{"id":1272036,"date":"2026-08-31T15:57:17","date_gmt":"2026-08-31T15:57:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1272036\/"},"modified":"2026-08-31T15:57:17","modified_gmt":"2026-08-31T15:57:17","slug":"ns-raubkunst-rueckgabe-zweier-reliefs-dank-foto-von-1933","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1272036\/","title":{"rendered":"NS-Raubkunst: R\u00fcckgabe zweier Reliefs dank Foto von 1933"},"content":{"rendered":"<p>Durch einen Zufall konnten zwei Reliefs, die im Bayerischen Nationalmuseum in M\u00fcnchen hingen, als NS-Raubkunst eingestuft werden. Jetzt werden die beiden Werke an die Erben des j\u00fcdischen Bankiers Jakob Goldschmidt zur\u00fcckgegeben. Ein fast 100 Jahre altes Foto hat dabei den entscheidenden Hinweis geliefert. <\/p>\n<p>Schwarz-Wei\u00df-Foto von 1933 zeigt die Reliefs<\/p>\n<p>Das Schwarz-Wei\u00df-Foto stammt aus der Villa von Jakob Goldschmidt, der nicht nur Bankier, sondern auch Kunstsammler war. Eindrucksvoll beweist das Foto, mit wie vielen Kunstwerken und alten, prachtvollen M\u00f6beln Goldschmidt seine Villa in Berlin, nahe des heutigen Kulturforums, ausgestattet hat. <\/p>\n<p>Seine Erben fanden das Foto erst k\u00fcrzlich und haben es nun als belastbaren Hinweis herangezogen. Wer n\u00e4mlich genau hinsieht, erkennt darauf auch zwei kleine Holzreliefs aus dem sp\u00e4ten 15. Jahrhundert aus N\u00fcrnberg, die auf dem Foto von 1933 \u00fcber einer barocken Kommode an der Wand h\u00e4ngen. Sie zeigen die m\u00e4nnlichen und die weiblichen Mitglieder einer sogenannten Stifterfamilie neben einem Familien-Wappenschild. Ein eindeutiger Beweis, neben weiteren Recherchen, dass diese beiden Reliefs damals im Besitz der Bankiersfamilie Goldschmidt waren. <\/p>\n<p>Wie die Reliefs ins Bayerische Nationalmuseum kamen<\/p>\n<p>Jakob Goldschmidt emigrierte nach der Macht\u00fcbernahme der Nationalsozialisten 1933 erst in die Schweiz und dann in die USA. Im Juni 1936 wurde seine Kunstsammlung beim Auktionshaus Helbing in Frankfurt versteigert. Der Berliner Justizrat Gerhart Bollert, ein deutscher Liebhaber mittelalterlicher Kunst, ersteigerte die Reliefs damals. Nach seinem Tod 1947 und der \u00dcbernahme seiner Privatsammlung seitens des Bayerischen Nationalmuseums landeten auch die beiden Reliefs dort. <\/p>\n<p>R\u00fcckgabeoffensive seitens Kunstminister ist erfolgreich<\/p>\n<p>Deutschland hat sich 1998 mit der Washingtoner Erkl\u00e4rung dazu verpflichtet, von Nazis geraubte Kunst, die sich jetzt im Staatsbesitz befindet, <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/kultur\/usa-erleichtern-klagen-zu-ns-raubkunst-rueckgaben,VEQy3ne\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ohne Verj\u00e4hrungsfrist an die Sammler oder die Erben zur\u00fcckzugeben. <\/a><\/p>\n<p>Die R\u00fcckgabeoffensive durch Kunstminister Markus Blume (CSU) ist <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/kultur\/bayern-geht-bei-der-rueckgabe-von-nazi-raubkunst-endlich-voran,VQx76dr\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">seit April 2025 durchaus erfolgreich<\/a>. Das Bayerische Nationalmuseum hat vor diesen beiden Reliefs schon \u00fcber einhundert Silberobjekte zur\u00fcckgegeben, davon allein dreizehn im vergangenen Jahr. Aus den Bayerischen Staatsgem\u00e4ldesammlungen gingen in den letzten zw\u00f6lf Monaten f\u00fcnf Werke an die Erben j\u00fcdischer Sammler zur\u00fcck. Davon das Gem\u00e4lde &#8222;Kinderzimmer&#8220; des Berliner Impressionisten Lesser Ury an die Familie Goldschmidt. <\/p>\n<p>Mit Informationen von dpa.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Durch einen Zufall konnten zwei Reliefs, die im Bayerischen Nationalmuseum in M\u00fcnchen hingen, als NS-Raubkunst eingestuft werden. 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