{"id":1271055,"date":"2026-08-31T03:49:36","date_gmt":"2026-08-31T03:49:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1271055\/"},"modified":"2026-08-31T03:49:36","modified_gmt":"2026-08-31T03:49:36","slug":"wir-kommen-hier-nicht-mehr-raus-pankower-wahlkampf-unter-der-glaskuppel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1271055\/","title":{"rendered":"\u201eWir kommen hier nicht mehr raus\u201c \u2013 Pankower Wahlkampf unter der Glaskuppel"},"content":{"rendered":"<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Wen trifft man an einem Vormittag im August im Schatten zwischen Caf\u00e9s und Spielpl\u00e4tzen im Prenzlauer Berg? Es sind Flaneure, junge Eltern, Menschen aus der Kreativbranche in der Mittagspause. Ein k\u00fchler Sommertag, die Markisen sind herausgefahren.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Die Menschen in Berlins bev\u00f6lkerungsreichstem Bezirk spazieren durch einen Stadtteil, wo die Probleme Berlins ganz fern wirken. Doch zwischen Kollwitzplatz und Helmholtzplatz kommen heute auch Herausforderungen zur Sprache, die den Bezirk drei Wochen vor der Wahl bewegen.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Es ist nicht nur der Bezirk mit den meisten Einwohnern Berlins, er hat auch das h\u00f6chste prognostizierte Wachstum bis 2040. Allein in den s\u00fcdlichen Stadtteilen Prenzlauer Berg, Pankow und Wei\u00dfensee wohnen \u00fcber zwei Drittel der Bev\u00f6lkerung des Bezirks. Insgesamt leben rund 427.000 Menschen hier, mehr als in Freiburg und Potsdam zusammen.\n            <\/p>\n<p>            \u201eDann kam das Kapital reingestr\u00f6mt\u201c<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Pankow w\u00e4chst immer weiter. Einer, der erz\u00e4hlen kann, wie sich der Bezirk entwickelt hat, ist Mathias K. Er nutzt seine Mittagspause f\u00fcr einen kleinen Spaziergang. \u201eEin ganz anderer Kiez\u201c sei es fr\u00fcher gewesen\u00a0\u2013 dann \u201ekam das Kapital reingestr\u00f6mt.\u201c\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Eigentlich habe er gar nicht so viel Zeit, schlie\u00dflich aber kommt er ins Erz\u00e4hlen. Rund 30 Jahre Berlin sprudeln da heraus, mehr als 20 davon im Prenzlauer Berg. Er erinnert sich an Einschussl\u00f6cher in den Fassaden, an Geigenbauer, die hier ihre L\u00e4den hatten. Kurz vor der Jahrtausendwende sei hier eine sch\u00f6ne Zeit gewesen, da sei der Ortsteil \u201eein wei\u00dfes Blatt\u201c gewesen. Die Entwicklung schmerzt den 61-J\u00e4hrigen sichtbar.\n            <\/p>\n<p>                  <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/3559da5c-faaa-4a6d-ace2-53905ab7e4df.jpg\"   alt=\"Pankow w\u00e4chst \u2013 die einen wollen bezahlbar mieten, die anderen eben kaufen.\" class=\"w-full h-full object-cover cursor-pointer\" loading=\"lazy\" data-original-url=\"\" data-caption=\"Pankow w\u00e4chst \u2013 die einen wollen bezahlbar mieten, die anderen eben kaufen.\" data-source=\"Kate Schultze f\u00fcr Berliner Zeitung\" data-link-href=\"\"\/><\/p>\n<p class=\"font-roboto text-sm leading-[22px] font-normal not-italic text-gray-800 text-left flex-[3]\">Pankow w\u00e4chst \u2013 die einen wollen bezahlbar mieten, die anderen eben kaufen.\n                  <\/p>\n<p class=\"text-left md:text-right font-roboto text-xs leading-[18px] font-normal not-italic text-gray-700 flex-1 mt-1 md:mt-0\">\n                    \u00a9 Kate Schultze f\u00fcr Berliner Zeitung<\/p>\n<p>            \u201eHier k\u00f6nnen kaum normale Leute wohnen\u201c<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Dabei h\u00f6rt man bei Mathias K. keinen Konservatismus heraus, im Gegenteil. Er w\u00fcnscht sich mehr Radwege und Gr\u00fcnfl\u00e4chen f\u00fcr seine Stadt, die Autos \u201eunfair viel Platz\u201c widme. Es scheint mehr ein Bedauern dar\u00fcber zu sein, wie stark das Gehalt der Zugezogenen den Bezirk pr\u00e4ge. \u201eKapitalismus ist der Motor\u201c, sagt er mehrmals.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Internationale junge Menschen, Akademikerpaare mit Kindern, Touristen\u00a0\u2013 das ist das Stra\u00dfenbild, das man vom Prenzlauer Berg mittlerweile gewohnt ist. Wer sich die Gegend nicht mehr leisten konnte, habe wegziehen m\u00fcssen, sagt K. Dadurch sei diese neue Mischung entstanden.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Die Statistik liefert den Beleg: Die Einwohner Pankows verdienen mit 4926 Euro berlinweit das zweith\u00f6chste Mediangehalt. Nur Friedrichshain-Kreuzberg verdient mehr. Zum Vergleich: Der Berliner Durchschnitt liegt bei 4424 Euro, der Median im Schlusslicht Marzahn-Hellersdorf betr\u00e4gt 3740 Euro. Jedoch: In dieser Statistik sind nur die sozialversicherungspflichtig Arbeitenden in Vollzeit erfasst.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              \u201eHier k\u00f6nnen kaum normale oder durchschnittliche Leute wohnen\u201c, fasst es Mathias K. zusammen. Daher fordert er \u201edrastische Ma\u00dfnahmen zur Deckelung von Mieten\u201c. Selbst eine linke B\u00fcrgermeisterin m\u00fcsse daf\u00fcr aber Kompromisse finden, sagt er.\n            <\/p>\n<p>            Prenzlauer Berg, Wei\u00dfensee\u00a0\u2013 es geht weder rein noch raus<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Eine andere Perspektive auf das gleiche Thema findet sich einige Stra\u00dfen weiter. Dort spielt Ignacio P. mit seiner Tochter auf dem Helmholtzplatz Tischtennis. Der 38-J\u00e4hrige wohnt seit neun Jahren mit seiner Familie ganz in der N\u00e4he, in Wei\u00dfensee. \u201eWir kommen hier nicht mehr raus\u201c, sagt er.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Die Mietpreise seien so stark gestiegen, dass sie gar keine andere Wohnung mehr finden k\u00f6nnten. Also bleiben sie hier. Er glaubt jedoch, dass diese Entwicklung in Sch\u00fcben komme. \u201eWir sind genau die Generation, die die ganzen Probleme hatte: keine Kitapl\u00e4tze, dann keine Schulpl\u00e4tze.\u201c In zehn Jahren, so glaubt er, werden die Kinderg\u00e4rten und Schulen wieder zu wenige Kinder haben. Es k\u00e4men ja keine neuen Familien mehr \u201erein\u201c.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Prenzlauer Berg, Wei\u00dfensee, Pankow\u00a0\u2013 wer es sich leisten konnte, ist im letzten Jahrzehnt \u201ereingekommen\u201c, oder man hat einen Mietvertrag aus den Neunzigern. Jetzt scheint die T\u00fcr in beide Richtungen verriegelt.\n            <\/p>\n<p>                  <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/29750560-7fb9-49b7-9ae8-6149882b4c3f.jpg\"   alt=\"Ignacio P. (38) mit seiner Tochter auf dem Helmholtzplatz im Prenzlauer Berg.\" class=\"w-full h-full object-cover cursor-pointer\" loading=\"lazy\" data-original-url=\"\" data-caption=\"Ignacio P. (38) mit seiner Tochter auf dem Helmholtzplatz im Prenzlauer Berg.\" data-source=\"Kate Schultze f\u00fcr Berliner Zeitung\" data-link-href=\"\"\/><\/p>\n<p class=\"font-roboto text-sm leading-[22px] font-normal not-italic text-gray-800 text-left flex-[3]\">Ignacio P. (38) mit seiner Tochter auf dem Helmholtzplatz im Prenzlauer Berg.\n                  <\/p>\n<p class=\"text-left md:text-right font-roboto text-xs leading-[18px] font-normal not-italic text-gray-700 flex-1 mt-1 md:mt-0\">\n                    \u00a9 Kate Schultze f\u00fcr Berliner Zeitung<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Dass es hier ein wenig \u201ewie unter einer Glaskuppel\u201c ist, findet auch Maija F. Die 25-j\u00e4hrige Erzieherin empfindet den Kiez wie \u201eeine eigene Sph\u00e4re\u201c. Sie verbringt eine kurze Pause am Hintereingang ihres Kindergartens. Von angenehmer Atmosph\u00e4re im Kiez berichtet sie, am Wochenende sei der Markt nahezu famili\u00e4r. Das bekomme sie auch von den Eltern auf der Arbeit mit.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Diese Stimmung mag aus den gesitteten Lebensverh\u00e4ltnissen kommen, die in Pankow vorherrschen: Im Gesundheits- und Sozialstruktur-Ranking des Berliner Sozialatlas liegt der Bezirk auf dem zweiten Platz. Nur Steglitz-Zehlendorf schneidet besser ab, wenn es um die Belastungen im Erwerbsleben, die Wohnlage, das Armutsrisiko oder die Gesundheit seiner B\u00fcrger geht.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Doch Maija F. kann auch eine andere Geschichte erz\u00e4hlen: wie viel die Erzieherinnen und Erzieher aufzufangen h\u00e4tten. Integration und F\u00f6rderbedarfe blieben an ihnen h\u00e4ngen, ohne dass sie in gro\u00dfem Ma\u00dfe geschult w\u00fcrden. Daf\u00fcr w\u00fcnsche sie sich mehr Aufmerksamkeit. Der soziale Bereich falle oft unter den Tisch, findet sie.\n            <\/p>\n<p>            Ein neues Verantwortungsgef\u00fchl f\u00fcr Jugendliche<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Wie stark Pankow zwischen Wohlstand und sozialen Problemen schwankt, zeigt sich nicht nur bei den Erwachsenen. Auch die j\u00fcngste Generation der Wahlberechtigten blickt mit gemischten Gef\u00fchlen auf ihren Kiez. Der Wohnungsmarkt ist nat\u00fcrlich auch bei denen Thema, die von zuhause ausziehen wollen. Doch Maya K. und Lena D. treiben noch andere Probleme um. Sie sitzen in der Kulturbrauerei und diskutieren schon \u00fcber Politik, bevor wir sie ansprechen.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Die 17-j\u00e4hrige Maya K. ist eine der rund 50.000 Berliner Jugendlichen, die durch die Wahlreform von 2023 erstmals bei der Abgeordnetenhauswahl stimmberechtigt sind. Ihre Freundin Lena D. ist schon vollj\u00e4hrig und w\u00e4re ohnehin im September Erstw\u00e4hlerin.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Als \u00fcberfordernd, aber auch als erhebend beschreiben sie das Verantwortungsgef\u00fchl, das sie jetzt empfinden. Druck und Stolz scheinen nah beieinander zu liegen, denn nicht zu w\u00e4hlen sei keine Option. Doch sie wissen: \u201eMan kann eben von einer Wahl nicht alles haben, was man sich jemals gew\u00fcnscht hat.\u201c\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Das, was sie dann \u00fcber ihre Lebensrealit\u00e4t erz\u00e4hlen, ist gepr\u00e4gt von zwei Themen: sogenannten \u201eThird Places\u201c, die fehlen, und der Sorge um Radikalisierung im Internet.\n            <\/p>\n<p>            \u201ePolitik wird nur f\u00fcr alte Leute gemacht\u201c<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Ein \u201eThird Place\u201c ist ein dritter Ort neben der Schule (oder Arbeitsstelle) und dem Zuhause. Ein Ort zum Austausch mit Gleichaltrigen, zum Aus\u00fcben von Hobbys\u00a0\u2013 im Idealfall kostenfrei, ohne Konsumdruck. Davon w\u00fcnschen sich die beiden Freundinnen mehr in Pankow, insbesondere f\u00fcr ihre Generation, zwischen Kindheit und Erwachsenenalter.<\/p>\n<p>Sie erz\u00e4hlen, wie sie es an sich selbst beobachten: Es g\u00e4be keine Orte, um Zeit gemeinsam zu verbringen, zu wenige Jugendeinrichtungen. Entsprechend einfach verfalle man der Versuchung, zuhause zu bleiben, am Handy.\n            <\/p>\n<p>                  <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/23767c7b-7bb3-4f7f-a9c9-affc7634cc80.jpg\"   alt=\"Maya K. (17) und Lena D. (18) sitzen auf dem Gel\u00e4nde der Kulturbrauerei. Nicht zu w\u00e4hlen ist f\u00fcr sie keine Option.\" class=\"w-full h-full object-cover cursor-pointer\" loading=\"lazy\" data-original-url=\"\" data-caption=\"Maya K. (17) und Lena D. (18) sitzen auf dem Gel\u00e4nde der Kulturbrauerei. Nicht zu w\u00e4hlen ist f\u00fcr sie keine Option.\" data-source=\"Kate Schultze f\u00fcr Berliner Zeitung\" data-link-href=\"\"\/><\/p>\n<p class=\"font-roboto text-sm leading-[22px] font-normal not-italic text-gray-800 text-left flex-[3]\">Maya K. (17) und Lena D. (18) sitzen auf dem Gel\u00e4nde der Kulturbrauerei. Nicht zu w\u00e4hlen ist f\u00fcr sie keine Option.\n                  <\/p>\n<p class=\"text-left md:text-right font-roboto text-xs leading-[18px] font-normal not-italic text-gray-700 flex-1 mt-1 md:mt-0\">\n                    \u00a9 Kate Schultze f\u00fcr Berliner Zeitung<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Von der Politik f\u00fchlen sie sich nicht gesehen: \u201eDie Repr\u00e4sentation f\u00fcr junge Leute fehlt\u201c, meint K. \u201eUnd die Lust schwindet, sich mit Politik zu besch\u00e4ftigen, wenn die eh nur f\u00fcr alte Leute gemacht wird.\u201c Auch mit der neuen W\u00e4hlergruppe sind die jungen Leute f\u00fcr Parteien gut vernachl\u00e4ssigbar. Selbst bei 50.000 neuen wahlberechtigten 16- und 17-J\u00e4hrigen in ganz Berlin leben allein in Pankow \u00fcber 68.000 Menschen, die \u00e4lter als 65 sind.\n            <\/p>\n<p>            Wie sich Kinder im Internet radikalisieren<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Dass das Internet die fehlenden Begegnungsorte f\u00fcr Jugendliche auff\u00e4ngt, sehen sie an einem weiteren Thema: \u201eSocial Media ist f\u00fcr viele der erste Kontaktpunkt mit Politik\u201c, sagt Maya K. Dies gelte umso mehr, wenn in der Familie oder Schule nicht wirklich dar\u00fcber gesprochen werde, erg\u00e4nzt Lena D.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              In den sozialen Medien warteten dann Echokammern, die genau das b\u00f6ten, was es in der Stadt f\u00fcr junge Leute kaum gebe: Gemeinschaftsgef\u00fchl und Zugeh\u00f6rigkeit. Au\u00dferdem werde dort eine politische Meinung serviert, ohne dass man sich gro\u00dfartig informieren m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Maya K. wird sichtlich betroffen, als sie von einem ehemaligen Freund erz\u00e4hlt, der in einer rechtsextremen Blase im Internet immer aktiver geworden sei. \u201eIch kenne ihn, seit ich sechs bin. Das ist schon gruselig\u201c, sagt sie. \u201eMan dachte, man h\u00e4tte eine \u00e4hnliche Weltsicht.\u201c Sie sei extrem erschrocken, als sie die rechten Videos gesehen habe, die er nun hochl\u00e4dt.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Es gehe um Selbstwirksamkeit, um Verbindung. Deshalb empfinden die beiden sowohl bei sich als auch bei Gleichaltrigen einen riesigen Wunsch danach, mehr in den Austausch zu treten. Sich zu unterhalten, ohne gleich politisch missioniert zu werden oder zu missionieren. Sie w\u00fcnschen sich untereinander mehr \u201eehrliches Interesse, ohne dass man zu 100 Prozent zustimmen muss\u201c, sagt Maya K. Sonst seien alle nur in ihren eigenen Blasen.\n            <\/p>\n<p>                  <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/fba02f8e-1ce2-484d-9778-086c90ab14e2.jpg\"   alt=\"Dorothea F. sitzt im Schlosspark Pankow am Wasser.\" class=\"w-full h-full object-cover cursor-pointer\" loading=\"lazy\" data-original-url=\"\" data-caption=\"Dorothea F. sitzt im Schlosspark Pankow am Wasser.\" data-source=\"Kate Schultze f\u00fcr Berliner Zeitung\" data-link-href=\"\"\/><\/p>\n<p class=\"font-roboto text-sm leading-[22px] font-normal not-italic text-gray-800 text-left flex-[3]\">Dorothea F. sitzt im Schlosspark Pankow am Wasser.\n                  <\/p>\n<p class=\"text-left md:text-right font-roboto text-xs leading-[18px] font-normal not-italic text-gray-700 flex-1 mt-1 md:mt-0\">\n                    \u00a9 Kate Schultze f\u00fcr Berliner Zeitung<\/p>\n<p>            \u201eDemokratie ist sch\u00f6n\u201c<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Das Abrutschen in politische Extreme besorgt auch \u00e4ltere Menschen, die wir etwas weiter im Norden in Niedersch\u00f6nhausen treffen. Dorothea F. (Name ge\u00e4ndert) m\u00f6chte wegen ihrer pers\u00f6nlichen Geschichte anonym bleiben: Sie sei in der DDR politisch verfolgt worden, ihre Eltern seien sogar in Haft gewesen.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Man merkt schnell, dass die Rehabilitierung bis heute das Lebensthema der 61-J\u00e4hrigen ist. In dieser Angelegenheit f\u00fchle sie sich auch von der Politik massiv vernachl\u00e4ssigt: \u201eDas wirkliche Leid der Opfer wird in der Gesellschaft nicht gesehen\u201c, sagt sie. Das spiegelt sich auch in ihrer politischen Einstellung wider: \u201eIch m\u00f6chte kein Links- oder Rechtsau\u00dfen. Demokratie ist sch\u00f6n\u00a0\u2013 ich m\u00f6chte das nicht nochmal erleben.\u201c\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              So schleichen sich, wenig verwunderlich, immer wieder bundespolitische und ganz grunds\u00e4tzliche Themen in den Berliner Wahlkampf. Den Kampf gegen die AfD nannte auch Ignacio P., der Vater an der Tischtennisplatte, noch vor den hohen Mieten als seine gr\u00f6\u00dfte Sorge.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Drei Wochen noch haben die Parteien Zeit, all die Einwohner in Pankow zu \u00fcberzeugen.\u00a0Der Bezirk ist reich und verwundbar zugleich, weltoffen und doch abgeschottet hinter seinen eigenen Mietpreisen. Die B\u00fcrger suchen L\u00f6sungen f\u00fcr die Lokalthemen, aber auch Hoffnung f\u00fcr ihre langfristigen Sorgen.<\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/images\/blz\/send-mail.svg\" alt=\"Send feedback\"\/><\/p>\n<p>Lesen Sie mehr zum Thema<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wen trifft man an einem Vormittag im August im Schatten zwischen Caf\u00e9s und Spielpl\u00e4tzen im Prenzlauer Berg? 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