{"id":1271607,"date":"2026-08-31T10:23:17","date_gmt":"2026-08-31T10:23:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1271607\/"},"modified":"2026-08-31T10:23:17","modified_gmt":"2026-08-31T10:23:17","slug":"klassik-nach-wie-vor-ist-das-gesamterlebnis-elbphilharmonie-entscheidend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1271607\/","title":{"rendered":"Klassik: \u201eNach wie vor ist das Gesamterlebnis Elbphilharmonie entscheidend\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Seit Er\u00f6ffnung der Elbphilharmonie vor knapp zehn Jahren schreibt Intendant Christoph Lieben-Seutter eine Erfolgsgeschichte. Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber die Jubil\u00e4umssaison, den Effekt des Wahrzeichens auf die Musikstadt und Anti-Werbung der Konkurrenz.<\/p>\n<p class=\"c-inline-alert__description\">Klicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Hamburgs j\u00fcngstes Wahrzeichen feiert im Januar seinen 10. Geburtstag. Vater des Konzerthaus-Erfolgs ist Intendant Christoph Lieben-Seutter, der vor 20 Jahren aus Wien kam und die zehn Jahre der Bauzeit nutzte, um die Klassik in der Stadt voranzubringen. Ein R\u00fcckblick auf die erste Dekade und ein Ausblick auf die Jubil\u00e4umssaison.<\/p>\n<p><b>Welt am Sonntag:<\/b> P\u00fcnktlich zur Jubil\u00e4umssaison in Hamburg macht die Stadt Monheim am Rhein hier eine Anti-Elbphilharmonie-Werbung. Zur Er\u00f6ffnung der Kulturraffinerie K714 hei\u00dft es: \u201eDer modernste Saal Europas steht an der Elbe am Rhein\u201c, wobei \u201ean der Elbe\u201c durchgestrichen ist. \u00c4rgert Sie das?<\/p>\n<p><b>Christoph Lieben-Seutter: <\/b>\u00dcberhaupt nicht. Der Saal in Monheim soll sehr sch\u00f6n sein. Auch Anti-Werbung ist Werbung. Es spricht doch f\u00fcr sich, dass die Elbphilharmonie weltweit eine Referenz f\u00fcr Konzerts\u00e4le ist.<\/p>\n<p><b>WamS:<\/b> Die Elbphilharmonie hat nicht nur am Rhein einen Ruf wie Donnerhall.<\/p>\n<p><b>Lieben-Seutter:<\/b> Die besten Orchester der Welt wollen immer wieder kommen und es ist f\u00fcr jeden relevanten Solisten auf der Welt ein Ziel, in der Elbphilharmonie aufzutreten. Ich finde sch\u00f6n, dass wir ein internationales Referenzprojekt sind, das man als Ensemble, als Orchester oder als Klassikstar im Lebenslauf haben muss.<\/p>\n<p><b>WamS: <\/b>Entsprechend hochkar\u00e4tig ist das Programm der Jubil\u00e4umssaison.<\/p>\n<p><b>Lieben-Seutter:<\/b> Da kommen zum Beispiel fast alle wichtigen Orchester aus den USA, darunter mit dem New York Philharmonic, dem Cleveland Orchestra, dem Boston Symphony Orchestra und dem Chicago Symphony Orchestra vier der sogenannten \u201eBig Five\u201c. Die zwei US-Spitzenorchester, die es nicht schaffen, holen den Besuch gleich zu Beginn der folgenden Saison nach. Dazu kommen weitere internationale Spitzenorchester und viele Klassikstars.<\/p>\n<p><b>WamS:<\/b> Der Erfolg ist nach zehn Jahren beachtlich. Dabei feiert die Elbphilharmonie eigentlich 20-j\u00e4hriges Jubil\u00e4um, vom Beschluss \u00fcber zehn Jahre Bauzeit und die Er\u00f6ffnung bis heute. Sie sind seit 20 Jahren Intendant. Haben Sie die Er\u00f6ffnungsfeier am 11. Januar 2017 nach der langen Bauzeit als erl\u00f6send empfunden?<\/p>\n<p><b>Lieben-Seutter:<\/b> 20 Jahre sind tats\u00e4chlich ein halbes Berufsleben. Die offizielle Er\u00f6ffnung war ein professionelles Event. Die emotionaleren Ereignisse waren f\u00fcr mich eher davor die allererste Probe im gro\u00dfen Saal und vor allem die Plaza-Er\u00f6ffnung. Da haben wir Anfang November mit Olaf Scholz die Plaza und die \u00f6ffentlichen Bereiche eingeweiht. Die Techno-Marching-Band Meute ist spielend die Tube hinaufgefahren. Dann wurden 200 internationale Architekturjournalisten von Herzog und de Meuron durch das Haus gef\u00fchrt. Das war der Moment, in dem die Welt gesagt hat: Wow, das hat sich wirklich ausgezahlt. Am Abend gab es dann noch ein improvisiertes Konzert im gro\u00dfen Saal, nur f\u00fcr Bauarbeiter und andere am Bau Beteiligte. Das war unglaublich emotional. Die Leute haben geweint, weil ihr \u201eBaby\u201c jetzt fertig war.<\/p>\n<p><b>WamS: <\/b>Der Besuch der Plaza ist ab Oktober nicht mehr kostenlos. Was halten Sie vom Eintrittsgeld?<\/p>\n<p><b>Lieben-Seutter:<\/b> Der Eintritt f\u00fcr die Plaza war von Anfang an von der B\u00fcrgerschaft vorgesehen. Wir haben daher immer damit gerechnet, dass er kommt. Wenn Sie mich als Intendant fragen: Super, wenn die Menschen gratis ins Haus kommen k\u00f6nnen, dann ist die Hemmschwelle am allergeringsten. Als Steuerzahler kann ich aber auch sehr gut nachvollziehen, dass nicht l\u00e4nger die Allgemeinheit die Kosten tr\u00e4gt, sondern die Besucher der Plaza.<\/p>\n<p><b>WamS: <\/b>Die Hamburger haben den Bau schon bezahlt. W\u00e4re ein Eintritt nur f\u00fcr Touristen nicht besser gewesen?<\/p>\n<p><b>Lieben-Seutter:<\/b> Ungef\u00e4hr 80 Prozent der Plaza-Besucher kommen von au\u00dferhalb, und deshalb finde ich die Diskussion \u00fcber f\u00fcnf Euro Eintritt nicht so zwingend. Der Eintritt auf den Michel-Turm kostet zehn Euro, vergleichbare Sehensw\u00fcrdigkeiten weltweit kosten deutlich mehr, ob man Anwohner ist oder nicht. Da muss man die Kirche im Dorf lassen.<\/p>\n<p><b>WamS:<\/b> Wie viele Besucher haben Sie aktuell?<\/p>\n<p><b>Lieben-Seutter:<\/b> Ungef\u00e4hr 900.000 Zuschauer im Jahr. Gemeinsam mit den Plaza-Besuchern hatten wir im ersten Jahr 4,5 Millionen G\u00e4ste, aktuell liegen wir bei 3,2 Millionen Besuchern pro Jahr.<\/p>\n<p><b>WamS:<\/b> Wann endete die Ausverkaufsgarantie, getragen auch durch die Neugier am Geb\u00e4ude? Sie haben damals gesagt, Sie k\u00f6nnten \u201eKammblasende Putzfrauen\u201c auf die B\u00fchne stellen und das Konzert w\u00e4re ausverkauft.<\/p>\n<p><b>Lieben-Seutter: <\/b>Der Ausdruck war politisch nicht korrekt. Ich h\u00e4tte von Reinigungspersonal sprechen sollen. Aber nach wie vor ist das Gesamterlebnis Elbphilharmonie entscheidend. Die reine Neugier hat ungef\u00e4hr bis zu Covid angehalten, also etwa drei Jahre. Danach hat sich der Betrieb etwas normalisiert, wobei die Auslastung mit 97,5 Prozent noch immer irre hoch ist. Wir freuen uns immer noch \u00fcber viele neue Besucher. Es gibt immer mal ein Konzert, bei dem an der falschen Stelle geklatscht wird, was traditionelle Klassik-Kenner echauffieren kann. Aber wir sind sehr froh dar\u00fcber, weil es zeigt, dass wir Hunderttausenden von Menschen klassische Musik n\u00e4hergebracht haben, die sie vorher nicht regelm\u00e4\u00dfig geh\u00f6rt haben.<\/p>\n<p><b>WamS:<\/b> Sie sind ein F\u00f6rderer der Neuen Musik, auch die hat in Hamburg gegen jede Erwartung seit zehn Jahren Hochkonjunktur.<\/p>\n<p><b>Lieben-Seutter:<\/b> Das Haus verspricht schon allein durch seine Architektur und seinen Standort etwas Besonderes. Viele Menschen kommen mit einer ganz anderen Erwartungshaltung in die Elbphilharmonie als zum Beispiel in die Laeiszhalle. Sie sind offener f\u00fcr ein au\u00dfergew\u00f6hnliches H\u00f6rerlebnis, einfach neugieriger. Nach dem Motto: Wenn das Geb\u00e4ude schon so einmalig ist, dann ist m\u00f6glicherweise auch das musikalische Erlebnis einmalig. Allein deshalb k\u00f6nnen wir so viel mehr ungew\u00f6hnliche und zeitgen\u00f6ssische Musik pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p><b>WamS:<\/b> Wie beurteilen Sie das Geb\u00e4ude nach zehn Jahren Praxis? Zu Beginn gab es eine Reihe von Nachbesserungen. Saalt\u00fcren fielen zu laut zu, es wurden Gel\u00e4nder im gro\u00dfen Saal angebracht \u2026<\/p>\n<p><b>Lieben-Seutter:<\/b> Es gab am Anfang tats\u00e4chlich einige gef\u00e4hrliche St\u00fcrze im Saal. Durch Nachbesserungen wie Gel\u00e4ndern und Noppen an den richtigen Stellen konnten sie schon im ersten Jahr drastisch reduziert werden. Im gro\u00dfen Saal geht die gute Sichtbarkeit von jedem Platz aus mit gewissen steilen Passagen einher.<\/p>\n<p><b>WamS:<\/b> Gibt es Dinge, die Sie anders machen w\u00fcrden, wenn Sie die Elbphilharmonie nochmal bauen k\u00f6nnten?<\/p>\n<p>Lieben-Seutter: Mehr Lifte w\u00e4ren sinnvoll, sowohl f\u00fcrs Publikum als auch f\u00fcr den Backstage-Bereich. Die reichen gerade so. Bei den Damentoiletten w\u00fcrde ich heute auf eine bessere Verteilung im Haus achten: Gerade dort, wo der Bedarf sehr hoch ist, zum Beispiel auf dem Garderobengeschoss, gibt es zu wenige. Daf\u00fcr gibt es oben bei der Bar sehr viele. Ansonsten w\u00e4ren weitere Probenr\u00e4ume sinnvoll. Heute w\u00fcrde ich wahrscheinlich auf das Parkhaus verzichten und stattdessen noch einen Probensaal einbauen, weil der gro\u00dfe Saal durch die vielen Orchesterproben sehr stark ausgelastet ist. Das geht auf Kosten zus\u00e4tzlicher Projekte.<\/p>\n<p><b>WamS:<\/b> Wie viele Projekte finden j\u00e4hrlich statt?<\/p>\n<p><b>Lieben-Seutter:<\/b> In Elbphilharmonie und Laeiszhalle gibt es rund 1.200 Konzerttermine im Jahr. Hinzu kommen noch einmal fast 1.000 Workshops, Events und Kinderkonzerte unserer Musikvermittlungsabteilung. Sie betreut auch die Instrumentenwelt, Laien-Ensembles und die gro\u00dfen Community-Projekte.<\/p>\n<p><b>WamS:<\/b> Wie w\u00fcrden Sie den Schub f\u00fcr die Musikstadt Hamburg durch die Elbphilharmonie insgesamt beschreiben?<\/p>\n<p><b>Lieben-Seutter:<\/b> In meiner Wahrnehmung hat sie sich toll entwickelt. Es gab immer schon ein hochwertiges Klassikprogramm in Hamburg. Der Unterschied war, dass das Interesse der Bev\u00f6lkerung vielleicht nicht ganz so gro\u00df war wie in vergleichbaren St\u00e4dten, etwa M\u00fcnchen oder Wien. Das hat sich mit der Elbphilharmonie radikal ge\u00e4ndert. Viele Menschen sind nicht nur einmal gucken gekommen, sondern gehen jetzt regelm\u00e4\u00dfig ins Konzert. Vom geweckten Interesse und der regelm\u00e4\u00dfigen Nutzung der Angebote profitieren dann auch andere Institutionen.<\/p>\n<p><b>WamS:<\/b> Zur Musikstadt soll k\u00fcnftig die neue Oper als Geschenk des k\u00fcrzlich verstorbenen M\u00e4zens Klaus-Michael K\u00fchne z\u00e4hlen, die in den kommenden Jahren ein St\u00fcck die Elbe hinauf entstehen soll. Begr\u00fc\u00dfen Sie den Neubau?<\/p>\n<p><b>Lieben-Seutter:<\/b> Unbedingt! Ich bin vom Entwurf sehr angetan, weil er gut zu dem Ort passt und die Hafencity auf dem halben Weg zwischen Elbphilharmonie und Kurzem Olaf kulturell aufwertet. Die Architektur f\u00fcgt sich sehr zeitgem\u00e4\u00df in die Umgebung ein und ist keine weitere \u201eAngeber-Ikone\u201c. Aus Nachhaltigkeitsgr\u00fcnden w\u00fcrde man heute wahrscheinlich nicht mehr in Elbphilharmonie-Dimensionen bauen. Ich hoffe, dass sich ein \u00e4hnlicher Effekt wie bei uns einstellen wird: dass viele Leute das neue Geb\u00e4ude zum Anlass nehmen, mal wieder in die Oper zu gehen \u2013 und dann gerne und regelm\u00e4\u00dfig wiederkommen.<\/p>\n<p><b>WamS:<\/b> Die Elbphilharmonie steht auf einem Fundament von mehr als 1700 Pf\u00e4hlen, kn\u00fcpft also als solider Pfahlbau am Ufer direkt an die Architektur der Jungsteinzeit an. Wie f\u00fchlt es sich an, darin zu arbeiten?<\/p>\n<p><b>Lieben-Seutter: <\/b>Solange der Meeresspiegel nicht radikal ansteigt, etwa weil die Antarktis abschmilzt, f\u00fchle ich mich sehr wohl in diesem Pfahlbau. Der Ort ist einfach genial. Einen einmaligen Entwurf eines Stararchitekten kann man \u00fcberall hinsetzen. Aber dieses Geb\u00e4ude ist wirklich aus dem Ort heraus entstanden, aus der Geschichte des Hafens und der alten Industriearchitektur des Lagerhauses. Auf drei Seiten Wasser: fantastisch, man schaut gern darauf, es inspiriert. Symbolisch erz\u00e4hlt genau dieser Ort, warum es die Stadt Hamburg \u00fcberhaupt gibt. Bis hierher reichen die Gezeiten der Nordsee. Deshalb hat man hier vor mehr als tausend Jahren eine Siedlung und dann eine Handelsstadt gegr\u00fcndet. Genau an dieser Stelle steht das Haus \u2013 und das gibt ihm eine enorme Power. So empfinde ich das.<\/p>\n<p><b>WamS: <\/b>Ist die Elbphilharmonie auch deshalb so spannend f\u00fcr Entwickler und Architekten?<\/p>\n<p><b>Lieben-Seutter:<\/b> Wir verfolgen ziemlich genau, wo auf der Welt gerade ein Konzert- oder Opernhaus gebaut wird. Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter kommt von dort eine Delegation vorbei und schaut sich die Elbphilharmonie an. Zuletzt etwa aus Prag, wo bis 2032 die Moldau-Philharmonie entsteht. Aktuell haben wir auch regelm\u00e4\u00dfig G\u00e4ste aus S\u00fcdkorea, wo gef\u00fchlt jeder Vorort von Seoul ein Konzerthaus plant.<\/p>\n<p><b>WamS:<\/b> Einige Besucher vermissen das Restaurant, das vor zwei Jahren geschlossen wurde, obwohl es in der Elbphilharmonie auch ein Hotel gibt.<\/p>\n<p><b>Lieben-Seutter: <\/b>Das Hotel ist nat\u00fcrlich super, weil es f\u00fcr die K\u00fcnstler sehr praktisch ist, direkt im Haus wohnen zu k\u00f6nnen. Mit den gastronomischen Angeboten rund um die Elbphilharmonie sind wir aber nach wie vor nicht gl\u00fccklich, weil es nach den Konzerten kaum eine M\u00f6glichkeit gibt, noch etwas essen zu gehen. Dieser Mangel ist aber interessanterweise ein internationaler Trend: Man sieht \u00fcberall, dass die Gastronomie sich schwertut.<\/p>\n<p><b>WamS:<\/b> Wie wollen Sie die Elbphilharmonie in den kommenden Jahren weiterentwickeln?<\/p>\n<p>Lieben-Seutter: Wir wollen weiter relevant bleiben und uns weder inhaltlich noch beim Service auf dem aktuellen Angebot ausruhen. Die Musikvermittlung spielt dabei sicher eine immer gr\u00f6\u00dfere Rolle, weil wir das Konzert inzwischen st\u00e4rker als sozialen Treffpunkt verstehen als vor zehn Jahren. Dass die Elbphilharmonie ein Angebot an die Stadt ist, ein Ort des Austauschs, wird noch wichtiger. Mit und ohne k\u00fcnstliche Intelligenz stehen wir vor gesellschaftlichen Herausforderungen und die Elbphilharmonie wird dabei bislang Gott sei Dank als sehr neutraler, ausgleichender Ort wahrgenommen. Proteste wegen k\u00fcnstlerischer Inhalte, wie es sie an anderen Orten gibt, kennen wir nicht. Die Elbphilharmonie wird von den allermeisten Menschen sehr positiv angenommen. Von Alt und Jung, von links bis rechts, konservativ bis progressiv.<\/p>\n<p><b>WamS:<\/b> Die Ausschreitungen beim G20-Gipfel im Er\u00f6ffnungsjahr fanden nicht direkt an der Elbphilharmonie statt.<\/p>\n<p><b>Lieben-Seutter:<\/b>  Nein, da trifft uns keine Schuld. Das war ein historisch einmaliges Ereignis. Nicht sch\u00f6n, aber es geh\u00f6rt auch zu unserer Geschichte.<\/p>\n<p><b>WamS:<\/b> Von der Hauptstadt-Politik wird die Elbphilharmonie nicht so richtig als repr\u00e4sentativer Ort genutzt \u2026<\/p>\n<p><b>Lieben-Seutter: <\/b>Das kommt vor, aber eher unter dem Radar. In der vergangenen Woche war zum Beispiel das Ukrainian Freedom Orchestra zu Gast, und daf\u00fcr waren eigens einige Botschafter aus Berlin angereist. Die Elbphilharmonie wird durchaus als Ort f\u00fcr internationale Beziehungen wahrgenommen. Sie liegt aber nun einmal nicht in der Hauptstadt. Und Berlin hat schlie\u00dflich auch eine sch\u00f6ne Philharmonie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seit Er\u00f6ffnung der Elbphilharmonie vor knapp zehn Jahren schreibt Intendant Christoph Lieben-Seutter eine Erfolgsgeschichte. 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