{"id":1271771,"date":"2026-08-31T12:46:18","date_gmt":"2026-08-31T12:46:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1271771\/"},"modified":"2026-08-31T12:46:18","modified_gmt":"2026-08-31T12:46:18","slug":"krebs-der-thymus-hat-eine-weitaus-groessere-bedeutung-als-bisher-angenommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1271771\/","title":{"rendered":"Krebs: \u201eDer Thymus hat eine weitaus gr\u00f6\u00dfere Bedeutung, als bisher angenommen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Ein kaum bekanntes Organ hat gro\u00dfen Einfluss auf die k\u00f6rpereigenen Abwehrkr\u00e4fte \u2013 und ger\u00e4t zunehmend in den Fokus der Krebsforschung. Was Forscher nun herausfanden, k\u00f6nnte ein Umdenken bei Krebstherapien erfordern.<\/p>\n<p class=\"c-inline-alert__description\">Klicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Ein kleines Organ, nicht schwerer als 40 Gramm, liegt hinter unserem Brustbein. Name und Funktion sind den meisten gleicherma\u00dfen unbekannt. Dabei arbeitet der Thymus daf\u00fcr, dass der K\u00f6rper funktionsf\u00e4hige T\u2011Zellen bilden kann, und hilft dem Immunsystem so, Krankheitserreger und Krebszellen zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Lange ging man davon aus, dass das Organ nach der Kindheit an Bedeutung verliert. Doch neuere Studien konnten zeigen, dass ein gesunder Thymus nicht nur mit dem Krebsrisiko, sondern auch mit Langlebigkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und erfolgreichen Krebsimmuntherapien zusammenh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Ein Forschungsteam des Mass General Brigham, eines gro\u00dfen US-Klinikverbunds, hat nun eine Studie in dem Fachmagazin <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.annalsofoncology.org\/article\/S0923-7534(26)00997-X\/fulltext\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.annalsofoncology.org\/article\/S0923-7534(26)00997-X\/fulltext&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">\u201eAnnals of Oncology\u201c<\/a> ver\u00f6ffentlicht und untersucht, wie sich Strahlenbelastung w\u00e4hrend einer Lungenkrebsbehandlung auf den Thymus auswirkt. <\/p>\n<p>Die Forscher standen vor der Frage: \u201eWenn der Thymus eine so wichtige Rolle f\u00fcr die Immunabwehr spielt, sollten wir ihn dann auch w\u00e4hrend einer Krebsbehandlung sch\u00fctzen?\u201c, wird Hugo Aerts, Hauptautor der Studie, zitiert. \u201eUnsere j\u00fcngsten Studien haben gezeigt, dass der Thymus im Erwachsenenalter eine weitaus gr\u00f6\u00dfere Bedeutung hat als die Medizin bisher angenommen hat.\u201c<\/p>\n<p>Denn auch wenn der Thymus bei der Bestrahlung nicht gezielt angesteuert wird, liegt er in der N\u00e4he von vielen Tumoren im Brustkorb und ist oft hoher Strahlung ausgesetzt. Um zu untersuchen, welchen Einfluss diese unbeabsichtigte Strahlung auf das Immunsystem und den weiteren Krankheitsverlauf hat, analysierte das Team CT-Scans und klinische Daten von \u00fcber 1000 Patienten mit lokal fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs.<\/p>\n<p>Mithilfe von k\u00fcnstlicher Intelligenz konnten der Zustand des Thymus vor der Behandlung quantifiziert und die Strahlendosis, die dem Thymus zugef\u00fchrt wurde, gemessen werden. Es zeigte sich: Patienten, deren Thymus zu Beginn der Behandlung noch gut erhalten war, hatten insgesamt die besten \u00dcberlebenschancen.<\/p>\n<p>Dieser Vorteil schwand jedoch, wenn das Organ w\u00e4hrend der Therapie st\u00e4rker bestrahlt wurde. Je h\u00f6her die Strahlendosis im Bereich des Thymus ausfiel, desto schlechter waren die Aussichten der Betroffenen. Ihr Sterberisiko war laut der Studie erh\u00f6ht und Metastasen in anderen Teilen des K\u00f6rpers traten bei ihnen h\u00e4ufiger auf.<\/p>\n<p>Der Effekt zeigte sich ausschlie\u00dflich bei Patienten, deren Thymus zu Behandlungsbeginn noch gut erhalten war. Bei Patienten mit bereits eingeschr\u00e4nkter Thymusfunktion machte die Strahlendosis dagegen keinen Unterschied.<\/p>\n<p>Auch in sp\u00e4teren CT-Aufnahmen konnten Spuren der Bestrahlung gefunden werden. Bei Patienten, deren Thymus einer h\u00f6heren Strahlendosis ausgesetzt war, verschlechterte sich der Zustand des Organs st\u00e4rker. F\u00fcr die Forscher ist das ein Hinweis darauf, dass die Strahlung die Funktion des Thymus beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnte \u2013 und damit die k\u00f6rpereigene Immunabwehr gegen den Krebs.<\/p>\n<p>\u201eZusammengenommen legen diese Studien nahe, dass die Patienten, die am meisten von einer Immuntherapie profitieren, m\u00f6glicherweise auch diejenigen sind, die am meisten von einem Schutz des Thymus w\u00e4hrend der Strahlentherapie profitieren\u201c, wird Raymond H. Mak, Strahlentherapeut am Mass General Brigham Cancer Institute und Autor der Studie, zitiert.<\/p>\n<p>Zudem betont er: \u201eDie Studie bekr\u00e4ftigt die \u00fcbergeordnete Erkenntnis, dass eine erfolgreiche Krebsbehandlung nicht nur die Beseitigung des Tumors, sondern auch den Erhalt des Immunsystems des Patienten umfasst.\u201c<\/p>\n<p>Dennoch weisen die Forscher darauf hin, dass es sich bei den Ergebnissen um eine Beobachtungsstudie handelt. Das hei\u00dft, ein Zusammenhang ist nachgewiesen \u2013 aber nicht, dass die Bestrahlung des Thymus tats\u00e4chlich die Ursache f\u00fcr die schlechteren Verl\u00e4ufe ist. Ob eine gezielte Schonung des Thymus die Behandlung wirklich verbessert, m\u00fcssen erst weitere klinische Studien zeigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein kaum bekanntes Organ hat gro\u00dfen Einfluss auf die k\u00f6rpereigenen Abwehrkr\u00e4fte \u2013 und ger\u00e4t zunehmend in den Fokus&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1271772,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[137],"tags":[29,30,141,232,258619,1080,174266,837,45,196789,89309],"class_list":["post-1271771","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-deutschland","tag-germany","tag-gesundheit","tag-health","tag-immunsystem-ks","tag-krebs","tag-krebsforschung-ks","tag-medizin","tag-texttospeech","tag-thymus-ks","tag-tumore-ks"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117190196179897091","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1271771","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1271771"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1271771\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1271772"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1271771"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1271771"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1271771"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}