Jahrzehnte geleistet habe. \u00bbWir tun zu wenig gegen den Klimawandel, entw\u00e4ssern weiterhin gro\u00dfe Fl\u00e4chen und weisen immer neue Baugebiete aus. Jeder muss seinen CO\u2082-Fu\u00dfabdruck reduzieren und sparsam mit Wasser umgehen. Nur so gibt es eine Chance.\u00ab Auf politische Entscheidungen allein zu warten, reiche nicht aus.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das sieht Joachim Kn\u00f6pfel aus Baden-Baden genauso. Er wundert sich, dass die Hitzewelle nicht zu einem Umdenken motiviert. \u00bbWir werden alle daf\u00fcr bezahlen m\u00fcssen.\u00ab Venjamin Makarov macht gerade seine Ausbildung zum Bankkaufmann in M\u00fcnster. \u00bbIch mache mir Sorgen um meine Zukunft\u00ab, sagt der 22-J\u00e4hrige. Er sei \u00fcberwiegend mit dem Rad unterwegs. \u00bbIch w\u00fcrde von mir behaupten, dass ich kaum umweltsch\u00e4dlich konsumiere \u2013 au\u00dfer bei Lebensmitteln.\u00ab Beim letzten Mitzvah Day hat er mit dem Dortmunder Jugendzentrum und seinen Azubi-Kollegen eine Aktion gestartet, um Kleidung zu recyceln. \u00bbDas ist unser Tikkun Olam.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Den Rauch des Brandes konnte man sogar von der Autobahn bei Aachen aus sehen, berichtet Friedrich Thull, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1270217,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1853],"tags":[1424,573,574,3364,29,548,663,3934,30,13,411,570,576,572,80,14,15,1209,16,575,12,571],"class_list":["post-1270216","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-aachen","tag-aachen","tag-berichte","tag-blogs","tag-de","tag-deutschland","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-germany","tag-headlines","tag-israel","tag-juedische-allgemeine","tag-juedisches-leben","tag-kommentare","tag-kultur","tag-nachrichten","tag-news","tag-nordrhein-westfalen","tag-politik","tag-religion","tag-schlagzeilen","tag-wochenzeitung"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117185819880922167","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1270216","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1270216"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1270216\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1270217"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1270216"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1270216"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1270216"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}